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    verwirrt Was will ich eigentlich???

    Seit einiger Zeit drehen sich meine Gedanken immer wieder um eine Frage: Was werde ich noch machen in meinem Leben?
    Ich bin irgendwie innerlich unruhig, habe das Gefühl, ich sollte etwas Bestimmtes tun - aber ich weiß nicht was!
    Wie kann ich es am Besten erklären?

    Ein paar Infos über mich sind vielleicht hilfreich:
    Ich bin 42 Jahre alt, seit 18 Jahren verheiratet, 3 Kinder von 11, 14 und 15 Jahren. Mein Mann hat seit 4 Jahren eine Arztpraxis, in der ich vormittags (als Arzthelferin) mitarbeite. Gelernt habe ich Krankenschwester, war aber ca. 12 Jahre mit den Kindern daheim.
    Eigentlich habe ich natürlich genug zu tun, manchmal wird es mir auch zuviel (Vormittags Praxis, dann nach Hause, kochen, Hausaufgaben, die Kinder zum Sport, Musikschule usw. fahren, Abendessen, Haushalt...) Naja, ihr kennt das ja.

    Aber seit einiger Zeit spüre ich innerlich so eine Leere, ich möchte nochmal was ganz anderes. Manchmal denke ich auch daran, wie es sein wird, wenn die Kinder auf einmal groß sind und mich fast nicht mehr brauchen. Ich habe das Gefühl, dann bleibt von mir nichts mehr übrig..., ich habe all die Jahre vor allem für die Kinder gelebt und für meinen Mann. Ohne meine Familie wäre ich ein Nichts, gar nicht vorhanden, völlig überflüssig.
    Dieses Gefühl macht mir eine Gänsehaut.

    Wie bekomme ich heraus, WAS ICH WILL???

    Ich stelle mir tausend Fragen: Soll ich mich in Kirche, Schule, Gemeinde, Politik ehrenamtlich engagieren? Ein Musikinstrument lernen? Volkshochschulkurse besuchen? Den Garten auf Vordermann bringen? Einen Teich anlegen? Pullover stricken?

    ICH WEISS ES NICHT!
    Wer kann mir helfen, ein Psychotherapeut?
    Gibt es Profis für solche Fragen?
    Kennt jemand dieses Gefühl?

    Entschuldigt bitte den langen Text, über ein paar Ideen von euch, wie ich weiterkomme, würde ich mich sehr freuen.

    Keala

  2. Inaktiver User

    AW: Was will ich eigentlich???

    Hallo Keala
    wenn du mit Büchern und dir alleine arbeiten kannst empfehle ich das Buch von Barbara Sher: Wishcraft. (Untertitel: Lebensträume und Berufsziele entdecken und verwirklichen).
    Wenn du gerne einen Gegenüber hast gibt es Coaches und Berater, mit denen du für einige wenige Stunden laut dazu denken kannst.
    Beides ist sicher klärend.
    Lieben Gruß
    Keela

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    AW: Was will ich eigentlich???

    guten morgen keala,
    jesses maria, das war ja eben ein schreck in der frühen morgenstunde: da schreibst du, dass du ohne deine familie "ein nichts, gar nicht vorhanden, völlig überflüssig" bist und dass "von dir gar nichts mehr übrig bleibt"!? ... das hat mich jetzt doch sehr bestürzt, und ich frage mich: woher kommt denn diese panik?

    deine familie hat bisher einen großen teil deines lebens ausgefüllt, und glaub mir, sie wird dich noch viele jahre "auf trapp" halten. deine kinder sind alle im teenageralter und bevor dein jügstes kind sozusagen "aus dem haus" ist, vergeht noch viel zeit. und auch danach, keala, werden sie dich bestimmt noch weiter "brauchen". sicher nicht mehr zum schulbrote zubereiten, zum sport fahren oder zur musikschule...erwachsene kinder haben andere ansprüche und nehmen diese aber, wenn es immer ein harmonisches miteinander war in der familie, auch gerne weiterhin wahr. und auch das kann durchaus erfüllend (wenn vielleicht auch nicht mehr "ausfüllend") sein, denke ich.

    und zum thema "wie bekomme ich heraus, was ich will?" ... ich habe mir dein profil angeschaut, und da stand unter der rubrik interessen "theater, bücher, kunst". ob diese drei interessensgebiete vielleicht eine möglichkeit für eine engagierte betätigung bieten könnten??

    ich wünsche dir eine erfüllte selbstfindung
    und grüße dich herzlich

    saschka

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    AW: Was will ich eigentlich???

    Hallo keala,

    ich fand den Satz, dass Du ohne Deine Familie nichts bist, auch erschreckend, aber durchaus nachvollziehbar. Du gehst in der Familie auf, arbeitest bei Deinem Mann in der Praxis und hast, so scheint es, nichts Eigenes, nichts was Dich erfüllt und wo Du als Du selbst wahrgenommen wirst und Bestätigung bekommst.

    Ich halte auch für wichtig, dass Du etwas für Dich selbst findest, was Dir Bestätigung um Deiner selbst willen gibt. Das Buch von Barbara Sher kann ich auch nur sehr empfehlen, wenn Du jemand bist, der gut aus Büchern etwas ziehen kann. Ansonsten böte sich ein Coaching an, in dem sich solche Fragen auch sehr gut klären lassen.

    Ich würd das Thema auch jetzt angehen. Deine Kinder werden langsam flügge, und Du bist noch jung genug, noch mal richtig durchzustarten. Ich finde es auch gut, dass Du Dir so frühzeitig Gedanken darüber machst und Deine Gefühle nicht verdrängst, bis das jüngste Kind ausgezogen ist und Du wirklich in ein tiefes Loch fällst.

    Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  5. Inaktiver User

    AW: Was will ich eigentlich???

    Hallo Keala,

    vielleicht bist Du ZU VIEL nur in der Familie, sogar ja auch im Job! Wärest Du halbtags in der Praxis eines Kollegen, statt in der Deines Mannes, wäre dies vielleicht schon ein entscheidender Schritt aus Deinem Dich viel zu family-bezogen-Fühlen (und auch so leben) raus.


    Neuanfang

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    AW: Was will ich eigentlich???

    Hallo Keala,

    für mich klingt es sehr einleuchtend, dass es dir so geht wie jetzt. Viele Jahre, in denen du vor lauter Kümmern um die Belange deiner Lieben dich selbst ganz vergessen hast, zu fragen, was deine Belange sind.

    Dass deine Kinder aus dem Haus gehen, wird sehr schnell gehen. Im Moment klingt es so, als wären das ja noch viele Jahre. Aber diese Zeit ist umso schneller vorbeigeflogen, umso weniger du dein eigenes Leben ausfüllst.

    Mein Rat wäre, Situationen zu schaffen, in denen du völlig freien Gedankenfluss hast. Dann wird sicher schneller für dich sichtbar, was du tun möchtest. Was nützt es, mit Krampf zu versuchen, ein Interesse für etwas zu entwickeln, dass just in diesem Moment gar nicht da ist? Entweder probiert man alles durch, bis man etwas gefunden hat - oder geht irgendetwas halbherzig an. Beides nicht so attraktiv.

    Das Buch das empfohlen wird, kenne ich nicht. Lese ich aber sicherlich auch nochmal.

    Ansonsten würde ich vorschlagen: Ans Meer fahren - allein - und ohne Ablenkung die Weite des Wassers aufnehmen. Ohne Fragen, ohne Gedanken - die kommen irgendwann von allein, nicht auf Zwang. Ein Wochenende allein mit Spaziergängen im Wald, eine leere Leinwand und viele Farben dazu, ein hohes Gebäude, von dem man stundenlang runtersehen kann, und das (für mich) gut wirkungsvolle: Ein Hochseilgarten. Zwei Stunden, der Körper ist ausgelastet, man hat seine eigenen Grenzen kennengelernt, man sieht wo man sich verschätzt - und hat den Kopf frei. Vorausgesetzt, der Hochseilgarten ist gross genug und man braucht zwei Stunden, bis man damit durch ist.

    Deine Ideen von Kirche, Gemeinde, Politik hat für mich schon wieder ein ähnliches Schema wie das jetzige: Kümmern um die Gemeinschaft. Sorry, ich möchte das nicht schlechtreden... vielleicht ist es ja auch genau das Richtige für dich... aber wäre es nicht ausfüllender, sich in irgendeinem Teil deines Lebens eben grad nicht um Andere zu kümmern?

  7. User Info Menu

    AW: Was will ich eigentlich???

    Juhu, ich hätte gar nicht erwartet, dass mich jemand versteht!
    Aber ich sehe, dass ihr dieses Gefühl ganz gut nachvollziehen könnt.
    Danke für den Tipp mit dem Buch - ich liebe Ratgeber-Bücher. Das von Barbara Sher habe ich aber noch nicht gelesen. Werde ich nachholen.
    @Divino - ich glaube, du hast recht damit, dass ich zu wenig Zeit allein oder zumindest außerhalb der Familie verbringe. Deine Vorschläge, wie man den Kopf frei kriegt, klingen gut. Nur mal einen ganzen Samstag allein weg...
    Mein Problem ist wohl, dass ich viele Jahre lang meine eigenen Interessen grundsätzlich zurückgestellt und sie am Ende ganz aus den Augen verloren habe. Natürlich SIND meine Kinder und das Familienleben auch MEIN Hauptinteresse - aber eben nicht nur!

    Es geht nicht nur darum, ein neues Hobby zu suchen.
    Ich denke auch an eine Ausbildung / Weiterbildung, auch um dadurch langfristig etwas mehr Unabhängigkeit von meinem Mann zu erreichen. Bloß habe ich dafür keine Zeit... oder doch?
    Irgendwie verrückt - da bastelt man jahrelang am Bau eines Familiennestes, und wenn man es dann endlich kuschlig warm hat, fängt man an, sich rauszustrampeln und braucht unbedingt frische Luft und --- ja was???

    Liebe Grüße
    Keala

  8. User Info Menu

    AW: Was will ich eigentlich???

    Hallo Keala,

    hast Du denn mit Deinem Mann schon mal über Deine Wünsche gesprochen? Könnte er sich vorstellen, in der Praxis auf Dich zu verzichten und Dich ggf. auch bei einer Weiterbildung zu unterstützen (nicht nur finanziell)?

    Ich finde es durchaus verständlich, dass Du Dir etwas eigenes schaffen willst. Alles hat seine Zeit im Leben, das denke ich immer wieder. Und ich finde, man braucht auch immer mal wieder neue Herausforderungen und Impulse, auch um alle möglichen Facetten der eigenen Persönlichkeit möglichst umfassend zu erfahren.

    Du hast in den vergangenen Jahren vermutlich sehr stark Deine fürsorgliche Seite ausgelebt, und das ist ja auch gut so und war mit Sicherheit auch eine wertvolle und schöne Erfahrung. Und nun ist es an der Zeit, mal zu schauen, was sonst noch alles in Dir steckt.

    Zum Thema Neuorientierung und Jobsuche kann ich Dir auch noch von Richard N. Bolles "Durchstarten zum Traumjob" empfehlen, auch ein toller Ratgeber, wenn man unsicher ist, in welche Richtung es denn gehen könnte.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  9. Inaktiver User

    AW: Was will ich eigentlich???

    ...
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (25.04.2008 um 09:13 Uhr) Grund: Auf Wunsch der Userin gelöscht

  10. User Info Menu

    AW: Was will ich eigentlich???

    Frohe Ostern und hallo,
    wie schön, dass ich so viel Verständnis bekomme.

    Interessanterweise empfinde ich es gar nicht so, dass ich mich aufgeopfert habe für die Familie. Ich bin durchaus sehr gerne jahrelang "Nur-Hausfrau-und-Mutter" gewesen. In dieser Zeit habe ich mich dann nebenbei in Kindergarten, Schule, Kirche engagiert. Das gefiel mir sehr gut. Jetzt habe ich die Arbeit in der Praxis und (größere) Kinder. (Die anderen Dinge habe ich nach dem Umzug weggelassen.)
    Auch gut. Aber - was kommt noch?

    An mich selber denken ist eine gute Idee, aber dafür muss ich herausfinden, was ich eigentlich brauche. Wellness? Urlaub? Eine andere Arbeit? Oder einfach mehr Kontakt zu anderen (Frauen)?
    Ich glaube, das ist der Moment im Leben, in dem manche sich einen Liebhaber zulegen, nur damit nochmal was Neues passiert.
    Ich habe in dem Buch von Barbara Sher ("Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will") gelesen. Immer wieder habe ich das Gefühl, dass sie mich direkt anspricht. Super!
    Zum Beispiel sagt sie gleich am Anfang, es geht nicht darum, was man gut kann, sondern darum was man tun will!
    Ein wichtiger Unterschied.
    Vor allem bin ich froh darüber, dass ich anscheinend nicht die Einzige bin, die sich so fühlt.

    Liebe Grüße, Keala

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