Schubladensortierer - finde ich persönlich ganz schlimm.Zitat von sandfloh
Aber nicht nur über den Job, es gibt sogar Menschen, die sortieren nach gesellschaftlichem Status. Haste Geld - dann biste wer.... die Reihe ließe sich ewig weiter formen.
Nö, die kochen auch alle nur mit Wasser.Zitat von sandfloh
Genau da fängt eigene Identität an. Ich habe auch einen Job, mich zieht es jedoch in eine völlig andere Richtung. Die werde ich auch ausbauen. Obwohl ich um diesen Job, den ich jetzt habe, lange gekämpft habe. Etliche Jahre immer wieder beworben. Seit einigen Jahren habe ich ihn. Er macht Spass, spiegelt aber nicht das wieder, was zu meiner Identität gehört.Zitat von sandfloh
Ich denke, es gilt drüber nachzudenken, welche Blockaden aufgebaut werden, indem Du nicht das tust, was Du gerne tun möchtest. Bei mir war es immer wieder die "Schublade" - Mädel, Du musst so etwas machen, wo du Geld verdienst, du musst deine Bedürfnisse nach den kleinen schönen Dingen im Leben stillen können - auch wenn es nur das wöchentliche Blumensträusschen auf dem Küchentisch ist (auf das ein finanziell minder bemittelter Mensch eben verzichtet).
Dabei wird oft übersehen, ob einem das wirklich Freude macht, ob persönliches Engagement außen vor bleibt - weil du ja den Job machst, damit du deinen Lebensstatus beibehalten kannst. Das ist zunächst auch völlig in Ordnung.
Ich für meine Seite habe eine Lösung gefunden, mit der ich super gut leben kann. Den Job habe ich, um mir das zu gönnen, was mir Spass macht. Wenn ich Bildung möchte, geh ich halt weiter jeden Morgen ins Büro, um die Abendstunden mit meinen Interessen zu füllen. Und ich suche nach Lösungen, um in ein paar Jahren das eine mit dem anderen gut verbinden zu können.
Dabei vermisse ich meine Identität überhaupt nicht.
Eine große Karriereleiter brauche ich da auch nicht (mehr), ich weiß, wie es ist, eine Powerfrau darzustellen und dabei innerlich zu verbluten.
Diese Steine legen wir uns selbst in den Weg - leiderZitat von sandfloh
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Oft ist es eben Angst, das eigene Leben nicht mehr sicher stellen zu können... bei anderen Menschen ist es Angst, nicht ins gesellschaftliche Raster zu passen, den Mitmenschen nicht zu gefallen. Bei mir begann dieser "Lernprozess" vor einigen Jahren, es war bei leibe nicht einfach, zu erkennen, was ich eigentlich will vom Leben... Da hilft nur Besinnung auf sich selbst, und die macht Mühe, weil wir ja oft darauf gepolt sind, für andere da sein zu müssen.
lieben Gruss, Mary
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31.10.2007, 20:18
AW: Was bedeutet eigene Identität?
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01.11.2007, 16:01
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Hallo Aleta,
"wenn ich die stille nicht zulassen werde und mich immer wieder mit jobs "betaeube".
...oh Gott...tu es nicht...glaub mir ich weiss wovon ich rede....
So besch...ist es mir danach noch nie in meinen Leben gegangen, als ich es zugelassen habe...und als Kroenung noch hinzu...der Prozess hat sich ueber 6 Jahre hingezogen..:-(
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02.05.2008, 13:29
AW: Was bedeutet eigene Identität?
*schubs* - wegen einiger sehr kluger Saetze, die hier in diesem Strang stehen ...
"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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04.05.2008, 20:58
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Liebe Sandfloh,
eben habe ich ganz zufällig diesen Deinen Strang entdeckt und ihn überflogen.....
Obwohl wir uns ja von woanders her schon "kennen", weiß ich jetzt in Bezug auf dies Thema nicht, ob Du noch hier liest....
Ich wollte nur kurz schreiben, dass ich dieses Problem der "eigenen Identität" selber gut kenne, von Kind auf wusste ich "ich bin Musikerin" und habe das dann auch studiert, aber als die Kinder kamen und wir wegen der Berufstätigkeit meines Mannes öfter umgezogen sind, habe ich die Musik jahrelang aufgegeben.
Vor 9 Jahren habe ich dann eine Umschulung gemacht in einem kaufmännischen Beruf, und arbeite seitdem in diesem Bereich.
Dabei "hadere" ich aber immer noch mit mir und überlege, ob ich nicht doch wieder versuchen sollte, in der Musik berufsmäßig Fuß zu fassen. Gerade habe ich eine Anfrage bekommen, als Pianistin aufzutreten, das macht für mich die ganze Frage wieder sehr akut...In den letzten lJahren hatte ich auch immer nebenher Klavierschüler, und ich weiß von mir selber, dass mir das Musik Vermitteln und Unterrichten sehr gut liegt...
Andererseits brauche ich für mein eigenes Selbstwertgefühl mein regelmäßiges eigenes Einkommen, und das habe ich nun eben in dem Büroberuf...Und ich habe dadurch auch manches gelernt, von dem ich vorher keine Ahnung hatte, dadurch fühle ich mich sehr viel mehr "geerdet" als zuvor. Die kaufmännische Ausbildung hat mir vieles vermittelt, was mir im praktischen Alltag zugute kommt.
Ich überlege jetzt, ob ich beide Bereiche parallel verfolgen kann, aber bin mir nicht sicher, ob meine Kräfte und Zeit dafür ausreichen werden, zumal mein jüngster Sohn auch noch zu Hause ist....
Ich habe jedenfalls gemerkt, dass es ein ganz wesentlicher Bestandteil meiner Existenz ist, dass ich von mir selber weiß "ich bin Musikerin", und ich werde versuchen, alles Nötige dazu zu tun, dass ich dieses Bewusstsein nicht mehr verliere.
Ganz vage schwebt mir vor, ob ich vielleicht beide Bereiche miteinander verbinden kann, z.B. durch Gründung einer eigenen Musikschule, oder in Richtung Musiktherapie, oder ähnlichem....
Hast Du Dich denn inzwischen für Deinen weiteren beruflichen Weg entschieden?
Ich würde mich sehr freuen, auch hier wieder von Dir zu lesen!
Ganz herzliche Grüße
von HarfeGeändert von harfe (04.05.2008 um 21:01 Uhr)
Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!
Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!
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07.05.2008, 23:13
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Hallo an alle
,
ich habe gerade mit großem Interesse den Strang gelesen, und möchte etwas mit euch teilen. Ich schreibe gerade an meiner Abschlussarbeit über ein ähnliches Thema, und bei der Literatursuche bin ich über eine Sichtweise gestolpert die mir sehr gut gefallen hat, und die noch dazu ein bißchen zu Harfe passt:
in Jacob Golomb: In Search of Authenticity - From Kierkegaard to Camus:
I envisage a society of authentic individuals as analogous to an orchestra without a conductor, where each individual plays her own composition. Sometimes one member of the ensemble will be in tune with the others, but not always. There is only one proviso: no one composition can overcome the others, and no player can suppress another’s self-expression. From the outside, the music produced by these individuals sounds like sheer cacophony, but for the participants each of their pieces has meaning, while the music played by the others functions as the inevitable background against which they struggle to perfect their original melodies.
Das ist jetzt vielleicht ein bißchen abstrakt, aber mir hat der Vergleich mit der Melodie sehr gut gefallen.
Demnach ist eine Identität etwas, das sich andauernd entwickelt, schon mit einem Grundthema, aber spielerisch und abwechslungsreich und vielleicht mit unvorhergesehenen 'Ausrutschern'.
Manchmal harmoniert man mit der Aussenwelt/der Gesellschaft - und manchmal 'spielt man gegen den Strich' und macht sein eigenes Ding. (Mir fehlt eindeutig das Musiker-Vokabular
)
Die Philosophen, die Golomb in dem Buch diskutiert, haben leider auch keine Antwort auf die Frage nach der Identität gefunden - allgemein herrscht die Meinung, dass Identität immer etwas bleiben wird, was 'noch erlangt werden muss' - also im Grunde, dass der Weg das Ziel ist
Mir wurde vorhin beim Lesen wieder bewusst warum ich Menschen so überaus faszinierend finde: von aussen sehe ich nur die Frau im Lidl, die noch schnell etwas Katzenfutter holt - aber in ihrem Innern macht sie sich Gedanken über ihre Einstellung zum Thema Identität!
Menschen sind so facettenreich, und das ist toll. Keiner von uns ist bloß Juristin oder Autorin oder Mutter, wir haben alle so viele verschiedene Rollen, und, ja, es ist verwirrend die alle unter einen Hut zu bekommen...
Ein bißchen lähmt mich diese Suche nach dem Echten schon, es ist gar nicht so leicht herauszufinden was ich wirklich will - ich will ja immer wieder etwas Anderes! Aber anscheinend stehe ich damit ganz und gar nicht alleine da - das zu wissen tut wirklich gut!
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13.05.2008, 00:10
AW: Was bedeutet eigene Identität?
wave,
das Zitat erinnert mich ein wenig an den alten Marx, der sich das perfekte Leben so vorstellte, morgens Fischer, mittags Zimmermann, abends Autor sein zu können (oder so ähnlich...).
sandfloh,
hast du mal über Mediation nachgedacht? Für Juristinnen ein toller Job, in den sie auch soziale Beratungskompetenz einbringen können - kann man an der Fernuni Hagen aufs Jurastudium draufsatteln."That life exists/
And identity/
That the powerful play goes on/
And you may contribute a verse."
Walt Whitman
“Eine Gesellschaft, die ihre Freiheit zugunsten ihrer Sicherheit opfert, hat beides nicht verdient.”
Benjamin Franklin
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14.05.2008, 21:20Inaktiver User
AW: Was bedeutet eigene Identität?
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Geändert von Inaktiver User (16.05.2008 um 20:05 Uhr)


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