...da würde mich wieder interessieren:
aus welchen Bedingungen entsteht der Wunsch zu helfen?![]()
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Thema: Was ist ein guter Mensch?
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10.12.2007, 15:40Inaktiver User
AW: Was ist ein guter Mensch?
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10.12.2007, 17:44
AW: Was ist ein guter Mensch?
schon allein die attribute "gut" und "böse" sind wertungen. und zwar sehr subjektive. zumal in jedem menschen beides, um nicht zu sagen ALLES steckt. ich erlebe oft, dass ich eine "böse" handlung eines menschen in einem anderen licht, also nicht mehr so negativ sehe, wenn ich versuche zu verstehen, warum dieser mensch so handelt. so wie auch, wie hier berichtet wurde, eigentlich "gute" taten so oder so gesehen werden können, wenn man sie im zusammenhang mit der motivation desjenigen betrachtet. aber auch da kann man versuchen zu verstehen, dass der- oder diejenige vielleicht einfach nur aus angst handelt vor der angekündigten strafe, um seine tat nicht mehr allzu streng zu bewerten.
ich denke, wichtig ist, in sich selbst liebe und somit frieden zu finden. das ist mein ziel, daran arbeite ich. wahrscheinlich lebenslänglich. menschen, die sich selbst lieben und in frieden sind mit sich, werden automatisch liebe weitergeben und frieden um sich schaffen, im großen und im kleinen. wie das dann im einzelnen aussieht, in welchen taten sich das äußert, kann doch ganz verschieden sein. es hängt vom wesen und den möglichkeiten des einzelnen ab. zu sagen "das ist gut" und "das ist weniger gut" wäre m.e. schon wieder eine wertung. ein mensch, der für seine mitmenschen im alltag immer wieder liebevolle worte findet und anderen menschen auf der straße ein lächeln schenkt, kann genauso viel gutes tun, wie ein mensch, der sich um obdachlose kümmert.
sich selbst anzunehmen und zu lieben, bedeutet auch, sich selbst menschliche schwächen zu verzeihen. das bedeutet für mich, sich nachzusehen, dass man ein mensch ist, und kein erleuchtetes wesen. wenn also jemand kein vegetarier ist und fleisch braucht zum leben, ist er automatisch kein schlechter mensch. wichtig finde ich, dass man alles, was man tut (oder sein lässt), bewusst tut. dass man sich gedanken darüber macht. also: warum esse ich fleisch, obwohl dazu andere lebewesen getötet werden müssen? und: ja, ich brauche es, aber muss ich es jeden tag essen?
wer so mit sich im reinen ist und sich - vermeintliche - schwächen verzeiht, wird automatisch auch mit den menschen um sich herum nachsichtig und liebevoll umgehen.
ein mensch, der sich selbst wichtig und wertvoll ist, sich selbst und sein leben liebt und die themen seines lebens erfolgreich bearbeitet hat, wird immer bewusster ud offener durchs leben gehen, sich und seine handlungen nicht nur im eigenen, sondern vor allem im sinne der allgemeinheit hinterfragen und zur müllentsorgung sicher nicht mehr in den wald gehen.
für mich ist die unterscheidung von gut und schlecht oder böse / richtig und falsch ursächlich nicht abhängig davon, welchem glauben oder welcher weltanschauung man angehört. ich war selbst atheist viele jahre meines lebens und finde immer mehr zu meinem glauben an gott. meine ethischen grundsätze sind keine anderen geworden dadurch. eins steht für mich auch fest: gott ist kein strafender. er macht keine vorschriften. er wertet nicht. und er greift nicht ein. er ist ein liebender gott. alles andere (strafe, sünde usw.) hat die kirche erfunden. das hat aber nichts mit religion zu tun.Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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10.12.2007, 17:46Inaktiver User
AW: Was ist ein guter Mensch?
@Claudia
Ich denke, dass es irgendwann einmal so ist, dass man nicht nur mehr sich selbst genügen kann / will. Dass man weiß und gelernt hat, was einem Menschen gut tut. Und es einem selbst gut geht, warum soll man dies nicht teilen? Jeder hat eine andere Schwelle, an der man zufrieden ist. Dann beginnt, so glaube ich, der Moment, wo man anderen helfen will....da würde mich wieder interessieren:
aus welchen Bedingungen entsteht der Wunsch zu helfen?
Nicht zuletzt ist Mitgefühl einem dem Menschen angeborene Eigenschaft. Bei dem einen stärker, bei dem anderen schwächer ausgebildet.
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10.12.2007, 17:46Inaktiver User
AW: Was ist ein guter Mensch?
Hallo Marla,
ich weiss gar nicht, was ich schreiben soll......ausser:
was für ein wunderbares Posting und DANKE!
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10.12.2007, 17:48Inaktiver User
AW: Was ist ein guter Mensch?
Hallo Mondschaf,
ja - das klingt sehr gut und sehr stimmig!
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10.12.2007, 17:49Inaktiver User
AW: Was ist ein guter Mensch?
Das kann ich unterschreiben. Man muss sich zu allererst selbst verstehen, dann kann man auch andere in ihren Ansichten und Beweggründen verstehen. Dann ist man nicht so schnell böse auf jemand anderen, sieht alles in einem anderen Licht. Kann man das mit Gütigkeit bezeichnen?
Zitat von marla63
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10.12.2007, 17:49
AW: Was ist ein guter Mensch?
oh, danke, claudia,ich werd ja ganz rot!
Zitat von Inaktiver User
nein, ehrlich, ich hatte liebe freunde und u.a. meinen jetzigen freund, die mir geholfen haben, meine sicht zu ändern.
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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10.12.2007, 18:00Inaktiver User
AW: Was ist ein guter Mensch?
Hallo Marla,
ja - so manches Mal trifft man im Leben auf so manchen "Wegweiser", der einen zu sich selbst zurückbringt.......
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10.12.2007, 19:17
AW: Was ist ein guter Mensch?
... vor einiger Zeit war ich mal auf einem Vortrag, in dem es um Moral und Ethik ging. Ich war sehr erstaunt, dass Moral nur die in einer Gesellschaft allgemein akzeptierten Regeln meint. Der Vortrag ging auch darum, wie der Staat den Menschen dazu bringt, moralisch zu handeln, nämlich durch Gesetze und Verbote. Für mich persönlich ist das überhaupt nicht in Einklang zu bringen. Wie kann etwas von hoher/guter Moral sein, was ich nur tue, weil ich dazu gezwungen werden? Finde ich völlig widersprüchlich.
Das geht natürlich in die gleiche Richtung wie diese Schau-Kirchengeherei, die ich übrigens überhaupt nicht leiden kann. Oder demonstratives Benefiz-Getue - uäh.
Ein guter Mensch ist für mich jemand, der andere Personen genauso behandelt, wie er auch behandelt werden möchte, mit Respekt und einer positiven Grundeinstellung. Schrieb schon jemand so in der Art, aber ich finde, das passt. Ich finde nicht, dass ein "guter Mensch" nur jemand ist, der altruistische Taten vollbringt, weil auch Egoismus zum Menschen dazu gehört und in Teilen auch sinnvoll ist.
Ob ich selbst ein guter Mensch bin? Keine Ahnung. Ich denke schon, dass ich positiv auf Menschen zugehe und die Leute mit Respekt behandle. Trotzdem kann ich auch egoistisch sein. (Aber ich find das auch ok.). Jedenfalls würde ich niemals jemandem absichtlich schaden, egal, ob ich davon einen persönlichen Vorteil hätte oder nicht. Umgekehrt gilt aber das gleiche - ich lasse mir auch nicht schaden.
Einstecken. Schlechtes Gewissen kriegen und eine Runde schmeißen.- Du findest einen Hundert-Euro-Schein auf der Straße. Einstecken oder beim Fundbüro abgeben?
Tu ich nicht.- Du kannst eine einzige heiße Nacht mit Brad Pitt (oder einem beliebigen Mann-der-dir-den-Unterleib-glühen-lässt deiner Wahl) verbringen, dein Ehemann wird es nie erfahren. Tust du es, oder lässt du es?
Ich würde ihn wahrscheinlich MANCHMAL besuchen.- Dein Großvater lebt im Pflegeheim. Er freut sich zwar über Besuche, aber nur deswegen, weil er dann jemand zum Anmeckern hat. Besuchst du ihn, oder gönnst du dir lieber einen freien Samstagnachmittag?
Nix davon. Ich würd ihn da zwei Stunden sitzen lassen und lieber was Nettes tun (z.b. den 100-Euro-Schein auf den Kopf hauen...)- Jemand, der dir etwas wirklich Schreckliches getan hat, ist dir ausgeliefert, du hast zwei Stunden, über die hinterher niemand etwas erfahren wird. Ohrfeigen? Umbringen? Anschreien? Oder nichts von alledem?
Nimwen
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13.02.2012, 09:42
AW: Was ist ein guter Mensch?
Ich finde diesen Strang sehr interessant.
Was mich zum Nachdenken bringt: Mehrere Userinnen schreiben: Gut ist jemand, der mit sich im Reinen ist oder auch total und ganz zu sich stehen kann.
Find ich auch super und manchmal hätte ich glaub ich gern mehr davon.
Aber, wenn ich jetzt z. B. eine Person bin, die egoistischer ist als andere, moralisch schlechter etc... bin ich dann ein schlechter Mensch oder nur "anders". Ich denke gute Seite hat jeder Mensch...
Was meint ihr?


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