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    AW: Beziehung vs. Eigenverantwortung

    Hallo
    Nachdem ich mir das Thema mal durchgelesen hab, möchte ich mich auch zu Wort melden.
    Vieles von dem, was ihr geschrieben habt, hätte ich auch schreiben können. Ich gehe jetzt seit fast zwei Jahren zu einer Therapie. Und der Weg ist noch so weit.
    Ich habe gemerkt, dass ich immer "kleiner" wurde, mich selber nicht mehr gekannt hab. Ich habe auch immer versucht, es allen anderen Recht zu machen. Wie ich in der Therapie gelernt habe, seit meiner Kindheit. Meine große Schwester hat die Position der Rebellin für sich eingenommen, was ihr aber auch nicht wirklich etwas gebracht hat. Und da ich das gesehen habe, war ich immer die Liebe, die keinen Ärger macht und immer alles tut, was man (Vater) ihr sagt. Und das hat sich mein ganzes Leben so fortgesetzt. Anstelle des Vaters kam dann der Mann, der nur zufrieden ist, wenn alles so läuft, wie er es will. Und irgendwann habe ich begriffen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Ich habe für mich als Beispiel die EU gewählt. Ich bin ein Geberland, mein Mann ein Nehmerland. Und mir wurde klar, dass ich Bankrott gehe.
    Es ist wirklich so, als ob ich das Laufen neu lernen würde. Und manchmal, aber immer seltener, kommt das Gefühl: Setz dich einfach hin und ruhe dich aus. Aber dann trete ich mich doch in den Allerwertesten und "marschiere" weiter....
    Liebe Grüße
    Ankri

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    AW: Beziehung vs. Eigenverantwortung

    Hallo Ankri,

    ich musste schmunzeln, weil ich Formulierung mit dem EU-Geberland so klasse fand!

    Die Geschichten vieler von uns ähneln sich glaub ich insofern, als am Anfang immer das Anpassen stand. Das Zweifeln an uns selbst, wenn später dann die Liebe kippelte und die Hilfe für die Beziehung allein bei uns zu liegen schien oder tatsächlich nur bei uns lag.

    Ich hoffe inständig, dass es ein paar Leute geben wird, denen es gelungen ist, innerhalb der bestehenden Beziehung ein Gleichgewicht (wieder-)herzustellen.

    Ich hab grad auch Deinen Beitrag zur Paartherapie angesehen und finde es traurig, dass Du da allein hinmarschierst.

    Was mich zum Thema Therapie bzw. Psychoanalyse bewegt ist folgendes:
    Wenn man weiß, woran es lag und die eigenen Muster erkennen kann, auch die eigenen Motive, dann stärkt das bestimmt das hmmmm.... Verhältnis zu sich selbst.

    ABER: neues Verhalten will ja auch gelernt und eingeübt werden. Muster, die sich als dysfunktional erwiesen haben, müssen ersetzt werden, schließlich sind Verhaltensmuster an sich ja wichtig.

    Deshalb interessiert mich das so, was genau sich im Verhalten durch die Therapien bei Euch geändert hat.

    Ich hoffe, das ist verständlich formuliert...

    Liebe Grüße
    Aglaja
    Handeln Sie mit Leidenschaft, aber denken Sie klar!
    Hannah Arendt

  3. Inaktiver User

    AW: Beziehung vs. Eigenverantwortung

    du fragst was sich ändert?

    für mich ist das bewusstwerden von sich wiederholenden strukturen ein aha-erlebnis.

    ich denke im moment über vieles, was in meiner vergangenheit war, nach und ziehe den bezug zu heute.
    sich der dinge und zusammenhänge klar zu werden ist der erste schritt.

    bei einigen dingen konnte ich sie in frieden loslassen und dann habe ich jetzt das gefühl- da ist noch eine weiche stelle in meiner seele aber es belastet mich nicht mehr in diesem ausmass.

    ich lebe im moment, durch die therapie, bewusster. sehr viel bewusster. ich hole auch erinnerungen ganz gezielt nach oben und schaue, mit dem was ich heute weiss darüber und finde meinen frieden.
    es ist ein schönes gefühl.

  4. Inaktiver User

    AW: Beziehung vs. Eigenverantwortung

    Geändert von Inaktiver User (25.06.2008 um 15:07 Uhr)

  5. User Info Menu

    AW: Beziehung vs. Eigenverantwortung

    Guten Morgen meine Damen!

    Brighid, was Du beschreibst kenn ich gut. Mit Anfang 20 hab ich Alice Millers "Drama des begabten Kindes" und allerlei Sachen zu dem Thema gelesen. Und es war für mich sehr wichtig, das Trauern zu lernen.
    Dieses Gefühl hatte ich vorher nie wahrnehmen wollen.

    Diese Auseinandersetzung mit meiner Kindheit hat richtig meine Wahrnehmung gedreht. Ich stand endlich im Mittelpunkt meiner Weltsicht. (Ich galt z.B. immer als verwöhntes Lieschen, die alles hinterher getragen bekommt...)
    Das Bild drehte sich, als ich das alles aus meinem Erleben heraus aufdröselte und meine Rollen erkannte.

    Soweit so gut.

    Ich kann mich darauf verlassen, dass ich einen Kern von Selbstliebe in mir habe und das Zulassen von Trauer mir hilft, den nie zu verlieren.

    Aber das kommt eigentlich nur in Krisen zum Tragen. Im Alltag meine Bedürfnisse zu erkennen, durchzusetzen, zu planen, wo ich hin will... Das hab ich dadurch nicht gelernt. Und mir ist auch die Unbeschwertheit abhanden gekommen. Problembewältigung ist für mich in erster Linie Trauern. Das hab ich damals eingeübt.

    Will sagen: eine Trennung zum Beispiel muss ja nicht immer eine Katastrophe sein, die ich dann (das kann ich ja) betrauere.
    Beziehung haben wollen heißt ja z.B. auch, bewußt gut auswählen zu können. Da gehört es also dazu, dass man immer mal wieder jemanden in aller Freundschaft verabschieden muss.

    Ich hab immer das Gefühl beim Schreiben hier, dass ich den Nagel knapp neben dem Kopf treffe.
    Alles was verschwurbelt klingt, ist mir noch nicht ausgegoren genug.

    Aber irgendwo müssen wir ja mit dem Unausgegorenen auch hin...

    Schönen Mittwoch allerseits.
    Aglaja
    Handeln Sie mit Leidenschaft, aber denken Sie klar!
    Hannah Arendt

  6. Inaktiver User

    AW: Beziehung vs. Eigenverantwortung

    ich erkenne durch die therapie vorallem:

    ich zwar extrovertiert und gesellig- aber meine seele die ist eine einzelne wolfsfrau.

    ich habe schon in meiner teenie-zeit das gefühl sehr deutlich kennengelernt- das meine seele für sich ist.

    und dann gab es in meinem leben immer zeiten wo menschen, die mir nahe waren meiner seele auch näher kamen. menschen, von denen ich mir wünschte sie wären ganz nah bei mir. und die quintessenz heute ist:

    erst als ich mich selbst, nur mit mir beschäftigt habe- habe ich meine seele wieder gefunden. ich bin nicht mehr abhängig- und ich kann in meinem seelenfrieden wirklich, wahrhaftig und ehrlich auf andere menschen zu gehen.

    ich kann das räumliche alleinsein ertragen und vorallem geniessen. und ich kann das zusammensein geniessen und ertragen.

    ich muss überhaupt nichts. ich habe die wahl und allein sein ist für mich keine horror-vorstellung, sondern an meinen sabbat-tagen ein elementares glücksgefühl.

    klingt komisch? ich weiss nicht wie ich es sonst beschreiben soll

  7. Inaktiver User

    AW: Beziehung vs. Eigenverantwortung

    brighid
    ich freue mich für dich, dass du so gute erfolge erzielst/erzielt hast.

  8. Inaktiver User

    AW: Beziehung vs. Eigenverantwortung

    Zitat Zitat von Aglaja11

    Ich hab immer das Gefühl beim Schreiben hier, dass ich den Nagel knapp neben dem Kopf treffe.
    Alles was verschwurbelt klingt, ist mir noch nicht ausgegoren genug.
    Diejenigen, die es betrifft, werden es schon verstehen. Ich finde sowieso, dass die wichtigen Erkenntnisse nicht in Worte zu fassen sind. Sie werden irgendwann intuitiv verstanden, nachdem man viele Worte gewälzt hat.

  9. User Info Menu

    AW: Beziehung vs. Eigenverantwortung

    Nö Brighid, klingt nicht komisch.

    Ich kann übrigens auch gut allein sein. Und mit mir selbst fühl ich mich auch wohl.

    Mir ist aber auf jeden Fall wichtig für mein Leben, im Außen etwas zu bewegen und bewegt zu werden. Zu kooperieren und zu kämpfen oder mitzuschwimmen. Alles das.

    Mir scheint, was Du mit "Wolfsfrau" meinst, ist vielleicht, dass Du stärkere spirituelle Bedürfnisse hast.

    Ich brauche auch meinen Rückzug. Im Moment sogar sehr.
    Aber eigentlich ist mein Ziel doch, mich im Zentrum des Geschehens zu befinden und auf die Herausforderungen, die da auf mich warten, manchmal in geballter Form, weder mit Rückzug noch Traurigkeit zu reagieren. Sowohl privat als auch beruflich.

    Niederlagen einstecken kann ich schon. Ich will jetzt auch mehr Erfolg.

    Einfach gesagt:
    Die anderen sollen häufiger tun, was ich für richtig halte. Wer sagt denn schließlich, dass meine Auffassung schlechter ist als die eines Anderen. Häufig bestimmt doch einfach nur der, der sich bestimmender verhält. Nicht der, der klüger ist oder die bessere Lösung hat.

    Durchsetzungsfähigkeit vielleicht. Und endlich mal ein Gefühl von:
    "Ich will das, ich krieg das auch!"

    Was hältst Du davon Brighid? Wie sind Deine Erfahrungen mit Durchsetzungsvermögen?

    Ich finds toll, hier meine Gedanken zu sortieren. Mit Euch gemeinsam...
    Handeln Sie mit Leidenschaft, aber denken Sie klar!
    Hannah Arendt

  10. Inaktiver User

    AW: Beziehung vs. Eigenverantwortung

    du kannst worte, bücher einmal bis zwanzig mal lesen, studieren.

    irgendwann machts klick und du weisst, was es jetzt für dich bedeuten soll und wie es in deine welt passt.

    mein grosses aha-erleben fing mit dem buch an:

    die wolfsfrau.

    ich habe angefangen es zu lesen, ich habe hineingeschrieben, ich habe geweint, ich hatte zorn, ich habe es in die ecke geworfen.
    ich habe fast 2 jahre gebraucht um auf der letzten seite anzukommen. und ich hatte immer wieder das gefühl, die autorin spricht mit mir. direkt nur mit mir, allein. ich fand mich direkt angesprochen.

    und ich konnte es nicht immer und stets ertragen. aber ich sage heute: da war für mein seelen-erwachen der anfang.

    es ist kein einfaches buch- aber eines was ich glaube, jede frau zumindest versuchen sollte, mal reinzu lesen.

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