Liebe liame,
Mir ging es mal ähnlich wie Dir.
Ich hatte das diffuse Gefühl, irgendwas stimmt nicht mit mir. Obwohl ich Job und Freundeskreis hatte. Ich bin dann irgendwann zu einem Fachmann gegangen. Von dem wollte ich eigentlich hören: "Was wollen Sie denn? Läuft doch alles einigermaßen, reißen Sie sich mal ein bisschen zusammen und lernen Sie aus Ihren Fehlern. Und jetzt machen Sie diesen Stuhl frei für wirklich ernsten Fälle."
Hat er aber nicht. Ich habe mir eine Therapeutin gesucht und eine Therapie gemacht.
Das war das beste, was ich für mich und mein Leben tun konnte. Jetzt geht es mir gut.
Das wünsche ich Dir auch.
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Thema: Ich vertrockne.
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10.03.2008, 21:07
AW: Ich vertrockne.
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10.03.2008, 21:55
AW: Ich vertrockne.
Hall0 Liame,
ich schließe mich fritzi und karla an.
Habe auch gleich gedacht, dass klingt wie Depression.Ich hatte mal ähnliche Gefühle wie du!
Mir wurde leichte Depression diagnostiziert. Dein Beitrag erinnert mich stark an mich damals.
Ein erster Schritt ist die Therapie-nicht dass man gleich geheilt wäre, aber dass man endlich erkennt, dass man Hilfe braucht, und sie sich holt. Das ist dann schon ein erster Schritt aus der Depression heraus, denn du kümmerst dich um dich selbst.
Nur du weisst was mit dir los ist, aber ein Mensch, der manches dabei zurechtrückt, kann einem helfen, sich von falschen Annahmen zu befreien und dadurch wieder Offen zu werden für Impulse von aussen und für gute Energie.
Alles Gute!
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20.03.2008, 23:46
AW: Ich vertrockne.
Liebe Liame,
erstmal viele Gruesse und die allerbesten Wuensche fuer Dich. In Deinem Beitrag erkenne ich mich in einigem wieder. Ich bin etwas aelter als Du, habe auch in Beziehungen einige Enttaeuschungen hinter mir, ueber die ich nicht so ganz hinwegkomme (wenn auch ohne so ein dramatisches Erlebnis wie Missbrauch - das kann viel veraendern) und auch ich habe den Eindruck, innerlich zu vertrocknen.
Ich habe mir vor einigen Wochen eine Therapeutin gesucht. Das ging ganz einfach ueber die evangelische Lebenshilfe. Ich weiss nicht genau, ob sie mir wirklich helfen kann, aber ich denke, es ist schon gut sich einfach einzugestehen "Ich habe ein Problem".
Diese Gedanken "Eigentlich sollte ich gluecklich sein" kenne ich auch so gut! Damit macht man es sich doch nur noch schwerer. Du bist halt nicht gluecklich, verdammt nochmal! Und das wird schon seinen Grund haben, denn Dir macht ja schliesslich nicht das "Jammern" so viel Spass, oder? Und dass auesserlich halbwegs alles stimmt, ist zwar beruhigend, aber eben kein Garant und keine Verpflichtung dafuer, dass man sich innerlich als "ganzer Mensch" fuehlt.
Sich da herauszubewegen kostet viel Kraft, daher kannst Du es auch nur stueckchenweise. Ich mache immer irgendetwas, wenn ich ein kleines bisschen Kraft uebrig habe. Zum Beispiel habe ich eines Tages, als ich mich ploetzlich fuer 10 Minuten stark gefuehlt habe, die Therapeutin angerufen. Das naechste Mal kann das etwas anderes ein, irgendwas was mich weiter rausbringt. Und dann gibt es vielleicht mal wieder einen Rueckschlag. Und danach dann wieder ein bisschen mehr Kraft.
Und irgendwann hilft auch einmal etwas von aussen: Eine schoene Begegnung, ein bisschen Anerkennung, ein bisschen gluecklicher Zufall. Man kann sich nicht darauf verlassen aber in der Regel passiert das irgendwann auch!
Ich wuensche Dir alles Gute
simultan
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21.03.2008, 13:24
AW: Ich vertrockne.
Was für ein schöner Beitrag, Simultan! Ich kann auch jeden nur ermutigen, solche Schritte zu gehen. Erst helfen lassen (immer eine gute Adresse, die evangelische Lebenshilfe), ein wenig, dann kommen kleine Schritte dazu, die einem zeigen: Ich bin wichtig, ich bin gut, ich bin geliebt! Klar kann man daran zweifeln, wenn man so enttäuscht und mißbraucht wurde! Man muß es ja sogar! Aber alleine da wieder raus kommen - wie soll das gehen?
Und man schöpft auch bei jedem der Schritte neue Hoffnung. Ich habe es selbst erlebt und muß sagen: Das hat mein Leben komplett zum Guten hin verändert. Es ist so interessant, sich selber besser kennen zu lernen. Und so wohltuend, die Schritte zu sehen, die man selber leistet. Ich kann mir heute kaum noch vorstellen, wegen irgendwas die Hoffnung zu verlieren, so wie es früher schon geschah. Die Hölle! Schade, daß ich diesen Weg so spät gefunden habe, aber besser spät als nie.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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25.03.2008, 17:06Inaktiver User
AW: Ich vertrockne.
Danke.
Trotz meinen ganzen Kämpfen, Hilfe holen etc. geht es nicht voran. Ich will gar keinen engen Kontakt zu jemandem mehr.
Ich möchte einfach nie mehr in solche Situationen zurück.
Es sollte längst verarbeitet sein!
Es kann doch nicht sein, dass ich nur noch entspannt bin wenn ich alleine bin!
Ich bin schön langsam nur noch gernervt von mir!Geändert von Inaktiver User (25.03.2008 um 17:44 Uhr)
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25.03.2008, 22:19
AW: Ich vertrockne.
@ liame:
DU verlierst nie deinen Wert!
http://www.palverlag.de/Weisheiten-5.html
Möge es dir helfen :-)
Alles Liebe für dich.Wer verstehen kann, kann alles verzeihen
Ich bin bereit, überall hin zu gehen, wenn es nur vorwärts ist.
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27.03.2008, 23:42Inaktiver User
AW: Ich vertrockne.
Liebe Liame,
Zitat von Inaktiver User
sei nicht so streng mit dir! Manche Dinge brauchen Zeit! Du hast richtig schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Wer sagt denn, dass so etwas innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens verarbeitet sein sollte? Was ist das für eine "Regel", die das vorschreibt? Gib dir Zeit.Sei sanft zu dir. Und such dir Hilfe. Ich glaube, dass nicht nur Einzelberatung/Therpie dir helfen könnte, sondern eine Therapiegruppe könnte auch gut tun.
Dort machst du die Erfahrung, dass auch andere ihre persönlichen Schmerzen und Themen mit sich tragen. Dass auch andere zu knabbern haben, zeitweise nicht vorwärts kommen udn verzweifeln/resignieren. Der Austausch mit anderen, das Feedback der Gruppe - und auch die Konfrontation mit anderen - kann sehr hilfreich sein, aus tiefen Tälern heraus zu finden.
Vor allem aber kannst du in diesem geschützen Rahmen lernen, Dinge so anzunehmen wie sie momentan sind.
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28.03.2008, 06:25
AW: Ich vertrockne.
hallo liame
ich wünsche dir, dass du dich an allererste stelle stellst. dass du lernst, dich zu mögen und dass du aufhörst, für deine familie und freunde nach aussen hin die starke zu sein. ein ähnliches verhalten habe ich auch oft und wundere mich, wie andere mir begegnen. aber unser gegenüber sieht uns so, wie wir uns geben, zeigen,präsentieren und nicht, wie wir in unserm herzen sind....
ganz liebe grüsse valentine


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