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  1. Inaktiver User

    AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?

    Liebe Hanna,

    , ich kenne die Gedanken nicht, vielleicht waren sie gar nicht so blödsinnig. Manches braucht seine Zeit.

    Was mir auffiel: es heisst so oft, sich "zusammen zu raufen". Egal wo, in Magazinen, im Austausch mit Freunden über gerade Phasen einer Beziehung.

    Sich "zusammenraufen" - ist das als Ausdruck so anders als sich gegenseitig zu "zerfleischen" (ist ja nicht so), zu attackieren (ja wohl auch nicht) - sich der Auseinandersetzung, dem "Kampf" aussetzen, dem "auch mal Federn verlieren"? - Und sich als Paar eben doch genau nicht die Basis zu zerstören, sondern wieder eine Basis zu finden?

    Mein Ex und ich haben dies nicht geschafft, obwohl wir in vielen Punkten zusammenpassten und uns weiter sehr nahe sind.

    Ich bedaure das (es nicht geschafft zu haben). Eigentlich sehr. Was wir aber sicher hatten, war eine "lausiger Streitkultur". Die es aber braucht. "Zusammenraufen", "reinigende Gewitter". Überhaupt mal, ohne sich sofort bekrittelkt zu fühlen, bekrittelt zu werden, sich gegenseitig zu bekritteln.

    Und auch das klare Wohlwollen, dass beide versuchen möchten, die Beziehung wieder in gesunde, bereichernde, "wir"-"Gefahrwässer" zu leiten.

    Warum nicht Deine Lieblingszeitung UND kein Brötchen verstehe ich zwar nicht, (okay, vermessen ). Vielleicht nur Zeit für eines. Doch Zeit, aber der Bäcker hatte sie noch nicht aufgebacken. Oder xy, egal!) -

    Aber es ging mir das Herz auf ! Dass er überhaupt weiß, welches Deine Lieblingszeitung ist, (oder sie Dir aus dem Briefkasten hochtrug). Schon dies war eine "ich kümmere mich Geste". Schön!

    Und jetzt sachte Wege suchen für sich, jeder mal seine Wünsche unter die Lupe nehmen, beides abgleichen und Kompromisse suchen für ein "uns"! Ganz lentamente. Step by step.

    Liebe Grüße,


    Neuanfang
    Geändert von Inaktiver User (20.03.2008 um 22:48 Uhr)

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    AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?

    Liebe Neuanfang,

    also es waren keine Brötchen, weil ich keine esse. Ich musste doch etwas grinsen bei Deiner Überlegung.
    Und die Zeitschrift - ja, er weiß welche und hat sie extra für mich mitgebracht von einem Stand, die die schon am Donnerstag ganz früh haben. Da geht mir auch das Herz auf...

    Witzig - genau um das gegenseitige 'Bekritteln' ging es in dem Beitrag, den ich gelöscht habe. Er kam gestern nämlich noch vor dem Weggehen bei mir rein. Ich musste spontan ganz breit lächeln - einfach, weil ich mich total gefreut habe, ihn zu sehen. Er war sehr freundlich-nüchtern, hat gefragt, ob ich bei ihm fernsehen will (seit gestern gehen da bei ihm zig tausend Programme) und ob er mir das kurz zeigen soll. Das hat er dann auch - äußerst sachlich. Aber es war ein eindeutiges auf mich Zukommen. Die Nüchternheit hat mir aber - mal wieder - etwas Angst gemacht. Als er gegangen ist, blieb bei mir erstmal mehr die Angst darüber zurück, als die Freude, dass er auf mich zugekommen ist.

    Darüber habe ich geschrieben in dem Beitrag, bis mir auffiel, was für einen grandiosen Mist ich mir da zusammenschreibe: Er kommt auf mich zu und statt mich zu freuen bekomme ich Angst, weil er mir nicht gleich um den Hals fällt.
    Darüber kam ich dann darauf, dass wenn er DAS wüsste, er dann wieder total deprimiert wäre (zurecht), weil er das von mir nicht als Hinweis auf meinen leicht angeschlagenen Seelenzustand, sondern als Kritik an seiner Aktion bzw. ihm verstehen würde ('Da gehe ich nun schon auf sie zu, war anscheinend aber auch nicht richtig, weil ich das nicht nett genug getan habe').

    Darüber kam ich dann auf Gedanken zu unserer generellen Kritik-/Streitkultur. Und die ist lausig. Er kann Kritik eigentlich gar nicht vertragen, fühlt sich ganz schnell existenziell angegriffen und 'klein gemacht'. Im Gegenzug kritisiert er mich eigentlich nie, was mir eigentlich lieber wäre, weil ich dann nicht im Dunkeln fischen muss.

    Und dann gibt es auch viele Missverständnisse. Siehe oben. Wenn ich ihm nur von heute Abend erzählen würde, würde ich das tun, um ihm von meiner Angst zu erzählen. Das würde er aber gar nicht hören. Er würde hören , dass er etwas nicht richtig gemacht hat. ..und würde zurückschießen, was dann wieder äußerst schräg bei mir ankäme.

    Da kommen natürlich Ressentiments auf, auf beiden Seiten. So gesehen dann ja kein Wunder, wenn sich da Machtkämpfe einstellen. Und ich kann mir durchaus selbstehrlich vorstellen, dass ich dann auch ganz gerne mal an anderer Stelle 'zuschlage'.

    Wenn ständig beide irgendwie das Gefühl haben, ungerecht behandelt zu werden, behandelt worden zu sein oder - am allerschlimmsten - sich SELBER ungerecht behandelt zu haben und der anderen würdigt es nicht mal, kann es gut sein, dass wir dann Dinge mal eben auf eine andere Ebene verschieben, die dann aber leider gar nicht mehr das ursächliche Problem erkennen lässt.

    Und das alles vor lauter - das ist ja der größte Witz - übergroßem Harmoniebedürfnis, von dem wir beide wissen, dass wir es haben.

    So kommen wir echt nicht weiter, da wird die Sammlung nur immer größer.

    Ich habe heute mal zurückgedacht an unsere allererste Anfangszeit. Wie schön das war. Wie wir uns über- und aneinander gefreut haben. Ich habe diesen Mann ständig angeguckt und dachte 'wow, ist der toll. Und das tollste daran: Der scheint Dich auch toll zu finden und Ihr seid jetzt zusammen!'

    Im Vergleich dazu komme ich mir jetzt vor wie zwei gereizte Bulldoggen, die nur darauf warten, dass der andere mal wieder im eigenen (echten oder vermeintlichen) Revier das Bein hebt, um ihn dann entweder wegzubeißen oder stillschweigend auf der Liste zu vermerken 'schon wieder in mein Revier gepinkelt, na warte...'.

    Ich denke, der beste und einzige Weg ist der von Euch schon Vorgeschlagene: Wir müssen eine neutrale Person dabei haben. Damit wir uns mal - reinigend - sagen können, was los ist, ohne dass Missverständnisse aufkommen, der eine oder andere sich gleich in die Ecke gedrängt, vernachlässigt oder angegriffen fühlt.

    Wieso sind Beziehungen in Filmen eigentlich immer so einfach?

    Hanna
    Geändert von Hanna_HH (21.03.2008 um 03:24 Uhr)

  3. Moderation

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    AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?

    Zitat Zitat von Hanna_HH
    Wieso sind Beziehungen in Filmen eigentlich immer so einfach?

    Hanna
    Du guckst die falschen Filme!

    Einen schönen Tag wünscht Dir
    Islabonita (die jetzt mal den Hausputz erledigen muss....)
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

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    AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?

    liebe hanna,

    ich konnte dir gestern nicht mehr schreiben und hab auch jetzt nicht so viel zeit. aber ich wünsche dir heute für das gespräch mit deinem mann viel klarheit - bleib ganz bei dir - bei dem, was du brauchst, was dir wichtig ist. schau nicht auf deine angst. sie ist sicher da und darf auch da sein (ist doch klar, dass du angst hast), aber lass dich nicht von ihr leiten!

    wenn ich es schaffe, schreibe ich dir heut oder morgen noch was zu dem machtkampf.

    alles liebe für euch! ich hab das gefühl, ihr schafft das!!!

    marla
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

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    AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?

    Zitat Zitat von Islabonita
    Du guckst die falschen Filme!

    Einen schönen Tag wünscht Dir
    Islabonita (die jetzt mal den Hausputz erledigen muss....)
    Auf jeden Fall besser als 'Du hast die falschen Beziehungen'. Neue Filme findet man in jeder Videothek...

    @marla Vielen Dank, ich werde dran denken Ich war heute morgen noch wach, bis er nach Hause gekommen ist - ich konnte überhaupt nicht schlafen und habe bis morgens hier rumgeräumt. Er und ich waren auf einmal fast wie immer - er hat mich in den Arm genommen und die ganzen Barrieren bei mir waren auch weg. Und jetzt werde ich mich noch mal hinlegen - es war dann doch ein wenig spät. Aber ich sehe viel ruhiger dem Gespräch entgegen. Ich gespannt, was Du zur Macht schreibst.

    Hanna

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    AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?

    Neuanfang, mit "zusammenraufen" verbinde ich ganz sicherlich nichts in der Art des "zerfleischens". Sondern sich darüber klarwerden, was man wie organisieren und leben will.
    Das geht nicht immer harmonisch und freundlich lächelnd, sondern da kracht es halt auch mal. Aber nicht auf der Ebene des Zerfleischens! Dazwischen liegen Welten!

    Wenn ich den letzten Beitrag lese, kann ich nur sagen: Liebe Hanna, mir läuft es kalt den Rücken herunter. Es erinnert mich an den berühmten Film von Liz Taylor und Richard Burton, die sich immer wieder schwer zerfleischten....Wer hat Angst vor Virginia Woolfe. Sich an Schwachpunkten absichtlich treffen - ich bin etwas sprachlos. Wenn er so kaputt ist, daß er zerstören muß, was gut ist - wie sollst Du an seiner Seite überleben??

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  7. Inaktiver User

    AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?

    Karla, ich doch auch nicht (schrieb ich auch in Klammern). Ich wollte nur vermitteln, dass eine Beziehung schon auch mal einen heftigeren Krach vertragen kann. Zusammenraufen im übertragenden Sinne, nicht körperlich.

    Hanna, eine neutrale dritte Person halte ich für gut! Ich machte sehr gute Erfahrungen mit der Familienberatung meiner Diözese (obwohl ich evangelisch bin, konnte ich sie aufsuchen).


    Neuanfang

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    AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?

    liebe hanna,

    du bist sicher gerade im gespräch mit deinem mann, und ich schicke dir hiermit mal ein paar ganz liebe und kraftvolle grüße rüber.

    das mit dem machtkampf meinte ich so:

    mein eindruck ist, dass ihr beide jeweils verschiedene defizite und schwachstellen habt, die ihr versucht, über den anderen auszugleichen. da der andere aber oft nicht so ganz freiwillig gibt, was man braucht, versucht man, druck auf ihn auszuüben, indem man ihn an einer seiner schwachpunkte packt. dort kann man nämlich so viel macht über ihn erlangen, dass man ihn dazu bringen kann, zu tun, was man möchte und einem zu geben, was man braucht.

    z.b.:
    dein mann hat keine eigenen freunde. er sucht sehr deine nähe, möchte sie am liebsten pausenlos. die gibst du ihm natürlich nicht freiwillig. um zu bekommen, was er will, zieht er sich zurück, schmollt, droht mit trennung. das ist dein wunder punkt: du hast so viel angst vor trennung, dass er in diesem punkt sehr viel macht über dich hat und diese auch ausnutzt. du tust, was er braucht: verzichtest auf deine freunde, verbringst mehr zeit mit ihm, als du eigentlich möchtest. er weiß genau, was er tun muss, um zu bekommen, was er braucht.

    du weißt, wie sehr er sich sexualität mit dir wünscht und sie auch braucht. das ist seine schwache stelle, da ist er voll und ganz von dir abhängig - wenn er nicht fremdgehen will. was du wiederum für dich ausnutzt. da du es nicht schaffst, dir auf gesunde und klare weise die distanz und die freiräume zu verschaffen, die du brauchst, tust du es über die sexualität. über sie regulierst du die nähe und distanz, die du ihm zu dir genehmigst. das ist einer der empfindsamsten und intimesten punkte eines menschen, und gerade deshalb ist es auch so einfach, einen anderen darüber abhängig zu machen und über ihn macht auszuüben.

    wahrscheinlich hat er dich dann im gegenzug über deine verlustangst hin und wieder dazu bringen können, mit ihm zu schlafen, auch ohne lust.

    damit will ich nicht sagen, dass das bewusst oder gar böswillig geschieht. aber wenn man sich mal darüber klar wird, kann man ganz schön erschrecken, was in beziehungen für machtgefüge herrschen und wie die machtmechanismen funktionieren.

    so, nun gehe ich langsam ins bett. gute nacht. und ich bin gespannt auf deinen bericht.
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

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    AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?

    Liebe karla,
    ich denke, das kam jetzt etwas überspitzt rüber... Wir betreiben hier nicht ständigen gegenseitigen Psychoterror, so ist es ja nun wirklich auch nicht. Aber wir sind in was reingerutscht, was nicht gut ist. Wegen der Ressentiments. Und ich sehe es - ähnliche Diskussion wie in dem Strang 'man hat den Partner, den man verdient' - so, dass in einer Beziehung immer beide exakt das gleich starke Ausmaß an 'Meise' haben! Wenn ich das mal so sagen darf. Wir sind beide schon ziemlich ... na sagen wir nicht ganz einfach. Und das gleichermaßen. Jemand, der völlig gefestigt ist, würde es mit mir gar nicht aushalten. Jemanden der noch eine stärkere Macke hat als ich, schicke ich in die Wüste. Bei uns hält sich das ganz wunderbar die Waage, wer mal wieder wegen irgendwas erstmal nach außen gesehen völlig irrational spinnt. Es gibt ja immer einen sehr guten Grund, warum man sich anfangs findet. Und meiner Erfahrung nach hat es immer genau den: der andere hat genauso einen 'Schadenslevel', wie man selber (auch wenn sich der anders äußern mag). Wenn man sich dann weiter entwickelt und an seinen Macken arbeitet, klappt es nicht mehr mit dem Partner, oder der entwickelt sich parallel.
    Vor 10 Jahren habe ich mir Partner ausgesucht, die mich heute nur noch müde lächeln lassen. In 10 Jahren werde ich (hoffentlich) unsere Situation jetzt nur noch mit einem Kopfschütteln betrachten. Und noch mehr hoffentlich können wir gemeinsam mit dem Kopf schütteln.... Deswegen glaube ich auch nie dran, wenn jemand sagt 'Der hat ja ne totale Vollmeise, DU 'Arme''. Wenn jemand ne Vollmeise hat, dann geht man. Wenn man bleibt, hat man selber ne Vollmeise, die sich da ihren Weg bahnt - am besten noch schwer zu erkennen als 'Opfer'. Er macht ja nicht ständig alles Schöne kaputt. Er macht was kaputt, wenn er meint, an anderer Stelle von mir getroffen worden zu sein. Und da wir wie gesagt beide echt empfindlich sind.... Man spürt ja, wie stark die eigenen Anteile sind. Und man weiß auch, wie lange es sich 'lohnt' trotz großer Probleme zusammen zu bleiben. Meine Gründe habe ich ja schon erklärt: Wir haben beiden ziemlich viele Baustellen zu bearbeiten. Unser Zusammensein weist uns darauf. Sich zu trennen wäre ein Davonrennen von den Baustellen.

    @marla Also letztendlich haben wir uns dann gestern gar nicht mehr 'ernsthaft' unterhalten. Wir hatten beide so wenig geschlafen (ich war nur noch totmüde), dass uns glaube ich beiden nicht nach Problemgespräch war, zumal er heute auch wieder früh raus musste. Also haben wir uns einfach einen schönen Abend zusammen gemacht. Das Gespräch wird folgen, wenn wir Ruhe haben. Dann werde ich bericht. Tausend Dank für Deine ganzen Mühen!

    Hanna
    Geändert von Hanna_HH (22.03.2008 um 13:26 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?

    Zitat Zitat von Hanna_HH
    Jemand, der völlig gefestigt ist, würde es mit mir gar nicht aushalten...
    Meinst Du wirklich?
    Aushalten?
    Man muß doch nicht perfekt sein. Nur weil man eine kleine Meise pflegt.
    The original Karla
    est. 2006


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