Hi, ich hab mich hier mal angemeldet mit einer Frage, die wohl sehr alltäglich ist und die sicher schon irgendwo bearbeitet wurde, aber ich stelle sie jetzt einfach mal als meine persönliche Frage, meinen persönlichen Konflikt, den ich nicht gelöst bekomme...
Wie glücklich muss frau alleine sein?
Ich habe schon ein paar längere Beziehungen hinter mir (bin 46) und war (bin noch) verheiratet, lebe seit über einem Jahr getrennt, Scheidung läuft. Jedenfalls ist diese Ehe, leider muss ich sagen, gescheitert. Ich hätte die Beziehzung im Grunde gerne weiter geführt, aber er war einfach ein Mann, der sich nicht weiterentwickeln wollte (konnte) und so sind ein paar Konflikte nie gelöst worden und ich bin schließlich gegangen. Aber das ist nur Teil des Problems. Nach dieser Beziehung bin ich sehr ernüchtert und frage mich mehr denn je, welche Fehler in mir gelegen haben und wie ich sie künftig vielleicht vermeide? Eine Sache ist die, dass frau (ich) dazu neigt, in Beziehungen sich in gewisser Weise selbst zu verleugnen; leider neige ich dazu, was aus meiner persönlichen Geschichte resultiert. Ich bin zwar andererseits das, was man vielleicht eine 'starke Frau' nennt, habe meinen Beruf, mein Hobby, ein paar Freunde (wenn auch nicht so viele, weil ich ihm in eine andere Stadt gefolgt war - 'zuhause' habe/hatte ich mehr).
Nun mein Konflikt: ich merke einerseits, dass ich mich nach einem Partner sehne, gerne jemanden hätte für die alltäglichen Unternehmungen, vertraute Gespräche, alles Mögliche halt, wofür man eine Beziehung eingeht. Andererseits habe ich Angst, zuviel zu erwarten, zuviel an emotionaler Unterstützung, hm, wie soll ich das beschreiben? Darf frau sich eine Beziehung wünschen um glücklich zu sein? Ist es okay, wenn etwas fehlt ohne einen Partner? Muss ich erst mit mir selber vollkommen glücklich sein, um eine wirklich gute Beziehung haben zu können?
Ich glaub, ich bin ein wenig traumatisiert von der letzten, aber mit diesen Fragen quäle ich mich und habe richtiggehend Schiss, mich nnochmal auf jemanden einzulassen...
Kennt ihr das?
Grüße, F.
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07.10.2007, 19:50
glücklich allein, allein glücklich?
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07.10.2007, 20:21Inaktiver User
AW: glücklich allein, allein glücklich?
hallo foul,
interessante frage.... aber ich würde sagen: der mensch ist nicht gerne alleine, und eine liebesbeziehung ist etwas anderes als eine freundschaft (wenn ich auch immer wollte, dass mein mann mein bester freund wäre). Klar ist das o.k., daß du dir eine beziehung wünschst und man muss auch nicht allein sein wollen.
Ich wollte, ich hätte deinen mut.... ich bin nicht mehr glücklich in meiner ehe, ich erkenne ähnliche strukturen wie du sie für deine ehe geschildert hast. ich will noch nicht aufgeben und diskutiere mir den mund fusselig, aber manchmal würde ich gern hinschmeissen....
Also, hör auf dein herz, aber lass dir ein bischen zeit. Falls ich mich jemals von meinem mann trennen sollte, dann würde ich allerdings eine ganze weile allein bleiben wollen. Es muß doch erst heilen, oder?
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07.10.2007, 21:04
AW: glücklich allein, allein glücklich?
Hallo Blaueblume, danke für deine Antwort! :)
Ja, so sehe ich es ja auch ein wenig, dass man ein soziales Wesen ist, das solche Paarbeziehung auch irgendwo braucht. Mag sein, ich bin wirklich gerade ein gebranntes Kind, gebrannt wie nie zuvor, weil ich an diese Beziehung geglaubt hatte, die dann doch nur 6 Jahre gehalten hat...
Ich muss sagen, es hat lange gedauert bis ich mir der Verletzungen bewusst wurde, die er mir - fast systematisch - zugefügt hat, eben irgendwie neurotisch aber ohne die Erkenntnis sich verändern zu wollen. Ich räume natürlich ein, dass ich auch nicht perfekt bin, aber das ging so nicht mehr.
Aber ich würde immer wieder gehen unter diesen Bedingungen! Ich weiß nicht, ob/was ich dir da raten kann. Für mich kam schließlich nur noch eine Paarberatung in Frage, eben die Moderation durch einen neutralen Beobachter, aber das wollte er nicht. Man muss die Grenze für seine Leidensfähigkeit schon sehr scharf ziehen...
Ach, und Zeit lassen, ja, schon, alleine bin ich ja im Grunde schon länger und wünsche mir einfach mal einen Menn, der hinter mir steht; ab und zu erlebe ich so ein Verhalten unter Kollegen, das ist so angenehm, oder Freundinnen erzählen von Situationen, wo ihre Männer das tun; ich weiß nicht, wie verbreitet dieses Verhalten in Beziehungen ist; ich wünsche es mir so, und dass er mein Freund ist, ganz klar...
Grüße, F.
PS: ach, mein Nick ist irgendwie verunglückt, nun ist es eine französisch-deutsche 'Verrückte' :)
nicht daß jemnd denkt, ich bin ein Foul :-o
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07.10.2007, 22:22
AW: glücklich allein, allein glücklich?
Hallo, Ihr Beiden!
Ich habe interessante Denkanstöße durch euren Austausch bekommen.
Ich bin nun Single, noch nicht allzu lange, hab ne Beziehung hinter mir von 11 Jahren, in der vieles sehr schmerzhaft war. Und ich bin auch so zwiespältig, ich hab so Sehnsucht nach neuem Gefühl, nach Kribbeln und alldem, was dazu gehört. Auf der anderen Seite habe ich den Anspruch, erstmal wieder ein paar Dinge mit mir selbst klar zu machen... Ich glaube, ich habe meine Entscheidung getroffen. Alles wird so kommen, wie es soll. Wenn ich morgen jemanden kennen lerne, werd ich mich nicht wehren, wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Ich hab ne Freundin, die nicht allein sein kann, die sich dann lieber in Männer "flüchtet", von denen sie schon vorher weiß, das wird nix... das Problem hab ich zum Glück nicht.
Ich wünsch euch einen schönen Wochenstart,
FeuerzeichenMache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
für den du lediglich eine Option bist.
Hat die Blume einen Knick,
war der Schmetterling zu dick.
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08.10.2007, 18:53Inaktiver User
AW: glücklich allein, allein glücklich?
hallo foul,
das ist ja ganz lieb von dir, dass du mich tröstest - mir kann man im moment echt nicht raten, das muss reifen - so, oder so! Aber trotzdem danke!
Ich habe mich auch über deinen thread gefreut, weil man hier so oft das gegenteil liest und ich mich schon oft gefragt habe, ob es ein teil meines problems ist, dass ich so anders bin..... manchmal grübel ich halt zuviel...
Soll heissen: dieses ewige: "ich bin alleine und find es ganz toll weil ich so ne superpowerfrau bin" (jetzt mal überspitzt formuliert) macht mich ganz wuschig, denn ich bin eher ein mensch, der nicht so schnell aufgibt und auch verzichten kann. Aber der verzicht muß für was gut sein, was man selber noch als "höheres ziel" identifizieren kann. Und ich kämpfe auch, wenns sein muss....
Du scheinst mir auch jemand zu sein, der nicht schnell hinwirft und sich auch um andere menschen bemüht. Du hast eine feine beobachtungsgabe und weisst, was du willst. Darum glaube ich auch, dass du nicht allzu lange allein sein wirst. Wenn es dir um eine gute beziehung geht, um vertrautheit und das gefühl, das leben mit einem menschen zu teilen: ich denke, das geht auch den männern so.
Hoffe, das war jetzt alles nicht allzu wirr, aber mir geht grade viel zuviel im kopf rum....sorry.....
lg,
bb.
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08.10.2007, 22:02
AW: glücklich allein, allein glücklich?
Hallo Feuerzeichen, bin ich übrigens auch ;)
das ist doch schon eine ganz gute Einstellung und ich werd mich auch nicht wehren, aber ich werde schon sehr viel aufmerksamer sein als vorher, um nicht in die gleichen Beziehungsfalle(n) zu tappen...
Hi Blaue Blume, ich finde das gar nicht wirr. Irgendwo da bewegt sich ja auch mein Konflikt. Ich WEISS, dass ich auch alleine wer bin/sein muss etcpp. , aber das andere, ja, das weiß ich auch irgendwie, krieg es aber noch nicht sortiert. Wahrscheinlich liegt die Lösung in der Art des neuen Partners, in dem, was ich jetzt gelernt habe oder zu haben glaube. Dass ich auf ein paar Signale (die es bei meinem Mann definitiv gegeben hat!) besser achte. Dann 'verliere' ich mich eventuell nicht so leicht....
Das ist doch wirklich gut jetzt, hier geschrieben zu haben, das klärt die Gedanken. Und ich freue mich ebenso über deine Antworten!
Und du hast ganz Recht, ich werfe auch nicht leichtfertig hin, aber das ist eben andererseits auch eine zu große Langmut, manchmal... ;)
Danke für deine nette und gute Einschätzung!
Liebe Grüße an euch beide, F. :)
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09.10.2007, 09:44
AW: glücklich allein, allein glücklich?
Verzeiht Ihr Lieben, wenn ich mich hier so unvermutet dazugeselle. Aber dieses Thema beschäftigt mich und hat mich immer schon ziemlich intensiv auf Trab gehalten. Die Aussage dass man sich sehnlichst eine feste Partnerschaft wünscht ruft oft den Beiton hervor: " sie kann nicht auf eigenen Füssen stehen, die Arme". Wenn ich Euch allerdings so lese - alles eigenständige autonom voll "funktionsbereite" Frauen, und wenn ich meine eigenen Gedanken die ich mir im Lauf der Jahre dazu gemacht habe so durchgehe bleibt für mich eigentlich nur das Fazit: was soll so verwerflich daran sein wenn man einmal positiv erfahrene Muster in einer Beziehung sich wieder wünscht? Wenn eine Beziehung aus welchen Gründen auch immer einmal beendet werden sollte, kann doch trotzdem von einer weiteren träumen. Man hat ja so positive Erfahrungen mit diesen Aspekten der Partnerschaft gemacht, wie es sich anfühlt wenn man nicht alleine ist bei manch wichtigen Entscheidungen, wie aufgehoben es sich anfühlt wenn man - Achtung profan - zusammen etwas isst das vorher mit Sorgfalt zubereitet wurde. Schöne Musik dabei hört und sich über den Tag unterhält, die Reparatur von diesem und jenen unterhält. Dieses Wir-Gefühl gibt mir persönlich unheimlich viel Wärme, wieso sollte ich da die Kälte vorziehen? Ich bin ein wirtschaftlich völlig unabhängiger Mensch, ich habe meine eigene Wohnung, mein eigenes Kind (*g*), meine eigenen Tiere, meine Träume und meine Macken, so ganz exklusiv für mich. Und doch möchte ich diese zusätzliche Wärme nicht missen.
Sich einen Partner zu wünschen heisst in meinen Augen nicht automatisch dass man ein sozialer Krüppel ist.
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09.10.2007, 14:15Inaktiver User
AW: glücklich allein, allein glücklich?
Hallo!
Es ist gut sich selber genau anzusehen- gerade nach einer beendeten Beziehung sich und das gelebte Leben mal zu reflektieren!
So sicher man sich dann bei einer Trennung ist- bleibt doch immer das Gefühl von "gescheitert" in einem zurück......man hätte es doch gerne anders gewollt.....
Ich würde- bevor ich mir nun Gedanken über eine neue Beziehung mache- mir zuerst mal mein Leben SO einrichten, daß es MIR gut geht!
Klar ist der Wunsch nach einer Beziehung in Jedem!
Wer möchte nicht einen Partner, den man liebt und von dem man geliebt wird??
Aber ich denke, man sollte sich zuerst mal nur um sich selber kümmern!
WAS tut einem gut?- WAS konnte man bisher nicht so machen?
Hat man etwas, was man schon immer machen wollte und nicht getan hat??
Ich glaube, der Weg zu einem anderen Menschen läuft zuerst mal über sich selber!
Wer mit sich zufrieden ist, wird so auf andere zugehen und sicher viel angenehmer wirken als anders!
Natürlich denkt man über die alte Beziehung nach- über das, was man vielleicht selber dazu beigetragen hat-- zu dem Ende!
Wenn man der Meinung ist, man hat in seinem Leben immer dasselbe Muster an Beziehung geführt ( was sehr oft vorkommt!), dann hilft vielleicht mal eine Therapie um diese Grundmuster aufzudecken- und auch zu verändern!
Es ist sicher mit zunehmendem Alter nicht einfach einen Menschen zu finden, der gut zu einem passt!
Dafür hat man zuviel erlebt- hat Vorstellungen und Wünsche und ist nicht merh so biegsam, wie in jungen Jahren!
Letztlich glaube ich aber, daß man immer einen Menschen finden kann, mit dem man eine wundervolle Zeit verbringen kann-- die Zeit muss dafür nur reif sein!!
Zuerst mal sich selber finden und tun, was man möchte!!
Dann wird der Richtige schon irgendwann vor einem stehen.......und DANN läuft es doch sowieso mit den richtigen Gefühlen wieder ganz von alleine.............OHNE grosses Nachdenken.......
Kenzia
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09.10.2007, 17:33
AW: glücklich allein, allein glücklich?
Hallo lila-lola und Kenzia!
Genau zwischen dem was ihr schreibt bewegen sich meine Gedanken!
Was du sagst Kenzia, weiß ich alles, und das ist ja Teil der Sorge; was Lila-lola beschreibt ist das, was ich mir wünsche und vielleicht in der Form nicht hatte: die zusätzliche Wärme.
Ich merke derzeit eben, dass die mir fehlt und dieses Gefühl von "nicht alleine sein" habe ich eben alleine nicht. Drum will ich ja gedanklich weg aus der Therapie- und alte Muster- Ecke... Dennoch sitzt da genau die Angst, eben dass sich Dinge wiederholen. Der Unterschied ist vielleicht hauchfein, schwer zu erklären.
Ich merke, dass ich mir diese Wärme wünsche, dass sie mir fehlt, aber ich will mir nicht erlauben, dass dieses Bedürfnis da ist, weil ich eben von diesem Denken (Therapiebedarf, neurotische Beziehung etcpp.) "verdorben" bin.
Und vielleicht nochmal konkret: darf ich erst in Beziehung "vollkommen" sein?
Ich bin übrigens sicher keine, die ohne Mann nicht existieren KANN; die Frage ist, ob ich eine sein darf, die es nicht WILL.
Lila-lola, du hast das wirklich so schön beschrieben - einschließlich des eigenen Kindes :) , hab ich auch , ist schon erwachsen.
Und es macht mir immer Mut, dass es solche Beziehungen wie deine gibt; ich denke, sie sind nicht die Regel!
Grüße, F.
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09.10.2007, 18:21
AW: glücklich allein, allein glücklich?
Hallo Foul,
ein nachdenklicher schöner thread den Du hier führst. Ja, derzeit spüre ich diese Wärme obwohl wir gerade frisch eine Fernbeziehung führen. Ich glaub ich muss etwas ausholen - diese Wärme und dieses Aufgehobenfühlen hab ich nicht immer gespürt. Das erste Mal mit einem Mann der nicht der Vater meines Kindes war. Er war der Erste (wollt Ihr meine Statistik? Ich glaub bis zu meiner Ehe hatte ich insgesamt 6 Kerle*) und bis auf meinen jetzigen Freund der einzige Mann bei dem ich diesen Zustand gelernt habe. Seither hab ich danach "gestrebt". Der Mann der nach ihm kam war das krasse Gegenteil, ein ichbezogener Narziss. Nach dem ersten Schock, aus irgendeinem irrigen Grund war ich anfangs davon ausgegangen dass die Rücksicht und Zuneigung die ich bei diesem ersten Mann hatte automatisch bei den meisten anderen zu finden sei, hab ich mit ihm Schluß gemacht, ziemlich fassungslos, denn ich hab wegen ihm diesen tollen Mann "weggeschmissen". Naja, dann war ich erst mal zwei Jahre allein, hab meine Federn geordnet und hab dann im Internet mein jetziges Juwel kennengelernt. Er ist anders als der erste liebende Mann, diese Güte werde ich wohl in diesem Leben nicht mehr wiederfinden. Aber er ist auch zu einem mir unersetzlich wichtigen Teil meines Lebens geworden. Weil ich damals beim Ersten gelernt habe dass es sowas tatsächlich gibt. Weil ich mich jetzt so verhalte dass ich diese Wärme in der Beziehung möchte und mein Hübscher das dann auch irgendwie übernimmt. Ich gebe selbst die Wärme und wenn mal etwas ist - mein Gott, was Zuversicht und Langmut muss man schon auch mitbringen - aber wenn mal was dazwischenfällt was dieses Wärmegefühl stört dann sag ich das. Dann sind wir uns soviel dass wir das aus dem Weg räumen. Und er ist jetzt nicht gerade ein verzagtes bevormundetes Mäusemännchen... unsere Beziehung ist jetzt 5 Jahre alt, wir haben anfangs heftige Probleme miteinander gehabt. Aber wir haben uns wo nötig zusammengerauft. Ich hab auch viel lernen müssen, erstaunlich wie fehl man sich einschätzt manchmal...* Sein Spiegel hat mir zuweilen gezeigt wie zickig - ich! - ja ich manchmal war, schwierig. Jo, ich hab gelernt, er auch, und heute ist es wunderschön mit uns. Aber, ich weiss auch dass nichts von Dauer ist im Leben. Sollte es mal aus sein aus welchen Gründen auch immer werde ich auch vor Deiner (Foul's) Option stehen. Und ich werde die Erinnerungen an diese Verbundenheit noch haben und werde sie suchen. Bis ich sie wieder gefunden habe. Aber das muss eben jeder für sich entscheiden wo seine Wünsche und seine Prioritäten liegen.
Jetzt hab ich weit ausgeholt... ich hatte das Gefühl das war nötig um meinen Standpunkt zu erläutern. Erzählt doch auch von Euch!
(wo sind die smilies...*)


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