wenn in meinem kopf chaos entsteht, ist es für mich gut, "einen schritt vom bild zurückzutreten".
wie ein maler immer wieder von seinem bild einen schritt zurücktreten muss, um einen überblick zu gewinnen, muss ich vom formulieren meiner ziele zurücktreten und den dingen raum geben, sich von selbst zu entwickeln.
gerade wenn ich unter druck bin, ein bestimmtes ziel zu formulieren, ist das für mich wichtig.
also ganz klare denkpausen machen. tanzen ist dein ding, also ist tanzen gut. andere vorschläge wären vielleicht: lange, herausfordernde wanderungen, die dich physisch fordern, am besten alleine (dann aber darauf achten, dass keine wirklichen gefahren lauern, wie z.b. krasse klettersteige, brüchige pfade oder schlechte karten). oder in die sauna gehen. kein buch mitnehmen, und wirklich buchstäblich ins kalte wasser tauchen, wechselbäder machen. es ist gut, wenn es anstrengend ist, wenn dein körper in den mittelpunkt deiner aufmerksamkeit rückt. wenn du geld hast: massagen nehmen. und ähnliches. einen neuen sport lernen, auch wenn du ihn später nicht mehr ausüben wirst: segeln, surfen, eislaufen, hundeschlitten fahren, klettern, reiten.
wie weiter oben schon jemand schrieb: es ist erstaunlich, welche arbeit das unterbewußtsein in dieser zeit erledigt. plötzlich kommen erkenntnisse, rücken die dinge sich zurecht.
wenn du das denken nicht abstellen kannst und akut ins rotieren gerätst: nimm dir fünf minuten und konzentriere dich auf das ein- und ausatmen, und zwar nur an der nase. spüre die kühle luft beim einatmen in deinen nasenlöchern, die warme luft beim ausatmen und betrachte deine körperspannungen, ohne sie zu verändern. wenn in diese atemübung gedanken einbrechen, benenne sie und kehre sofort zum atem zurück. dabei wirst du merken, worum sich deine gedanken drehen, ohne zu einer lösung zu kommen, und welche bewertungen du automatisch vornimmst. das hilft, den einen schritt über das gewohnte denken hinaus zu machen.
ganz wichtig: loslassen von dem druck, ergebnisse erzielen zu wollen. du hast vier wochen raum, nimm dir vier wochen raum.![]()
Antworten
Ergebnis 11 bis 15 von 15
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14.12.2007, 18:44Inaktiver User
AW: Wie "sortiert man sich"? Methoden zur Problembearbeitung
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15.12.2007, 01:04Inaktiver User
AW: Wie "sortiert man sich"? Methoden zur Problembearbeitung
Du, so war's nicht gemeint - ich freu mich auch über Austausch, soweit der aus meinem kuriosen Geschreibsel möglich ist. Mir kommt's nur so vor, als ob ich, bevor ich wirklich über die Sachfrage reden kann, erstmal sortieren muss, wo was ist.
Zitat von Hopscotch07
Gute Frage
Zitat von Hopscotch07
Aus der Hüfte geschossen: mangelndes Zu-Mir-Stehen, auch die Gewohnheit, sich klein machen zu müssen, um angenommen zu werden.
Schwer. Im ersten Moment nein, ich verkrampf z.B. bei einer unerwarteten Umarmung total, kann aber dann doch wieder loslassen (und in dem Moment fließt Energie und es kommt was zurück).
Zitat von Hopscotch07
Auch dir, Katsi, nochmal danke - und die körperliche Betätigung werd ich jetzt gleich umsetzen
Gute Nacht euch,
T.
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15.12.2007, 09:23
AW: Wie "sortiert man sich"? Methoden zur Problembearbeitung
Hallo Tanguera
Wie "Katsi" schreibt -- loslassen, einen Schritt zurückgehen, hinschauen ohne zu werten, einfach wahrnehmen... was das Unterbewusstsein für Bilder sendet.
Nimm dir Zeit und lass es "werden" ... wenn du traurig bist, dann sei es, bist du glücklich, geniess es, bist du berührt und bewegt --nimm es an.
Solche Zeiten sind anstrengend, aber für deine persönliche Entwicklung unendlich wertvoll.
Bewegung draussen in der Natur und dabei dich auf das konzentrieren was du gerade tust, hörst und siehst, hilft dir von den kreisenden Gedanken wegzukommen und den Augenblick wahrzunehmen.
Den Rest macht das Unterbewusstsein und plötzlich werden Dinge wie von selber klar und Knoten in deinem Innern lösen sich....
Ich habe gerade eine solche Phase hinter mir und geniesse nun das freie "Luftgefühl" und die Freude, wenn du endlich begreifst, dass alte unaufgearbeitete Dinge nun endlich "erledigt" und vorbei sind.
Den Rucksack deiner Gefühle und Erfahrungen, trägst du selber mit dir mit -- du beginnst nun ihn zu leeren, pack die Chance und tu es einfach...
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22.12.2007, 22:26Inaktiver User
AW: Wie "sortiert man sich"? Methoden zur Problembearbeitung
Hallo Tanguera - noch ein etwas verspaeteter Nachtrag von mir. Ich lebe (dauerhaft) weit weg von D und spreche nur noch mit mir selbst und mit meinen Tieren deutsch - Probleme habe ich damals beim Umzug auch mehr als zur Genuege mitgebracht, ich kann also ganz gut nachvollziehen, worum es Dir geht.

Was mir hilft sind verschiedene Sachen. Schreiben und sich koerperlich verausgaben, was ja schon angesprochen wurde. Ich finde viele Antworten auf brennende Fragen, wenn ich gruendlich mein Haus putze oder ausmiste. Immer, wenn ich ausmiste, kommt es mir so vor, als ob ich nicht nur physisch was in meiner Umgebung veraendere, sondern auch in meinem Kopf ausmiste und aufraeume. Reden halten hilft mir. Ich bin damals ca. sechs Monate nach meinem Umzug bei Toastmasters Mitglied geworden. Ich rede natuerlich nicht ueber meine Probleme, aber a) hilft das strukturierte Nachdenken bei der Vorbereitung einer Rede grundsaetzlich ungemein (man bekommt eine gewisse Diszipliniertheit im Denken) und b) habe ich mich dadurch sehr aktiv mit der Sprache auseinandergesetzt (und das haelt bis heute an). Ausserdem bin ich Grafik Designerin und Web Designerin und habe immer ein paar private Projekte, in denen ich mich "verbeisse" wenn ich mich mit irgendwas rumschlage.
Schoene Feiertage an Dich und alle Mitleser
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22.12.2007, 23:16Inaktiver User
AW: Wie "sortiert man sich"? Methoden zur Problembearbeitung
Danke auch dir nochmal, Bluebonnet!
Grade heute ist der richtige Tag, um auch ein bißchen Feedback zu geben... ich fühl mich, zum ersten Mal hier, so richtig 100% glücklich und eins mit mir, auch wenn nix konkretes vorgefallen ist.
Schön ist das.
Geholfen hat mir das Aufschreiben, insbesondere auch in poetischen Formen (in Fremdsprache geht's echt noch nicht... ich lern grad erst die Vergangenheitsform ;-)), die Mindmaps waren prima zum Strukturieren - und körperlich verausgabt bin ich (leider?) so gut wie jeden Tag. Es sortiert sich was - udn so wie der Nachdenk-Prozess durch die Körperarbeit angestoßen wurde, so wirkt meine Erdung jetzt zurück: zum ersten Mal seit zwei Wochen seh ich den Erfolg des Trainings.
Euch nochmal ganz lieben Dank und schöne Feiertage!
T.


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