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    warum ist mir alles zuviel-was kann ich an mir ändern

    Hallo an Alle,
    vielleicht könnt ihr mir helfen, meine Gedanken und Gefühle zu sortieren.
    Ich arbeite in einer grossen Firma. Es gibt viele Doppelbüros. Ich habe ein Doppelbüro mit einer Kollegin, (die nur stundenweise da ist), und ein Kollege arbeitet nebenan in einem Einzelbüro, was durch eine Zwischentüre zu unserem Büro führt. Jeder hat seine Aufgabenbereiche, die sich nicht verändern lassen.
    Bis vor einem Jahr ungefähr hat eigentlich alles funktioniert. Mein Kollege erzählte sehr viel und immer weiter. Ich habe ihm ca. ein Jahr lang immer zugehört bis mir manchmal meine Ohren qualmten. Selber konnte ich eigentlich nichts zu einem Gespräch beitragen, ausser mmhm oder ja zu sagen und ihn dabei anzusehen. Er redete ohne Punkt und ohne Komma immer weiter. Irgendwann an einem Tag vor ca. einem Jahr hat er von halb neun bis zehn Uhr in meinem Büro gestanden und geredet und geredet.
    An dem Tag war das Mass einfach voll. Aber anstatt ihm zu sagen, weisst Du was, mir ist das langsam zuviel, habe ich meine Arbeit weitergemacht, und ihn nur noch kurz angesehen, und genickt oder mmhm gesagt. Er ist dann beleidigt in sein Büro gegangen. Das war für mich der Beginn in einen Kreislauf, aus dem ich nicht mehr herauskomme.
    Ich habe mich immer mehr zurückgezogen, habe nur noch die nötigsten Antworten gegeben und habe versucht jedes Gespräch zu vermeiden, oder so schnell wie möglich zu beenden, da er auch dienstliche Belange elend lang und breit erzählte.
    Dann fing er an, mich in dienstlichen Dingen auflaufen zu lassen. Auch hier habe ich meinen Mund gehalten. Als das Ganze so offensichtlich wurde und nicht mehr nur meine Einbildung, kam es zum Streit zwischen ihm und mir. Ich habe ihm die Dinge gesagt, die mich stören. Er hat aber alles von sich gewiesen bzw. das hätte er gar nicht bemerkt, oder andere Dinge hätte er vergessen. Er hatte für alles eine Entschuldigung. Ich habe ihm gesagt, dass es so nicht mehr funktioniert. Er meinte, er würde halt pragmatisch denken und Männer würden manche Dinge gar nicht merken.
    Dann sprach er mich auf mein Verhalten unsere Kommunikation betreffend an. Ich sagte ihm, dass ich für die Art des Gesprächs einfach keinen Nerv mehr hätte. Es ginge nicht, dass er ständig nur weiterreden würde, ohne Pause und ohne dass ich selber was sagen könnte, sondern immer nur zuhören müsste. Er sagte beleidigt, das hätte ihm noch nie jemand gesagt.

    Nun musste ich schon zweimal zu einem Vorgesetzten, da mein Kollege sich über mich beschwert hat. Beim ersten Gespräch wurde mir zugehört. Ich konnte raushören, dass das dienstliche Auflaufen lassen nicht in Ordnung ist. Beim zweiten Gespräch wurde mir gesagt, das ich das nur behaupten würde. Nun soll ein Streitschlichtergespräch geführt werden. Ich habe aber keinen Streit im üblichen Sinne mit ihm.
    Mir ist es nur einfach zuviel, wenn er ständig in meinem Büro steht und sich unterhalten möchte. Da liegt aber mein Problem. Mit meiner Kollegin kann ich ganz normal reden. Über Belangloses oder Ernsteres. Wir machen Blödsinn, machen kleine Witzchen. Lachen über dies und das und arbeiten trotzdem weiter. Mein Kollege ist meistens dabei. Sowie aber meine Kollegin nach Hause geht, ist mein Problem wieder da. Dann steht mein Kollege wieder ständig in meinem Büro und redet, oder möchte reden.
    Sofort fühle ich mich in eine Spirale gesetzt, die mich ganz tief nach unten zieht. Mein Gesicht ist ohne Bewegung, und ich weiss nicht, was mit mir passiert und warum. Ich möchte dann einfach nur noch meine Ruhe haben. Manchmal wünsche ich mir, dass andere Kollegen reinkommen, um die Situation zu unterbrechen.

    Zu mir muss ich was anderes erwähnen.
    Seit dem Selbstmord von meinem damaligen Lebensgefährten vor viereinhalb Jahren nehme ich Antidepressiva. Ich habe vollkommen mein inneres Gleichgewicht verloren. Es ist, als spüre ich meine Gefühle nicht mehr. Mehrmals habe ich versucht, von den Dingern loszukommen. Wenn es mir einigermassen gut ging, habe ich die Tabletten ganz behutsam abgesetzt. Kurz drauf ging es mir dann wieder ziemlich mies, sodass ich sie wieder verschrieben bekommen habe. Mehrmals hat der Arzt mir zu psychologischen Gesprächen geraten. Durch die Tabletten ging es mir aber soweit ganz gut, dass ich bis jetzt nicht zum Psychologen gegangen bin.

    Im Moment fühle ich mich aber wieder so mies und in den Keller runtergezogen. Daher kommt sehr wahrscheinlich auch mein Rückzug im Büro. Ich möchte einfach nur meine Ruhe haben. Ich fühle mich wie eine versteinerte Statue, die gerne beweglich sein möchte, aber nicht kann.
    Ich wünsche mir ein Plätzchen zum Zurückziehen. Ich stehe morgens um sechs Uhr auf, bin zusammen mit meinem Partner im Badezimmer. Zusammen fahren wir zum Bahnhof, wo er mich absetzt. Im Zug lautes Geschrei durch Schulkinder, in der Strassenbahn geht’s weiter. Dann im Büro ständiges Gerede, nach Feierabend das ganze in umgekehrter Richtung, mit Strassenbahn, dann mit Zug dann mit Auto nach Hause. Zu Hause direkt aufräumen und Essen machen. Dabei läuft dann immer die ätzende Dunstabzugshaube, beim Essen läuft der Fernseher, solange bis wir dann ins Bett gehen. Ich ertrage einfach keine Geräusch mehr. Im Sommer bin ich schon mal in den Wald gegangen, aber im Winter kann ich nirgendwo hin entfliehen.


    Nun sagte gestern meine Kollegin zu mir, dass mein Kollege sich mit ihr über die Situation unterhalten habe, und dass es ihm nicht gut geht dabei. Das tut mir wiederum leid und das ist nicht das, was ich bezwecken möchte.
    Sie sagte zu mir, dann red doch mit ihm. Ich sagte ihr, ich kann im Moment nicht. Es geht nicht. Und ich sagte ihr, das was ich mit ihr reden würde, wäre ein Dialog, und das was er mit mir redet ist ein Monolog. Ich kann im Moment nicht. Ich will ihm nicht weh tun, aber ich kann ihm nicht mehr zuhören. Das alles ist so schwierig. Ich versuche es anders zu beschreiben. Ist meine Kollegin da, ist es als wenn die Luft leicht ist. Ist nur mein Kollege da, ist die Luft verändert und schwer. Ich weiss nicht, wie ich es beschreiben soll.

    Ich weiss, dass es an mir liegt, aber ich habe keinen Knopf, wo ich drauf drücken kann, und ich halte wieder alles aus. Ich wünschte, ich wäre wie früher. Ich habe Meditationen gemacht, konnte mit einem meiner Kinder Gedanken austauschen, habe viele Dinge gefühlt und gespürt.
    Und jetzt ist alles weg. Ich finde mich selber nicht mehr. Das was ich von mir spüre ist ständiges Ohrenrauschen.

    Zwei Dinge habe ich mir überlegt. Zum einen möchte ich nun einen Termin bei einem Psychologen machen.
    Und ich habe überlegt, ob ich die Dosis der Tabletten etwas erhöhe. Aber auf der anderen Seite denke ich dann wieder, ich kann doch nicht noch mehr von den Tabletten nehmen, damit mein Kollege immer weiter reden kann.

    Vielleicht versteht mich jemand, dem es auch mal so ging. Und vielleicht hat jemand ein paar Tipps für mich.

    Viele Grüsse
    Finchen1961

  2. Inaktiver User

    AW: warum ist mir alles zuviel-was kann ich an mir ändern

    Kleiner Trick.....ruf dich heimlich übers Handy auf die Büronummer an und lass das Telefon klingeln, dann wird er wohl das Büro verlassen, oder?

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    AW: warum ist mir alles zuviel-was kann ich an mir ändern

    Liebes Finchen,
    ich kann Dich gut verstehen. Mir geht es ähnlich, ich kann auch keinen dauernden input vertragen egal ob durch Gerede, Geräusche, Musik, TV oder durch Aufmerksamkeits-Hascherei. Bin zu sehr mit meinen eigenen Gedanken und Tätigkeiten praktisch und geistig beschäftigt.
    Zum Glück bin ich in der Lage, das steuern zu können, Du in Deinem Büro hast ja kaum Abwehrmöglichkeiten *seufz*
    Ich an Deiner Stelle würde ein freundliches, klares Wort sagen, aber das hast Du ja schon getan, ja wenn das nichts fruchtet, massiver werden. Kannst Du Dein Büro nicht abschließen?
    Und das mit den Medikamenten finde ich bedenklich, hast Du denn niemanden, mit dem/der Du Dich aussprechen kannst?

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    AW: warum ist mir alles zuviel-was kann ich an mir ändern

    zum psychologen zu gehen ist eine gute idee. weiterhin würde ich dir empfehlen, dir dringend ruhige zeit zu verschaffen. ich bin immer ins bad gegangen, habe abgeschlossen und dann in ruhe meditiert. hab vorher bescheid gesagt, dass keiner auf die idee kommt, mich zu stören.
    deine waldspaziergänge würde ich auch im winter fortsetzen, oder was spricht dagegen?
    vielleicht kannst du auch deinen freund bitten, dass ihr wenigstens beim essen nicht fernseht.
    alles liebe für dich!

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    AW: warum ist mir alles zuviel-was kann ich an mir ändern

    Vielen Dank für Eure Antworten.
    MissP.
    Mit dem Handy auf das Telefon anrufen ist eine gute Idee. Aber eher für andere Gelegenheiten.
    In meinem Büro müsste ich ja dann auch was sagen. Er würde auch in sein Büro gehen. Wenn er dann mitbekommen würde, da ist keiner dran...schwupps steht er schon wieder da, und würde fragen, ob sich jemand verwählt hat. Vorgestern hat mich meine Tochter im Büro angerufen. Sie sollte aufräumen, sie wollte aber raus. Also ewig Diskussion. Er kam um die Ecke...Ist ja immer das selbe mit den Kindern...Ich sagte, ja sie soll aufräumen, aber das löst bei ihr allergische Reaktionen aus. Aber mal nur zu grinsen und wieder zu verschwinden ist nicht. Er zeigt keine Miene bleibt stehen und redet weiter und weiter. Jetzt beim schreiben hab ich schon wieder das Gefühl ich könnte explodieren und ihn anbrüllen lass mich in Ruhe, und das nächste ist das schlechte Gewissen und die Angst, dass ich sozial nicht verträglich bin.
    melli55
    Das Büro abschliessen kann ich leider nicht. Er muss durch mein Büro durch zu den Unterlagen. Umräumen geht auch nicht, da in dem Einzelbüro nicht soviel Platz ist für zwei Schreibtische. Tauschen möchte ich mit ihm auch nicht. Er hat es lieber kühl in seinem Büro ich dagegen richtig warm. Wäre ich alleine in dem Einzelbüro würde er die Zwischentüre schliessen und ich wäre auch von meiner Kollegin isoliert, mit der ich ja gerne auch mal Witzchen und Blödsinn mache.
    Amandaa
    Ins Badezimmer gehen ist auch eine gute Idee. Das mache ich schon mal wenn ich meine Haare nachfärben muss. Dann sitze ich die halbe Stunde mit einem Buch auf dem Badewannenrand. Das könnte ich auch so mal mit einem Buch und einer Tasse Tee und einem Stuhl.
    In den Wald gehen mag ich im Moment nicht. Wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen ist es schon dunkel. Und dann habe ich Angst alleine im Wald. Das muss ich mir aufs Frühjahr und den Sommer verschieben.

    Ich möchte nur auch mein Körpergefühl wieder anders haben. Aber ich weiss nicht wie. Mein Oberbauch ist ständig angespannt. Wenn ich es merke, versuche ich den Bauch zu entspannen. Sekunden später ist es wieder alles zusammengezogen.

    Was mir noch aufgefallen ist...
    Wenn es mir gut geht, ist meine Stimme und die Stimmlage "normal". Wenn es mir nicht so gut geht, ist die Stimme wie eine Stimmlage tiefer, oder wie man das beschreiben soll. Ist sie tiefer ist auch der Zeitpunkt da, wo mir alle Geräusche auf den Nerv gehen. Und mein Kollege hat ständig die tiefere Stimmlage. Ich meine nicht die tiefere Stimme eines Mannes sondern die tiefere Stimmungslage. Und direkt passt sich meine Stimmlage seiner an ohne dass ich was dran ändern kann.
    Ach mann ist das alles blöd.

    Liebe Grüsse finchen1961

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    AW: warum ist mir alles zuviel-was kann ich an mir ändern

    liebes finchen, du hast mein vollstes mitgefühl.

    ich habe eine ein bisschen ähnliche situation, allerdings nicht so krass wie du

    jetzt grad' habe ich nur wenig zeit, aber ich schreibe später noch etwas ausführlicher. willst du erzählen, welches mittel du einnimmst? (kannst du mir auch gern eine pn schreiben, wenn du das hier im forum nicht sagen magst).

    lizziegruß


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    AW: warum ist mir alles zuviel-was kann ich an mir ändern

    Hallo finchen!

    Mal einen pragmatischen Vorschlag: Zeitfenster schaffen!
    Wenn dein Kollege wieder in deinem Büro steht, könntest du zum Beispiel sagen: "Sorry, Kollege. Im Moment habe ich mächtig zu tun. Um soundsoviel Uhr mache ich eine Kaffeepause. Lass uns doch dann kurz quatschen."
    Somit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: du sagst "nein" (was dir vermutlich ohnehin schwer fällt, stimmts? ) UND du schlägst ihm eine Alternative vor, also ein "ja".

    Dieses Streitschlichtergespräch finde ich eine gute Sache. Wer würde das dann machen? Jemand vom Betriebsrat oder habt ihr in eurer Firma eine eigene Abteilung für solche Belange?

    Gruss, biggi

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    AW: warum ist mir alles zuviel-was kann ich an mir ändern

    Hallo Finchen,

    Du hast ja schon krasse Situationen durchmachen müssen . --- Hier kamen ja schon ein paar Tips. Vielleicht wäre für Dich so 'ne Art kleine Auszeit auch nicht schlecht, in Deiner Situation und Verfassung würde ich mich mal vorübergehend in einem Kloster verstecken. Zumindest hab ich mal gelesen, dass man in manchen Klostern (Klöstern? ) Urlaub machen kann und ich fand die Idee gar nicht schlecht. Vielleicht findest Du Dich da wieder?

    Zu Deinem Kollegen: Kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Du genervt bist. Wird der eigentlich fürs quatschen bezahlt? Kannst ja mal heimlich aufschreiben, wieviel Prozent seiner Arbeitszeit er in Deinem Büro zubringt und diese Zahlen eurem Vorgesetzten vorlegen . Aber ernsthaft, Du hast ja eigentlich schon alles gemacht, was man zur Konfliktlösung beitragen sollte; ich hab keine Ahnung was der Typ noch braucht.

    Wünsch Dir alles Gute!

  9. Inaktiver User

    AW: warum ist mir alles zuviel-was kann ich an mir ändern

    Hallo Finchen!

    Du hast zu viel Stress, alles ist Dir über. Dein Alltag hört sich straff organisiert und total fremdbestimmt an.

    Das kenne ich auch. Wenn ich nach der Arbeit und dem anstehenden Stau nachhause komme und meine Eltern, die mein Kind bis 14°° betreuen, ohne Punkt und Komma 1 h auf mich einreden und mir sogar ins Bad hinterherkommen, bevor ich auch nur Mittag gegessen habe, könnte ich auch nur noch schreien. Obwohl ich weiß, dass die beiden ganz Liebe sind.

    Ich würde bewußt Pausen einplanen und da genau das machen, was Du magst - horch mal in dich rein. Vielleicht ein Buch lesen, spazieren - aber das darf kein Pflichtprogramm werden. Sondern bewußtes "sich hängen lassen", trödeln. Vielleicht möchtest Du ja einfach spontan eine Pommes essen gehen, statt jeden Tag Gedröhne vom Fernseher beim Abendbrot? Hin spazieren, Leute beobachten, nachhause schlendern und dabei entspannt futtern - tut saumäßig gut! Alles, was man aus dem Bauch heraus einfach macht, tut gut!

    Du scheinst jemand zu sein, der es jedem recht machen will. Kenne ich ebenfalls. Das kann man aber nicht. Mein Mantra ist inzwischen:

    "Du kannst nichts geben, wenn es Dir mies geht. Ein trockner Brunnen gibt kein Wasser."

    Zum Kollegen fällt mir nichts ein. Ich hatte auch mal so eine Labertüte im Büro. Der sitzt jetzt woanders - Glück gehabt. Da war meine Notbremse manchmal der Gang in die andere Abteilung.
    "Sorry, ich muss mal eben xy dies und das bringen. Die ist sonst gleich weg." Und dann habe ich mich 5 min auf dem Klo eingeschlossen. Wenigstens da hat man seine Ruhe.

    Drücke Dir die Daumen!

    KP

  10. User Info Menu

    AW: warum ist mir alles zuviel-was kann ich an mir ändern

    Hi ihr lieben,

    @lizzie64
    ich nehme im Moment 20 mg von Citalopram, und hatte halt überlegt, eine zeitlang 30 mg zu nehmen bis es mir wieder besser geht. Aber ich habe Angst davor, dass es dann nicht weniger wird sondern immer mehr. Ich kann doch nicht immer weiter Tabletten nehmen um andere Menschen auszuhalten die vollkommen merkfrei zu sein scheinen.

    @ die_biggi
    Mal einen pragmatischen Vorschlag: Zeitfenster schaffen!
    Wenn dein Kollege wieder in deinem Büro steht, könntest du zum Beispiel sagen: "Sorry, Kollege. Im Moment habe ich mächtig zu tun. Um soundsoviel Uhr mache ich eine Kaffeepause. Lass uns doch dann kurz quatschen."
    Somit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: du sagst "nein" (was dir vermutlich ohnehin schwer fällt, stimmts? ) UND du schlägst ihm eine Alternative vor, also ein "ja".
    Das ist schon ein guter Vorschlag. Aber dafür müsste ich ihn bei einer Kaffeepause wieder -wie soll ich das ausdrücken- durch meine total bröselige seelische Mauer durchlassen, und das kann ich im Moment nicht.

    Eigentlich habe ich mittlerweile gelernt nein zu sagen. Aber hier kann ich kein klares nein sagen, es ist alles so schwammig. Ich habe ihm bei unserem Streit gesagt, dass mich das ständige Gerede nervt. Und das waren so harte Worte, wie ich sie so gut wie nie benutze. Aber er ändert es nicht. Er geht durch mein Büro, lächelt mich an, ich lächele zurück und prompt bleibt er stehen und redet und redet immer weiter.
    Dieses Streitschlichtergespräch finde ich eine gute Sache. Wer würde das dann machen? Jemand vom Betriebsrat oder habt ihr in eurer Firma eine eigene Abteilung für solche Belange?
    Das wäre eine gute Sache, wenn nicht vorher schon das Urteil gefällt worden wäre. Ich habe in den Augen der anderen Kollegen die Schuld, obwohl keiner wirklich weiss, was hinter den geschlossenen Türen vor sich geht.
    @smilla13
    Urlaub machen oder Auszeit nehmen kann ich die nächsten Jahre nicht. Ich wohne mit meinen Kindern bei meinem Freund. Und ohne meine Kinder würde ich nicht wegfahren, da es oftmals nicht so gut zwischen allen läuft. Was die drei Kinder von meinem Freund dürfen, dürfen meine noch lange lange nicht. Es gibt hier so viele Diskussionen, die mich an meinem eigenen Verstand zweifeln lassen. Und wenn ich mit meinen Kindern in Urlaub fahren würde, würde er das auch machen. Und dann wäre alles zweigeteilt.

    Zu Deinem Kollegen: Kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Du genervt bist. Wird der eigentlich fürs quatschen bezahlt? Kannst ja mal heimlich aufschreiben, wieviel Prozent seiner Arbeitszeit er in Deinem Büro zubringt und diese Zahlen eurem Vorgesetzten vorlegen
    Jetzt muss ich aber doch grinsen. Das könnte ich ihn mal fragen
    Aufgeschrieben habe ich verschiedenes schon mal. Aber davon wissen will niemand.
    @KleinesPloetz
    Das kenne ich auch. Wenn ich nach der Arbeit und dem anstehenden Stau nachhause komme und meine Eltern, die mein Kind bis 14°° betreuen, ohne Punkt und Komma 1 h auf mich einreden und mir sogar ins Bad hinterherkommen, bevor ich auch nur Mittag gegessen habe, könnte ich auch nur noch schreien. Obwohl ich weiß, dass die beiden ganz Liebe sind.
    Da hast Du ja auch jede Menge Stress.
    Bis vor zwei Jahren bin ich jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit und zurück gefahren. Da hatte ich eine Fahrzeit von 2 Stunden jeden Tag. Das hat mich so genervt. Mittlerweile fahre ich mit dem Zug und der Strassenbahn. Mit der Strecke zum Bahnhof und zurück sind es nun 2 Stunden 30 am Tag. Das tolle daran ist, wenn ich einen Sitzplatz ergattert habe, lese ich eigentlich, und das tut unheimlich gut. Nur die letzten Wochen bin ich einfach zu müde um zu Lesen. So mache ich die Augen zu, und schlafe fast ein. Dann bin ich total kaputt, wenn ich im Büro ankomme.

    Zum Kollegen fällt mir nichts ein. Ich hatte auch mal so eine Labertüte im Büro. Der sitzt jetzt woanders - Glück gehabt. Da war meine Notbremse manchmal der Gang in die andere Abteilung.
    "Sorry, ich muss mal eben xy dies und das bringen. Die ist sonst gleich weg."
    Das mache ich ab und zu. Er guckt mich dann aber ziemlich stinkig an.
    Und dann habe ich mich 5 min auf dem Klo eingeschlossen. Wenigstens da hat man seine Ruhe.
    Da ist es leider sowas von kalt, das macht gar keinen Spass

    Ganz liebe Grüsse
    finchen1961

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