Eben stieß ich auf den leider geschlossenen Strang "ich kann nicht mit anderen "fremden "Menschen" umgehen.
Das Thema würde mich brennend interessieren. Ich hätte dazu soviel auf der Seele, dass ich es nur stückweise anbringen kann.
Immer wieder habe ich Probleme mich auf Menschen und Situationen einzustellen bzw. einzulassen. Es sind nicht nur fremde Menschen, auch nähere Verwandte und Bekannte bringen mich auf wenn sie mir zu nahe kommen.
Als Einstieg will ich nur mal das ständige Bedrängen und der Versuch mich zu irgend etwas zu überreden - obwohl ich ganz klar mein "NEIN" zum Ausdruck gebracht habe, anführen.
Beispiel: eine Bekannte will in einer Gruppe Sketche zum besten geben - liegt mir überhaupt nicht - quält mich aber täglich mit Überredungsanrufen mitzumachen. Warum reicht es nicht einmal nein gesagt und es auch begründet zu haben?
Bekannte ist gleich beleidigt und schmollt tagelang.
noch ein Beispiel: ich sehe in meinem Zimmer ein bestimmtes Fernsehprogramm. Mann kommt reingerannt und sagt: was siehst Du da, im anderen Programm läuft etwas wahnsinnig interessantes schalt mal um.
Mach ich nicht, weil mich das eingescháltete Programm mehr interessiert. Mann grummelt herum.
Erfahrungen auf diesem Gebiet interessieren mich sehr.
Deli
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Thema: Kommunikationsprobleme
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14.10.2007, 19:07
Kommunikationsprobleme
Liebe das Leben
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14.10.2007, 20:33Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme
Wenn's Leute nicht kapieren, ist das nicht dein Problem. Meine Herangehensweise: freundlich wiederholen, immer mit demselben Satz. Konsequenz ansprechen. Und dann durchziehen.
Wirkt (relativ sofort) Wunder, und der langfristige Lerneffekt ist auch ganz gut.
Bei mir liegt die Sache weniger an mir (ich bin da doch recht gradeaus), sondern vielmehr an ständig nörgelnder Mutter u.a. Verwandten im gesetzen Alter, die nix anderes zu tun haben, als mir mein Leben vorschreiben zu wollen.
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16.10.2007, 10:03
AW: Kommunikationsprobleme
Ja, Tanguera
das hilft immer freundlich abblocken. Nur, da ich ziemlich ungeduldig bin, werde ich schnell ungehalten und verliere den freundlichen Ton.
Außerdem ärgert es mich, dass ich mich oft wiederholen muss. Wenn mir jemand sagt, das möchte ich nicht, akzeptiere ich es und lasse ihn in Ruhe.
Das mit der ständigen Bevormunderei kenne ich auch aus meiner Familie. Wenn ich die "guten" Ratschläge nicht annahm, entstand eisiges Schweigen oder ein anderes Thema wurde angeschnitten.
Wahrscheinlich hängen solche Ereignisse das ganze weitere Leben nach.Liebe das Leben
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17.10.2007, 13:23
AW: Kommunikationsprobleme
Hallo Deli,
ja, das kenne ich auch.
Aber ich habe mich daran gewohnt, dass man andere Menschen nicht ändern kann.
Man fragt sich ständig, warum andere Menschen nur so sein können und versteht es nicht, dass sie es nicht kapieren oder die eigenen Wünsche akzeptieren wollen.
Ich denke, dass es nur so funktionieren kann, wenn du an deiner eigenen Ungeduld/Geduld etwas arbeitest.
Du erwartest ja schließlich auch, dass sie dich so nehmen, wie du bist ... dann nimm die anderen auch so, wie sie sind!
Es ist kein klein beigeben ... es ist lediglich den EIGENEN Stress und Ärger zu reduzieren. Und du wirst sehen - wenn du etwas geduldiger und gehaltener bist, dann werden sie auch eher auf deine Wünsche eingegen.
lg
cancer
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18.10.2007, 15:14
AW: Kommunikationsprobleme
Ein Nein schmeckt den anderen besser, wenn man einen Alternativvorschlag anbietet.
Also statt beim Sketch mitzumachen sagst Du freundlich aber bestimmt, dass Dir das überhaupt nicht liegt, dass Du aber gerne einen Kuchen für das Zusammenkommen mitbringst. Damit hast Du den anderen den Wind aus den Segeln genommen.
Zu Deinem Mann sagst Du, wie schade, aber jetzt habe ich das hier schon angefangen zu gucken. Wir können ja später umschalten. Oder: Anschließend darfst Du Dir eine Sendung aussuchen. (Oder Du bittest ihn, Euch einen Videorecorder zu kaufen...)
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27.10.2007, 18:21
AW: Kommunikationsprobleme
Wie wäre es, wenn Du anstatt: "Nein, das will ich nicht!" sagst: "Nein, ich will jetzt das andere (Programm...)!"
Sag, was Du willst anstatt zu sagen, was Du "nicht" willst. Das ist viel überzeugender
Nichts muß bleiben wie es ist.
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06.01.2008, 15:12
AW: Kommunikationsprobleme
Ich wiederhole in diesen Fällen im berühmten freundlichen-bestimmten Ton
meine Absage, die im Übrigen immer sehr klar formuliert ist. Wenn die Person weiter drängt, breche ich das Gespräch ab. Vor allem aber habe ich gelernt, mich nicht hinter lahmen Ausreden und hier einem Grund, da einem Grund zu verstecken. Die werden dann nämlich widerlegt und dann hab ich genau das was ich nicht will: eine Diskussion. Ich sage NEIN und das soll akzeptiert werden.
Lieget mir allerdings etwas an der Person/ will ich ihr helfen, biete ich einen Alternativvorschlag an, soweit möglich.
Ein Beispiel (dass du deinem Sketch-Beispiel passt): Ich hasse Theaterspielen, schon in der Grundschule war ich die einzige, die nicht in die Theater-AG wollte. Die Lehrerin konnte das nicht verstehen und brachte mich, halb mit Überredung, halb mit Zwang dazu trotzdem mitzuspielen. Das Gleiche in der 10. Klasse für ein lateinisches Schauspiel.
Bei diesem Thema wird nicht mehr rumdiskutiert, da ist einfach Schluss. Niemand bringt mich mehr auf die Bühne. Aber wenn es darum geht, eine Rede zu halten, etwas zu essen vorzubereiten etc., darf man sich gerne an mich wenden. Selbst wenn ich nicht die allergrößte Lust dazu habe, überwinde ich mich meistens. Aber es gibt eben Themen/Bereiche, da bin ich egoistisch.
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08.01.2008, 12:47
AW: Kommunikationsprobleme
@deli
was ist denn nun dein wirkliches problem:
A: wenn jemand versucht dich zu bevormunden oder dir was vorschreiben will,wie das beispiel mit dem fernsehen? oder
B:wenn dir jemand zu nahe kommt?
das ist für mich ein unterschied....mich zum beispiel stört es überhaupt nicht wenn jemand versucht mir seine meinung aufzudrücken,werde ich zwar auch ungehalten...aber ich bleibe bei meinem standpunkt,höre mir aber auch den anderen an...ich muss ja trotz dem nicht teilen....
allerdings habe ich eher das problem menschen zu nah an mich rankommen zu lassen,damit sie sehen wie ich wirklich bin,ich habe da sowas wie eine innere blockade...dann zieht sich eine mauer hoch und keiner hat eine chance sie zum bröckeln zu bringen....dadurch ist es sehr schwer bei mir zu erkennen was mich wirklich bewegt(wurde mir mal gesagt),bzw. schwer mit mir umzugehen...ich für mich selber finde es zwar schade kann aber nicht anders...über gefühlszustände zu reden ist für mich der blanke horror....
also sollte das bei dir eher A sein...sehe ich da keine probleme...sondern eher das die jeweilige person dich in dem moment vielleicht nicht ganz wahr nimmt und dich überspringt...wie schon erwähnt mehrmals deutlich sagen was man meint oder will...und im schlimmsten fall dann ignorieren,außer du bist ein harmoniemensch...dann wird es schwierig
mein tonfall wird in solchen situationen dann auch manchmal ungehalten bzw. unfreundlich....das ist dann einfach die pure entnervung
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18.01.2008, 22:32Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme
Liebe Deli,
da ich häufig ähnliche Empfindungen habe und deswegen mittlerweile manchmal am Rande einer Krise stehe, versuche ich mal einige Gedanken auf zu schreiben, die ich dazu habe:
liegt es daran, dass man bzw. Du jetzt Grenzen ziehst, die Du vorher nicht gezogen hast?
Dass Deine Geduld neuerdings begrenzter ist als (je) zuvor?
Dass Du Dich irgendwie überwältigt fühlst?
Mir geht es jedenfalls so.
Liebe Grüße
Shonagon
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21.01.2008, 12:42
AW: Kommunikationsprobleme
Hallo Deli,
hinter den Überredungsversuchen Deiner Mitmenschen, die Dich so nerven, steckt vielleicht eine klassische Fehl-Kommunikation.
Zu Deiner ersten Ich-Botschaft ("ich möchte das nicht tun, was Du jetzt von mir erwartest...") muss in solchen Fällen vielleicht eine zweite Ich-Botschaft hinzukommen - eine sogenannte Spiegelung: "Ich fühle mich jetzt massiv von Dir bedrängt und an die Wand geredet; bitte respektiere mein 'Nein' - und lass es darauf beruhen."
Dein Gegenüber bekommt dadurch unmissverständlich zu verstehen, dass seine Bemühungen nicht als 'freundliche Aufforderung' bei Dir ankommen (obwohl sie wahrscheinlich so gemeint sind), sondern als Einschränkung Deiner persönlichen Entscheidungs- und Bewegungsfreiheit.
Manches Kommunikations-Missverständnis lässt sich beizeiten entschärfen oder zumindest mildern, wenn der oder die Betroffene unmittelbar in der Ich-Form seine eigene Befindlichkeit oder Betroffenheit artikuliert ("bei mir kommt das jetzt aber so und so an"... "ich empfinde das jetzt ganz stark als Überfahren-Werden"... etc.). Das ist oft deutlicher, als in der Du-Form ("du versuchst wieder, mich breitzuschlagen"...), denn die ruft dann oft nichts weiter als Abwehrreflexe hervor.
Wenn aber der so Angesprochene partout nicht einlenken will ("du bist zu empfindlich"..., "du versteht gar nicht, was ich will"), dann liegt womöglich nicht nur ein Kommunikations-, sondern ein Beziehungsproblem vor.
Klingt vielleicht ein wenig trocken, aber vielleicht hilft's Dir trotzdem weiter.
Gruß und alles Gute,
Don CarlosGeändert von DonCarlos (21.01.2008 um 13:12 Uhr)
„Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.” (Matthias Claudius)


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