Hallo ihr,
ich hoffe, dass der Titel einigermaßen passend ist, für das, was mich gerade beschäftigt. Ich habe im Moment das Gefühl, mich mit einer Entscheidung gegen mich selbst entschieden zu haben, ein sehr schmerzhaftes und bitteres Gefühl.
Ich stand vor der Entscheidung, meine Ausbildung in der Heimatstadt oder in einer benachbarten Stadt zu beginnen und habe mich leider für meine Heimatstadt entschieden.
Der Grund war, dass ich nicht von zu Hause wegwollte, ich dachte auch, ich könnte hier nicht weg.
Meine Eltern trennen sich gerade (schon seit 2 Jahren) und mein Vater wird bald ausziehen. Da meine Mutter Brustkrebs hatte, jetzt aber wieder gesund ist, habe ich ständig das Gefühl, auf sie "aufpassen" zu müssen, überhaupt, hier zu Hause quasi die Stellung zu halten oder als ob ich hier ne Aufgabe hätte.
Natürlich ist das absoluter Quatsch, alles funktioniert auch so super, glücklicherweise.
Ich mache mir so Vorwürfe, dass ich jetzt hier bleiben "muss", ich bin unmotiviert, sehe, wie alle um mich herum im Kurs zufrieden sind mit ihrer Wahl, bin einfach traurig, dass meine Angst viel stärker war als mein Mut.
Für mich ist diese Ausbildung okay, aber halt nicht das "non plus ultra". Nur das vier Jahre lang...?? Oh Gott...
Kann mir bitte einer helfen, das auch mal aus ner anderen Sicht zu sehen oder hat da einer Erfahrung?
Liebe Grüße
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 14
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09.10.2007, 22:04
Entscheidung gegen sich selbst
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09.10.2007, 22:29
AW: Entscheidung gegen sich selbst
Kannst Du die Entscheidung nicht rückgängig machen, wenn Du so unglücklich damit bist?
aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
(Asisah_Amar)
"Who's the freak now?"
("Ghosts")
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10.10.2007, 21:53
AW: Entscheidung gegen sich selbst
Nein, leider nicht :(
danke für die liebe antwort!
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10.10.2007, 22:38Inaktiver User
AW: Entscheidung gegen sich selbst
Wenn du's wirklich willst, dann wirst du auch einen Weg finden, die andere Ausbildung zu beginnen.
Du bist - nehme ihc mal an - noch in der Probezeit, und das Ausbildungsjahr hat doch gerade erst begonnen; vielleicht hat der Betrieb in der anderen Stadt noch eine Möglichkeit. FAlls nicht: wie sieht's dort in einem Jahr aus? Kannst du die bis dahin in deiner Heimatstadt absolvierte Ausbildung anrechnen lassen?
Ansonsten: du bist NICHT verantworlich für das Glück udn die Gesundheit deiner Eltern. Wenn du das möchtest, kannst du für sei da sein, in dem Rahmen, der DIR guttut. Das geht auch aus der Nachbarstadt.
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10.10.2007, 22:56
AW: Entscheidung gegen sich selbst
Ich schließe mich Tangueras Worten an. Nur Mut! Wenn Du es wirklich willst, wirst Du Möglichkeiten finden.
Bestimmt gibt es einen Weg, die Ausbildung in der anderen Stadt fortzusetzen. Vielleicht nicht sofort, aber auch wenn es erst in einem Jahr klappen sollte, hast Du zumindest eine Perspektive und kannst Dich darauf freuen.
Stell Dir Dein Leben in 10 Jahren vor - möchtest Du Dir dann immer wieder sagen, "Ach, hätte ich doch damals nur..."???
Pack's an!!!
aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
(Asisah_Amar)
"Who's the freak now?"
("Ghosts")
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11.10.2007, 08:06Inaktiver User
AW: Entscheidung gegen sich selbst
Liebe Flower!
Deine Gründe für diese Entscheidung waren in DEM Moment genau so, wie DU es wolltest!
Was genau stellst Du Dir vor, wenn es darum geht in einer anderen Stadt Deine Ausbildung zu machen???
Selbständiger zu sein?
Abgenabelt??
Freier??
Wenn es darum geht, dann brauchst Du keine KM zwischen Dich und Deine Familie zu bringen-- so etwas geschieht IN Dir!!
Ausziehen könntest Du doch auch jetzt!
Weggehen, Freunde haben und Dein Leben leben- genauso!!
Ich glaube, es gibt keine falschen Entscheidungen!
Denn in dem Moment, wenn wir sie fällen, sind- gerade die Grossen- von vielen Gedanken und Überlegungen genau so gewählt, wie man es dann braucht und will!
Ganz sicher kann man hinterher feststellen, daß es einem im nachhinein vielleicht anders - JETZT- scheinbar besser getan hätte!
Aber hinterher ist man IMMER schlauer- und man sollte nie den Moment der Entscheidungsfindung vergessen-- denn DER war einem ja mal sehr wichtig!
Sollte Dein Wunsch nach so einer Veränderung wirklich so gross sein, dann wirst Du auch die Energie finden das zu ändern!
Sei es Stellenwechsel oder nur Deinen Lebensraum zu verlagern-- mit eigener Wohnung zumindest!
Würde es nicht auch gut tun, eine eigene Wohnung zu haben- damit DEIN Leben auszubauen und auch etwas Abstand zu Deiner Familie zu haben- aber gleichzeitig Nähe zu haben??
Kenzia
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11.10.2007, 09:38
AW: Entscheidung gegen sich selbst
Lebst Du bei Deiner Mutter?
Hättest Du das Gefühl daß Du mehr "Verständnis" für ein eigenes Leben von Deiner Familie bekämst, wärest Du in einer anderen Stadt?
Es kann bei Dir ganz anders gelagert sein als bei mir, ich erzähl es Dir trotzdem
Mein Exmann und ich wohnten im gleichen Haus wie die Eltern, als ich mich getrennt habe blieb ich in dem Haus. Auf einmal fühlte ich mich wieder wie als Kind, meine Familie hat Grenzen überschritten (ohne Klopfen in die Wohnung, Vereinnahmung auch durch Geschwister und Kinder)... und ich hab mich ähnlich gefühlt wie Du, mir ging es wirklich dreckig, allein schon durch die Trennung.
Weil es nicht mehr ging habe ich Grenzen gesetzt ("so will ich das nicht mehr") und bin sehr angeeckt, ich konnte meine Familie nicht mehr sehen, fühlte mich andererseits sehr schuldig und gleichzeitig eingeengt. Trotzdem hab ich die Grenzen stehengelassen und wäre ausgezogen (einzimmermitkloaufdemflur hätte ich dafür in Kauf genommen) und habe darüber mit meinen Eltern reden können.
Und sie waren (sind) klasse, wir haben das zusammen durchstehen können, einander verstanden und meine Grenzen sind nach wie vor noch so wie ich sie für mich brauche. Und unser Verhältnis besser denn je, was ansteht wird besprochen und so weiß jeder wo er dran ist... Ich lebe immer noch hier und brauchte nicht "flüchten"... aber ich hätte es getan, wäre die Situation nicht so klasse geworden wie sie ist.
Du darfst Dich abgrenzen, Du darfst Dein Leben leben. Es kann in kleinen Schritten passieren, die Ausbildung in Deiner Stadt dauert nicht Dein ganzes Leben lang, Du kannst vorher ausziehen und Deine Eltern besuchen (in der einen oder anderen Wohnung). In welchem Tempo Du das für Dich hinbekommen kannst wirst Du sehen. Dein Leben ist kein Knast, den machst Du Dir selbst. Es ist doch schön, daß Deine Eltern es auch so sehen und Du es Dir nicht so erkämpfen mußt.
WolteraDas Leben hat keine Generalprobe, wir sind mitten im Auftritt!!
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11.10.2007, 14:05
AW: Entscheidung gegen sich selbst
Liebe Tanguera, Atis, Woltera, und Kenzia,
vielen Dank für eure Antworten.
Ich war so gerührt, dass ihr mir alle geantwortet habt.
Ich hole zum besseren Verständnis der Sache etwas weiter aus.
Ich habe mich bei dem Betrieb in der anderen Stadt erkundigt. Es ist so, dass ich zuvor viele Möglichkeiten hatte, dort anzufangen. Bei meinem ersten Vorstellungsgespräch habe ich wirklich alles gemacht, um nicht angenommen zu werden: Zum Beispiel habe ich gesagt, dass ich eine reaktive Depression gehabt habe. Ich wollte da nicht hin!
Dann war für mich klar, dass ich es vergeigt hatte.
Ich hatte aber in den restlichen Tests so gut abgeschnitten, dass sie mich nochmal zu einem Gespräch eingeladen haben. Ich war zu dem Zeitpunkt schon für ein halbes Jahr im Ausland (auch das war eine ziemlich dumme Aktion, ich bin einfach geflüchtet und abgehauen und war ziemlich unglücklich da). Der Betrieb hat mir dann geschrieben, dass ich mich ja nocheinmal melden kann, wenn ich wieder da bin. Ich habe darauf einen Brief an den Betrieb geschrieben und gesagt, dass ich noch interessiert sei und gerne einen Termin bekäme.
Ich habe den auch bekommen, was ich gar nicht fassen konnte!
Als ich wieder zu Hause war, hätte ich vier Tage später das Vorstellungsgespräch gehabt. Und am 2. Tag (ich war so glücklich wieder zu Hause zu sein und dass es "vorbei" war) habe ich den Termin abgesagt, weil ich in meiner Heimatstadt einen Platz hatte und ich einfach mega Angst vor dem Termin hatte!!
Ich dachte, ich versäg das eh wieder so wie beim letzten Mal, etc., selbst wenn ich den Platz bekomme, geht das sicher nach ner Weile in der Ausbildung so schief, dass ich abbrechen oder aufhören soll oder muss. Völlig bekloppt nur, das merke ich selber gerade.
@ kenzia: Deshalb frage ich mich auch, ob ich wirklich Gründe gehabt habe, oder ob das nicht einfach total impulsiv war.
Ich habe dann nach dem Termin (die Ausbildung hatte bereits angefangen), dort gefragt, aber dann waren alle Plätze belegt.
Jetzt habe ich gehört, dass einer dort abgesprungen ist, aber bei mir hat sich der Betrieb nicht gemeldet, vielleicht weil ich auf der Warteliste zu weit unten stehen und sie schon jemanden haben, oder weil sie mich gar nicht mehr haben wollen, weil ich so hin und her gesprungen bin.
Tut mir leid, das ist so viel!!
Ich wünsche mir so sehr, dass sie anrufen und sich melden!! Aber es ist jetzt auch wieder 1 1/2 Wochen her, dass der Platz frei geworden ist.
@Atis und Tanguera: Ich werde also ersteinmal warten müssen, ob die sich melden. Ich bin jetzt total davon abhängig ob da einer abspringt. Der Betrieb, bei dem ich jetzt bin, hat einen recht guten Ruf. Die Alternative in der anderen Stadt ist auch sehr gut, nur da würde ich nur über das Wartelistenverfahren nachrücken können.
@ Woltera: Ich habe eher das Gefühl, dass ich meinen Eltern etwas geben muss, damit sie mit der schwierigen Situation zurechtkommen, anstatt nur auf mich zu gucken und danach zu handeln, was ich brauche. Ich glaube, dass ich das gebraucht hätte, raus zu kommen und ein "neues Leben" zu beginnen. IN dem Moment, als ich mich für meine Stadt entschieden habe, wollte ich vor allem eins: Nicht wieder weg, ich bin im Ausland total verloren gewesen. Ich hätte in der anderen Satdt zu erst bei Freunden gewohnt, und das wäre auch sehr schön gewesen, nur weil ich im Ausland etwa 2 1/2 Monate bei einer "Familie" (ein Paar) gewohnt habe, hatte ich davon ersteinmal genug.
Ich habe also ersteinmal wieder nach Sicherheit gesucht, und da wollte ich lieber bei vertrauten Menschen leben, als mich ständig auf andere einstellen zu müssen.
Als ich mich hier wieder eingelebt hatte, habe ich erst gemerkt, was ich für eine Chance ich vertan hatte, denn dort hätte ich ja auch später in eine eigene Wohnung ziehen können.
In meiner Stadt ist das leider nicht möglich (und das war mir auch von Anfang an klar), da die Ausbildung so viel Geld kostet, dass ich nicht auch noch eine eigene Wohnung beziehen könnte.
Sooo doof, ich hätte mit der anderen Stadt ja auch pendeln können, das wäre vom Abstand kein Problem gewesen!!
Ich fühle mich einfach wie der dümmste Mensch der Welt.
Tut mir Leid, dass das so viel geworden ist!!
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11.10.2007, 15:03Inaktiver User
AW: Entscheidung gegen sich selbst
ne, ich finde nicht, dass du warten musst:
zeig, dass du dich nach wie vor für den Betrieb interessierst (u.a. dadurch, dass du verfolgst, ob Plätze frei werden). Vielleicht hast du auch den Mut, dem Personalverantwortlichen ehrlich zu sagen, dass du DAMALS zuviel Angst vo rder neuen Stelle hattest, um wirklich engagiert drauflos zu gehen - aber es heute besser wüstest, udn das gerne in einem neuen Gespräch beweisen würdest.
Aktiv werden! Dein Leben lebt sich nciht von selbst ;-)
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11.10.2007, 17:49
AW: Entscheidung gegen sich selbst
Hallo tobaccoflower,
was genau verbindest Du denn eigentlich mit der anderen Stelle? Das ist mir nicht so ganz klar geworden. Nur die Möglichkeit, in einer anderen Stadt zu wohnen? Dann schließe ich mich dem Rat einer Vorschreiberin an: ausziehen könntest Du doch jetzt auch. Im Extremfall könntest Du sogar in die andere Stadt ziehen und von dort aus zum Arbeiten in Deine Heimatstadt pendeln (wenn es umgekehrt gegangen wäre, dann doch auch so, auch wenns ich das erst mal ziemlich bescheuert anhört). Also wenn es Dir um die Stadt zu tun ist, gibt es eben auch diese Möglichkeit.
Wenn es Dir wirklich um die Ausbildung in der anderen Firma geht, dann würde ich da noch mal nachhaken. Aber letztlich sind Ausbildungen ja auch ein Stück weit einheitlich, und ob die andere Firma die bessere Wahl wäre, weißt Du nicht. Vielleicht bist zu in zehn Jahren froh, dass es sich so ergeben hat.
Mir scheint, dass Du ein ziemlich impulsiver Mensch bist, und da würde ich aufpassen, dass Du nicht zu sehr Deinen wechselnden Stimmungen nachgibst, sondern einfach mal mit einer Entscheidung leben lernst und siehst, wo sie Dich hinführt. Das heißt ja nicht, dass Du jetzt vier Jahre nichts an Deinem Leben ändern darfst. Aber ein paar Rahmenbedingungen solltest Du vielleicht einfach mal akzeptieren.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)


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