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    AW: Co-Abhängigkeit?

    liebe unbelievable,

    ich kann Dir nicht sagen, welche Therapie, wenn überhaupt, die richtige für Dich wäre, aber ich denke, Du hast Deine Situation schon ganz klar erkannt.

    Du fühlst Dich für Deine Freundin verantwortlich, aber in erster Linie bist Du für Dich selbst verantwortlich! Wenn Du Dich kaputt machst, ist keinem geholfen.

    Du weißt genau, was Du tun mußt! Do it!

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!

    LG serious

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    AW: Co-Abhängigkeit?

    Liebe Unbelievable!

    Danke für einen näheren Einblick in deine Situation!

    Eine Verhaltenstherapie... also, ich denke, wichtig ist, dass du dir eine Psychotherapeutin suchst. Sie wird nach deiner Schilderung bestimmt eine Idee haben, welche Art von Therapie du brauchst. Ich gebe zu, dass ich viel Glück hatte. Ich habe mich an eine Therapeutin gewandt, bei der meine beste Freundin jahrelang war. So hatte ich von Beginn an ein Bild von ihr, und konnte schnell vertrauen. Sie ist klasse. (Solltest du zufällig in Frankfurt wohnen, lass es mich wissen, ich geb dir gern ihre Adresse... ;-)

    Ich kann dir bestens nachempfinden, wie schwer die Dinge sind. Sei mal ganz stolz darauf, dass DU diejenige bist, die die "Familientradition" brechen wird, weil sie nicht so leben will... und kann. Es ist ein scheiß Satz, aber er hat mir in den letzten Wochen sehr geholfen... "Wer sagt denn, dass es einfach ist?"

    Sei gut zu dir, du brauchst dich noch!!

    Liebe Grüße, Feuerzeichen
    Mache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
    für den du lediglich eine Option bist.


    Hat die Blume einen Knick,
    war der Schmetterling zu dick.

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    AW: Co-Abhängigkeit?

    hallo und danke für eure antworten!

    ihr habt absolut recht, es bringt keinem etwas, wenn ich mich fertig mache. aber ich kann es kaum steuern, das schwierige an der sache ist folgendes: ich weiß zwar, was hier an mechanismen abläuft, ich bin mir bewußt, dass es ein einstudiertes muster ist, ich weiß dass ich ziemlich sicher co-abhängig bin, und ich weiß dass ich es nie schaffen werde, ihr alles recht zu machen (was auch sehr viel verlangt wäre von mir).
    aber das doofe ist: ich schaffs nicht zu ändern! ich kann nicht "nein" sagen, oder einfach ehrlich sein...ich hasse mich dann dafür, dass ich unehrlich bin, dass es von mir eigentlich auch sehr unfair ist, ihr die wahrheit zu sagen, und dann beginnt wieder dieser schuld-kreislauf.

    es gibt ja auch diese Al-Anon-trefffen, hat jemand erfahrung damit? oder ist das eher nicht zu empfehlen? ich war früher mal kurz bei den AA, die zwar über viel kraft verfügten und energie zu geben wussten - andererseits war es mir einfach zu "religiös".

    ich glaube aber, dass ich es schaffen werde, spätestens wenn ich dann in ein paar monaten endgültig ausgezogen bin von ihr. ich muss mich echt um mich selber kümmern, aber ich glaube sogar dann noch, wenns mir echt echt mies geht, dass ich springen muss, wenn sie es will....ich hasse diesen kreislauf!!! sie verarscht mich, wenn ich mal absage weil ich krank bin oder sonstwas, so als würde das was ich sage eine ausrede sein. das nervt mich. sie verarscht eigentlich alles, was ich kritisiere. es tut einfach nur mehr weh und manchmal wünsch ich ihr echt die pest an den hals, oder dass ihr ein ziegel auf den kopf fällt. ist das noch normal?

    lg
    u

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    AW: Co-Abhängigkeit?

    Also, liebe Unbelievable, Erfahrungen mit Al Anon habe ich nciht, aber schon davon gehört. Ich glaube, dass alles was dir helfen kann, nur gut ist. Insofern... Probiere es doch aus!

    Mir ging es jahrelang ähnlich, ich wusste um die Strukturen und konnte es doch nicht ändern. Teilweise geht es mir auch heute noch so, z.B. Thema Ernährung. Gerade heute war es Thema bei der Therapie... ich komm schlecht damit klar, dass ich mich nicht fähig sehe, Dinge zu ändern, die meinen Alltag betreffen, aber absolut eingefahren sind. Therapeutin meinte, schlecht wäre immer, wenn man nur sagt: "Ich muss". Man solle sich lieber die Vorteile vor Augen führen, die man von der Veränderung hat, und dann irgendwann sagen: "Ich will!"

    Liebe Grüße, Feuerzeichen
    Mache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
    für den du lediglich eine Option bist.


    Hat die Blume einen Knick,
    war der Schmetterling zu dick.

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    AW: Co-Abhängigkeit?

    Liebe unbelievable,

    auch ich bin der Meinung, es ist nicht so wichtig, was Du tust, sondern dass Du überhaupt etwas tust, d.h. Dich wieder als selbstbestimmt und handlungsfähig erlebst, nicht mehr "ferngesteuert".

    "Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt"... Hat man den erst einmal gewagt, stellt man meistens fest, daß der riesige Berg, der vermeintlich vor einem liegt, eigentlich nur ein kleiner Hügel ist.

    Viele Menschen haben Angst vor Veränderungen, halten lieber an Bekanntem und Gewohntem fest, egal wie mies es uns dabei geht, anstatt etwas zu ändern. Das Risiko, die Angst, davor was danach kommen könnte, scheint zu groß..

    Bitte warte nicht so lange, bis garnichts mehr geht und nimm' Dein (!) Leben wieder selbst in die Hand! Das ist nicht egoistisch sondern überlebenswichtig!

    Außerdem, solange Du stets für Deine Freundin da bist und alles für sie managest, wird sie nie die Notwendigkeit erkennen können, dass sie etwas ändern muss in ihrem Leben.

    Gib' auf Dich acht!

    serious

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    AW: Co-Abhängigkeit?

    Zitat Zitat von unbelievable
    hallo und danke für eure antworten!

    ihr habt absolut recht, es bringt keinem etwas, wenn ich mich fertig mache. aber ich kann es kaum steuern, das schwierige an der sache ist folgendes: ich weiß zwar, was hier an mechanismen abläuft, ich bin mir bewußt, dass es ein einstudiertes muster ist, ich weiß dass ich ziemlich sicher co-abhängig bin, und ich weiß dass ich es nie schaffen werde, ihr alles recht zu machen (was auch sehr viel verlangt wäre von mir).
    aber das doofe ist: ich schaffs nicht zu ändern! ich kann nicht "nein" sagen, oder einfach ehrlich sein...ich hasse mich dann dafür, dass ich unehrlich bin, dass es von mir eigentlich auch sehr unfair ist, ihr die wahrheit zu sagen, und dann beginnt wieder dieser schuld-kreislauf.

    es gibt ja auch diese Al-Anon-trefffen, hat jemand erfahrung damit? oder ist das eher nicht zu empfehlen? ich war früher mal kurz bei den AA, die zwar über viel kraft verfügten und energie zu geben wussten - andererseits war es mir einfach zu "religiös".

    ich glaube aber, dass ich es schaffen werde, spätestens wenn ich dann in ein paar monaten endgültig ausgezogen bin von ihr. ich muss mich echt um mich selber kümmern, aber ich glaube sogar dann noch, wenns mir echt echt mies geht, dass ich springen muss, wenn sie es will....ich hasse diesen kreislauf!!! sie verarscht mich, wenn ich mal absage weil ich krank bin oder sonstwas, so als würde das was ich sage eine ausrede sein. das nervt mich. sie verarscht eigentlich alles, was ich kritisiere. es tut einfach nur mehr weh und manchmal wünsch ich ihr echt die pest an den hals, oder dass ihr ein ziegel auf den kopf fällt. ist das noch normal?

    lg
    u
    Hallo unbelievable,

    ich habe Erfahrungen mit beidem: CO-Abhängigkeit und Selbsthilfegruppen (ALaTeen & Al Anon).
    Al Anon ist besonders für die Angehörigen von Alkoholikern und Süchtigen gedacht. Es gibt aber auch andere Selbsthilfegruppen, in denen sich Leute treffen, die dieses Problem haben. Z.b. EA (Emotions Anonymous). WEnn Du keine Alkoholiker in der Famile wäre das vielleicht passender.

    Ich bin als Teenager das erste Mal in eine Selbsthilfegruppe gekommen. Meine Mutter war Alkoholikerin und hat mir das Leben zur Hölle gemacht. Und ich hatte dauernd Schuldgefühle ohne sie als solche zu empfinden. Mich hat das damals gerettet. Es war eine wunderbar entspannte Atmosphäre dort.
    Wichtig ist, dass man viele Menschen trifft, die genau dasselbe Problem haben. Und das sich Frauen (und Männer) von ihrem Partner abhängig machen und seine Probleme für ihre eigenen halten, kommt sehr oft vor.
    Lies doch mal das Buch von Ann Wilson Schaef "Co-Abhängigkeit", dort beschreibt sie das Phänomen dieser Krankheit sehr ausführlich. Sie sieht das ziemlich hart. Sie behauptet nämlich, dass 90% der amerikanischen Gesellschaft unter Co-Abhängigkeit leiden. Ich glaube auch in Deutschland ist das so ähnlich. Menschen müssen doch erst mal mit ihrem eigenen Leben klarkommen und für sich selbst sorgen, bevor sie sich um andere kümmern können.

    Ich glaube übrigens nicht, dass Selbsthilfegruppen religiösen Charakter haben. Das scheint vielleicht für Aussenstehnde so. Weil es abgeschlossene Gruppen sind. Aber ist sehr wichtig, dass nichts was in der Gruppe besprochen wird, was jemand von sich erzählt, nach aussen kommt, sonst wäre die vertrauensbasis nicht vorhanden. Jeder Therapeut steht unter Schweigepflicht.

    Viele Selbsthilfegruppen arbeiten nach dem ZWölf-Schritte-Programm. Dort wird eine Höhere Macht benannt und in vielen texten Höhere Macht oder Gott wie wir ihn verstehn.
    Es geht dabei nicht um Religion, sondern um die Anbindung an das große Ganze, man kann es auch Welt oder Universum nennen.
    Es spricht für das freiheitliche Denken in den Gruppen, das dieser Punkt jedem selbst überlassen wird. Sie wollen auch keine Leute haben, die dort missionieren.
    Ich habe verushct ein paar sachliche Informationen zu geben und hoffe ich konnte Dir damit helfen.
    Ich habe gerade eine Therapie hinter mir (die zweite) und ich werde suche jetzt wieder eine Gruppe, weil ich eben auch das gefühl habe, dass ich alle Muster kenne und so verinnerlicht habe, dass ich es überhaupt nicht verändern kann, aber ich habe echte Hoffnungen, dass ich es mit Unterstützung und dem blossen Zuhören dort schaffen kann.
    In diesem Sinn möchte ich Dich ermutigen, etwas für Dich zu tun.

    LG volpina808
    Can you tell a green field from a cold steel rain,
    do you think you can tell?

    ("Wish you were here",Pink Floyd)


    - "Das Ende des Schmerzes ist Liebe" (Jiddu Krishnamurti) -

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    AW: Co-Abhängigkeit?

    Liebe Volpina,

    das war ein interessanter Beitrag, danke! Ich habe auch Alkoholiker in meiner Familie gehabt, und mich gerade von einem getrennt, mir ist vieles auch bestens bekannt. Aber es ist spannand zu lesen, wie es bei Al Anon so zugeht.

    Ein schönes Wochenende, Feuerzeichen
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    Hat die Blume einen Knick,
    war der Schmetterling zu dick.

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    AW: Co-Abhängigkeit?

    hallo,
    und DANKE an alle, die mir geschrieben haben. ihr ahnt nicht, wie sehr ich mich über eure beiträge freue, denn es gibt mir das gefühl, dass ich richtig liege mit meiner vermutung, und mir nichts einbilde. und auch das gefühl, dass es hoffnung gibt.

    in der zwischenzeit hat sich auch ein bisschen was getan. ich habe festgestellt, dass ich meiner freundin gegenüber ungebeten ratschläge und unterstützung gebe, und sie diese eigentlich (im moment) gar nicht will, zumindestens nicht von mir. auf sehr unverblümte weise hat sie mir mitgeteilt, dass sie selbst weiss, was zu tun ist, und wie sie mit ihrer situation umzugehen hat, und daher meine ratschläge nicht brauche.
    das hat mir die augen wieder mal geöffnet, denn zunächst war ich verärgert, weil sie es nicht zu schätzen weiß, dass ich mir um ihre finazielle zukunft auch gedanken mache und nicht mal ein danke kommt. zumindestens kein ernst gemeintes.
    und dann habe ich erkannt, dass sie mich ja auch gar nicht darum gebeten hat, ihr zu helfen oder sonstwas für sie zu tun. ich habe mich also, typisch für unser altes muster, sofort in die retter-rolle übernommen habe, ohne dass mich wer darum bittet. ich mach das immer sofort, das ist ein mechanismus, und den hab ich nur bei ihr, bei keinem andren menschen so extrem. ich glaube, es war gut, dass sie mir mitteilte, dass es nicht meine sorge zu sein hat, wie ihr leben verläuft. es hat mich auch erleichtert, diese erkenntnis, keine ahnung wieso.

    mir geht es zwar einerseits jetzt ein wenig schlecht, weil mein ego verletzt wurde (weil sie kein danke rausbringt) und andererseits dass ich nun meiner mir selbstauferlegten "pflicht" helfen zu müssen, entbunden bin.

    wahrscheinlich habe ich den größeren schaden als sie. denn sie kann sich abgrenzen und deutlich machen was sie will und was nicht, ich andererseits bin unehrlich und grundle in meinen gedanken herum, wie ich es ihr recht machen kann und wie ich alles managen muss, obwohl niemand mich darum gebeten hat...

    ich werde mir mal eine gruppe suchen, entweder die al-anon, wobei ich nicht weiß ob ich da hin gehöre, weil ich ja selber mal bei den AA war. aber ich werde mir etwas passendes suchen, denn ich fühl mich so allein mit dem problem, dass ja auch schwer nachvollziehbar ist für die meisten, die ich kenne. ich fühle mich so weit, dass ich hilfe brauche und auch annehmen will, denn ich kann ja nicht immer meine gedankenwelt um jemand andren bauen in krankhafter weise, und ich fühle mich insofern krank, dass ich weiss es ist nicht "normal" bzw, für mich und meine seelenheil förderlich.

    danke euch vorerst mal für eure beiträge!!!

    lg
    u
    Geändert von unbelievable (19.04.2008 um 18:20 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Co-Abhängigkeit?

    Hallo ihr Lieben,

    bin gerade auf euer Thema Co-Abhängikeit gestoßen. Habe nur quergelesen. Obwohl man den Begriff leicht mit Abhängikeit zu einem alkoholkranken Partner in Verbindung sieht, muß das nicht so sein. Ich selber habe mich auch coabhängig verhalten und befinde mich auf dem Weg der Genesung. Mein langjähriger Ehemann, inzw. bin ich geschieden, war kein Alkoholiker, aber beziehungsunfähig. Immer wieder gab es schlimme Krisen. Zeiten, da er mich ignoriert hat, bestraft für irgend ein Verhalten, das ihm nicht in den Kram gepaßt hat. Erst nach 2 psychosomatischen Kuren hab ich erkannt, was mit mir los ist. Warum ich ihn nicht loslassen konnte. Jetzt weiß ich, ich bin mir selber der wichtigste Mensch und keiner hat das Recht mir wehzutun.
    Es gibt in vielen Städten Coda-Gruppen, die wie die anonymen Alkoholiker nach dem 12 Schritte-Programm arbeiten. Für Menschen, die in schwierigen Beziehungen leben, sehr hilfreich.

    LG niemes

  10. User Info Menu

    AW: Co-Abhängigkeit?

    Liebe Niemes!

    Herzlich Willkommen in der Bricomm!!!

    Es freut mich sehr für dich, dass du an diesem Punkt in deinem Leben angelangt bist. Mir geht es im Moment insofern ähnlich, dass ich vieles erkannt habe und jeden Tag Neues entdecke, was mich angeht. Dass ich definitiv auf dem Weg der Besserung bin.

    Aber... sorry, ich glaub ich jammer heute mal ein bisschen
    Ich lerne das erste Mal in meinem Leben, negative Gefühle gut auszuhalten. Und, vor allem: Mal nicht gleich zu wissen, warum ich mich heute so fühle. Dass fällt mir sehr schwer, ich muss immer wissen, was mit mir los ist. Eigentlich geht es mir sehr gut, ich hab die besten Vorraussetzungen, dass WIRKLICH alles gut wird, die meisten habe ich mir selbst geschaffen. Doch den Stolz darüber spüre ich zu selten, bin sehr oft unzufrieden mit mir.
    und sag mir immer wieder: Es kann gar nicht einfach sein, ich hab ihn mal geliebt, und unsere gemeinsame Zeit ging 12 Jahre...

    Naja, sorry für`s Jammern, ist sonst nicht so mein Ding...

    Einen schönen Start in die Woche,

    Feuerzeichen
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    war der Schmetterling zu dick.

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