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  1. Inaktiver User

    AW: Fühle mich als Versager

    Hey, Du hast einem Kind das Leben geschenkt.
    Du hast Abitur gemacht und eine Ausbildung absolviert.
    Du bist Deinem Kind ganz sicher eine liebevolle Mama, auch wenn das nicht so umfangreich gelebt werden kann, wie Du es Dir wünschst.
    Du kannst Dich gut ausdrücken.
    Du bist für einen Menschen, Deinen Lebensgefährten ein liebenswerter Mensch.
    Du schaffst es trotz Panikattacken Deinen Alltag irgendwie zu meistern.
    Du setzt Dich bewusst mit Dir auseinander.
    Du versuchst, für die Kids Deines Lebensgefährten da zu sein.

    Lauter wunderbare Dinge.

    All das habe ich jetzt aus einem einzigen Posting von Dir herausgelesen.

    Ich bin sicher, würde ich mehr von Dir wissen als diese paar Zeilen, da sähe ich noch eine Menge anderer Dinge, die Du wunderbar machst und die Dich wunderbar machen.

    Schreib doch mal ein paar Sachen auf. Mach eine Liste, was an Dir richtig gut ist. Und wenn es nur die Sommersprossen auf Deiner Nase sind (falls Du welche hast).
    Und diese Liste hängst Du Dir übers Bett.

  2. User Info Menu

    AW: Fühle mich als Versager

    Meine Vorrednerinnen haben eigentlich schon das geschrieben, was ich auch antworten möchte. Ergänzen möchte ich allerdings: man vergleicht sich immer mit anderen, leider zu meist nach oben... Mir ist aufgefallen, dass Du meinst, dass die Ex Deines LG sei so viel besser sei als Du. Nur, er ist doch nicht mehr mit ihr zusammen, also kann es doch gar nicht so perfekt gewesen sein, oder?
    Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden.

  3. Inaktiver User

    AW: Fühle mich als Versager

    Hey, Du hast einem Kind das Leben geschenkt.
    Du hast Abitur gemacht und eine Ausbildung absolviert.
    Du bist Deinem Kind ganz sicher eine liebevolle Mama, auch wenn das nicht so umfangreich gelebt werden kann, wie Du es Dir wünschst.
    Du kannst Dich gut ausdrücken.
    Du bist für einen Menschen, Deinen Lebensgefährten ein liebenswerter Mensch.
    Du schaffst es trotz Panikattacken Deinen Alltag irgendwie zu meistern.
    Du setzt Dich bewusst mit Dir auseinander.
    Du versuchst, für die Kids Deines Lebensgefährten da zu sein.
    Ich hab beim Durchlesen dieses Strangs mit dem Gedanken gespielt, eine solche Liste zu erstellen und - voilà! Da ist sie.
    (Danke, Med.)

    Mit dem, was auf dieser Liste steht, was du geleistet hast, hast du viel mehr geleistet und erreicht, als der Durchschnitt, wirklich. Erst recht, wenn man die widrigen Rahmenbedingungen mit berücksichtigt.

    Du hast sehr viel erreicht. Du musst nicht perfekt sein. Du hast das Recht, manchmal auch nicht mehr zu mögen, manchmal andere Wünsche zu haben, manchmal ausbrechen zu wollen, manchmal nicht ganz alles absolut perfekt zu meistern. Jeder hat das Recht dazu, auch du.
    Du hast auch das Recht auf Panikattacken. Sie nerven und du möchtest bestimmt, dass sie nicht auftreten, ganz klar - aber wenn sie doch auftreten, brauchst du dich ihrer wirklich nicht zu schämen.
    Stell dich dir nicht selbst in den Weg mit dem Anspruch, perfekt sein zu müssen und es allen Menschen plus irgendwelchen gesellschaftlichen Normen immerzu absolut recht machen zu müssen.

    Überhaupt - was heisst schon "normal"?
    Viele Kinder wachsen bei alleinerziehenden Müttern auf (ich auch). Viele solche Mütter lassen sich von den eigenen Eltern helfen, so dass die Kinder eine enge Beziehung zu ihnen entwickeln. Viele Kinder leben in Patchwork-Familien (tat ich auch).
    Vater-Mutter-Kind(er) - so sieht in unseren Köpfen das Idealbild der typischen, "normalen" Familie immer noch aus. Das entspricht aber schon längst nicht mehr der vorherrschenden gesellschaftlichen Realität. Und ich bin nicht mal sicher, ob wir dieses Ideal wirklich aufrecht erhalten sollten. Denn wir müssen uns bewusst sein: es ist eine sehr neuzeitliche Erfindung. Die allermeisten Zeit in der Menschheitsgeschichte hindurch sahen sowohl die Norm als auch das Ideal ganz anders aus.

    Du schaffst dir dein eigenes Leben. Deine eigene Normalität. Das ist nicht nur dein vollkommenes Recht sondern auch deine grosse Chance: es ist ok, genauso, wie es ist und wie du es machst.

  4. Inaktiver User

    AW: Fühle mich als Versager

    Horus,
    für dieses Posting könnt´ ich Dich knutschen.

  5. Inaktiver User

    AW: Fühle mich als Versager

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hallo, danke für Eure Antworten.
    Zur Frage, ob ich das mit meinen Panikattacken schon mit meinem Arzt besprochen habe - ja, ca. 100x schon.
    Bei mir ist es das Problem, dass sich diese Attacken immer in unterschiedlichen, körperlichen Symptomen äußern. Dann werde ich immer von Arzt zu Arzt geschickt - mit dem Ergebnis - gesund. Nur alle anderen Menschen in meiner Umgebung halten mich für "krank" - krank im Kopf und ich selber, möchte nicht mehr so sein. Ich werde oftmals argwöhnisch angesehen, wenn ich wieder mal beim Arzt war und ich wieder mal gesund war, aber noch vor wenigen Momenten dachte, ich müsste sterben, weil die Symptome so heftig waren.
    Für mich ist alles eine Art Kampf - der tägliche Weg in die Arbeit, oftmals auch Einkaufen oder sonstiges. Vieles "normale" überfordert mich einfach.
    Dennoch werde ich nicht aufgeben.
    Mein Selbstwert ist leider - ja unter Null. Und wenn ich dann das Leben meines LG betrachte, er hat soviel erlebt, ist soviel gereist, hatte eine wunderbare Frau, eine normale Familie. Ich hätte das auch gerne. Kann es aber nicht - wegen meiner Attacken.
    Manchmal denke ich auch wie es wäre nochmal Kinder zu haben (nicht das der Wunsch konkret wäre (weil mein LG will ja auch keine Kinder mehr), aber ich denk manchmal drüber nach einfach so, und dann kommt es mir wieder - ICH DARF ja nicht mal - wegen meiner Attacken, ich bins ja gar nicht würdig.)
    Ich würde meinen LG manchmal auch lieber eine normale Frau wünschen.

    Ich werde in Kürze ein Studium beginnen - und ich zweifle wie ich es schaffen werde - mit den Attacken. Aber egal wie, ich werde es durchziehen.
    Es muss doch eine Lösung geben.
    soraya
    Soraya,

    wirst Du denn in Bezug auf Deine Angststörung behandelt?

    Es liest sich so, als hättest Du eine Generalisierte Angststörung - und die SOLLTEST Du dringend behandeln lassen. Nicht vom Hausarzt oder Internisten, die Dich körperlich checken, sondern von einem Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, von einem guten Psychotherapeuten, und ggf. unter Zuhilfenahme von Medikamenten. Bei Angststörungen setzt man heute mit gutem Erfolg bestimmte SSRIs ein, z.B. Cipralex. Auch die älteren trizyklischen Antidepressiva können gute Erfolge bringen. In Verbindung mit einer therapeutischen Begleitung könntest Du die Angststörung ganz gut in den Griff bekommen, was Dir zu erheblich mehr Lebensqualität auch in Hinblick auf das Zusammensein mit Deiner Tochter und Dein geplantes Studium verhelfen könnte.

    Lass Dich nicht dumm anmachen oder abspeisen!

    Grüssle
    Seawasp

  6. Inaktiver User

    AW: Fühle mich als Versager

    So als kleiner Tipp:
    Bzgl. Selbstwertgefühl hab ich neulich ein Buch gelesen:
    "Warum Frauen zuviel denken" von Susan Nolen-Hoeksema.
    Ich fand es sehr interessant und vielleicht hilft es ja auch ein bisschen weiter...

    Viele Grüße und alles Gute
    Krebs07

  7. User Info Menu

    AW: Fühle mich als Versager

    Mönsch Soraya,

    jeder Andere zieht den Hut vor Deinen Leistungen.

    (Bis auf Deine liebe Kolleginnen - Vorgesetzte. Unten mehr dazu).

    Nur DU FÜHLST Dich immer schlechter als andere.

    Aus Deinen Posts weiss ich, dass Du eine liebenswerte, fleissige, kluge, sozial kompetente Frau bist.

    Irgendwas muss geschehen sein, dass Du es so gar nicht schaffst, auf Deine so zahlreichen guten Seiten stolz zu sein.

    Kann mich den Worten von Seaswap nur anschliessen:

    Bitte geh den Therapie - Weg und beschränke nicht Dein Leben.

    Du siehst Dich in einem Zerrspiegel. (So wie ein Magersüchtiger, dem Bilder vorgelegt werden, wie die eigene Figur wohl ist und der dann auf ein Bild mit molliger Figur zeigt).

    Und Deine Kollegin? Die ärgert sich, dass Du Dich in Vieles so flott einarbeiten kannst, hat eine sadistische Ader und zieht sich daran hoch, dass Du auf Dir herumtrampeln lässt. Auch daran kann man therapeutisch arbeiten.

    Klingt ganz danach, als ob Du Eltern gehabt hast, die auch nicht die kleinste Gegenrede akzeptiert haben.

    Liebe Soraya, alles Liebe und viel Glück auf Deinem Weg!

    angie

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