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  1. Inaktiver User

    Fühle mich als Versager

    Hallo an alle
    Ich hab hier in dem Forum schon ab und zu geschrieben, da aber bei "Eifersucht" u.a.
    Nun ja, ich hab folgendes Problem. Ich fühle mich mehr und mehr als Versager.
    Ich bin knappe 30. Habe mit sehr sehr jung mein Kind bekommen. Dann Trennung vom Vater des Kindes, aufgrund seines Suchtproblems. War mit knapp 20 alleinerziehend. Habe meine Ausbildung gemacht, dann später auch Abi, und hab danach gleich gearbeitet. Meine Tochter hat die Ex-Schwiegermutter beaufsichtigt. Ich hab meine Tochter bald nach der Geburt zu ihr gegeben, weil ich Schule gehen musste und es bürgerte sich ein, dass sie oft dort über Nacht blieb. Das ist auch heute noch so. Zwar nicht mehr so oft, aber immerhin 3x pro Woche.
    Ich will meine Tochter öfter bei mir haben, aber sie hängt auch an Oma und Opa. So finde ich, muss ich sie langsam auch wieder an mich gewöhnen.
    Ich leide an Panikattacken, an körperlichen Symptomen aller Art, wahrscheinlich ist es eine Art Depression. Ich kann nicht immer so da sein für mein Kind, wie eine normale Mutter. Ich wär sogerne normal. Mein jetziger Lebensgefährte ist geschieden, hat 2 liebe Töchter. Bei denen war alles normal. Und bei mir nicht. Ich habe schreckliche Schuldgefühle meiner Tochter gegenüber. Weil ich nicht so für sie da sein konnte, wegen meiner Attacken, weil ich auch gerne mal alleine mit meinem LG wegfahren wollte damals.
    Ich fühle mich als schlechte Mutter. Mein LG ist einige Jahre älter als ich, die hatten eine normale Familie. Alles mit eitel Wonne Honigkuchen. Seine Kinder hatten eine normale Mutter, die hübsch war, eine Ehefrau, eine tolle Mama, die im Haushalt alles konnte.
    Und ich? Ich bin eine Versagerin.
    Ich hab das Gefühl ich kann gar nix.
    Ich habe zwar eine Ausbildung, einen Job bzw. alles das was andere auch haben. Materiell zumindest. Aber ich kann nicht so funktionieren und habe immer wieder meine Attacken. Wegfahren, einkaufen alles wird dann zum Problem.
    Ich hab auch das Gefühl, dass ich für meinen LG nicht gut genug bin. Eben wegen dieser Dinge.
    Wie kriege ich mein Leben in den Griff?
    soraya

  2. Inaktiver User

    AW: Fühle mich als Versager

    objektiv, so scheint es in deinem Posting, HAST du dein Leben meisterhaft im Griff - insbesondere, wenn du davon sprichst, wie schwierig das in Zeiten einer Attacke für dich ist. Ich finde, das ist eine Leistung, auf die du stolz sein kannst.

    vermutlich musst du genau das noch lernen, auch subjektiv zu sehen, dass du dein Leben gut im Griff hast, dass du zufrieden sein kannst mit dem vielen, was du erreicht hast (Schule doch noch abgeschlossen, Kind gut erzogen, Beziehung, Job, ...). Bist/Warst du bezüglich der Attacken mal in Therapie? Und wurde Selbstwertgefühl angesprochen?

  3. User Info Menu

    AW: Fühle mich als Versager

    liebe soraya!

    ichweiß nicht genau, ob es dir hilft, zwei ermutigungen zu lesen, die gleich klingen: ich stimme tanguera da vollkommen zu!

    kannst du versuchen, für dich (eben subjektiv) zu sehen und anzuerkennen, dass du dein leben tatsächlich gut im griff hast?

    du vergleichst dich ja mit anderen - das tun wir ja alle. und bei diesen vergleichen schneidest du doch wirklich gut ab.

    auch von mir die frage: hast du die panikattacken mal in einer therapie oder beim hausarzt angesprochen? ich glaube, das wäre wichtig, auch, damit du der ursache auf den grund gehen und mit den panikattacken umgehen kannst.

    ich wünsch dir viele konstruktive beiträge hier!


  4. User Info Menu

    AW: Fühle mich als Versager

    Hallo soraya!

    Ich denke auch, dass es nicht das Leben ist, das du in den Griff bekommen möchtest, sondern dein Gefühl das Leben nicht im Griff zu haben. ;-)

    Könntest du dir denn vorstellen im Rahmen einer Therapie dir dein (Selbstwert-)Gefühl mal anzuschauen? (ohne es vielleicht als Versagen zu werten, eine Therapie zu brauchen)

    Ich habe hier noch so einen fachchinesischen Ausdruck:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Introjektion
    Darüber habe ich in einem schlauen Buch gelesen und bin auch noch dabei zu lernen, wie ich das in den Griff bekomme ;-)

    Gruss, biggi

  5. Inaktiver User

    AW: Fühle mich als Versager

    Hallo, danke für Eure Antworten.
    Zur Frage, ob ich das mit meinen Panikattacken schon mit meinem Arzt besprochen habe - ja, ca. 100x schon.
    Bei mir ist es das Problem, dass sich diese Attacken immer in unterschiedlichen, körperlichen Symptomen äußern. Dann werde ich immer von Arzt zu Arzt geschickt - mit dem Ergebnis - gesund. Nur alle anderen Menschen in meiner Umgebung halten mich für "krank" - krank im Kopf und ich selber, möchte nicht mehr so sein. Ich werde oftmals argwöhnisch angesehen, wenn ich wieder mal beim Arzt war und ich wieder mal gesund war, aber noch vor wenigen Momenten dachte, ich müsste sterben, weil die Symptome so heftig waren.
    Für mich ist alles eine Art Kampf - der tägliche Weg in die Arbeit, oftmals auch Einkaufen oder sonstiges. Vieles "normale" überfordert mich einfach.
    Dennoch werde ich nicht aufgeben.
    Mein Selbstwert ist leider - ja unter Null. Und wenn ich dann das Leben meines LG betrachte, er hat soviel erlebt, ist soviel gereist, hatte eine wunderbare Frau, eine normale Familie. Ich hätte das auch gerne. Kann es aber nicht - wegen meiner Attacken.
    Manchmal denke ich auch wie es wäre nochmal Kinder zu haben (nicht das der Wunsch konkret wäre (weil mein LG will ja auch keine Kinder mehr), aber ich denk manchmal drüber nach einfach so, und dann kommt es mir wieder - ICH DARF ja nicht mal - wegen meiner Attacken, ich bins ja gar nicht würdig.)
    Ich würde meinen LG manchmal auch lieber eine normale Frau wünschen.

    Ich werde in Kürze ein Studium beginnen - und ich zweifle wie ich es schaffen werde - mit den Attacken. Aber egal wie, ich werde es durchziehen.
    Es muss doch eine Lösung geben.
    soraya

  6. User Info Menu

    AW: Fühle mich als Versager

    Hallo soraya!

    Es gibt ganz bestimmt eine Lösung. Und die Lösung trägst du auch in dir!

    Ich denke, aufgrund deiner "Introjekte" (die hat übrigens jeder) bist du wie blockiert und kommst nicht an die Lösung dran. Du tust praktisch alles dafür, dass die Introjekte immerwieder bestätigt werden.

    Damit meine ich zBsp: wenn dir jemand sagt: "Mensch, toll soraya, wie du dein Leben bisher gemeistert hast." Dann tust du alles dafür, um dieses Lob, diese Aufwertung zu widerlegen: "Aber die anderen können das viel besser. Also bin ich nichts wert." Du bestrafst dich auch selbst, indem du dir sagst: "Ich darf gar nichts wert sein." Und vielleicht wertest du dich in diesem Moment wieder ab, weil ich dir das schreibe und du denkst: "Jetzt bestätigt mir die biggi, dass ich alles falsch mache."

    Ich verstehe gut, dass du zur Zeit erschöpft bist und dir das Alltägliche schwer fällt. Denn es ist sau anstrengend die ganze Last ständig mit sich herumzutragen.

    Weiter oben schrieb ich, dass du die Lösung in dir trägst. Vielleicht findest du sie selbst. Oder du kannst dir jemand suchen, der dich dabei begleitet. Könntest du dir denn eine Therapie vorstellen? Eine Therapie, wo in einem wertschätzenden und repektvollen Rahmen angeschaut wird woher diese Introjekte kommen, welchen Sinn sie für dich machen und wie du dich selbst wieder wertschätzen kannst.

    Gruss, biggi

  7. User Info Menu

    AW: Fühle mich als Versager

    Hallo Soraya,

    als ich dein Posting gelesen hatte, mußte ich dir ganz spontan
    antworten, ohne die anderen Stellungnahmen durchgelesen
    zu haben.
    Denn ganz genau dieses Problem hatte ich mit meiner Tochter.
    War sehr früh Mutter, mit 20, dann mit 21 schon wieder ge-
    schieden.
    Habe nochmal eine Ausbildung gemacht, hatte selbst viele
    Defizite und doch meine Tochter zu versorgen. Ja und bei
    meiner Mutter war meine Tochter auch sehr viel, da ich ja
    berufstätig war. Und das gefiel mir überhaupt nicht.
    Keine Mutter will ihr Kind über weite Strecken von der
    eigenen Mutter erziehen lassen.
    Ich habe mich schlecht gefühlt, ohne Ende und dann bin
    ich depressiv geworden und es wurde immer schlimmer.
    Kannst du auf deinen Freund zählen?
    Schafffe dir Kontakte zu alleinerziehenden Müttern!!
    Mache nicht den Fehler wie ich, irgendwann konnte ich
    nicht mehr und war viel am Rande eines Nervenzusammen-
    bruches
    Dir steht auch Hilfe und Unterstützung vom Jugendamt
    zu.
    Ich habe dabei soviel Lebenszeit verloren, hatte keine Freunde
    mehr ...
    Nochmal mache nicht den Fehler dich zu verstecken und
    zurückzuziehen.
    Ich wünsche Dir, das du es schaffst!!!

    Gruss
    Russland

  8. User Info Menu

    AW: Fühle mich als Versager

    Hallo Soraya,
    ich kann mich den anderen nur anschliessen, du hast trotz der widrigen Umstände schon sehr viel erreicht, das spricht für dich.
    Auch die Entscheidung dir durch deine Mutter helfen zu lassen war völlig korrekt! Du hast erkannt, was du nicht bewältigen konntest und hast dir eine Lösung dafür geschaffen. Das ist doch eine grossartige Leistung! Du gibst nicht auf, allein das ist doch schon achtenswert!
    Jeder hat Phasen, in denen er mal durchhängt, Ängste plagen auch jeden Menschen mal. Versuche dich auf das Erreichte zu konzentrieren und schaffe dir auch Ruheräume, jeder muss sich auch mal fallenlassen können. Wenn du Sorgen hast, dann analysiere sie, du kannst das, das hast du schon bewiesen!
    Ich finde es toll, das du weiter ergeizige Ziele verfolgst, je mehr du dich auf den Weg zur Lösung konzentrierst anstatt nur das Problem zu sehen, desto besser wirst du mit der Zeit zurechtkommen. Du darfst dich nicht auf deine Ängste versteifen, dann gerätst du immer tiefer hinein.
    Kannst du nicht mit deiner Mutter besprechen, was dich bedrückt? Auch das du deine Kleine gerne mehr bei dir hättest?
    Kann Oma da nicht nachmittags vorbeikommen und zum Abend gehen, damit die Kleine da ist und sie trotzdem Zeit gemeinsam hatten? Ich denke deine Mutter wird das alles verstehen und dich sicherlich unterstützen.
    Ich wünsche dir viel Erfolg, du hast schon viel erreicht!
    gruss
    strong

  9. User Info Menu

    AW: Fühle mich als Versager

    Liebe Soraya,

    ich finde es toll, was du bereits erreicht hast und welche Ziele du verfolgst! Wahnsinn, so früh Mutter zu werden, sich aus einer Sucht-Beziehung zu lösen, alleinerziehend zu sein und trotzdem Ausbildung UND Abi zu schaffen und nun anzufangen zu studieren - da ziehe ich meinen Hut vor dir!

    Deiner Tochter geht es offenbar auch gut, oder? Sie fühlt sich doch bei den Großeltern wohl!

    Hast du mal an einen Klinikaufenthalt gedacht wegen der Depression und Panikattacken? Ich denke, in einer psychosomatischen Klinik könntest du einiges aufarbeiten und dir über dein mangelndes Selbstwertgefühl klarwerden. Ich kann dich da nur ermutigen!

    Lieben Gruß,
    sandfloh
    Ist das Leben nicht schön!?

  10. Inaktiver User

    AW: Fühle mich als Versager

    Hallo an alle.
    Vielen Dank für eure aufbauenden Antworten. Hinzu kam, dass ich anfangs (manchmal auch heute) noch nicht mit unserer Patchworksituation umgehen konnte. Ich habe viel an mir gearbeitet und es hat sich auch vieles gebessert, und ich versuche auch immer für die Kinder meines LG da zu sein. Dennoch gabs viele Situationen, die mich so verunsicherten. Habs auch schon hier im Forum beschrieben.
    Das hat nun auch noch zu meinem Selbstwert beigetragen.
    Aber wie gesagt, arbeite viel an mir um das nicht falsch zu bewerten und nicht alles persönlich zu nehmen.
    soraya

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