@Sandfloh - eine interessante Frage:
Ganz spontan ist mir dazu eingefallen, dass eine eigene Identität bedeutet, zu seinen eigenen Wünschen und Träumen zu stehen, nicht für andere zu leben, sondern für sich selbst. Wut herauslassen können, wenn sie kommt - sich emotional unabhängig zu machen.
Das verbinde ich - wie in einem der oberen Stränge mit der Entwicklung des Selbstwertgefühls....
Gruß Bienie
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Ergebnis 21 bis 30 von 67
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14.10.2007, 13:15
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
22.06.06
"Bienie"
, 04.04.11
"King"
, 24.05.17
"Raica"
29.09.21
"Pirry" 
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14.10.2007, 13:53
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Hallo Bienie :)
Die Identität hängt ganz entscheidend vom Selbstwertgefühl ab. Was bin ich mir in meiner Rolle als Mensch selbst wert? Was will (wünsche) ich mir, und was will ich nicht (abneigungen).Wenn Lust Sünde ist, fahre ich gerne zur Hölle - da kann ich dann wenigstens sagen das ich ein Leben hatte!
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14.10.2007, 14:04
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Zitat von C-Bird
So sehe ich das auch!
Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
22.06.06
"Bienie"
, 04.04.11
"King"
, 24.05.17
"Raica"
29.09.21
"Pirry" 
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14.10.2007, 15:11
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Da werde ich bei der Therapeutin auch noch mal nachhaken, was sie damit meint, dass ich keine eigene Identität entwickelt hätte/diese nicht entwickeln konnte. Denn das ist echt ein ziemlich blöder Gedanke, den ich mir auch nicht zueigen machen will. Natürlich habe ich eine Identität.
Zitat von Annona
Das hier
ist die eigentliche Frage, denke ich. So richtig zufrieden bin ich nicht mit mir. Weil ich mich zu sehr an anderen orientiere und das, was mich ausmacht, dann aus den Augen verliere.bist du mit Deiner Identität, also mit Dir zufrieden?
Kennst Du Deine Stärken und Schwächen?
Und da spielt das Thema Selbstwertgefühl eine große Rolle. Wenn ich nach anderen schaue, dann schaue ich nicht auf mich. Über meine Wünsche und Sehnsüchte denke ich schon länger nach - auch so eine "Lebensaufgabe"...Die Identität hängt ganz entscheidend vom Selbstwertgefühl ab. Was bin ich mir in meiner Rolle als Mensch selbst wert? Was will (wünsche) ich mir, und was will ich nicht (abneigungen).
sandflohIst das Leben nicht schön!?
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14.10.2007, 15:39
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Frag die Gute doch mal was mit ihrer Identität ist!
Zitat von sandfloh
Wie Sie sich ihre Identität definiert...Wenn Lust Sünde ist, fahre ich gerne zur Hölle - da kann ich dann wenigstens sagen das ich ein Leben hatte!
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14.10.2007, 15:53
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Zitat von C-Bird
Gute Idee, werde ich tun!! Dauert leider noch ein paar Tage, bis dahin, aber die Zeit kriege ich rum. Mit Schreiben im Forum zum Beispiel...
Lieben Gruß,
sandflohIst das Leben nicht schön!?
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14.10.2007, 16:14
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Hallo Sandfloh,
ach so eine aehnliche mail haette auch von mir kommen koennen.
Ich lebe seit 10 Jahren in London...und hab mich immer irgendwie so durchgewurschtelt. Vor ca.6 Jahren hat es ploetzlich angefangen etwas wackelig zu werden. Eigenartige Dinge sind passiert usw.
Mir geht es da aehnlich wie dir, aber ich glaube auch dass "wir Menschen die Probleme mit der eigenen Identitaet haben" auch Probleme mit dem Abgrenzen haben...ich denke das ist der springende Punkt.
4 Jahre lang hab ich nun Zeitarbeit gemacht...und war echt total verzweifelt und wusste nicht mehr weiter.
Seit 2 Wochen nun hab ich eine Arbeit mit Vertrag bekommen und moechte am liebsten schon wieder weglaufen.:-(
Der Grund: In meinen Augen ist der Job den ich mache zu "maennlich", ich sitze auch mit 10 Maennern in einen Zimmer (und nur 3 Frauen).
Nur das Problem ist, es ist eben egal wo man ist und arbeitet immer irgend was anderes was einen nicht gefaellt, oder?
Hm also ist wirklich ein Problem.
Ich hab mich vor Jahren auch noch bewusst dem christlichen Glauben zugewendet was mir noch zusaetlich Hilft, und kann da auch einen guten Author empfehlen...Anselm Gruen ein bayerischer Moench....er spricht auch oefter das Thema mit dem Abgrenzen an.
Liebe Gruesse
Sue
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14.10.2007, 16:47
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Sandfloh,
"Ist das nun ein Weglaufen oder das Sich-Stellen einer Herausforderung? Ist es positiver, in einer Situation zu verharren, auch unglücklich, nur um durchzuhalten, oder ist die Flexibilität, sich auch Neuem zu stellen, nicht ebenso gut?"
hm...das hast Du gut ausgedrueckt...damit hab ich auch meine Probleme....
Ich denke manchmal aendert man sich im Leben und manchmal wenn man aelter wird ist man nicht mehr so flexibel wie wenn man jung ist....
Ich denke es ist irgendwie so, hoffe ich kann das jetzt wieder richtig wiedergeben: Du musst wissen ob du der stehende Baum bist der seine Wurzeln legen moechte auch wenn Leute an einen vorbeiziehen....oder bist Du der Schmetterling der auch innerlich stark ist aber von Platz zu Platz huepft.
hm...naja ganz so richtig hab ichs sicher nicht erklaert...aber so ein aehnlicher Spruch ist mal von einen Psychologen gekommen...
Ein Beispiel, meine ersten Jahre hier in London hab ich mir alle 5 Monate eine neue Wohung gesucht...war recht witzig....
Nun in meiner neuen veraenderungs Phase lebe ich jetzt schon seit fast 4 Jahren in der selben Wohnung.
(Aber unbedingt besser gehen tut es mir deswegen auch nicht...auch komisch, oder?)
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17.10.2007, 13:10Inaktiver User
AW: Was bedeutet eigene Identität?
guter strang sandfloh,
du sprichst mir 100% aus dem herzen! habe mich in deiner geschichte wiedererkannt, ausser dass ich nie studiert habe
meine eltern waren nicht der ansicht, dass ein maedchen was wissen muss, sie heiratet ja sowieso und wird dann nach kindern und mann schauen. tja, was soll ich sagen - jetzt sind wir 41 jahr spaeter und es kam anders. einer freundin habe ich gesagt, dass ich alle meine energie, die ich hatte, aufbringen musste, um nicht so so werden wie meine eltern das wollten, so dass ich nicht drueber nachdenken konnte was ich eigentlich wollte. auch heute kann ich eher sagen, was ich im leben alles nicht will, als das was ich will.
und genau wie bei dir zeigt sich das bei mir im berufsleben. ich war und bin schon immer ein jobber! kein beruf - keine berufung. ich mache was. gelernt habe ich arzthelferin - einfache wahl. da kamen diese netten menschen von der berufsberatung in die schule und zeigten ein paar filme. fand ich schon immer schoen mit menschen zusammen zu sein - also eine bewerbung beschrieben und angenommen worden. dann per zufall ( oder weil jeder weg dahin fuehrt
?) ins "buero" gekommen und da in den unterschiedlichsten jobs haengen geblieben. war der job gut, bin ich geblieben, war er nichts, war ich weg. zwischendrin abi nachgeholt und jahre im ausland verbracht. erstaunlicherweise hatte ich tolle jobs - fuer meine familie bin ich heute ein karrieremensch - nur ich selber sehe das nicht so. ich denke ich habe aus feigheit immer den einfachern weg genommen und das raecht sich.
seit 4 jahren lebe ich im ausland ( der liebe wegen
). ich bin im sales bei einer weltweit bekannten firma, habe super kollegen, geniales gehalt bei einer 4-tage woche und mein chef findet, ich bin das beste was der firma je passiert ist
- ganz kleines problem nur - ich hasse meinen job. ich hasse jeden tag. jeden tag will ich den job hinschmeissen, tue es aber nicht - warum?
1. man kuendigt nicht einfach - andere haben keinen job
2. ich habe mein leben lang gearbeitet und jetzt wuerde ich vom geld meines mannes leben? nein!
3. wenn du nicht weisst, was du willst, kannst du genauso gut das hier weiter machen
4. habe melancholische zuege - daheim sitzen bekommt mir nicht!
5. seit januar habe ich ein "schreibstudium" begonnen. schreiben war immer mein heimlicher traum - seit wochen bin ich mit abgabearbeiten hinterher, weil ich nicht in die puschen komme und mich die arbeitssituation auslaugt. und ich frage mich, ob das nicht nur ein kindertraum von mir war
6. weiter oben wurde beschrieben (und vom dalai lama habe ich das auch mal gelesen) dass man aus jedem job den traumjob machen kann - man muss nur die gedanken veraendern. beispiel: ich habe einen kunden, der ist echt eine "herausforderung"- kommunikation seinerseits geht grundaetzlich nur im schreimodus. an guten tagen denke ich: der ist auf deinen pfad gekommen, damit du was lernst- setz dich damit auseinander! an schlechten tagen denke ich: ich hasse es angeschrien zu werden, dazu reicht kein gehalt der welt - ich gehe. wuerde ich also gehen, waere das eine niederlage (fuer mich).
7. einerseits will nicht nicht aufhoeren bevor ich nicht weiss was ich will, andererseits denke ich, dass ich es nie wissen werde, wenn ich die stille nicht zulassen werde und mich immer wieder mit jobs "betaeube".
sorry, sandfloh, dass ich deinen strang benuetze, aber du hast da was ausgeloest
seaswep - gute gedanken - respekt und danke !
liegt vielleicht alles an dem grauen wetter heute? wo ist der schoene herbst hin?
danke fuer's zuhoeren
aleta
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17.10.2007, 13:11
AW: Was bedeutet eigene Identität?
Hallo sandfloh,
es ist wohl das Schwierigste im Leben, seine eigene Identität wirklich zu finden. Ich glaube, dass in allen Menschen mehrere Persönlichkeiten schlummern, die es auch zu entdecken gilt. Ich brauchte sehr lange, diese auch realisieren und vor allem auch annehmen zu können.
Du hast es erkannt! In jedem Menschen stecken viele verschiedene Seiten, die es zu entdecken gilt ... und vor allem, die man auch zulassen sollte. Sie verstecken zu wollen, bringt gar nichts.
Zitat von sandfloh
Ich wollte genauso mein ganzes Leben schreiben, kreativ sein, habe es aber früher nie ernsthaft in Betracht gezogen, weil man mich in ein Korsett gesteckt hat. In ein Korsett der Gesellschaft, die von mir erwartete, so sein zu müssen, wie sie das für mich vorgesehen hat ... auch andere Seiten.
Seit ich diese erkannte und nun auch zulasse, bin ich innerlich sehr ausgeglichen und ruhig - nicht mehr so rastlos wie früher.
Es gibt auch in dir viele Seiten, die du auch so nehmen musst, wie sie sind. So gibt es eben auch in dir Wünsche, die du verwirklichen willst und auch solltest.
Sie unters Wasser drücken und ersticken zu wollen ... das funktioniert nicht. Denn sie werden sich wehren!
Nimm sie in die Hand und handle danach ... oder akzeptiere sie!
Verzeih mir bitte, wenn ich so offen bin: Das ist wohl der größte Blödsinn, den man dir geraten hat!
Zitat von sandfloh
"Verschwenung von Kompetenzen!" ... das muss man sich zuerst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Wenn das so wäre, dann müsste ich wohl der größte Verschwender aller Zeiten sein, weil ich bei weitem nicht alle Kompetenzen nutze, die ich angeblich habe.
Es geht nicht darum, dass andere von deinen Kompetenzen profitieren, sondern dass du davon profitierst und diese so nutzt, um dir dein eigenes Leben einzurichten, wie es DIR gefällt.
Bezüglich sozialer Einstellung bin ich wie du ... ich arbeite gerne (auch ehrenamtlich) für andere, aber in gewissen Bereichen sollte dann doch ein gewisser Egoismus überwiegen. DU solltest dir wichtiger sein, als was andere von dir erwarten.
Du solltest mehr auf dich schauen, und nicht nur das tun, was andere von dir erwarten.
Ich habe bei dir den Eindruck, dass du allzu sehr darauf hörst, was dir andere sagen.
Sich auszutauschen ist etwas anderes ... aber wie du in deinem Eingangsposting geschrieben hast, kommst du mir vor, dass du immer das gemacht hast, was ANDERE für dich als richtig angesehen haben.
Aber was ist nach DEINER Meinung richtig?
Was willst DU?
Was sind DEINE Wünsche und Träume?
... und wie wichtig ist es dir auch, diese umzusetzen?
Eigene Identität bedeutet, NICHT NUR das zu machen, was andere einem sagen oder "empfehlen" ... sondern ... eigene Wünsche und Träume zu erkennen, und dann auch eigenständig abwägen zu können, welche Ratschläge man von außen annimmt und WANN man eigenständig und unabhängig selbst entscheiden will/kann/muss/soll!
Eigene Identität bedeutet, sich nicht zu viel von anderen einreden zu lassen, sondern auf das eigene Herz und Hirn zu hören!
Und mein Hirn sagt mir, dass es NIEMALS eine "Verschwendung von Kompetenzen" sein kann, wenn man sich dabei wohl und glücklich fühlt.
lg
cancer


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