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  1. Inaktiver User

    AW: Was ist ein guter Mensch?

    Hallo Tanguera,

    (auch) zur Vorbild-Suche und zum Ausrichten der eigenen Einstellung
    -> das ist für mich sehr gut nachvollziehbar und trifft auch bei mir zu (Rollenvorbilder usw...). :-)

  2. Inaktiver User

    AW: Was ist ein guter Mensch?

    Ich finde, dass es davon geprägt wird, welche Werte in einer Gesellschaft als gut angesehen werden. Und dies resultiert aus einer sozialen Entwicklung und damit einhergehender Erziehung bzw. umgekehrt.

  3. Inaktiver User

    AW: Was ist ein guter Mensch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hallo zusammen,

    Gegenfrage:
    warum ist es wichtig, Menschen zu bewerten?
    Ist es für einen selbst wichtig (für den eigenen Selbstwert oder/und um Bestätigung zu bekommen)?
    Ich kann dir sagen, warum ich mir diese Frage ursprünglich gestellt habe:

    Viele sagen, dass Religion den Menschen als Leitfaden dient, um gut zu sein. Zwar kann man auch als Atheist nach moralischen Maßstäben leben, aber man steht sozusagen weniger unter Druck - da, wo der Ehrliche der Dumme ist oder wo man sozusagen schlecht sein kann, ohne dass es Konsequenzen hat, gibt es wenig Anlass, gut zu sein. Atheisten müssen sich den latenten Vorwurf gewachsen zeigen, nur für sich und für das eigene Leben zu leben, ohne den Anspruch, einer höheren Instanz gerecht zu werden. Als Atheistin überprüfe ich darum gelegentlich, ob mein Leben "gut" ist. Ich bewerte dabei mich selbst. Klar, andere bewertet man instinktiv auch nach diesen Maßstäben, aber das finde ich nur dann wichtig, wenn man sich zb Vorbilder sucht.

    Das nur als Begründung. Eine religiöse Diskussion können wir woanders führen. Hier finde ich es schon mal sehr interessant, eure Antworten zu lesen!


    Grüße, Cariad

  4. Inaktiver User

    AW: Was ist ein guter Mensch?

    Hallo Cariad,

    da fällt mir doch gleich ergänzend etwas ein (ich habe gerade so einen Gedankenfluss....*g*):
    warum wird Religion (egal welche Glaubensrichtung) von manchen Menschen dazu benutzt, andere Menschen zu moralisieren und sie zu be- oder verurteilen?

    Und:
    geht man nachsichtiger/mitfühlender mit seinen Mitmenschen um, je gefestigter man
    - in seiner Weltanschauung/Religion ist/lebt und/oder
    - in sich selbst ruht?


    (Ich hoffe, das schert jetzt nicht zu weit aus....)

  5. Inaktiver User

    AW: Was ist ein guter Mensch?

    Interessant wird die Frage nach der Religion da, wo moralisch Schlechtes keine Konsequenzen hat.

    - Du findest einen Hundert-Euro-Schein auf der Straße. Einstecken oder beim Fundbüro abgeben?

    - Du kannst eine einzige heiße Nacht mit Brad Pitt (oder einem beliebigen Mann-der-dir-den-Unterleib-glühen-lässt deiner Wahl) verbringen, dein Ehemann wird es nie erfahren. Tust du es, oder lässt du es?

    - Dein Großvater lebt im Pflegeheim. Er freut sich zwar über Besuche, aber nur deswegen, weil er dann jemand zum Anmeckern hat. Besuchst du ihn, oder gönnst du dir lieber einen freien Samstagnachmittag?

    - Jemand, der dir etwas wirklich Schreckliches getan hat, ist dir ausgeliefert, du hast zwei Stunden, über die hinterher niemand etwas erfahren wird. Ohrfeigen? Umbringen? Anschreien? Oder nichts von alledem?


    Dass man nachsichtiger ist, wenn man in sich selbst ruht, halte ich zumindest für sehr wahrscheinlich. Eine feste Weltanschauung ist sicher Teil dieser Ruhe, aber da gehört schon noch mehr dazu, denke ich.

    Grüße, Cariad

  6. Inaktiver User

    AW: Was ist ein guter Mensch?

    Hallo Cariad,

    ich würde ergänzen ;-):

    ......wo das, was von (den meisten?) Menschen als moralisch "schlecht" definiert ist, augenscheinlich keine Konsequenzen hat ;-).

    Und:
    wem steht es zu, die Handlungen zu den o.g. Themen als "gut" oder "schlecht" zu bewerten, wenn man die Hintergründe und deren Ursachen des Handelnden nicht kennt?
    Sprich: aus welchen Bedingungen hat sich das Handeln einer Person ergeben?

  7. Inaktiver User

    AW: Was ist ein guter Mensch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Viele sagen, dass Religion den Menschen als Leitfaden dient, um gut zu sein. Zwar kann man auch als Atheist nach moralischen Maßstäben leben, aber man steht sozusagen weniger unter Druck - da, wo der Ehrliche der Dumme ist oder wo man sozusagen schlecht sein kann, ohne dass es Konsequenzen hat, gibt es wenig Anlass, gut zu sein. Atheisten müssen sich den latenten Vorwurf gewachsen zeigen, nur für sich und für das eigene Leben zu leben, ohne den Anspruch, einer höheren Instanz gerecht zu werden. Als Atheistin überprüfe ich darum gelegentlich, ob mein Leben "gut" ist.
    wo bist Du denn mit diesen Gedanken konfrontiert?

    und innere Moral, auch dann gut zu handeln, wenn Schlecht-Sein keine Konsequenzen hat, kann man doch unabhänigig von der Religion haben.

    Jemand, der die Drohung der Strafe im Jenseits dazu braucht, ist jedenfalls kein "guter Mensch".


    Noch ein anderer Gedanke:
    Was ist denn das Gegenteil von einem "gutem Menschen"?
    Ein schlechter?

    Nach meinem Sprachgefühl würde ich das nicht so sehen.
    Wenn ich von jemandem sage, "der ist ein guter Mensch" - dann meine ich damit tatsächlich dieses "in sich ruhen" und "ganz uneigennützig Gutes tun".
    Und wenn ein Mensch dieses Prädikat nicht bekommt, weil er z.B. Anerkennung braucht und sucht - dann kann er immer noch viel Gutes tun und ist noch lange nicht schlecht.

    Ich finde tanguera in Posting #2 trifft es sehr gut.
    Ihre Mutter tut Gutes und hilft wirklich - weil sie aus ihrer Religion heraus denkt, dass sie das muss. Das ist schon gut und wertvoll - aber unter einem "guten Menschen" verstehe ich etwas anderes.

    Gruß, Leonie

  8. Inaktiver User

    AW: Was ist ein guter Mensch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Interessant wird die Frage nach der Religion da, wo moralisch Schlechtes keine Konsequenzen hat.

    - Du findest einen Hundert-Euro-Schein auf der Straße. Einstecken oder beim Fundbüro abgeben?

    - Du kannst eine einzige heiße Nacht mit Brad Pitt (oder einem beliebigen Mann-der-dir-den-Unterleib-glühen-lässt deiner Wahl) verbringen, dein Ehemann wird es nie erfahren. Tust du es, oder lässt du es?

    - Dein Großvater lebt im Pflegeheim. Er freut sich zwar über Besuche, aber nur deswegen, weil er dann jemand zum Anmeckern hat. Besuchst du ihn, oder gönnst du dir lieber einen freien Samstagnachmittag?

    - Jemand, der dir etwas wirklich Schreckliches getan hat, ist dir ausgeliefert, du hast zwei Stunden, über die hinterher niemand etwas erfahren wird. Ohrfeigen? Umbringen? Anschreien? Oder nichts von alledem?


    Dass man nachsichtiger ist, wenn man in sich selbst ruht, halte ich zumindest für sehr wahrscheinlich. Eine feste Weltanschauung ist sicher Teil dieser Ruhe, aber da gehört schon noch mehr dazu, denke ich.

    Grüße, Cariad

    Cariad,

    was würdest Du denn tun.

    und noch einmal meine verwirrte Frage, was das mit Religion zu tun hat?

  9. Inaktiver User

    AW: Was ist ein guter Mensch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hallo Cariad,

    ich würde ergänzen ;-):

    ......wo das, was von (den meisten?) Menschen als moralisch "schlecht" definiert ist, augenscheinlich keine Konsequenzen hat ;-).
    Hm, dann wird es noch schwieriger. Aber ich bin ja heute in Philosophierlaune.


    Es gibt Menschen, die halten es für moralisch schlecht, Tiere zu halten, extreme Veganer. Irgendwie und irgendwo kann ich diesen Maßstab verstehen. Aber dann bin ich doch so pragmatisch und egoistisch, um zu sagen: Ich bin nicht so moralisch hochwertig, dass ich mich über mein normales Allesfresser-Futterangebot erheben möchte.


    Allgemein gilt Stehlen als schlecht. So lange, bis man mit einem überzeugten Marxisten spricht, der von Herzen davon überzeugt ist: Eigentum ist Diebstahl. Ist ein Wohnraum wirklich etwas, das ich besitzen und vermieten kann? Oder ist Lebensraum nicht eher ein Recht für alle?

    In Europa besteht ein breiter Konsens darüber, dass Töten von Menschen schlecht ist. Andere Länder finden es durchaus gerechtfertigt, einen Straftäter zu töten. Oder eine untreue Ehefrau. Oder auch Menschen, die "schlechten" Religionen angehören.


    Alles sehr, sehr schwierig. Da ist es noch am besten, dem eigenen Gewissen zu folgen. Aber das folgt manchmal seinerseits ganz eigenen Ansprüchen...

    Grüße, Cariad

  10. Inaktiver User

    AW: Was ist ein guter Mensch?

    @Leonie: Religionen geben zwei Dinge vor: a) was gut ist und b) dass man auch gut sein sollte, wenn schlecht sein für einen selbst besser ist.

    Grüße, Cariad

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