Hanna,
es gibt Männer, die können da keinen Schritt machen. Sie sind derart harmoniesüchtig, dass sie vor jeder Auseinandersetzung lieber abtauchen. Leider. Unter Umständen ist es doch Dein Part, ihn freundlich (oder am besten humorvoll) in Richtung Gespräch zu stubsen.
Neuanfang
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Ergebnis 21 bis 30 von 52
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19.03.2008, 16:25Inaktiver User
AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?
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19.03.2008, 18:21
AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?
Neuanfang, jetzt hat er erstmal zwei Nachtschichten. Da können wir uns nicht in Ruhe unterhalten. Vorher ist keine Zeit, danach ist er zu müde. Also muss ich da das Wochenende abwarten. Ich finds total furchtbar, gar nicht zu wissen, was jetzt in seinem Kopf abläuft, ob er sich da gerade innerlich verabschiedet oder nicht. Wie gesagt: dieses ständige Trennungsgerede sitzt bei mir sehr tief.
Mal Konflikte zu haben ist ja nicht so schlimm. Aber wenn man jedes mal denkt 'war es das jetzt', dann macht mich das fertig.
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19.03.2008, 18:26
AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?
liebe hanna,
wenn er sich wirklich trennen wollte, hätte er es vielleicht schon getan. nach meinem gefühl will er das nicht. die drohungen sind vielleicht nur so eine art machtausgleich. du kommst ihm mit all deiner selbständigkeit und deinen klaren vorstellungen einfach sehr überlegen und mächtig vor, so als habest du die kontrolle über das verhältnis von nähe und distanz in eurer beziehung, nicht zuletzt ja auch durch deine sexuelle abwehr. jetzt will er mit dieser sehr mächtigen trennungsdrohung die macht wieder an sich reißen. er hat ja in der vergangenheit öfters erfahren, dass du dann angst bekommst, nachgibst und abstriche in seinem sinne machst. er macht das nicht bewusst, aber es verschafft ihm in dem moment erleichterung und letzten endes immer wieder etwas nähe und aufmerksamkeit von deiner seite.
auf mich wirkst du immer noch etwas ambivalent. einerseits hast du klare vorstellungen von der menge freiheiten, die du brauchst. andererseits fühlst du dich schrecklich dabei und hast angst, sie einzufordern. das kenne ich von mir nur allzu gut. aber ich denke, da musst du dich jetzt einmal entscheiden:
wenn es hart auf hart kommt, was ist dir dann wichtiger? die beziehung zu erhalten oder deine freiheiten zurückgewinnen?
oder anders gefragt: wovor hast du mehr angst: vor dem ende der beziehung oder davor, dich ganz zu verbiegen und zu verlieren?
diese klarheit brauchst du (so wie ich eben auch), um sie dem anderen auch genau so vermitteln zu können. erst aus dieser klarheit heraus wirst du deinen mann spüren lassen können, dass er sich nicht fürchten muss, wenn du mal eigener wege gehst.
bei euch spielt sich derzeit ein unglaublicher machtkampf ab, nach meinem gefühl. jeder ist permanent damit beschäftigt, seine grenzen zu verteidigen. dieser kampf kann jedoch in ein friedensabkommen umgewandelt werden, wenn beide es wollen. was dir fehlt, ist freiheit. was ihm fehlt, ist nähe und eine gewisse portion sicherheit. ihr müsstet euch vielleicht beide mal - jeder für sich hinsetzen - und die ganz persönlichen umfänge abstecken. und diese dann miteinander besprechen. voraussetzung ist: angst beiseite lassen, kopf frei machen fürs eigene UND für die bedürfnisse des anderen. jeder muss unbedingt auch dem anderen verstehen können. ich könnte mir vorstellen, dass er bereit wäre, dir mehr freiheit zu geben, wenn er sich sicherer fühlte, und dass du bereit wärest, mehr nähe zu geben, wenn er dir versichern könnte, dir mehr freiheiten für dich allein zu geben. das könnte als friedensabkommen vielleicht so aussehen:
du gestattest mir, mir einen eigenen freundeskreis aufzubauen und einmal in der woche allein auszugehen. außerdem verpflichtest du dich, im nächsten halben jahr kein einziges mal mehr von trennung zu reden. wenn du dich zurückziehen willst, kündigst du es mir an und sagst mir, wie lange du brauchst, um wieder auf mich zuzukommen.
ich dagegen verspreche dir, mir jeden abend mindestens 30 minuten zeit zu nehmen, nur um mit dir zu reden oder zu kuscheln (kein sex). einmal (zweimal, wie auch immer) in der woche soll es der ganze abend sein, außerdem am wochenende ein ganzer tag (die mengen müsst ihr aushandeln).
sollte nach 3 monaten / einem halben jahr keine entscheidende besserung eingetreten sein, verpflichten wir uns beide, eine therapie in anspruch zu nehmen.
so ungefähr könnte ich mir das vorstellen. der vertrag kann jederzeit aktualisiert werden.
hanna, ich kann mir vorstellen, dass es für dich schwierig ist, nun schon wieder auf ihn zuzugehen und den anfang zu machen. aber damit wirst du dich wohl abfinden müssen, wenn du dir sicher bist, deine ehe erhalten zu wollen.
eins ist klar. du kannst deine probleme und veränderungen auch ohne diese ehe bearbeiten. ich meine damit den 3. grund, den du genannt hast. du bist nicht an diese ehe gebunden, wenn du deine schritte gehen willst. die musst du unabhängig von ihm wollen und notfalls auch gehen.
zu eurer aktuellen schweigesituation:
möchtest du noch warten, kannst du das noch aushalten, oder ist es dir unerträglich gerade?
du könntest ja vielleicht zu ihm gehen und fragen, was du denn tun könntest, damit ihr wieder miteinander redet. damit bedrängst du ihn m.e. nicht allzu sehr, zeigst aber deinen wunsch nach kontakt.Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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19.03.2008, 19:02
AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?
Liebe marla,
Zitat von marla63
das ist mal eine harte, aber gute Frage. Und ich glaube, genau das weiß ich wirklich nicht genau. Ich habe das Gefühl, es ist ein Patt, das war es die letzten Jahre immer. Wenn ich mich verbiege, werde ich depressiv. Aber wenn diese Beziehung endet, dann ... habe ich auch keine Lust mehr. Ich mag nicht noch mal neu anfangen. Das habe ich schon zu oft getan. Bei dem Gedanken daran vergeht mir komplett der Lebensmut. Wieder gescheitert zu sein in einer Beziehung. Wieder der Trennungsschmerz. Wieder die lange Zeit, in der man an nichts anderes denkt. Wieder ein neues Umfeld aufbauen. Wieder nach einer Wohnsituation gucken.
Ganz ehrlich: ich schaffe das nicht noch mal. Jedenfalls nicht in meiner gegenwärtigen Situation. Es sieht alles so rabenschwarz aus. Ich hangele mich so durch, versuche nicht völlig abzustürzen. Aber manchmal gelingts mir nicht. Der Gedanke, dass jetzt noch die Trennung käme von dem Mann, von dem ich wirklich dachte DER ist es jetzt endlich...gerade ER. Ich schaffe das nicht. Die letzten Jahre waren so intensiv (in alle Richtungen). Ich kann da kaum dran denken, wie es wäre, wenn er wirklich nicht mehr in meinem Leben wäre.
Da ist dann natürlich eine starke Abhängigkeit. Und die ist es ja auch, die mir Angst macht. Ich habe mich da so mit Haut und Haaren reinbegeben. Und das an einem Punkt damals, als ich endlich, endlich wieder auf den Beinen war von den Beziehungen vorher. Noch mal kann ichs nicht.
Also Patt. Ich weiß zu 100%, dass ich mit genau diesem Mann zusammen sein möchte. Nicht, weil ich irgendeinen möchte oder wollte, sondern genau mit diesem Mann. Das hört sich jetzt vielleicht seltsam an, aber er ist mit Sicherheit der einzige Mann und auch Mensch in meinem Leben überhaupt, der mir so nahe kommen durfte, auch räumlich. Den ich jeden Tag sehe, mit dem ich 4 Wochen alleine wegfahren kann, ohne dass er mir jemals auf die Nerven geht, ohne dass er mir jemals langweilig wird. Mit ihm zusammen zu sein, macht einfach unglaublich Spaß. Jedenfalls wenn er gut drauf ist. Wenn er depressive Verstimmungen hat, dann kann man die Luft schneiden in der Wohnung. Ich sehs ihm sofort an. Und dann geht es mir nie gut, ich kann mich davon nicht abgrenzen, wenn er das Leben lebensunwert findet.
Was mir an die Nieren geht ist das Gefühl, für sein Lebenswohl verantwortlich zu sein. Wir sehen uns jeden Tag. Wir verbringen an einem normalen Tag mindestens 3-4 Stunden zusammen, die freie Zeit am Wochenende sowieso fast ganz. Bis auf die letzten Monate eben. Als wir zusammengekommen sind, ging es mir wie gesagt gut. Er hat mir irgendwann mal erzählt, dass ich / unser Kennenlernen und Heirat der einzige Grund war, warum er sich damals nicht umgebracht hat. Weil sein Situation oder sein Seelenzustand so desolat waren zu dem Zeitpunkt. Nach außen merkt man ihm übrigens nie etwas an, im Gegenteil. Er kann völlig deprimiert in der Ecke sitzen und sagen, dass das Leben schrecklich ist. Sobald jemand da ist, dreht er genau ins andere Extrem. Aber ich bekomme das natürlich zu Hause mit. Er hat mit Sicherheit ganz viel Probleme und eines davon heißt eine eher grundsätzliche Lebensunlust. Die er dann ertränkt in Party machen. Möglichst viele Leute um sich, Alkohol, Spaß. Aber Party machen bringt mir nichts. Das lastet so auf mir. Nach jedem Streit hatte ich ganz lange Angst, ob er sich jetzt umbringt. Wenn ich mich um mich gekümmert habe, habe ich ihn gesehen und gedacht 'so und jetzt ist er wieder unglücklich und findet das Leben furchtbar'. Als er meine Freunde so übernommen hat, bzw. so weit in meinen Bereich 'eingegriffen' hat, ging es mir furchtbar. Aber ich habe gesehen, dass wenigstens er mal wieder Freude zeigt. Da hing ich dann zwischen.
Zwischendurch hatte ich schon häufiger das Gefühl, dass ich jetzt seine depressiven Zustände übernommen habe. Auch das war von Anfang an nämlich immer ein großes Problem: wenn es mir gut ging, ging es ihm schlecht. Wenn es dann mir schlecht ging, ging es ihm gut. Bis zu dem Gedanken 'muss es mir schlecht gehen, damit es ihm gut geht?'.
Ich will einfach nur, dass wir beide glücklich sind. Gemeinsam und jeder auch für sich allein.
So einen Plan aufzustellen ist sicherlich eine gute Idee. Das habe ich nach unserem letzten Konfliktgespräch u.a. auch vorgeschlagen. Dass wir uns z.B. einmal die Woche ganz geplant zusammensetzen und jeder sagt, wie es ihm/ihr überhaupt geht. Ob Probleme anstehen oder anstanden. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Damit man es dann gleich sagt und der andere überhaupt mitbekommt, was wen beschäftigt. Er ist sehr harmoniebedürftig und geht auch ständig über seine Bedürfnisse. Sagt es aber nicht. Ich platze halt irgendwann raus und dann haben wir Ärger.
Neulich in dem einen Gespräch als wir über den fehlenden Sex gesprochen haben, sagte er, dass er seit Weihnachten aufschreibt (!!!), wann wir Sex haben und wie oft ich über seine Witze lache. Anscheinend denkt er, ich lache da nicht genug drüber. Ich war völlig perplex: er ist so ziemlich der komischste Mensch, den ich kenne. Sage ich ja die ganze Zeit: ich liebe seinen Humor. Dass er sich AUFSCHREIBT, wie oft Sex und wie oft ich lache ... hat mir den Mund offen stehen lassen. Weil das von so einer tiefen Verzweiflung kündet und davon, dass er sich von mir nicht geliebt fühlt/akzeptiert fühlt? Aber dann werde ich auch wieder wütend: warum SPRICHT ER NICHT MIT MIR DARÜBER? Warum sitzt er da und schreibt 2 Monate lang etwas auf als 'Protokoll' für ihn, sagt mir aber nichts.
Und das nimmt dann ja schon geradezu absurde Züge an. Aber er würde sich tatsächlich eher umbringen, als mit jemandem über etwas zu sprechen, was ihm weh tut. Und das widerum macht mir so Angst. Siehe oben.
Ob ich ihn jetzt anspreche: ehrlich gesagt habe ich Angst, dass er dann sagt 'für mich wars das'. Ich finds erträglich die meiste Zeit, bis mich wieder so eine Welle der Verzweiflung überkommt. Und was mich ehrlich nervt ist, dass ich schon wieder den ganzen Tag nur mit ihm und uns zu tun habe. Ich kann mich auf nichts anderes konzentrieren. Ich hätte so viel zu tun, schaffe es aber nicht. Ich will doch nur, dass wir eine friedliche Beziehung haben, in der ich nicht ständig über ihn, mich oder uns nachdenken muss, weil schon wieder so eine kleine Atombombe hochging.
Übrigens würde ich in so einen Vertrag nicht mal reinsetzen, dass er mir gestatten soll, meinen eigenen Freundeskreis aufzubauen. Das gestattet er mir ja durchaus. In den Vertrag hätte ich gerne, dass er sich dann verpflichetet, SEINEN Freundeskreis aufzubauen. Damit ich das Gefühl habe, es geht ihm gut. Wobei ich mich da manchmal frage, ob er dann noch mit mir zusammenbleibt. Ob er eigentlich mich liebt, oder ob ich da bin. Verstehst Du? Ich habe ihm neulich gesagt, dass ich mir eine ERWACHSENE Beziehung mit ihm wünsche. Darauf war seine Antwort 'dann funktioniert es nicht zwischen uns'. Autsch. Was genau funktioniert denn dann zwischen uns? Was genau ist das? Da bekommt man ja irgendwann auch so seine Zweifel: Liebt er mich dann gar nicht als Person? Würde er mich dann - wenn er aus seiner selbstgebastelten Abhängigkeit rauskommen merken, dass er mich eigentlich gar nicht so toll findet?Geändert von Hanna_HH (19.03.2008 um 19:20 Uhr)
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19.03.2008, 20:11
AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?
Und ich glaube, das wars. Er hat kurz zur Tür reingeschaut, um zu sagen, dass er jetzt zur Schicht geht. Ich habe ihn gefragt, wann wir uns mal unterhalten. Freitag. Ich habe gerochen, dass er sich schon innerlich mit der Trennung beschäftigt. Und dass es ihm ernst ist. 'Nettes' Detail nebenbei: Wir sind vor einer Woche gemeinsam zu einem Raucherentwöhnungskurs gefahren. Er hat bis jetzt nicht geraucht, eisern durchgehalten. Ich habe noch am selben Abend wieder angefangen. Ich hatte sofort das Gefühl, dass das sehr sinnbildlich zu verstehen ist. Er quält sich seit einer Woche mit der Abstinenz, hält es aber durch und zieht daraus auch sichtlich Stärke. Ich glaube, er ist voll in der Stimmung und Lage, sich MICH dann gleich mit zu entwöhnen, wo er schon dabei ist, Dinge zu ändern, die nicht gut sind für ihn.
Hey, dann habe ichs wieder geschafft wie immer. Genau wie immer: Ich war am Anfang die Stärkere. Er ist total auf mich geflogen. Wollte mich sofort ganz für sich haben. Er war ziemlich unten. Ich habe angefangen, mich aufzugeben. Bin immer schwächer geworden. Teils schon fast bewusst, damit es ihm besser geht. Damit das 'Gefälle' nicht so groß ist. Weil klar war, wenn es mir weiter so gut geht, wie es mir eigentlich gehen sollte, ihm geht es aber nicht gut, klafft eine zu große Lücke zwischen uns. Bin nicht aufrecht und aufrichtig zu mir selber geblieben. Ich habe schon vor einem Jahr zu einem guten Freund gesagt, dass ich das Gefühl habe, regelrecht 'herunter zu kommen'. Dass ich mich nicht mehr genügend um mich selber kümmere, in jeder Hinsicht. Komisches Opfer für eine Beziehung oder?
Und jetzt drehen sich - wie schon so häufig bei mir - die Karten. Er wird stärker. Ich immer schwächer. Und ich bin mir sicher, dass er jetzt mit der Trennung spielt.
Ich hatte das schon so verdammt oft. Dass ich als Stärkere in eine Beziehung reingehe und als Schwächere zum Schluss sitzengelassen werde.
Genau so war es vor ihm. Eine horrende Trennung. Jemand, der mich von einem Tag auf den nächsten hat sitzenlassen - zu dem Zeitpunkt halt, als ich nicht mehr stark war. Der erhobenen Hauptes da raus ist. Ich nicht. Ich habe lange gebraucht, um mich davon zu erholen. Hatte irgendwann wieder Kampfeswillen. Kampf für mich und um mich. Ich habe mir geschworen, mir nie wieder von einem Mann oder irgendeinem Menschen Energei abziehen zu lassen. Mich selber nie zu vernachlässigen. Das war der Punkt, als ich meinen Mann kennengelernt habe. Als starke, unabhängige Frau.
Und jetzt? Jetzt bin ich am hadern mit dem Leben, fühle mich lebensabhängig von ihm. Habe keine Kontakte mehr. Habe kein schönes Zimmer (mehr), weil es mir egal ist. Weil ich den Hintern nicht hochbekommen habe in der Zeit, als er hier so depressiv in der Wohnung saß. Weil ich dachte 'ich kann es mir jetzt nicht schön machen und er sitzt in seinem Chaos'. Also wie mit der Stimmung 'Mir darf es doch nicht gut gehen, wenn es ihm so schlecht geht, dann klafft eine Lücke zwischen uns'. Na gut, dann ist er jetzt der Stärkere. Und denkt über die Trennung nach.
Okay.
Herbe.
Ist ja eigentlich schon fast lustig: Ich merke am Anfang, dass ich die Stärkere bin. Und mache mich selber extra schwächer, damit der andere nicht leidet. Dann ist irgendwann der andere der Stärkere... und verlässt mich. Wenns nicht so schei*e wäre, wäre es echt zum Lachen.Geändert von Hanna_HH (19.03.2008 um 20:15 Uhr)
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19.03.2008, 20:42
AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?
Hallo Hanna,
ich habe jetzt nicht jeden einzelnen Satz gelesen, aber ich habe den Eindruck, dass ihr beide psychisch jeder auf seine Weise nicht richtig stabil seid. Das schlägt auf eure Beziehung durch. Ihr habt beide einen ziemlich großen Rucksack an Altlasten, der euch das Leben schwer macht.
Es ist von Ferne nicht zu sagen, ob die gemeinsame Situation bei euch besser wird (so wie jetzt soll es hoffentlich nicht bleiben), aber zumindest habe ich den Eindruck, dass ihr euch nicht zusammengerauft bekommt. Ihr lebt nebeneinander her, zudem hat er noch in die Waagschale geworfen, dass er sich ohne dich umgebracht hätte, womit er dir einen Absprung möglichst schwer macht. Bewusst? Unbewusst? Wer weiss.
Gibt es die Möglichkeit, dass ihr euch räumlich mal richtig voneinander entfernt? Ein eigener Raum ist schön und gut, aber es ist immer noch ganz anders, sich mal für ein paar Tage gar nicht zu sehen und durchzuatmen.
Gruß
BlauerHimmel
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19.03.2008, 20:53
AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?
liebe hanna,
ich glaube, du hast dich jetzt selbst in die denkbar schlechteste position manövriert, die es geben kann. du wirst jetzt gerade nur noch von deiner angst geleitet. und dabei begehst du den verständlichen, aber absolut fatalen fehler, deine schlechten erfahrungen der vergangenheit auf die aktuelle situation zu projezieren. ich sehe nämlich weder, dass du so schwach bist, wie du sagst, und schon gar nicht schwächer als er, noch dass er dabei ist, sich von dir zu trennen.
beobachte doch einmal, was ihn in deinen augen jetzt so stark erscheinen lässt? - er scheint überhaupt keine angst zu haben, dich zu verlieren. das ist aber mit ganz großer sicherheit nicht so.
weiterhin bleibt er konsequent beim nicht-rauchen (hut ab!).
also versuch, es ihm nachzutun!
hanna, er hat dir doch ein angebot gemacht, er hat einen termin genannt. er geht auf dich ein. also nutze die zeit damit, dich auf das gespräch vorzubereiten. schalt wieder auf liebe um! und auf das, was DU brauchst. auch wenn die angst noch so groß ist, du kannst sie überwinden.
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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19.03.2008, 20:59Inaktiver User
AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?
Hanna,
ich denke mal - und das sehr - dass bei einer etwaigen Trennung Du diejenige sein wirst, die den Kopf eben doch wieder hebt und aufsteht. Dies ist auch sehr gut so!
Ihr habt schon eine Menge Probleme. Und vielleicht rauft ihr euch eben nicht zusammen. Aber dass Du noch ein Mal Dich zu sehr aufgibst für ein zusammen, wird und sollte Dir nicht mehr passieren. Es gibt eine Menge Wege, dies zu verhindern. Mental bist Du eh schon sehr an Deinem Problem dran und möchtest es gelöst haben.
Wenn er noch nicht so weit ist - was mir aus der Ferne so scheint - dann ist er es JETZT halt nicht.
Ich wünsche Dir viel Kraft. Und - ich für mein meinen Teil - wünsche Dir einen Mann, der Dir im Nähe/Distanz-Wunsch einfach mehr entspricht. Viele Männer wären happy, wenn Frau bitte auch Kraft aus sich selbst ziehen mag, statt ständig den Anspruch rauszuschleudern, "Mach mich gefälligst glücklich".
Dein Mann muss auch an sich arbeiten. Er steckt, so mein Eindruck, in der "mach mich glücklich"-Falle. Was nicht funktioniert. Glücklich machen kann sich jeder nur alleine. Da bist Du weiter als er.
Liebe Grüße,
Neuanfang
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19.03.2008, 21:15
AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?
sehe ich auch so!
Zitat von Inaktiver User
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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19.03.2008, 21:24
AW: Was macht man mit so einer Erkenntnis?
Danke, das ist so lieb. Die ganze Zeit und Anteilnahme, die Ihr investiert.
Ich weiß nicht. Ich weiß glaube ich gerade gar nichts mehr. Ich war mal so ein Energiebündel - war ich für bekannt
Von Energie ist bei mir aber nicht mehr viel zu spüren.
Wenn ichs positiv sehe, dann so, dass dieser Mann mir von Anfang an in den wildesten Farben vor Augen führt, was mein Grundproblem ist. Die Selbstaufgbe, das nicht an mich selber glauben, dass ich mich selber nicht genug schütze und dass ich zu mir selber nicht gut und sorgend genug bin, und dass ich ein Problem mit Nähe habe. Das ist ja schon mal was, wenn ich das mal so lakonisch sagen darf.
@Blauer Himmel. Nein, wir sind beide garantiert nicht stabil. Waren wir beide noch nie, auch nicht bevor wir kennengelert haben. Deswegen haben wir uns wohl auch gesucht und gefunden. Ich habe mein Leben lang versucht, stabil(er) zu werden. Er auch, jeder auf seine Art. Und dann treffen wir zusammen und hauen uns ständig um die Ohren, was unsere Probleme sind. Super. Wenn sie so gelöst würden jedenfalls.
Ich bin nur so wahnsinnig müde. Die letzten Jahre waren so anstrengend. Sorry, ich will nicht pathetisch werden. Ich bin nur einfach wirklich sehr müde. Ich mag nicht mehr kämpfen. Bitte keine Sorgen machen! Ich sags nur, wie es ist. Es ist auf jeden Fall ein Wendepunkt, das ist klar. Wohin weiß ich noch nicht.


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