Ich brauche einen guten Rat.
Ich bin fast 30. Die letzten Jahre kämpfte ich an so vielen Baustellen, es zermürbt mich.
Es fing an, dass ich mich von meinem langjährigen Partner (über 8 Jahre) trennte. Die Beziehung war ruhig und gut, aber ohne Zukunft. Irgendwann gab ich auf.
Es war sehr schwer.
Ein Jahr später traute ich mich und lernte einen anderen Mann kennen. Nachdem wir uns langsam kennen lernten waren wir erst ein halbes Jahr Freunde, später fing es unglaublich romantisch und zärtlich an.
Es endete ein halbes Jahr später, nach Lügen, Verrat, Betrug bis hin zu einem körperlichen (und für mich viel schwerer weil ich ihm vertraute dadurch seelischen) Missbrauch.
Man lernt einen Menschen kennen und lieben, es dauerte lang bis ich überhaupt Begriff was passierte. Ich zweifelte an meinem Verstand, meinen Wahrnehmungen.
Danach schloss ich mich ein halbes Jahr fast ein.
Zog aber kurz darauf eisern meinen Studienabschluss durch. Das hielt mich. Den Tag arbeitete ich - die Nacht weinte ich.
Danach ging es mir etwas besser - ich begann einen Job.
Neue Stadt, neue Wohnung etc. Hoffnung.
Ein halbes Jahr später lernte ich über Freunde einen anderen Mann kennen.
Weil ich Angst war ich lange Zeit sehr vorsichtig, distanziert und zurückhaltend. Er blieb. Wollte eine Beziehung.
Er war sehr fürsorglich und sehr warm.
Er verließ mich ein halbes Jahr später knall auf Fall, als nach einer begründeten Eifersuchtattacke meinerseits ich ihm die Geschichte mit dem Vorgänger offen legte.
Er sagte nur, ich sei immer nur eine Bekannte von ihm gewesen.
Bis heute weiß ich nicht was eigentlich los war.
Ich fragte (leider zu oft) nach, bekam irgendwann eine Antwort: ich hätte mich nicht richtig benommen.
Obwohl er mich so Fallen ließ, fehlt er mir sehr.
Seit dem lebe ich zurückgezogener denn je.
Ich treffe meine Freunde und Familie, klar, wie es mir wirklich geht wissen sie nicht. Ich will sie meine Traurigkeit nicht noch stärker spüren lassen. Den wenigen den ich auch nur einen Bruchteil offen legte, verunsicherte es stark, es macht ihnen Sorge. Es vertreibt sie.
Richtig engen Kontakt habe ich zu niemandem mehr.
ich werde (bin?) seltsam.
Ich weiß nicht ob man mich überhaupt mögen kann?!
Ich bin keine gute Gesellschaft, obwohl ich mich sehr bemühe.
Ich muss endlich wieder "lustiger" und lockerer werden, sonst verliere ich noch jeden.
Ich weiß eigentlich sollte ich glücklich sein, ich bin gesund, habe es geschafft einen Job zu finden, habe noch ein paar Freunde.
Aber es fühlt sich nichts mehr echt an. Wenn ich lache, bin ich nicht glücklich.
Ich kämpfe und kämpfe und kämpfe, und komme nicht vom Fleck. Ich hatte Träume, die ich alle schon begrub.
Wie soll ich jemals eine Familie oder Partnerschaft / Freunde haben können, wenn ich niemandem mehr vertrauen kann?
Wofür lebe ich eigentlich noch?
Meine Arbeit erledige ich auch nicht mehr zufriedenstellend, ich muss mich oft zusammen reißen um nicht auch tagsüber zu weinen.
Ich will niemandem mehr nahe sein. An den verschiedenen Punkten in meinem Leben ging so viel kaputt. Jedes Mal ein Stückchen von mir.Ich weiß nicht mal ob noch etwas über ist. Und trotzdem bin ich so einsam.
Ich habe einfach nur noch Angst.
Wieso läuft bei mir nur alles so schief?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 18
Thema: Ich vertrockne.
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09.03.2008, 02:10Inaktiver User
Ich vertrockne.
Geändert von Inaktiver User (09.03.2008 um 03:05 Uhr)
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09.03.2008, 04:02
AW: Ich vertrockne.
Liebe Liame,
mir fällt auf, dass du wenig "tatsächliche" Fragen stellst und auch wenig "tatsächliches" sagst in deinem Beitrag.
Man liest es und zusammenfassend ergibt der Inhalt:
- Ich bin traurig
- Meine Träume sind begraben
- Zwei wichtige Männer verliessen mich
- einer wurde handgreiflich
- Ich weine
- Ich vertraue niemandem
- Meine Freunde wollen mich locker und gut drauf
- mein Lachen ist unecht
- ich bin seltsam
- ich brauche Rat, warum ist das alles so, wie es ist?
Das einzige, was eindeutig klar ist: Du bist unglücklich. Aber warum? Was ist passiert, dass die Beziehungen kaputtgingen, weisst du das? Ausser der einen Eifersuchtsattacke deinerseits kann man nichts erkennen. Was könnte es denn sein, dass der eine deiner Exfreunde sagte, "du hättest dich nicht richtig benommen"? Was ist passiert? Wie hast du dich denn "benommen"? Und du sagst, nach der neuen Wohnung hattest du Hoffnung. Worauf? Auf konkrete Wandlungen, wenn ja welche? Oder einfach auf das Ende von Traurigkeit? Welche Träume sind es, die du begraben hast?
Das Gefühl zu haben, das du jetzt hast, kennen sicher viele. Ein Gefühl von Sinnlosigkeit, Haltlosigkeit in der kalten Welt da draussen, von der man meint, fast allen anderen geht es besser als einem selbst. Sterbenskranke und Obdachlose mal aussen vor gelassen. Dieses Gefühl ist nicht unbedingt an einen enttäuschten Single gebunden. Auch Frauen in Partnerschaften gibt es, denen es so geht.
Irgendwoher kommt diese tiefe Traurigkeit in dir. Das Gefühl ist mir nicht unbekannt. Liegt es an den zwei aufeinanderfolgenden zerbrochenen Beziehungen? Die erste dauerte ja recht lange. Was war daran "ohne Zukunft", wenn sie doch gut war? Und woraus bestand der körperliche Missbrauch der zweiten Beziehung? Ein heftiger Streit mit einer ausgerutschten Hand? Was war vor diesem "körperlichen Missbrauch", ein Wutausbruch deinerseits nachdem du feststelltest, dass er dich betrogen hatte? Wenn dem so war, was passierte vor dem Betrug?
Es ist leichter, dir zu helfen, wenn du die offenen Fragen oder Unklarheiten mit gehaltvollen Aussagen füllst. Traurigkeit und Resignation können die ganze Klarheit trüben, so dass man völlig aus dem Blickwinkel verliert, was genau dazu geführt hat. Auch in einer Depression verliert man diese Dinge aus dem Blick, weil die Traurigkeit alles überschattet.
Du wählst das Wort, du "vertrocknest". Ist das ein Gefühl von schwindender Lebensfülle, die von aussen auf dich einwirkt - oder von einer Trockenheit, die aus deinem Inneren heraus auf die Aussenwelt wirkt?
Liebe Grüße
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09.03.2008, 09:57Inaktiver User
AW: Ich vertrockne.
Meinen langjährigen Partner verließ ich schweren Herzens, in einer Phase in der wir beiden sehr viele Entscheidungen treffen mussten - wir klar stellen mussten wie wir weitergehen wollen, und von ihm nichts kam. Nicht einmal ob er sich eine Zukunft mit mir wünscht.
Das zweite Erlebnis war ein sehr degradierender, vertrauenbrechender sexueller Übergriff/Missbrauch als sein Betrügen aufflog. Er wollte mich nur noch schnell mal benutzen bevor er mich liegen ließ.
Ein Dr. Jeckill und Mr. Hide Erlebnis.
Trotzdem brauchte ich so lange um es überhaupt zu erfassen.
Als ich dies meiner dritten Beziehung offenlegte nach einem Eifersuchtsstreit, ließ er mich mit der ersten Begründung, "ich sei nur eine Bekannte für ihn gewesen" zurück.
Nach einem halben Jahr Beziehung.
Erst nach wiederholtem nachfragen, was denn los sei, meinte er, ich hätte mich nicht benommen.
Vorher war nichts!
Nein, stimmt nicht, ich war vorher schon anders.
Es war irgendwie nichts mehr richtig echt, ich versuchte perfekt zu funktionieren. Besonders sexuell.
Und war gleichzeitig sehr leicht reizbar.
Er fehlt mir sehr.
Ich kann mir und meinen Eindrücken, meinen Wahrnehmungen, meinen Einschätzungen nicht mehr Vertrauen. Geschweige denn anderen.
Ich habe das Gefühl ich vertrockne von Innen, Aussen steht so halbwegs alles, weil ich es nicht mehr schaffe echten Kontakt zu anderen Menschen aufzubauen.
Eigentlich möchte ich nur die blöden Schatten vertreiben, und endlich wieder so sein wie vorher.
Das war es was ich hoffte.
Wieder Hoffnung, Vertrauen und Lebenslust haben können.Geändert von Inaktiver User (09.03.2008 um 10:19 Uhr)
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09.03.2008, 10:25Inaktiver User
AW: Ich vertrockne.
Liame,
ich möchte nur auf einen Teilbereich eingehen: hast du denn den Mißbrauch schon aufgearbeitet, entweder in Therapie oder einer Selbsthilfegruppe, eventuell auch mit eigenem Material?
Ein solches Erlebnis ist so gravierend, dass zumindest ein Großteil deiner jetzigen Situation (Traurigkeit, Beziehungsschwierigkeiten, verlorenes Vertrauen in sich und andere) daher rühren können. Und wenn du das einfach so stehen lässt, werden die Symptome auch nciht vergehen...
Alles Gute für dich!
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09.03.2008, 10:46Inaktiver User
AW: Ich vertrockne.
Danke Tanguera.
Klar bin da am verarbeiten. Zeitweise denke ich ging es mir wieder besser - im Augenblick denke ich geht es mir schlechter denn je. Weil ich die Hoffnung aufgeben habe.
Für mich das schlimmste war auch eher dass ich ihm vertraute, und dann sowas passiert.
Ich habe das gefühl, das mit mir etwas nicht stimmt - das mir solche Sachen passieren.
Ich glaube auch nicht mehr an mich - das ich z.b. etwas kann.
darunter leidet auch enorm mein Berufsleben.
Ich schrotte mein Leben.Geändert von Inaktiver User (09.03.2008 um 11:00 Uhr)
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09.03.2008, 12:59
AW: Ich vertrockne.
Liame, das passiert nicht nur dir, sondern hunderttausendenden, wenn nicht Millionen anderen Männern und Frauen auf der Welt, dass sie jemandem vertrauen und dann enttäuscht werden.
Zitat von Inaktiver User
Du hörst dich so an, als würdest du dich nicht konstruktiv mit diesem Thema beschäftigen, sondern sehr selbstzerstörerisch.
Warum eigentlich?
Ich glaube, wenn man es schafft, über eine längere Zeit anderen was vorzuspielen, und die nehmen es dann ohne Zweifel so an, wird man ein Meister im Täuschen.
Zitat von Inaktiver User
Und dann passiert es vermutlich automatisch, dass man auch Unehrlichkeit bei anderen vermutet, nachdem die eigene Unehrlichkeit so leicht funktioniert.
Verstehst du was ich meine?
Zitat von Inaktiver User
Wenn du erklärst, wie es gekommen ist, dass du so unglücklich geworden bist, schreibst du:
Mann 1 hat das mit mir gemacht,
Mann 2 hat das mit mir gemacht,
Mann 3 wiederum das,
und jetzt bin ich unglücklich.
Da klingt alles sehr passiv und sehr auf Männer bezogen.
Sind Männer so wichtig in deinem Leben?
Zwischen den Zeilen schwingt auch mit, dass es in einer Beziehung mit dir auch nicht immer einfach für die Männer zu sein scheint.
Natürlich hat frau gerne immer das gleiche Beuteschema und damit verbunden immer in etwa die gleichen Probleme, aber kannst du es für dich nicht einfach so lösen, dass du dich fragst, was du in den vergangenen Beziehungen falsch gemacht hast, dir vornimmst was du in Zukunft anders machen willst und dann einfach mit dem Thema abschließt und es ruhen lässt?
Ich denke, du hast, wie so viele andere auch, einfach Probleme mit deinem Selbstbewusstsein und hoffst, wie so viele andere auch, dass irgendwann ein Mann kommt und deine Probleme für dich löst und dich wieder zu einem selbstbewussten Menschen macht.
Das kann schon passieren, oder auch nicht.
Sicherer wäre es, wenn du es selbst machen würdest.
Mach dich doch nicht selbst so fertig, sondern stehe zu dir.
Vergiss doch deine positiven Seiten nicht!
Immerhin hast du es unter wiedrigen Umständen geschafft, dein Studium zu beenden, du hast einen Job gefunden, du stehst auf eigenen Beinen, es ist dir gelungen, obwohl es dir in letzter Zeit schlecht geht und du nicht der geselligste Mensch bist, Freundschaften aufrecht zu erhalten, du hast es geschafft, obwohl du enttäuscht wurdest, wieder Nähe zuzulassen, etc.
Das zeigt doch, dass du sehr stark bist, lass es nicht zu dass dich jemand klein macht und mach dich nicht selber klein.
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09.03.2008, 14:18Inaktiver User
AW: Ich vertrockne.
Nein, die Männer sind nicht das wichtigste.
Auch sonst passierten die letzte Zeit viele Sachen.
deswegen auch das kämpfen an vielen Fronten.
Ein Freundeskreis brach weg nach dem traurigen Vorfall mit Mann zwei, ich hatte einen (mittel)schweren Unfall.
Die zwar Kraft kosteten, die ich aber überstand.
Ich erwähnte nur Sachen die mich noch beschäftigen.
Jalaka,
danke.
Passiv - nein eigentlich nicht. ich war, bin aktiv.
Nur konnte ich die Geschehnisse nicht beeinflussen (ohne einer kompletten Vermeidung).
Ich fragte mich 1000 fach was ich hätte tun sollen.Geändert von Inaktiver User (09.03.2008 um 14:23 Uhr)
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09.03.2008, 22:31
AW: Ich vertrockne.
Hallo liame,
was passieren denn noch für Dinge?
Hast du dich bei dem Übergriff gewehrt?
Was tust du jetzt im Moment aktiv?
Gibt es noch einen weiteren Freundeskreis ausser dem deines Exfreundes, der nun wegbrach?
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10.03.2008, 15:19
AW: Ich vertrockne.
Hast du nach deinen miesen Erlebnissen einen Schutzwall aufgebaut - und kommst nun von der anderen Seite auch nicht mehr richtig durch? Einen Wall, der mögliche Verletzungen abschirmt, aber genauso Sonne und Regen und Wärme?
bblumeflying is the art of falling to the ground without touching
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10.03.2008, 15:31
AW: Ich vertrockne.
Dein Gefühl könnte auch bereits eine Depression sein. Das zu beurteilen, traue ich mir nicht zu, aber ich rate dazu, daß Du mal mit Deinem Hausarzt ganz offen und ehrlich sprichst. Ich hoffe, Du hast einen, zu dem Du Vertrauen hast.
Laß Dir helfen, alleine kommt man aus solchen Spiralen manchmal nicht heraus. Und vor allem: Man muß es auch gar nicht. Ich verstehe sehr gut, daß Du nicht mehr leiden und kämpfen willst. Umso wichtiger ist, daß Du jetzt aktiv den einen Schritt gehst: Ab zum Arzt, Befinden schildern, gemeinsam nach Lösungen suchen.
Du bist bestimmt nicht seltsam. Es ist doch natürlich, daß man schwer verletzt zurückbleibt nach solchen Erfahrungen! Leider wird heute mit Menschen oft so umgegangen, als wären sie wertlos. Daraus schließen die Betroffenen irgendwann, sie seien tatsächlich scheinbar wertlos. Man ist einer Manipulation erlegen.
Du kannst in absehbarer Zeit wieder ausgeglichener und zufriedener sein, da bin ich mir sicher. Aber Du mußt den ersten Schritt dahin jetzt tun. Hab keine Scheu, der Arzt hört so etwas nicht zum ersten Mal. Es gibt leider so unglaublich viele Menschen mit seelischen Tiefs...Auch ich bin mal in so eine Lage gekommen. Und man konnte mir gut helfen. Mehr gerne per PN, ok?
Liebe Grüße
und glaub an Deine Zukunft! Sie wartet auf Dich, mit vielen schönen Momenten und auch Begegnungen. Hab nur etwas Geduld noch.
KarlaThe original Karla
est. 2006













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