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  1. Inaktiver User

    AW: Wie lerne ich mit Kritik umzugehen?

    Zitat Zitat von Karla48
    Interessant! Darf ich fragen, aus welcher Art "Schule" dieser Tipp stammt? Interessiert mich einfach.

    Stammt aus dem Buch: "Aufwachen - Dein Leben wartet"

    Brava

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    AW: Wie lerne ich mit Kritik umzugehen?

    Ah ja. Ich werde da mal reinschauen, das steht hier nämlich zufällig im Regal, eine Freundin war begeistert davon.
    The original Karla
    est. 2006


  3. Inaktiver User

    AW: Wie lerne ich mit Kritik umzugehen?

    Na, so ein Zufall aber auch!

    Ich war sehr kritisch dem Buch gegenüber. Der Titel gefällt mir nicht, das Cover auch nicht und die amerikanische Art zu schreiben schon gar nicht. Alles zu aufgeblasen.

    Aber die Kernaussage, das Wesentliche hat meine diffusen "Lebens-Philosophien" bestätigt und in Worte gefasst.

    Viel Spass beim lesen. Berichte mal, wie`s Dir gefällt. Ich hatte den Tip übrigens auch von einer Bricom-userin.

    Brava

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    AW: Wie lerne ich mit Kritik umzugehen?

    Also, ich bin gestern nochmal in mich gegangen und habe überlegt, in welchen Situationen ich so empfindlich auf Kritik reagiere. Wenn jemand einfach nur anderer Meinung ist oder mir jemand in ganz normalem Ton sagt, dass er/sie etwas nicht gut findet, dann habe ich damit überhaupt kein Problem.

    Mir ist aufgefallen, dass ich immer dann dieses sehr dumpfe Gefühl im Bauch kriege, wenn die Kritik etwas harscher kommt, also entweder in einem sehr kritisierenden, negativen Ton oder wenn halt gar kein Ton dabei ist, wie bei Emails.

    Mein weiteres Problem ist, dass ich jegliche Art von Konfrontation umschiffe, wie ein Skifahrer, der beim Slalom versucht, die Fähnchen nicht zu berühren. Ich schaffe es einfach nicht, andere Leute beizeiten offen (konstruktiv und sachlich!) zu kritisieren, sondern schlucke alles und rege mich dann für mich selbst tierisch auf.

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    AW: Wie lerne ich mit Kritik umzugehen?

    Zitat Zitat von RoterOktober
    Also, ich bin gestern nochmal in mich gegangen und habe überlegt, in welchen Situationen ich so empfindlich auf Kritik reagiere. Wenn jemand einfach nur anderer Meinung ist oder mir jemand in ganz normalem Ton sagt, dass er/sie etwas nicht gut findet, dann habe ich damit überhaupt kein Problem.

    Das ist doch schonmal gut.

    Mir ist aufgefallen, dass ich immer dann dieses sehr dumpfe Gefühl im Bauch kriege, wenn die Kritik etwas harscher kommt, also entweder in einem sehr kritisierenden, negativen Ton oder wenn halt gar kein Ton dabei ist, wie bei Emails.

    Genau. Wenn jemand schon klingt wie mein Vater *kreisch* Manche glauben ja tatsächlich, sie müssten an 49-jährigen Frauen noch herumerziehen. Wahrscheinlich, weil die eigenen Kinder sich das nicht gefallen lassen.

    Mein weiteres Problem ist, dass ich jegliche Art von Konfrontation umschiffe, wie ein Skifahrer, der beim Slalom versucht, die Fähnchen nicht zu berühren. Ich schaffe es einfach nicht, andere Leute beizeiten offen (konstruktiv und sachlich!) zu kritisieren, sondern schlucke alles und rege mich dann für mich selbst tierisch auf.

    Tja, wenn das wirklich immer so ist, schadet Dir das natürlich. Bei mir isses verschieden - Tagesform entscheidet.
    Bei häßlichen Konflikten kann man ja entweder dranbleiben, klären/sich behaupten (notfalls mit Hilfe Dritter, Stärkerer), oder auf Distanz gehen. Beides ist für sich genommen ok. Aber wenn die Fluchten überwiegen, dann wohl doch, weil man sich nicht gewachsen fühlt, oder? Da kann man dran arbeiten. Es gibt so gute Seminare für Frauen inzwischen, einfach super. Auch bei der VHS. Oder halt eine Therapie, wenn man regelrecht krank wird durch die Probleme.

    Brava, das Buch muß vor einiger Zeit in Mode gewesen sein, oder? Och nein, kritisch gehe ich nicht heran, eher offen. Bin mal gespannt.
    .
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Wie lerne ich mit Kritik umzugehen?

    Zitat Zitat von Malina70
    Dabei solltest Du dann versuchen, die Sachaussage von der Beziehungsaussage zu trennen und beide Botschaften unabhängig voneinander wahrzunehmen.
    das ist m.e. ganz entscheidend. ich habe an mir festgestellt, dass ich kritik gut oder schlecht annehmen kann und verkrafte, je nachdem, von wem sie kommt.

    kritik von meiner mutter kann ich z.b. überhaupt nicht annehmen. sie hat mich in früheren jahren so oft und massiv kritisiert und abgewertet, dass ich mich einfach gegen jede art ihrer bewertungen in meine richtung wehre. da steckt vielleicht immer noch dieses kleine schlechte mädchen in mir. ich kann aber auch nicht einmal lob annehmen von ihr, ich glaube es schlichtweg nicht, obwohl unsere beziehung inzwischen immer liebevoller wird. gestern sagte sie z.b. zu mir "ich bin stolz auf dich", ich konnte es nicht annehmen. hier nehme ich offensichtlich alles von ihr noch eher über das beziehungsohr auf.

    letzte woche bekam ich dagegen kritik von einem meiner chefs (geschäftsführer der firma), mit der ich gut umgehen konnte. ich hatte ihn meinerseits im dezember wegen einer konkreten sache scharf kritisiert, weil ich das, was er wiederholt getan hatte, schlichtweg als rücksichtslos empfand (und anderen mitarbeitern ging es auch so). ich habe jedoch sehr emotional reagiert (um nicht zu sagen, mich tierisch aufgeregt!!!) und ihm das per mail geschrieben - jedoch an den vollen internen verteiler unserer firma.
    letzte woche wurde ich von der geschäftsleitung zu einem gespräch eingeladen. der betroffene chef hat mir sehr freundlich und sachlich mitgeteilt, dass er es überhaupt nicht in ordnung fand, dass ich meine kritikmails an alle mitarbeiter verteilt habe. er möchte mich nicht entmutigen, kritik zu üben, und ich soll es auch tun, aber dann bitteschön doch nur an ihn persönlich oder höchstens alle anderen geschäftsführer. es ginge nicht, dass alle mitlesen, wenn ich ihm eins auf den kopf haue.

    das habe ich sofort eingesehen, und es tat mir leid. ich habe gesagt, dass ich das verstehe und damals nicht darauf geachtet habe, an wen die mails gehen, weil ich mich so sehr geärgert habe. aber dass ich es verstehe und zukünftig darauf achten werde, wen ich auf den verteiler meiner emails setze. danach war die sache erledigt.

    ich konnte so gut mit der kritik umgehen, weil ich inzwischen das selbstbewusstsein besitze, für meine chefs eine wertvolle und geachtete mitarbeiterin zu sein, und mir klar war, dass er jetzt nicht meine ganze person, sondern nur diesen einen punkt meint.
    dieser eine punkt, an dem ich mich falsch verhalten habe, macht aber nicht meine ganze person aus!

    weiterhin habe ich in letzter zeit bewusst gelernt, mir fehler, gerade die, die aus einem intensiven gefühl heraus entstehen, zuzugestehen und mich nicht immer deswegen zu zerfleischen. ich habe eben zu diesem zeitpunkt so gefühlt, und das hatte seine berechtigung. und wenn ich mich ärgere, dann darf ich es auch zeigen. dass dabei im eifer des gefechts formfehler entstehen, ist doch menschlich! die kritiker machen ebenso fehler, wie die, die sie kritisieren. wichtig ist, dass man darüber redet und nachdenkt und seine fehler korrigiert. aber fehler machen darf jeder!

    vielleicht hilft es dir auch, dir zu sagen, dass du ein mensch bist, dass du fehler machen darfst. doch identifiziere dich nicht mit deinen fehlern. natürlich werden dir andere menschen immer wieder deine fehler sagen, das ist deren recht. sie sind ja betroffen, fühlen sich vielleicht sogar verletzt. sieh es als deren selbstschutz an. je barscher sie ihre kritik anbringen, um so dringender ist vielleicht ihr bedürfnis nach selbstschutz, oder sie haben es schon lange in sich hineingeschluckt, und dann bahnt sich ihre aufregung unkontrolliert ihren weg nach außen. so wie es dir eben auch passiert. aber das hat mit ihnen zu tun. hier könntest du sogar, wie mein chef, sie wiederum kritisieren, aber erst, nachdem du ihre kritik verarbeitet hast. es ist auch völlig normal, dass konfrontationen, reibungen und verletzungen entstehen, wenn menschen miteinander zu tun haben. das geht einfach nicht zu vermeiden.

    für dich ist jedoch letzten endes nur der inhalt interessant, wie malina sagt - die sachebene. und da besteht ja auch immer die chance, etwas zu lernen und sich weiter zu entwicklen. sieh kritik als lernangebot an. wer bereit ist zu lernen, zeigt größe. von daher versuche vielleicht, sachlicher mit kritik umzugehen. wenn man das einmal geschafft hat, ist es übrigens ein ganz tolles erhebendes und beruhigendes gefühl und überhaupt nicht entwürdigend.
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

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    AW: Wie lerne ich mit Kritik umzugehen?

    Hallo Roter Oktober,

    ich denke, es ist ganz normal dass man Kritik, die in harschem Ton vorgetragen wird oder von einem Menschen kommt, den man nicht sonderlich mag, empfindlich reagiert.

    Wichtig finde ich in so einem Fall nur, dass man sich eben trotzdem nicht gleich zu einer spontanen Reaktion hinreißen lässt, die u.U. alles noch schlimmer macht. Auf der anderen Seite halte ich es auch für falsch, Kritik nur weil die Form oder Person nicht genehm ist, sofort weit von sich zu weisen. Auch aus so einer Kritik kann man etwas lernen.

    Aber man muss sich auch nicht jeden Schuh anziehen. Wenn ich nach gründlicher Prüfung feststelle, dass ich mit der Kritik gar nichts anfangen kann und die kritisierten Punkte einfach nicht nachvollziehen kann, dann lasse ich es gut sein. Allenfalls nehme ich mir vor, künftig mal genauer auf diesen Punkt zu achten.

    Ein Kollege hat mir mal vorgeworfen, mein Tonfall würde unter Stress so aggressiv. Das konnte ich überhaupt nicht verstehen, weil ich mich nicht als aggressiv empfinde. Aber nun gut, wenn er das so empfindet, dann versuch ich halt drauf zu achten, noch ruhiger zu sein. Kann ja sein, dass mich da meine Selbstwahrnehmung in Stich lässt.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Wie lerne ich mit Kritik umzugehen?

    Ich danke Euch allen für Eure Gedanken, inbesondere Dir, Marla63! Insbesondere als Du das mit Deiner Mutter und Deinem Chef schriebst, habe ich mich sehr wieder erkannt.

    Meine Mutter hat früher auch oft rumgenöckelt oder irgendwie blöd kommentiert und tut es teilweise noch immer, nie über grundsätzliche Sachen, sondern immer ging es um Kleinigkeiten. Seitdem kann ich Kritik von meiner Mutter gar nicht mehr annehmen, vor allem, weil sie auch immer diesen frechen und fordernden Tonfall drauf hat...

    Das mit dem Chef kann ich ebenfalls gut nachvollziehen. Ich glaube, in der Situation hätte ich wahrscheinlich zwar schon schlucken müssen, aber ich hätte es auf alle Fälle eingesehen und eingestanden und mir hinterher auch nicht mehr so arg viele Gedanken drüber gemacht. Einfach, weil jemand einem ganz sachlich sagt, wie es ist.

    Neulich war ich ein paar Tage in Berlin und da saß ich in der S-Bahn und bekam mit, wie ein (offensichtlicher) Chef per Handy zwei seiner Sekretärinnen zusammengestaucht hat: "Frau xy, das hätte wirklich nicht passieren dürfen, jetzt ist alles soundso und sie müssen mich doch vorher fragen, das geht so nicht" etc.pp. und das ganze in einem sehr verärgerten Ton. Ich habe mich total unwohl gefühlt, alleine dabei zuzuhören. Als hätte er mich damit gemeint und dachte nur, oh Gott, wie müssen sich die Sekretärinnen jetzt fühlen. In meiner Vorstellung (!) bin ich erstmal aufs Klo gelaufen und hab geheult.

    Ich habe hier aber gerade auch einen Präzedenzfall, an dem ich mich mal selbst testen kann. Stehe gerade vor einem mittelschweren Konflikt und werde mal Schritt für Schritt testen, ob ich ihn lösen kann und werde das mal ausprobieren mit der "Beziehungs- und Sachebene".

    Werde übrigens auch mal in das VHS-Angebot schauen. So ein Kurs kann vielleicht wirklich gar nicht schaden.

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    AW: Wie lerne ich mit Kritik umzugehen?

    Zitat Zitat von RoterOktober
    Als hätte er mich damit gemeint und dachte nur, oh Gott, wie müssen sich die Sekretärinnen jetzt fühlen. In meiner Vorstellung (!) bin ich erstmal aufs Klo gelaufen und hab geheult.
    vielelicht hilft es dir, dir zu verdeutlichen, dass menschen, wenn sie sich so verhalten, dies allein aus angst tun. ich als unbeteiligte lese sehr sehr viel angst und panik aus den worten dieses mannes mit dem handy. er hatte schlichtweg schiss in der hose, eine menge druck und hat versucht, diesen druck an seine sekretärin abzugeben.

    aber wenn man diesen gedanken beherzigt - andere menschen agieren oder reagieren oft auch nur aus angst -, dann kommen sie einem plötzlich nicht mehr so übermächtig vor, und man selbst fühlt sich nicht mehr so klein. im gegenteil, man kann diejenigen, die einem früher angst eingejagt hat, besser verstehen und muss sich nicht mehr verkriechen. und dann kann man sich auch innerlich wehren und schützen davor, dass sie ihre negativen gefühle an uns abladen, indem man ihnen innerlich sagt: "stopp - lass deine negativen gefühle bei dir! lass sie nicht an mir aus!"
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

  10. Inaktiver User

    AW: Wie lerne ich mit Kritik umzugehen?

    kritik sollte man durchaus kritisch sehen:

    (was ich selten tat, ich liess es immer zu nahe an mich rankommen.)

    - kann man dem kritisierenden vertrauen? (kritisiert er z.b. nicht nur aus egoistischen motiven, was meistens so ist...)

    - weiß der kritisierende mehr? hat er weinen wissens vorsprung? etc.

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