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  1. Inaktiver User

    An sich arbeiten. Wie?

    Hallo Community

    Schon als Jugendliche habe ich überlegt, wie es konkret gehen soll, an sich zu arbeiten. Meistens passieren solche Sachen unbewusst, weil man sein Verhalten irgendwie anpasst. Momentan ist es bei mir aber so, dass ich nicht so richtig aus meiner Haut kann und es auch anfängt, mich zu belasten. Wie kann man das abstellen? Woran arbeitet ihr gerade und wie seid ihr herangegangen? Sprecht ihr mit den davon ebenfalls betroffenen Personen?

    In meinem Fall liegt es daran, dass ich meine Klappe nicht halten kann. Mein Freund ist eher ein ruhiger Typ und steht nicht gern im Vordergrund. Ich auch nicht, aber ich neige dazu, Stellung zu beziehen. Im Beruf hat es mir den Vorteil eingebracht, dass ich als verantwortungsvoll und engagiert gelte.

    Konkret geht es darum, dass ich anfange, mich unbewusst in die Erziehung seines Sohnes einzumischen, wenn dieser an den Wochenenden bei uns ist. Mein Freund sagt immer was zu ihm, wenn er sich nicht benimmt o.ä., aber ich mittlerweile auch. Und meistens kommt dies schneller raus, als bei meinem Freund und so komme ich mir vor, als ob ich ihn überrolle. Ich will mich auch nicht daran beteiligen, weil es nicht mein Kind ist. Komm mir schon vor wie eine böse Meckerstiefmutter. Dabei will ich das gar nicht.

    Auch so in anderen Konstellationen komm ich mir vor, als würde ich mich in den Vordergrund spielen, weil ich eben „was sage“. Mein Freund ist wie gesagt eher zurückhaltend. Ihm möchte ich nicht das Gefühl geben, dass ich ihn bevormunde, überfahre oder so gar nicht respektiere. Ich möchte einfach rechtzeitig, bevor mein Mund aufgeht zum Sprechen, die Situation merken und mich entsprechend zurückhalten...

    Wie stellt man das an? Ist dafür Training notwendig? Habt ihr Tricks, um sich selbst zu überlisten (gern auch andere Fallbeispiele)?

    Liebe Grüße und vielen Dank,
    Mondschaf

  2. Inaktiver User

    AW: An sich arbeiten. Wie?

    Liebes Mondschaf,

    wenn ich da die gesamtgültige Antwort wüsste, würde ich sie Dir gerne sagen.

    Meine Söhne sagen (in Abständen von durchschnittlich zwei Jahren), dass sie an der Partnerin ihres Vaters schätzen, dass sie zurückhaltend und freundlich zu ihnen ist und zwar genau in der Reihenfolge. Letzteres hat gerade mein 17jähriger Sohn letzte Woche wieder zu mir gesagt. Anscheinend waren die zwei Jahre gerade wieder um.

    Dadurch haben sie das Gefühl, das alles in Ordnung ist. Es gibt eine Mom und einen Pa. Und sie mögen die Partnerin ihres Vaters sehr - das "Partnerin" klingt jetzt so seltsam und nüchtern für mich, aber sie sind nicht verheiratet und nicht nur befreundet, wohnen auch schon lange zusammen.

    Ich habe übrigens auch das Gefühl, dass alles in Ordnung ist, so instinktiv. Ich gebe auch nie Kommentare über die Partnerin des Kindsvaters ab. Es ist eine fremde Privatsphäre und ich habe das Gefühl, auch die meinige wird durch die andere Frau akzeptiert, die sich offensichtlich nicht in die Erziehung begibt, was ich als mein Revier und das des Vaters empfinde. Wobei ich nicht weiß, ob ich es nicht auch in Ordnung fände, wenn sie es täte. Es hat sich bei uns halt so ergeben und alle Beteiligten fühlen sich wohl ruhig dabei, wie mir scheint.

    Ich hoffe, ich konnte Dir damit helfen. Du kannst mich gerne mehr fragen!!

    Ansonsten, warum soll frau/man nicht fragen, was sie empfindet und denkt? Wir sind ja keine Maschinen. Und wenn es in den normalen Umgangsformen bleibt - was ich bei Dir denke .

    Liebe Grüße herbstblatt2

  3. Inaktiver User

    AW: An sich arbeiten. Wie?

    Von Johann Peter Hebel gibt es eine Kurzgeschichte, wo eine Frau zum Arzt kommt und sie fragt, wie sie sehr impulsive Äußerungen zurückhalten kann. Dieser empfiehlt ihr, dann erstmal einen großen Schluck Wassers in den Mund zu nehmen ... so ungefähr war es.

    Was das Kinderbiescht Deines Freundes betrifft: Ich selber bin auch manchmal impulsiv und gerade zu meinen Söhnen. Das sehe ich gar nicht negativ. Da ich ihnen aber in ruhigen Momenten sage, dass ich sie mag oder auch sonst gelassen pragmatisch mit ihnen umgehe (Ausnahmen eingeschlossen!!!!!!) und auch mal frage: "Ich habe das und das gesagt und getan und wie siehst du es oder wie wäre es dir lieber und ich dachte es mir so und so und dachte, du siehst es so und so", mögen sie mich trotzdem oder gerade deswegen.

    Jedenfalls habe ich heute gerade ein positives Feedback bekommen, nämlich, dass Sohn2 (17) zu seiner Kusine aus Dresden sagte, ich wäre eine sehr gute Mom.

    LG

  4. Inaktiver User

    AW: An sich arbeiten. Wie?

    Liebe Herbstblatt,

    Danke für Deine Antwort . Sie bestätigt mich in meiner Annahme, dass es am allerbesten ist, mich zurückzuhalten. Zugegebenermaßen fällt mir das schwer, wenn der Kleine an meinem Tisch sitzt und (mit Absicht) einen Rülpser rauslässt, nichts zu sagen. Aber das ist nur ein Beispiel.

    Ich gefalle mir in meiner momentanen Rolle auch nicht. Das ist wirklich die Angelegenheit meines Freundes. Außerdem ist es für das Kind sowieso schwer genug mit sovielen Bezugspersonen (Mama, ihr neuer Mann, Papa, 4 mal Großeltern, Kindergärtnerin etc.pp). Muss mich echt dazu bringen, ruhig zu bleiben. Am Anfang hat es auch geklappt.

    Aber das betrifft ja auch mehrere Bereiche mit dem Zurückhalten...

    Nochmals Danke an Dich
    Mondschaf

  5. Inaktiver User

    AW: An sich arbeiten. Wie?

    Liebe Mondschaf,

    notfalls würde ich einfach mal bei dem Kind nachfragen, wie es empfindet, wenn ich lebhaft mit ihm umgehe. Ich selber bin lebhaft mit meinen Kindern und auch oft mit ihren Freunden, die ich teils aus ihrer Kindergartenzeit kenne. Da überschreite ich vielleicht auch mal Grenzen (damit meine ich aber nicht, dass Du es tust!!!).

    Dann frage ich eben auch mal:" Sage mir wenn es dir zuviel wird, was ich dir sage, ich kenne dich eben schon lange ...."

    Manchmal freuen sich die Bieschter nämlich auch, wenn man Interesse zeigt und sich einmischt, weil es ja auch ein Zeichen der Zuneigung sein kann und des Vertrauens.

    LG herbstblatt2

  6. Inaktiver User

    AW: An sich arbeiten. Wie?

    Danke nochmal für Deinen Tipp

    Ich würde ja gern fragen, ob es ihm zuviel ist, weil die Gefühle der Kinder manchmal nicht ersichtlich sind. Aber er ist erst 6 geworden, da ist doch klar, dass jedes ermahnende Wort zuviel ist. Denke, ich bräuchte echt Rat, wie ich meine Impulsivität in den Griff bekomme. Das Schluck Wasser ist ja nicht immer gleich in der Nähe. Aber vielleicht könnte man eine kleine Flasche immer mithaben

    Ich habe mit meinem Freund vorhin darüber gesprochen, er findet, dass es gar nicht so schlimm war. Aber ich habe trotzdem kein gutes Gefühl, deshalb will ich mich ändern.

    Lieben Dank und Grüße aus DD,
    Mondschaf

  7. Inaktiver User

    AW: An sich arbeiten. Wie?

    Liebes Mondschaf,

    als Mutter hast Du auch mal so schlechte Gewissen, das dauert dann 20 Jahre - gefühlte 100 Jahre. Insofern darf ich Dir versichern, dass Du völlig normal sein kannst, wenn Dir so etwas passiert?

    Solange frau darüber nachdenkt und grübelt und sich Mühe gibt, ist sie, glaube ich und hoffe ich, normal.

    LG herbstblatt2 - das sich gerade die Haare rauft wegen des Wochenendes und ihrer mütterlichen Fähigkeiten daselbst .

  8. Inaktiver User

    AW: An sich arbeiten. Wie?

    Liebe Herbstblatt,

    schön, dass Du geschrieben hast Ich habe heut auch überlegt, dass ich eben einfach nicht perfekt sein kann. Habe ja selbst noch keine Kinder und an solchen Sachen lernt man ja auch. Insgesamt würde ich schon sagen, dass ich loyal bin und recht souverän mit der Sache Freund da + Kind an jedem gem. WE mit dabei gut umgehen kann.

    Ich finde es übrigens gut, dass Dir Dein Sohn2 auch mal ein Feedback gibt. Ist doch das schönste Kompliment für eine Mama, oder?

    Hast Du trotzdem noch eine Idee, wie man seine Impulsivität etwas bremsen kann?

    Liebe Grüße,
    Mondschaf

  9. Inaktiver User

    AW: An sich arbeiten. Wie?

    Liebe Mondschaf,

    ich fürchte, dazu bin ich oft zu impulsiv, bei mir ist es ein wenig mit dem Alter gekommen, aber da wirst Du es ja nicht so eilig damit haben wollen!!

    Ganz liebe Grüße herbstblatt2 - muss jetzt leider weg, Sohn 2 vom Football abholen, das ist am anderen Ende des Tales. Stell' Dir vor, Du führest von Plauen nach Hellerau.

    gute Nacht

  10. Inaktiver User

    AW: An sich arbeiten. Wie?



    Das ist ja ein ganzes Ende. Schönen Abend für Dich

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