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  1. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Neid um?

    Zitat Zitat von bini_32
    Nein, es ist nicht herablassend, es ist die Wahrheit! Und genau das waren meine Gedanken damals. Neid ist halt ein Gefühl, ein Gefühl das man nicht abschalten kann. Man denkt sich seinen Teil, lässt sich aber nichts anmerken.
    Jetzt muss ich aber Dich fragen: Hast Du mein Post denn nicht gelesen?

    Ich bin fest davon überzeugt, dass man Neid "abschalten" kann, indem man daran arbeitet, vorausgesetzt, dass man es will.

    Neid ist der Ausdruck eines Minderwertigkeitsgefühls. Es ist nicht Deine Freundin, die das Gefühl bei Dir auslöst, das bist Du selbst.

    Neid kann durchaus auch für etwas gut sein - im besten Falle motiviert er, stachelt den Ehrgeiz an.

    Aber meistens, so wie hier, ist er einfach nur destruktiv...

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    AW: Wie geht Ihr mit Neid um?

    @ kuervchen
    Nach dieser Theorie darf jemand, der mit sehr viel Disziplin und Sport seine Figur hält oder sich antrainiert, stolz darauf sein, während dessen jemand, der schlank ist, viel isst und trotzdem nicht zunimmt, nicht stolz auf seine gute Figur sein darf?
    Naja, er hat ja selbst nichts dafür getan. Auf ein Gottesgeschenk stolz zu sein, ist doch ziemlich dürftig, oder?

    Und gerade bei solchen Menschen, die viel essen und doch nicht zunehmen, ist dieser Zustand nicht selten nur eine Frage der Zeit, denn jenseits der 30 verlangsamt sich der Grundumsatz, und dann ist es meistens nicht mehr so einfach, schlank zu bleiben, ohne etwas dafür zu tun. Hier würde ich sagen, man kann stolz darauf sein, wenn man sich die gottesgeschenkte Figur gegen diese Widrigkeiten erhalten kann.
    Denn zumindest bei der Partnerwahl hat man die freie Wahl, den freien Willen - und das ist durchaus etwas, was man sich erarbeiten kann
    Stimmt. Schließlich fällt der Partner ja nicht vom Himmel. Hier kann man selbst mehr tun, als man denkt. Auch die Freunde, die man hat, den Job, den man hat, das sind alles Dinge, die keine Gottesgeschenke sind, sondern für die man was tun muss. Und manchmal ist die Einsicht, dass man in dieser Firma, in diesem Job, mit diesem Partner, mit diesem Freundeskreis nicht weiter kommt, schon der erste Schritt in die richtige Richtung.
    Ich finde es ja bewundernswert, dass Ihr zum Teil so unumwunden zugebt, neidisch und missgünstig zu sein, aber ich würde an Eurer Stelle an diesem Gefühl arbeiten und meine Energie darauf verwenden, es zu bekämpfen und nicht, es weiter zu kultivieren.
    Neid ist ein ganz normales menschliches Gefühl, und daran ändert auch die Verteufelung dieses Gefühls als Todsünde durch die Kirche nichts. Man sollte sich jedoch von seinem Neid nicht das Leben vergällen lassen. Wer auf alles und jeden neidisch ist, wer das Gefühl hat, im Vergleich zu anderen grundsätzlich schlecht abzuschneiden, der sollte was dagegen tun. Das geht aber nur über die Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls, und nicht darüber, dass man sich den Neid aus moralischen Gründen verbietet.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  3. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Neid um?

    Die Bemerkung mit dem Grundumsatz geht doch auch schon wieder in die Richtung: ätsch, bätsch, wenn die erst mal jenseits der 40 ist, wird sie schon sehen... Und wenn nicht mit 40, dann aber allerspästens mit 50. Frauen halt.

    Weiter unten verurteilst Du den moralischen Ansatz der Kirche, Neid zu verteufeln (da gehe ich mit Dir konform), um hier selbst etwas als dürftig zu bezeichnen... im weitesten Sinne ist dürftig ja auch unmoralisch.

    Nein, Neid ist nicht unmoralisch, aber er lähmt (wenn er nicht, siehe oben, den Ehrgeiz anstachelt).

    Und Neid ist auch nicht gleich Neid, wenn noch eine gewisse Gehässigkeit dazu kommt, wird es eine explosive Mischung.

    "Meiner Freundin fliegt immer alles zu, sie hat ein Riesenglück im Leben" - das klingt anders wie: "Meine Freundin macht keinen Finger krumm und hockt den ganzen Tag vor dem Fernseher".

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    AW: Wie geht Ihr mit Neid um?

    Interpretiere den Neid als wichtigen Hinweis Deines Unterbewußtseins, mit welchen Bereichen in Deinem Leben Du nicht zufrieden bist.
    Dann überlege, wie Du in diesen Bereichen etwas ändern kannst, um selbst zufriedener mit Dir zu werden.
    Bei diesen Überlegungen wird dir auch auffallen, dass Du zwar xxx (irgend ein Aspekt) nicht hast, aber dafür yyy und das auf keinen Fall eintauschen würdest.

    Beispiel: Ich bin zwar nicht so schlank wie einige meiner Freundinnen, dafür haben diese bereits Falten im Gesicht und am Hals, wo bei mir noch alles schön straff (oder gut unterfüttert...) ist.
    Andererseits hat mich ein Neidgefühl auf eine Bekannte dazu gebracht, noch einige Jahre nach der Uni zu promovieren und der Aufwand hat sich gelohnt.

    Im Beispiel von Bini würde ich mir überlegen, wie schlecht gerüstet die Bekannte für ein Leben ohne Zuwendungen Dritter wäre, wogegen ich in der Lage bin, für mich selbst zu sorgen.
    Materiell mag sie im Moment besser dran sein - aber was muss sie dafür tun? Katzbuckeln? Ich würde meinen Neid aber auch als Zeichen für ein Bedürfnis nach eigener materieller Sicherheit sehen und mich bemühen, finanziell gut für mich zu sorgen.
    Geändert von Chris2008 (30.01.2008 um 15:17 Uhr)

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    AW: Wie geht Ihr mit Neid um?

    @ Riccarda
    Ich muss kritisch sagen, ich habe eine ungesunde Einstellung zu Geld. Die Masse hält es wohl eher fest. Ich finde immer, es muss fließen und im Umlauf sein. Lieber verdiene ich neu als altes festzuhalten. Wem nützt es denn, wenn es irgendwo herum liegt und Zinsen bringt? Deshalb: Weg mit der Kohle zu aller Wohle *grins*.
    Nein, ich kauf keinen Luxus und Trallala, aber wenn ich Herzenswünsche sehe, die mit Geld zu erfüllen sind; oder Träume erkenne, deren Verwirklichung einen finanziellen Anschub brauchen - das motiviert mich zu verdienen, um es zu ermöglichen.
    Wie man mit dem Geld umgeht, ist z. T. eine Frage dessen, wie die Eltern damit umgegangen sind, denn das ist das Vorbild, das man dabei hat. Für Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben, macht es Sinn, etwas mehr in Notreserven zu stecken und eben nicht alles auszugeben. Menschen, die mehr Geld zur Verfügung haben, können sich großzügiere Ausgaben leisten, ohne dass ihre materielle Sicherheit leidet. Menschen mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis werden mehr sparen als Menschen mit hoher Risikobereitschaft. Die Balance zwischen Geld in Sicherheit und Geld zum Ausgeben muss letztlich jeder selbst finden.

    Es macht jedoch keinen Sinn, sich alle Herzenswünsche zu verkneifen und jeden Cent zu sparen. Dann leidet die Lebensfreude, denn Geld sollte auch für die Gegenwart da sein, nicht nur für die Zukunft.
    Du schreibst, Verwöhnen tut letztendlich nicht gut.....
    Ich schrieb, dass zuviel Verwöhnung nicht gut ist. Wenn man jemanden alles in den Hintern schiebt, lernt er nicht, sich selbst um seine Sachen zu kümmern.
    Zu dem, was ich mir erarbeitet habe, kann ich nicht sagen, dass es mich STOLZ macht. Nein, ich freue mich eher darüber und es beruhigt mich zu sehen, dass man vieles schaffen kann, wo andere schon bei dem Gedanken daran das Handtuch werfen. Sich also selbst gar keine Chance einräumen.
    Du kannst aber schon stolz sein auf Deine Ausdauer. Es ist sicher nicht einfach, dann trotzdem am Ball zu bleiben.
    Ich denke, neidisch braucht niemand sein. Vielleicht ist jemand traurig oder enttäuscht, weil er trotz aller Anstrengungen nicht viel erreicht. Ja, da wäre ich wohl auch enttäuscht, wenn man sich monate- und jahrelang abkämpft und immer wieder negative Ergebnisse einfängt.
    Und was würdest Du dann tun? Ich nehme mal an, Du würdest versuchen, die Sache entweder nochmal anders anzupacken, oder einsehen, dass Du ein totes Pferd reitest, und Dir andere Ziele suchen. Andere würden im Gejammer, wie schlecht es das Leben mit ihnen meint, steckenbleiben.


    @ Kuervchen
    Die Bemerkung mit dem Grundumsatz geht doch auch schon wieder in die Richtung: ätsch, bätsch, wenn die erst mal jenseits der 40 ist, wird sie schon sehen... Und wenn nicht mit 40, dann aber allerspästens mit 50. Frauen halt.
    Das sollte keine missgünstige Prophezeihung im Sinne von „Dich erwischts auch noch“ sein. Es ist in vielen Fällen einfach nur eine schlichte Tatsache. Und wenn es auf Dich nicht zutrifft, dann hast Du Glück gehabt. Es ist kein Grund zur Herablassung gegenüber anderen, auf die es nicht zutrifft.
    Weiter unten verurteilst Du den moralischen Ansatz der Kirche, Neid zu verteufeln (da gehe ich mit Dir konform), um hier selbst etwas als dürftig zu bezeichnen... im weitesten Sinne ist dürftig ja auch unmoralisch.
    Okay, sagen wir mal, dieser Stolz ist von der Sache her nicht gerechtfertigt.
    "Meiner Freundin fliegt immer alles zu, sie hat ein Riesenglück im Leben" - das klingt anders wie: "Meine Freundin macht keinen Finger krumm und hockt den ganzen Tag vor dem Fernseher".
    Stimmt.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  6. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Neid um?

    Stolz auf etwas zu sein, bedeutet doch letztlich nichts anderes, als zufrieden mit etwas zu sein. Ich setze den Begriff nicht gleich mit Hochmut (womit wir wieder bei der Kirche wären).
    Wenn ich allerdings mit etwas prahle oder gelobt werden möchte, nach Anerkennung heische, dann kippt Stolz in Hochmut.
    Aber wenn ich heimlich, still und leise stolz auf meine Figur (meine Haare, meine Nase - was-auch-immer) bin, ist daran doch nichts verwerflich und/oder ungerechtfertigt?!

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    AW: Wie geht Ihr mit Neid um?

    @ Kuervchen
    Stolz auf etwas zu sein, bedeutet doch letztlich nichts anderes, als zufrieden mit etwas zu sein. Ich setze den Begriff nicht gleich mit Hochmut (womit wir wieder bei der Kirche wären).
    Wenn ich allerdings mit etwas prahle oder gelobt werden möchte, nach Anerkennung heische, dann kippt Stolz in Hochmut.
    Aber wenn ich heimlich, still und leise stolz auf meine Figur (meine Haare, meine Nase - was-auch-immer) bin, ist daran doch nichts verwerflich und/oder ungerechtfertigt?!
    Vielleicht ist mein Begriff von „stolz auf etwas sein“ etwas zu puritanisch ...
    Ich finde, wer meint, er sei anderen aufgrund von reinen Gottesgeschenken überlegen, ist herablassend und hochmütig. Über ein Gottesgeschenk freuen kann man sich natürlich immer.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: Wie geht Ihr mit Neid um?

    Kurzes Zitat aus dem Wikipedia:


    Mitunter wird der Stolz in zwei Formen unterteilt: eine gesunde und eine kranke, das heißt neurotische Form (zum Beispiel propagiert von Karen Horney in ihrem Buch Neurose und menschliches Wachstum). Neurotischer Stolz ist es, wenn man stolz auf etwas ist, was man nicht selber geschaffen hat, oder eine andere neurotische Form ist natürlich auch, Leistungen erbracht zu haben, die gegen die Menschen gerichtet sind, zum Beispiel stolz zu sein, möglichst viele Leute betrogen zu haben. Gesunder Stolz liegt jedoch vor, wenn man etwas für sich (beispielsweise Ablegen einer Dissertation, Abitur) oder für die Gemeinschaft geleistet hat.



    Ich bin ebenso der Meinung , dass man nur stolz auf etwas sein sollte, woran man mitgewirkt hat. Man ist ja auch stolz auf seine Kinder, wenn sie gut geraten sind , bzw, etwas besonderes geleistet haben.


    Außerdem halte ich es nach wie vor für "normal", einem Menschen etwas nicht so recht zu gönnen, wenn er mühelos erreicht hat, was man trotz enormer Anstrengung nicht schafft-

    Allerdings, ist mir aufgefallen, dass man, wenn man in einer glücklichen Partnerschaft lebt vieles gelassener sieht!

    Erdbeere

  9. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Neid um?

    "Normal" ist nicht der Punkt, liebe Erdbeere. Es mag normal sein, trotzdem kenne ich das Gefühl Neid oder jemandem etwas nicht zu gönnen nicht, und ich habe so einiges nicht mühelos geschafft, was anderen nur so zugeflogen ist. Ich müsste mich bei manchen Dingen ein klein wenig mehr anstrengen als andere, lasse es aber häufig bleiben, weil es mir den Aufwand nicht wert ist. Mit der Konsequenz muss ich dann leben.

  10. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Neid um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich muss zugeben, dass mich manche Posts etwas befremden: Sie hat in ihrem Leben noch keinen Finger krumm gemacht - das ist nicht nur Neid, das ist sehr herablassend...

    Oder auch die Aussage missgünstig zu sein auf Dinge, die man sich nicht erarbeiten kann... zumal in der Aufzählung einiges durcheinander geraten ist. Denn zumindest bei der Partnerwahl hat man die freie Wahl, den freien Willen - und das ist durchaus etwas, was man sich erarbeiten kann.
    Zu dem "ungekrümmten Finger" (auch wenn der betreffende Beitrag nicht von mir stammt): Ich finde diese Formulierung nicht herablassend; es gibt tatsächlich faule Leute, die den ganzen Tag auf der Ottomane liegen und anderen das Arbeiten überlassen. Man müsste halt die Umstände des Einzelfalles kennen.

    Zur Partnerwahl:
    Die freie Wahl allein nützt mir herzlich wenig, wenn der von mir Erwählte sich entweder gar nicht oder zumindest nicht genügend für mich interessiert bzw. wenn mein erwählter Partner mich, obwohl ich mich sehr um ihn bemüht habe, nach einigen Jahren wegen einer Jüngeren verlässt.
    Nein: Liebe und Beachtung durch Männer kann man sich nicht durch irgendwelche Bemühungen erarbeiten oder gar verdienen. Wenn sie einen nicht attraktiv finden, weil man zu groß, zu klein, zu dick (zu dünn ist eine Frau einem Mann ja nur in den seltensten Fällen!), zu alt, zu gebildet, zu intelligent, finanziell zu unabhängig, zu eigenständig, zu unsportlich oder auch zu zurückhaltend etc. ist, hat man halt Pech gehabt - es sei denn, man wäre bereit, sich zu verbiegen und gewaltige Abstriche beim Niveau des Partners zu machen, nur um einen Mann zu finden (das machen ja auch genügend Frauen).

    Liebe - insbesondere erwiderte und dauerhafte Liebe - ist und bleibt letztlich ein Geschenk. Und Geschenke werden nicht immer gerecht verteilt...
    Geändert von Inaktiver User (30.01.2008 um 18:46 Uhr)

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