Seit Sept.07 bin ich arbeitslos.
Am Anfang der Arbeitslosigkeit war ich noch ganz gelassen. Konnte es nachvollziehen wenn Leute schimpfen mussten über zuviel Arbeit, Überstunden, blöde Kollegen, Zickenkrieg und Hierarchiekämpfe im Job.
Aber kürzlich hatte ich ein paar Tage hintereinander folgende Situationen:
Eine Freundin beschwerte sich drüber, daß sie "schon wieder" die Filialleiterin vertreten muß (natürlich gegen Zahlung eines Aufschlages, Vertretungsgeld) und sich dadurch Überstunden aufbauen.
Eine andere Bekannte erzählte von sehr unhaltbaren Zuständen in dem Amt, in dem sie arbeitet.
Ein leitender Angestellter mit einem sehr guten Einkommen und eigenem Büro schimpft jeden Tag über den Chef, die Mitarbeiter, für die er Personalverantwortung hat und überhaupt....![]()
Ein anderer Mann (Lagerarbeiter) ist außer sich weil für einen überschaubaren Zeitraum Freitag-nachmittag-Arbeit (und. evtl. falls nicht zu vermeiden ab und zu Samstag-vormittag-Arbeit) angekündigt worden ist.
Ich höre mir das an. Früher wärs das gewesen, ich hätte sie viell. noch ein klein wenig bemitleidet und wäre dann zur Tagesordnung übergegangen. Aber heute empfinde ich das als Jammern auf sehr hohem Niveau und mir schießen tatsächlich Gedanken in den Kopf wie:Wie bitte? Seid doch verdammt nochmal froh, daß ihr überhaupt eine Arbeit habt!!!!!
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Ich fand diesen Satz immer schon furchtbar. Warum schleicht er sich jetzt plötzlich in meinen Kopf??? Was kann ich tun um nicht mehr ganz so empfindlich zu reagieren? Ich möchte unbedingt vermeiden daß mir der Satz irgendwann doch mal rausrutscht.![]()
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Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 31
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15.02.2008, 10:55Inaktiver User
Wie gegen diesen dämlichen Gedanken wehren?
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15.02.2008, 11:05Inaktiver User
AW: Wie gegen diesen dämlichen Gedanken wehren?
... und WENN er Dir rausrutschen sollte: Vielleicht ist das ja für Deine Bekannten mal ein wichtiger Denkanstoß?
Vielleicht jammern sie auch gerade deshalb Dir gegenüber, weil sie jemandem, der selbst keine Arbeit hat, sagen wollen "Sei nicht traurig, dass Du immer noch arbeitslos bist... MIT Arbeit ist auch nicht alles toll". Und sei es auch nur unbewusst. Schließlich schwärmt man als Verliebte der Singlefreundin gegenüber auch nicht immer nur vor, wie toll alles ist, sondern erzählt vielleicht sogar auch eher mal von den Schattenseiten.
Es hat halt alles Licht und Schatten - und die von Dir geschilderte Situation zeigt doch eigentlich nur genau das auf.
Alles Gute für Dich
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15.02.2008, 11:06
AW: Wie gegen diesen dämlichen Gedanken wehren?
Hi!
Du hast doch vollkommen recht mit diesem Satz.
VG,
Sunflower
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15.02.2008, 11:14Inaktiver User
AW: Wie gegen diesen dämlichen Gedanken wehren?
Danke Tigerfisch
Na ja Sunflower, ich weiß nicht recht. Ich meine halt nur, der Satz kling so als wäre ich völlig hoffnungslos, das bin ich nicht, bzw. es ist tagesformabhängig. Wenn man mal an einem Tag 2 Absagen kriegt, ist man sicher schlechter drauf als wenn man ein erfolgversprechendes Vorstellungsgespräch hatte.
Ich habe halt Angst, daß es eine Vorstufe zur Verbitterung sein könnte, dagegen möchte ich unbedingt wehren.
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15.02.2008, 11:33
AW: Wie gegen diesen dämlichen Gedanken wehren?
Hallo Verliebte,
ich fände es auch nicht schlimm, wenn Dir der Satz mal rausrutschen würde. Ich kenne das auch von mir, dass ich, wenn es in einem Lebensbereich nicht so gut läuft, nur schwer zuhören kann, wenn andere von ihren Erfolgen oder auch Misserfolgen berichten. Aber auf der anderen Seite sage ich mir dann, dass ich ja nicht verlangen kann, dass alle anderen mir zuliebe diesen Bereich komplett totschweigen. Ein Stück weit muss man das dann eben aushalten und vielleicht auch einfach für sich als Ansporn umdeuten, da auch wieder hinkommen zu wollen.
Sag Dir doch einfach insgeheim: eines Tages werde auch ich wieder über die gräßliche Arbeit jammern, und auf diesen Tag freue ich mich schon!!!
Je stärker Du davon überzeugt bist, dass dieser Zustand wieder eintreten wird und Deine momentante Situation nur vorübergehend ist, desto schneller wird sich auch was ändern.
Aufmunternde Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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15.02.2008, 11:54Inaktiver User
AW: Wie gegen diesen dämlichen Gedanken wehren?
Danke Malina, dein Posting werde ich mir immer mal wieder durchlesen
Übrigens hatte ich gerade wieder eine zurückgeschickte Bewerbung in meinem Briefkasten

Also: SEID IHR ALLE VERDAMMT NOCHMAL FROH DASS IHR EINEN JOB HABT!!!!
NEIN
ich lasse mich keinesfalls unterkriegen!
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15.02.2008, 19:39Inaktiver User
AW: Wie gegen diesen dämlichen Gedanken wehren?
Hallo Verliebte,
das kenne ich noch zu gut aus der Zeit meiner Arbeitslosigkeit.. Ich habe die Probleme von anderen irgendwann echt nicht mehr als Probleme akzeptiert. Irgendwann war ich die einzige, die überhaupt ein Problem haben durfte.. Mein Freund hat mir das zum Glück öfters deutlich gesagt. Denn es ist ja nun mal nicht so, dass Leute, die arbeiten, keine (ernsten) Probleme haben.
Bei diesem Jammern auf hohem Niveau konnte ich aber auch manchmal einfach nicht die Klappe halten. Eine Freundin von mir war mal am rumjammern, weil es mit ihrem 4-wöchigen Urlaub in Südafrika noch nicht so ganz durch war. Da habe ich ihr dann auch gesagt, dass ich das für ein Luxus-Problem halte. Das hat sie dann auch eingesehen..
Es ist wirklich eine Gratwanderung. Auf der einen Seite will man sich die (Pseudo)-Probleme der anderen nicht anhören, auf der anderen Seite will man aber auch nicht, dass die Freunde einem gar nichts mehr von ihren Problemen erzählen. Und manche haben ja auch wirklich ernste Probleme im Job und denen geht es dann vielleicht sogar schlechter als einem selbst, ohne Job.
Ich wünsche ganz viel Zuversicht und Erfolg!
Und irgendwann wirst du dich auch ganz sicher wieder mit den kleinen Problemen des Arbeitsalltags rumschlagen dürfen!!
LG
Lillan
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15.02.2008, 20:01Inaktiver User
AW: Wie gegen diesen dämlichen Gedanken wehren?
Danke schön!
Zitat von Inaktiver User
Ja, und dann werde ich es hassen und ganz laut jammern!!
Zitat von Inaktiver User
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15.02.2008, 20:11
AW: Wie gegen diesen dämlichen Gedanken wehren?
Ich fänd' s auch nicht schlimm, wenn dir der Satz rausrutschen würde. Ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen rücksichtslos, wenn deine Bekannten, sich bei dir über ihre Arbeit beklagen.
Ich drücke dir die Daumen, dass du bald eine neue Stelle bekommst
Mach es fertig - bevor es dich fertig macht
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16.02.2008, 09:23Inaktiver User
AW: Wie gegen diesen dämlichen Gedanken wehren?
Ach Lottilein, die meinen es auf keinen Fall böse, die Arbeit und die damit verbundenen Schwierigkeiten werden einfach immer wieder gerne thematisiert.
Sie kennen mich nur als berufstätige Frau und sehen sich mit mir da sozusagen auf einer Stufe.
Grundsätzlich und aus eigener Erfahrung könnte ich ja jederzeit mitjammern, so lange liegt bei mir der Ärger über Scheffe, Kollegen, Geschäftspartner ja auch noch ncht zurück
Danke fürs Daumendrücken, unser lokales Käseblatt bietet mir in seiner Wochenend-Ausgabe heute richtig gute und viele Stellenangebote, und alles von Arbeitgebern direkt, nicht über diese unsäglichen Zeitarbeitsfirmen.
Geändert von Inaktiver User (16.02.2008 um 09:37 Uhr)


Wie bitte? Seid doch verdammt nochmal froh, daß ihr überhaupt eine Arbeit habt!!!!!
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