Hi Volpina, ich bin hier nur so vorbei gestolpert, versteh auch die Lage mit der Abhängikeit nicht ganz. Ist auch nicht etwas, womit ich mich auskenne.
Weil aber sonst keiner schreibt, vielleicht meine 2 cent:
Du kannst gut jemand zum Reden gebrauchen. Deine Freundin hat vermutlich den Kopf zu - alleinerziehend etc, DAS kenne ich - und ist nicht der richtige Partner grade. Hält vielleicht alles von sich weg, weil sie funktionieren muss. Freundin bleibt Freundin, aber die können auch nicht IMMER.
Anregung, mhm,
wenn deine Freundin keine Kapazitäten mehr hat, wenn das, was sie dir anbietet, nicht "das Richtige" ist, schätze ihre Bemühung, sie meint es sicher gut mit dir. Es ist deine Illusion, dass deine Freundin dir jetzt helfen könnte. Geht manchmal nicht, heißt aber nicht, dass die Freundschaft schlecht sei.
Such dir jemand andres zum Reden, Profi vielleicht.
Hö?
Lieben Gruß von bblume
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Ergebnis 31 bis 39 von 39
Thema: Co-Abhängigkeit?
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29.05.2008, 20:47
AW: Co-Abhängigkeit?
flying is the art of falling to the ground without touching
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29.05.2008, 20:49
AW: Co-Abhängigkeit?
oops alicia, hat sich voll überschnitten und fast gegensätzlich
flying is the art of falling to the ground without touching
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29.05.2008, 20:54
AW: Co-Abhängigkeit?
Ich habe in Krisen beides kennen gelernt: wunderbare Freundinnen, von denen ich gar nicht wusste, WIE toll sie sind.
Wenn aber ein Mädel grad selbst bis zur Halskrause im shit versinkt, hab ich mich eher woanders nach Rat umgesehen. Und sie dennoch weiter gemocht. So erleb ich es auch.
Ist aber Spekulation, so fare well,
bblumeflying is the art of falling to the ground without touching
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29.05.2008, 22:07
AW: Co-Abhängigkeit?
Hallo Alicia, hallo Butterblume,
lieben Dank für eure Anworten.
Es geht um eine Freundschaft zwischen zwei Frauen, die Probleme mir Co-Abhängigkeit haben.
Ich empfinde mich als co-abhängig, meine Freundin ist es meiner Meinung nach auch, weil sie sich von ihrem Alki-Partner, zwar räumlich grtennt hat, ihn aber bei zahlreichen Besuchen, stillschweigend weiter erträgt, was ja ihre Sache ist. Sie sagt, sie hätte wegen der Kinder den Kontakt nicht ganz abgerbochen. Was sonst zwischen den beiden ist, weiss ich nicht. geht mich auch nur was an, wenn sie es mir sagen will. Und jetzt schaftts sies auch nicht sich gegen einen Mann abzugrenzen der tausende Kilometer weg ist und sich weiter Hoffnungen macht. Das ist auch ihre Sache, aber immer wenn ich das klar anspreche und ihr sage, wenn Du willst dass er dich nicht mehr anruft mußt dus ihm einfach sagen und dann auflegen und wenn du das ein paar Mal gemacht hast, wird er schon aufhören. Aber ich will sie nicht kritisieren, nur so geht sie mit jedem um.
Und wir unterneinander scheinbar auch, die Sache als mein Freund gestorben war, ist nur ein krasses Beispiel.
Ich verhalte mich wahrscheinlich auch dämlich. Ich habe mir lange gewünscht unsere Freundschaft wäre anders. Aber sie kann das nicht oder hat vllt wirklich keine Kraft.
Ich glaube, ich sollte sie wirklich einfach lassen und warten, bis sie von selbst kommt. Das ist eine gute Idee. Sich woanders nach Freundinnen umschauen. Nur ist sie die einzige die meinen Freund kannte und mit der ich über ihn sprechen kann. Aber das ist eben nicht zu ändern.
Co-abhängig zusein heisst auch stillschweigende Erwartungen an Freunde und Mitmenschen zu haben und traurig zu sein, wenn sie nicht erfüllt werden.
Deshalb frage ich mich, worauf es in einer Freundschaft wirklich ankommt?
LG volpina808Can you tell a green field from a cold steel rain,
do you think you can tell?
("Wish you were here",Pink Floyd)
- "Das Ende des Schmerzes ist Liebe" (Jiddu Krishnamurti) -
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29.05.2008, 22:26Inaktiver User
AW: Co-Abhängigkeit?
Ja Volpina - warte ab. Ich kann verstehen, dass sie eben die einzige Verbindung ist zu Deinem Freund und dass diese Verbindung jetzt auch gekappt ist, schmerzt doppelt.
Zitat von volpina808
Hm -co-Abhängigkeit sehe ich vor allem im Zusammenhang mit völliger Selbstaufgabe. Aber die sehe ich noch immer nicht bei Dir, was allerdings positiv ist.
Zitat von volpina808
Freundschaft bedeutet, durch Höhen und Tief zu gehen - aber -auch gelegentlich einmal loszulassen.
Zitat von volpina808
Lieber Gruß von Alicia
Volpina - es gibt viele wunderbare Menschen, irgendwo wartet vielleicht eine Freundin auf Dich, die in ähnlicher Situaiton ist - sieh Dich um
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08.06.2008, 13:20
AW: Co-Abhängigkeit?
Hier ein kleiner Mut-mach-Beitrag für alle in diesem Strang!
Ich habe bis Anfang diesen Jahres bei meinem Freund und seinen zwei Kindern gelebt, insgesamt dreieinhalb Jahre. In dieser Zeit habe ich ständig versucht, seine Probleme zu lösen, seine Kinder zu erziehen, selbst seine Schwierigkeiten mit der Exfrau zu lösen. Nach relativ kurzer Zeit war ich ziemlich kaputt, habe mich selbst verlloren. Durch Rückenschmerzen (!) bin ich zu einer Gesprächstherapie gekommen, und die Frau hat mir nach und nach die Augen geöffnet: Ich war (bin??) co-abhängig, das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.
Aber jetzt habe ich endlich gelernt, Dinge anders zu sehen.
Wichtige Sätze auf meinem Weg raus aus der Co-Abhängigkeit waren:
- Das ist nicht mein Problem und nicht meine Verantwortung.
- Jeder muss seine Probleme selber lösen, man kann nur helfen, aber niemendem etwas komplett abnehmen.
- Wer selber nichts an seiner Situation ändert, will die Situation wohl auch gar nicht ändern, auch wenn er es ständig behauptet.
- Ich bin nicht mehr zuständig.
Nachdem die Situation im Zusammenleben immer schwieriger wurde, und ich mit allen meinen Versuchen, da etwas zu ändern, gescheitert bin, habe ich endlich den Mut gehabt auszuziehen.
Das Gefühl, das es in mir auslöste, hat mich erschreckt: Es geht mir so viel besser seither, auch wenn ich mich ganz schön nach der Decke strecken muss. Aber ich erkenne mich langsam selbst wieder, werde wieder zu der Frau, die ich vor dieser fressenden Beziehung war.
Heute frage ich mich, wo diese ganze selbstzerstörerische Kraft herkam, um das so lange auszuhalten. Wieso ich es versucht habe, ist mir schon klar, aber wie ich das so lange durchhalten konnte und mir immer wieder vorgemacht habe, dass es doch in den Griff zukriegen sein muss...
Eigentlich wollten wir die Beziehung aufrechterhalten, aber das ist wohl auch illusionär.
Ich denke, mein Noch-Freund akzeptiert die Situation nur, weil er der Meinung ist, das ist so ein Zwischenstadium, und ich komme eher über kurz als über lang zurückgekrochen.
Seit einigen Tagen ist mir immer klarer, dass es keine Lösung für uns gibt. Ich glaube, wenn ich ihm sage, dass es kein Zurück in die alte Situation gibt, wird er sich die nächste Frau suchen, die er mit seinen Erwartungen, dass sie sein Leben für ihn in den Griff kriegt und er seine Probleme auf ihrem Rücken ausleben kann, suchen.
Was das in mir auslöst? Soll er, mir tut nur die nächste schon leid...
Was ich damit sagen will: Es gibt einen Ausweg aus diesen Abhängigkeitsfallen! Gebt nicht auf, gebt euch nicht auf! Spürt in euch rein, was ihr glaubt, euch gutzutun, und habt den Mut dazu!
Ich habe so lange mit dem Auszug gezögert, hatte so ein schlechtes Gewissen, habe mich als Versagerin gefühlt! Ja, ohne den Rückhalt durch meine Therapeutin hätte ich es wohl nicht geschafft.
Aber cih bin so befreit - endlich kann ich mich wieder abgrenzen, kann durch die äußere Distanz auch eine innere schaffen. Wenn ich meinen Freund besuche und er mir die Ohren volljammert über seine Ex, und ich mache Vorschläge, wie ich denke, dass er damit umgehen soll, und dann kommt nur ein: Das geht alles nicht, dann kann ich jetzt aufstehen und gehen und mir sagen, wenn es nur drum geht, sich bemitleiden zu lassen, und nicht darum, an der von ihm bejammerten Situation was zu ändern, dann soll er die Situation halt aushalten, ich will und kann das nicht mehr, und: Ich muss das auch nicht, es ist seine Situation!
Upps, ist glaube ich ziemlich verworren, was ich hier schreibe, weil ich grad noch mitten drin bin in dieser "Befreiungsarbeit", aber es hat mich so berührt, was ihr geschrieben habt, und ich wollte euch einfach Mut machen!
Liebe Grüße euch allen
LöwinMeistens kommt es anders, wenn man denkt...
▬|████|▬ (für Kuchen und andere Nichtdenker)
(Bild: pixelio.de)
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08.06.2008, 15:31
AW: Co-Abhängigkeit?
Hallo Löwin,
danke fürs Mutmachen - das tut sehr gut, wenn Menschen, die das auch kennen von ihren positiven Erfahrungen berichten.
Man kann nur eigene Kraft entwickeln und Verantwortung für sich übernehmen, wenn man ein Gespür für sich selbst hat. Dazu muss man allein sein oder besser "bei sich" bleiben.
Was Du über deinen Freund schreibst, dass er denkt, Du würdest schon wieder zurückgekrochen kommen, kenne ich auch eigener Erfahrung. Ich bin kurz vorm Abi zuhause ausgezogen, weil ich mit meiner alkoholkranken Mutter nicht mehr leben konnte. Sie war auch sicher, dass ich zurückkommen würde. Später hatte ich dann auch noch mal eine längere Beziehung mit einem Mann, der getrunken hat. Ich hatte immer gedacht, dass mir das nicht passieren würde in diese Wiederholungsfalle zu tappen. - Denn ich habe als Teenie Al- Ateengruppen besucht.
Ja, und dann ist es mir doch passiert.
Als er anfing mich zu schlagen habe ich die Beziehung benndet und ihn rausgeschmissen. Ich wußte, dass ich handeln musste. Ich hatte Unterstützung von Freundinnen und Kolleginnen, sonst hätte ich das nicht geschafft, denn er drohte mich umzubringen und eine Psychiaterin sagte mir, er hätte eine echte Paranoia/Verfolgungswahn und in so einer Situation sind Leute ja wirklich zu allem fähig.
Worauf ich raus will: Ich habe damals gehandelt, aber ich war nicht mit dem Herzen dabei. Der Typ hat mir unendlich leid getan. Er war danach obdachlos und ohne Geld und in seinem Freundeskreis war keiner bereit ihm zu helfen, weil sie ihn kannten. Und Unterstützung bei der JObsuche oder Hilfe bei der Suche nach einem Therapieplatz wollte er nicht. Was aus ihm geworden ist, weiss ich nicht. Aber, wie gesagt, ich habe nur mit dem Verstand gehandelt, weil ich den Kreislauf kannte und ahnte wohin das führt. Als Frau geschlagen werden und sich dann auch noch dafür schämen, das einem so etwas passiert. - Aber trotzdem hat er mir leid getan. Vllt war das Gute für mich, dass er wirklich völlig abgedreht war.
Was hat dein Noch-Partner noch mit seiner Ex zu tun? Dasisind ja auch endlose Verwicklungen. Und Du musst Dir das mit anhören...Tu dir das doch nicht an.
Ich möchte aber keine Tipps geben, nur das ist mir so aufgefallen.Es ist ja wirklich sein Problem, wenn er mit einer alten Beziehung nicht abschliessen kann.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut!!!
LG volpinaGeändert von volpina808 (08.06.2008 um 15:36 Uhr)
Can you tell a green field from a cold steel rain,
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- "Das Ende des Schmerzes ist Liebe" (Jiddu Krishnamurti) -
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09.06.2008, 20:17
AW: Co-Abhängigkeit?
Puh Volpina, da kann man nur sagen, Hut ab!
Das du das damals geschafft hast, trotz dieser Mitleidskiste deinen Freund rauszuschmeißen, finde ich eine super Leistung. Und ich hoffe, d. h. eigentlich bin ich davon überzeugt, dass deine Gefühle deinen Verstand irgendwann eingeholt haben und es sich auch richtig angeFÜHLT hat, was du getan hast.
Diese Mitleidsfallen , schlechtes-Gewissen-Fallen, und vor allem die Illusion, dass man selber die Lösung doch so klar vor Augen hat, und wieso kann nur der andere sie nicht sehen - ich glaube das sind die stärksten Mechanismen, die einen in der Co-Abhängigkeit halten.
Meine Therapeutin hat da einen ziemlich heftigen Spruch drauf, wenn ich ihr wieder mal Vorträge halte (hielt), wie ich denn doch helfend-rettend eingreifen können sollte. Sie sagte: Kein Mensch kann die Probleme eines anderen lösen. Das kann höchstens der liebe Gott, und SIE SIND NICHT GOTT!
Holt einen gut auf den Boden der Tatsachen.
Ach ja, was die Sache mit der Ex angeht: Seit fünf Jahren geht zwischen den beiden der Sorgerechtsstreit um ihre beiden Kinder, die beim Vater leben. Die Frau kann das nicht akzeptieren, sie führt momentan den dritten Prozess, bei dem wieder einhellig alle Beteiligten der Meinung sind, dass die Situation so bleiben soll wie gehabt (Kinder leben beim Vater, ausgedehnter Umgang mit der Mutter). Sie wird auch noch einen vierten und fünften und.... Prozess führen, bis die Kinder volljährig sind.
Also ist man quasi auch noch co-abhängig von der Ex, weil alles, was man tut, auf mögliche Auswirkungen bezüglich ihr abgeklopft wird.
Aber nicht mehr mit mir! Wenn ich das selber lese, was ich euch aufschreibe, ich glaubs ja nicht dass ich das so lange mitgemacht habe!!!
Aber das Gute daran ist, dass es wohl wirklich so extrem war, dass ich es recht gut im Griff habe, nicht in Mitleid auszubrechen, Ich-muss-ihm-helfen-Attacken an mir vorbeiziehen lassen kann. Und das mit dem schlechten Gewissen (ja, das überfällt mich noch ) krieg ich auch noch in den Griff.
LöwinMeistens kommt es anders, wenn man denkt...
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(Bild: pixelio.de)
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09.06.2008, 20:47
AW: Co-Abhängigkeit?
Hallo Löwin und alle anderen, die mitlesen,
das ist ein toller Spruch von deiner Therapeutin: SIE SIND NICHT GOTT. Das ist wirklich einer der Knackpunkte, glaube ich: in so einer CO-Abhängigkeitsbeziehung ist man dem Verhalten des Partners meist hilflos ausgeliefert und dann denkt man, wenn ich ihm helfe, ihn zu einer Therapie dränge, dann wird er es schon einsehen...
außerdem ist man durch das Helfen ja wirklich scheinbar (oder sogar wirklich) in einer Machtposition. In meiner Beziehung war das endeutig, weil ich das Geld verdient habe. Deshalb hatte ich auch ein schlechtes Gewissen. Ichhabe ihn irgendwie von mir abhängig gemacht, weil ich das zwei Jahre mitgemacht habe und er in dieser Zeit wirklich auch körperlich krank geworden ist.
Wenn ich das jetzt so schreibe und mir und anderen berichte ist das wirklich noch mal ein Schritt nach vorn, also wegen der Einsicht - wieviel Energie solche Beziehungen kosten.
Und wenn dann auch Kiddies dazwischenhängen, finde ich es ganz schlimm. Weil Kinder immer von ihren Eltern lernen und weil sie um die Unbeschwertheit ihrer Kindheit gebracht werden. Warum denken manche Eltern eigentlich nicht über so etwas nach. Aber das ist wieder ein anderes Thema...
Weiterhin viel Kraft wünsche ich Dir
LG volpina808Can you tell a green field from a cold steel rain,
do you think you can tell?
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- "Das Ende des Schmerzes ist Liebe" (Jiddu Krishnamurti) -


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