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    AW: Dinge mit sich selbst ausmachen

    Ich habe immer schon recht viel mit mir selbst ausgemacht. Anfangs weil als Kind einfach niemand da war, dem ich mich hätte mitteilen können.
    Heute gibt es viele Dinge, da muss ich mir erst meine eigenen Gedanken machen, spreche dann aber auch durchaus einen Freund/in darauf an. Eigentlich oft, wenn ich mich frage, ob ich in einer Situation nicht überreagieren und mir meine "Altlasten" einen Streich spielen
    Ich kann heute auch sagen, dass mich etwas bewegt und dass ich im Moment nicht darüber sprechen will/kann. Wenn ich das ganz ehrlich sage, aber auch anmerke, dass ich zu gegebener Zeit gerne mit demjenigen darüber reden möchte, nimmt es mir eigentlich auch niemand übel. Ich erkläre auch immer, dass es überhaupt nichts mit der betreffenden Person zu tun hat, sondern dass mir einfach vieles wirres Zeug durch den Kopf geht und ich erstmal aussortieren muss. Vieles ergibt sich dann auch, wenn ich meine Sichtweise oder die Art wie ich mit manchen Angelegenheiten umgehe überdenke.
    Ein gutes Gespräch kann durchaus weiterhelfen, grad wenns einen Anstoss braucht. Andere Dinge/Probleme macht man wohl besser mit sich selbst ab...

  2. Inaktiver User

    AW: Dinge mit sich selbst ausmachen

    @kenzia
    Ich finde deinen Beitrag auch sehr gut.

  3. Inaktiver User

    AW: Dinge mit sich selbst ausmachen

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Zieht Ihr Euch dann zurück oder kündigt Ihr den Rückzug zB vorher an?
    ich hab neulich jemand kennengelernt, der so ganz stiller ist. für mich ne ganz neue erfahrung, keine ahnung, ob das mit uns was wird. im moment geniesse ich das noch.. das schweigend zusamensitzen, die zärtlichkeiten... *schwärm* *hachmach*

    wir leben ja nicht zusammen, im gegenteil uns trennen etwa 300 km und eine staatsgrenze. kürzlich hat er mir beispielsweise erzählt, dass er sylvester lieber allein verbringt und übers vergangene jahr nachdenkt *grübel* so gut kennen wir uns noch nicht, aber ich denke mal, er wird auch nicht viel über seine sorgen reden. und auch seine auszeiten brauchen.
    im moment ist auch etwas funkstille, wir sehen uns zwar jeden abend via msn... aber irgendwie... ich hab schon das blöde gefühl, dass ich ihn ein wenig abgeschreckt habe.

    ich bin ja eigentlich so eine mit hummeln im ar... bei mir muss immer was los sein, sonst werd ich depressiv. bzw. ich bin depressiv, das weiss ich, muss das aber überspielen. ich brauch einfach den austausch, auch über kleinigkeiten und kann nur ganz schwer allein sein.

    manche sachen mach ich aber trotzdem mit mir selbst ab. grade, wenn ich eigentlich weiss, dass sie schiefgehen können. wenn ich das vorher jemanden erzähle hab ich nur die bedenkenträger am hals. da kann ich ganz schweigsam sein und melde mich erst wieder, wenn ich mit meinem problem durch bin, im positiven oder negativen sinne.

    gruss eve

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    AW: Dinge mit sich selbst ausmachen


    Hallo Septemberkind

    Ich mache selten was mit mir selbst aus. Ich habe, egal ob es sich um kleine oder große Probleme handelt, eigentlich immer das Bedürfnis, mit jemandem darüber zu reden. Einerseits entlastet mich das Reden an sich schon; andererseits kann einem der Gesprächspartner auch noch Gesichtspunkte aufzeigen, auf die man selbst nicht gekommen ist. In den Fällen, in denen ich Rückenstärkung bekomme, sehe ich, dass meine Sicht der Dinge sooo falsch oder unverständlich vielleicht doch nicht ist und ich meinen Standpunkt ruhig weiterhin vertreten kann. Und wenn z.B. meine beste Freundin mir vehement widerspricht und sagt, "Jetzt übertreibst Du aber!" reg ich mich auch extrem schnell wieder ab und bin dann eher bereit, das Ganze nicht mehr so eng zu sehen und - wenn es sich um ein Problem mit einer anderen Person handelt - wieder auf den anderen zuzugehen. Oder halt ein bisschen aus meinem Tief wieder rauszukommen und zu erkennen, dass die Situation sooo schlimm doch nicht ist.
    "Sie konnte ihn entschuldigen, weil er als Mann ohnehin der weniger Kluge war."
    (H. Mann, Die Jugend des Königs Henri IV)

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    AW: Dinge mit sich selbst ausmachen

    Hallo Septemberkind,

    die alltäglichen Probleme bespreche ich ganz gerne mal mit anderen, aber die wirklich wichtigen Dinge mache ich mit mir selbst aus.

    Ich habe gemerkt, dass ich in diesen Dingen ziemlich beratungsresistent bin und meine eigene Lösung auch gegen die wohlmeinenen Ratschläge anderer Leute finden muss. Und daher will ich auch niemanden damit behelligen, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass man zumindest Kopfschütteln, wenn nicht Beleidigtsein in Kauf nehmen muss, wenn man am Ende doch tut, was man selbst für richtig hält. In existenziellen Fragen mag ich mich aber nicht noch rechtfertigen müssen, sondern will einfach zu einer für mich und für den jeztigen Augenblick richtigen Entscheidung kommen, auch wenn sie sich am Ende als falsch erweist (aber wann kann man das schon jemals wirklich sagen, man weiß ja nicht, was bei einer anderen Entscheidung wirklich herausgekommen wäre).

    Auf der anderen Seite habe ich - auch bei vermeintlichen Tabuthemen - viel Akzeptanz und Toleranz erfahren, wenn ich hinterher, oder nachdem meine Entscheidung gefallen war, darüber gesprochen habe.

    Von daher auch von mir ein Plädoyer für das mit sich selbst ausmachen.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Dinge mit sich selbst ausmachen

    Hallo Septemberkind,

    ich habe mir angewöhnt, die mich persönlich betreffenden Angelegenheiten alleine mit mir auszumachen. Ich erlaube mir zwar, meinen engsten Freundinnen mit dem Geklage und Geschimpfe über irgendwas auf den Geist zu gehen , um mir einen auswärtigen Gedankenansatz zu holen, der mich vielleicht vorwärtsbringt, aber im großen und ganzen bestimme ICH, was ich aus Gesprächen für mich verwerten kann.

    Bei Dingen, die eine Partnerschaft egal welcher Art (Firma, Freunde, der eigene Partner oder das Kind) angehen, überlege ich mir meine Meinung und gehe mit diesen Denkansätzen zu der Person. Dann versuche ich ein Gespräch mit demjenigen darüber zu beginnen. Macht derjenige auch mit, kann was recht konstruktives rauskommen, wenn nicht, habe ich die Gewissheit, meine Sicht der Dinge dargestellt zu haben. Wenn mein Gegenüber das nicht will, ist das einzig und allein seine Sache. Ab da ist das Thema für mich erledigt.

    LG allesklar
    Manchmal denkt man, es ist stark festzuhalten. Doch es ist das Loslassen, das die wahre Stärke zeigt.
    (unbekannt...)

    Darum:

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt, wenn dieser nötig sein sollte. Eine Schlucht kannst du auch nicht mit zwei kleinen Schritten überwinden.
    (David L. George)

  7. Inaktiver User

    AW: Dinge mit sich selbst ausmachen

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Nein nicht direkt. Kam immer darauf an um was es sich gehandelt
    hat.
    Ich bin einfach sehr viel vorsichtiger geworden. Man muß ja
    nicht unhöflich deswegen sein oder jemanden die Tür einwerfen.
    Ich für meinen Teil bin mir sicher, daß Vieles viel zu hoch
    bewertet wird, je mehr man darüber spricht.
    Aber da musste ich auch erst im Laufe der Jahre drauf kommen.

    LG

    Genauso geht es mir auch! Auch mit dem Im-Laufe-der Jahre-drauf- kommen!

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    AW: Dinge mit sich selbst ausmachen

    Ich habe mittlerweile, glaube ich, jede Variate durch und hab jetzt einen Mischmasch aus allem.
    Früher, als Jugendliche, hab ich eigentlich immer über meine Probleme reden wollen. Leider war es dann oft so, dass ich mich hinterher noch schlechter fühlte, weil diese eine bestimmte Person mich dann noch regelrecht fertig gemacht hat. Also hab ich mir angewöhnt den Mund zu halten und alles mit mir selber auszumachen. Ich hab alles in mich reingefressen und bin dann irgendwann explodiert. War auch nicht das wahre, aber ich konnte damit leben. Der Wunsch nach jemandem, mit dem ich reden kann und der mir zuhört, war aber die ganze Zeit über da.
    Als ich dann letztes Jahr mit meinem Freund zusammenkam, hatte ich diesen jemand zwar endlich gefunden, aber ich hatte das Reden verlernt. Erst durch ganz viel Einfühlungsvermögen und wirkliches Interesse an mir, hat er es geschafft, dass ich mich geöffnet habe. Allerdings bin ich dann irgendwann ins krasse Gegenteil geschlagen und hab ALLES losgelassen. Bis ich gemerkt habe, dass vieles davon unnötige Diskussionen nach sich gezogen hat und diese, auf den ersten Blick, so furchtbare Sache, am nächsten Tag garnicht mehr so schlimm war. Seitdem schlaf ich immer erst mal eine Nacht darüber und wenn ich mich am nächsten Morgen immernoch schlecht fühle, rede ich darüber.
    Ich habe aber immernoch Probleme über Beziehungssachen zu reden. Zum einen, weil ich mir oft nicht sicher bin, ob ich mich da nicht in was reinsteigere, zum anderen, weil ich nicht immer knatschen will. Auch wenn das garnicht so oft ist. Aber ich denke dann, ich verschrecke meinen Freund. Deshalb halte ich dann manches zurück.

  9. Inaktiver User

    AW: Dinge mit sich selbst ausmachen

    Es gibt definitiv Dinge, die ich mit mir selbst ausmache und weder mit meinem Mann noch mit meinen engsten Freundinnen besprechen würde.
    Schon gar nicht, wenn ich diese Menschen dadurch in eine Art Zwickmühle brächte.
    Ich sehe auch die Qualität in einer Partnerschaft oder Freundschaft darin, dass "unausgesprochene Dinge" ausgehalten werden können.

  10. Inaktiver User

    AW: Dinge mit sich selbst ausmachen

    Liebe Claudia1970,

    ja, das denke ich inzwischen auch, dass "unaugesprochene Dinge" manchmal aushaltbar sein müssen und dies ein Qualitätsmerkmal ist.

    lG herbstblatt2

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