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  1. Inaktiver User

    AW: Bin ich von vorgestern??

    Zitat Zitat von marla63
    weil ich ehrlich gesagt schon deine fragestellung "bin ich von vorgestern" so empfinde, und deine posts bestätigen das: du weißt natürlich ganz genau, dass du nicht von vorgestern bist. da du frage aber trotzdem stellst, entstand bei mir das gefühl, dass du meinst, die anderen seien es. zumindest sehr viel schwächer als du, die ganz genau weiß, was sie will und so ein langes zögern nicht braucht.
    diese frage "bin ich von vorgestern oder lebe ich hinter dem mond" habe ich kürzlich mit meiner freundin erörtert. sie meinte, dass mir diese verletzungen nicht geschehen weil ich eben so aufgewachsen bin wie ich bin.
    sie wurde so erzogen wie frauen eben erzogen wurden, still zu sein, auszuharren usw.

    in meinem freundeskreis kenne ich gerade noch eine frau in meinem alter die so gestrickt ist wie ich, darum war die frage durchaus ernst gemeint. mit dieser anderen frau habe ich mich auch schon darüber ausgetauscht und wir sind beide der meinung dass wir hinter dem mond leben.
    wir hatten beide eine sehr lange ehe die vor extremen verletzungen verschont blieb und jetzt sind wir beide wieder in beziehungen die auch rund laufen.
    andere muster scheinen wir nicht anzuziehen.

    ich will ja meine anderen weiblichen bekannten verstehen aber die haben dies noch nie so fundiert gesagt wie ich hier gelesen habe!
    bin durchaus schlauer geworden

    darum war die frage durchaus ernst gemeint.

    interpretiert doch nicht immer soviel in worte !

    einfach nur lesen und nicht zuviel dabei denken oder zwischen den zeilen lesen. männer sind da einfacher

  2. Inaktiver User

    AW: Bin ich von vorgestern??

    Ich möchte mich bei allen für ihre Gedanken bedanken !

    hier ein paar zitate die mich besonders berührt haben.

    Und natürlich gibt es diese fatale Prägung: wenn dir eine Situation vertraut ist, kommst du besser damit klar als mit dem Unbekannten. Und so heiratet halt manches Kind aus einer Säuferfamilie wieder einen Säufer, weil die Muster passen. So easy ist das nicht, da herauszufinden. Das kann man nicht von jedem einfach so verlangen, finde ich.

    Dies finde ich sehr wichtig um nicht zu sagen das wichtigste überhaupt. also liegt sehr viel in der erziehung begründet und dass sollten sich mal alles eltern hinter die ohren schreiben.
    Also sollten frauen die einen säufer als mann haben (nur ein beispiel) und kinder im haushalt leben, sofort die koffer packen und gehen, damit sich nicht alles wiederholt!!!

    Ja, die Frage stelle ich mir auch oft. Meine Antwort darauf ist, dass jeder genau so lange in einer Situation bleibt, solange er in irgendeiner Weise davon profitiert. Sicher nicht immer bewußt. Aber wenn die Alternative Trennung noch schrecklicher scheint, dann wählen viele eben einfach das geringere Übel.

    dies fand ich ganz interessant und hat mir eine neue sichtweise gegeben, ich musste lange darüber nachdenken! danke

    Wenn das Vertrauen in sich selbst und somit auch das Vertrauen darin, dass einem Menschen "zustehen", die einem gut tun, wenn dieses Vertrauen selbstverständlicher in den Seelen verankert wäre, würden destruktive Beziehungen weniger zugelassen.
    Es würden schneller Grenzen gesetzt. Und zwar nicht per Kampf, sondern mit einem einfachen "Nein".

    Dies kann ich sowieso unterschreiben
    Meine art sich relativ schnell zu trennen (nicht bei jedem pipifax natürlich) und zu wissen was mir gut tut und womit ich mich wohl fühle und womit nicht, hat ganz klar seinen ursprung in der erfahrung die ich mit meinen handlungen gemacht habe und dies seit jahrzenten.

    wenn ich im kindergarten meiner dominanten "freundin" die stirn bieten kann und ich merke dass mir dies gut tut, ist meine erfahrung doch, dass ich NEIN sagen kann und es mir sogar noch gut tut.

    wenn ich als teenager aufmüpfig sein darf und ich trotzdem noch geliebt werde, ist meine erfahrung doch auch positiv. ich muss nicht kuschen und lieb kind sein, damit ich geliebt werden, ich darf ecken und kanten haben.

    wenn ich meine erste liebe verlasse weil sie fremdknutscht und ich mich danach gut fühle weil ich nicht mehr verletzt werde, ist meine erfahrung dass ich meine grenzen bestimmen kann und was darüber hinaus geht ich nicht akzeptieren muss.

    wenn ich die mobbende kollegin in die schranken weise und notfalls auch kündige weil es unerträglich ist zu arbeiten, merke ich doch auch, dass sich wehren oder notfalls trennen mir gut tut.

    wenn ich mich von meiner zänkischen, tablettensüchtigen, neidischen und herrschsüchtigen mutter löse und mich von ihr trenne, dann merke ich doch auch, dass es mir gut tut und ich mich wohl fühle.(natürlich mit dem hintergrund dass alle versuche eines normalen verhältnisses nicht möglich sind)

    dies kann man doch auf jede erdenkliche beziehung ausweiten!

    somit lerne ich für meine grenzen einzustehen, meine gefühle wahrzunehmen und sie zu verteidigen.

    also nochmals danke und
    lg
    lara
    Geändert von Inaktiver User (12.09.2007 um 21:28 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Bin ich von vorgestern??

    Lara, sei dankbar, dass du so erzogen wurdest. Das ist etwas sehr Kostbares, was dir deine Eltern da mitgegeben haben!

    In irgendeinem Beziehungsratgeber (ja, ich bekenne mich, ich lese sowas manchmal), ich glaube, in: Wieso die schrecklichsten Frauen so nette Männer haben oder so stand etwas, das sich mir sehr eingeprägt hat.

    Die Frage ist, wieso manche Frauen anscheinend mehr respektiert werden als andere. Dem ist gar nicht so. Nur gibt es Frauen, die sich erst gar nicht mit Menschen umgeben, die sie nicht respektieren. Das ist der kleine aber feine Unterschied: seiner selbst bewußt zu sein, für sich selbst zu sorgen und Grenzen zu setzen.

    Wohl dem, der das kann!!

  4. Inaktiver User

    AW: Bin ich von vorgestern??

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Lara, sei dankbar, dass du so erzogen wurdest. Das ist etwas sehr Kostbares, was dir deine Eltern da mitgegeben haben!



    Die Frage ist, wieso manche Frauen anscheinend mehr respektiert werden als andere. Dem ist gar nicht so. Nur gibt es Frauen, die sich erst gar nicht mit Menschen umgeben, die sie nicht respektieren. Das ist der kleine aber feine Unterschied: seiner selbst bewußt zu sein, für sich selbst zu sorgen und Grenzen zu setzen.

    Wohl dem, der das kann!!
    Ich bin froh darüber und darum komme ich mir wahrscheinlich auch manchmal so vor als würde ich hinter dem mond leben !

    mich haben unterschiedliche menschen erzogen, grosseltern, tanten, onkel, heimleiter, pflegeeltern, ältere menschen und auch junge menschen und ein klein wenig meine mutter (bei der ich nur 3 jahre meines lebens lebte).
    aber ich glaube den hauptteil hatte meine grossmutter! sie war eine wundervolle frau!

    mit dem letzten von mir zitierten absatz hast du mir wieder etwas gesagt was ich vermutlich in meinem innersten herzen schon wusste!
    danke dass ich es nun auch schriftlich habe

    lg
    lara

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    AW: Bin ich von vorgestern??

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    und darum komme ich mir wahrscheinlich auch manchmal so vor als würde ich hinter dem mond leben !
    du bist also weder von vorgestern, noch lebst du hinter dem mond. vielmehr stehst du mitten in der sonne!

    das ist etwas wunderbares. du hast in deiner kindheit (in dankbarkeit an deine großmama und all die anderen) bereits mitbekommen, was frauen wie ich sich erst mühsam erarbeiten müssen. wer weiß, was es für einen sinn hat und wofür es gut ist. aber es ist eben so. nun kannst du diese wankelmütigen, die oft scheinbar lange nicht wissen, was sie wollen, sicher besser verstehen. und ich wiederum dich (ich hatte da nämlich zuerst auch so meine probleme ).

    mir haben die antworten an dich übrigens auch noch einmal wichtige denkanstöße gegeben. von daher herzlich dankeschön für diesen strang!
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

  6. User Info Menu

    AW: Bin ich von vorgestern??

    Zitat Zitat von marla63
    du bist also weder von vorgestern, noch lebst du hinter dem mond. vielmehr stehst du mitten in der sonne!
    Das war auch mein Gedanke beim Lesen dieses Stranges. Lara, Du hast einfach Glück gehabt. Obwohl sich diese wechselnden Bezugspersonen für mich auch nicht grad einfach anhören.

    Aber dieses z.B.
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    wenn ich als teenager aufmüpfig sein darf und ich trotzdem noch geliebt werde, ist meine erfahrung doch auch positiv. ich muss nicht kuschen und lieb kind sein, damit ich geliebt werden, ich darf ecken und kanten haben.
    erlebt so einfach nicht jeder. Ich hab z.B. in dem Alter bei jeder Gelegenheit eins auf den Deckel gekriegt. Der Lernerfolg ist dann: Halt bloß die Klappe! Das wieder umzukehren, nach Jahren des Lebens mit etwas derartigem, das ist unglaublich schwierig. Und nach meinem Erleben gilt das sowohl für Frauen wie auch für Männer.

    Hab Geduld mit den Menschen, die in einer solchen Spirale hängen. Irgendwann wird irgendwer hoffentlich etwas sagen, was den Kreislauf durchbricht. Bei mir war es so. Ganz unvermutet, von ganz ungewohnter Seite und plötzlich konnte ich ganz viele alte Verhaltensweisen durchbrechen. (Natürlich nicht immer und ständig, aber doch - im Verhältnis zu all den anderen Jahren - sehr klar, immer wieder und unmissverständlich.) Die Frau, die für mich die passenden Worte fand, war übrigens mehr als erstaunt als ich mich einige Zeit später fast schon überschwenglich bei ihr dafür bedankt hab.

    Liebe Grüße,
    Rumba
    Was jetzt ist, das zählt.
    Stoppok

  7. Inaktiver User

    AW: Bin ich von vorgestern??

    Zitat Zitat von Rumba

    gehabt. Obwohl sich diese wechselnden Bezugspersonen für mich auch nicht grad einfach anhören.


    Ich hab z.B. in dem Alter bei jeder Gelegenheit eins auf den Deckel gekriegt. Der Lernerfolg ist dann: Halt bloß die Klappe! Das wieder umzukehren, nach Jahren des Lebens mit etwas derartigem, das ist unglaublich schwierig. Und nach meinem Erleben gilt das sowohl für Frauen wie auch für Männer.

    Liebe Rumba

    Sicher war diese Art aufzuwachsen nicht nur einfach, aber ich denke ich habe dabei etwas sehr wichtiges gelernt.
    Nichts ist für immer, alles ist möglich, trennungen sind nicht der weltuntergang und flexibilität ist notwendig um in dieser welt zu bestehen.
    von geburt bis 19 jahren hatte ich diese seltsame art aufzuwachsen !
    es hat ganz klar auch schäden in mir hervorgerufen. da ich weiss dass nichts für immer ist (nur ich bin für mich selber für immer ) lasse ich mich auch nicht so tief in beziehungen ein (da ich mir der endlichkeit bewusst bin). somit erlebe ich sicher auch keine gigantischen höhenflüge, aber sicher auch keine gigantischen tiefstürtze!

    das ist schade, dass du so aufgewachsen bist, es hemmt enorm in der findung der persönlichkeit und eltern tun ihren kindern nichts gutes damit.
    klar ist es anstrengender sich mit einem pupertären kind auseinander zu setzen, aber für die findung des kindes ist es enorm wichtig.
    ich könnte meinen 17 jährigen manchmal an die wand nageln oder im tiefkühler versenken und ihn wieder rausnehmen wenn er fertig ist (obwohl sind wir das jemals? ich hoffe nicht ).

    lg
    lara

  8. Inaktiver User

    AW: Bin ich von vorgestern??

    Zitat Zitat von Rumba

    Hab Geduld mit den Menschen, die in einer solchen Spirale hängen. Irgendwann wird irgendwer hoffentlich etwas sagen, was den Kreislauf durchbricht.
    Ich habe schon geduld, ich wollte sie einfach besser verstehen. denn meine bekannten können es manchmal ja auch nicht in worte fassen was in ihnen vorgeht, zumal sie in den emotionen verstrickt sind.

    manchmal möchte ich sie einfach schütteln und sagen "wach auf, merkst du nicht, dass du am leben vorbeiläufst, merkst du nicht, wie schön es sein kann "nein" zu sagen?".

    aber wie schon jemand hier erwähnt hat, solange sie mehr von der unsäglichen situation profitieren solange sehen die betroffenen keinen grund zu gehen.

    lara

  9. User Info Menu

    AW: Bin ich von vorgestern??

    [QUOTE=einewiekeineMeine Antwort darauf ist, dass jeder genau so lange in einer Situation bleibt, solange er in irgendeiner Weise davon profitiert. Sicher nicht immer bewußt. Aber wenn die Alternative Trennung noch schrecklicher scheint, dann wählen viele eben einfach das geringere Übel.

    Mir selbst ist das auch sehr fremd, aber ich kann nachvollziehen, dass andere Leute eben andere Prioritäten haben.

    Es gibt doch viele Menschen, die Angst vor dem Alleinleben haben, sich überfordert fühlen, wirtschaftlich abhängig sind, den Status nicht verlieren wollen etc. Auch wenn es mein Weg nicht wäre, nachvollziebar aus ihrer Sicht ist es schon.[/QUOTE]

    So sehe ich das auch. Bis eben der berühmte Tropfen das Fass überlaufen lässt.
    Manchmal ist das Fass eben sehr groß... wenn z B Kinder mit betroffen sind.

    Was ich schwer verstehe, ist das lange Leid danach. Ich habe sehr wohl schon innerhalb einer Beziehung gekämpft und gelitten, aber wenn es mir reicht, dann kann ich gehen und dann weiß ich auch, warum.

    LG
    bblume
    flying is the art of falling to the ground without touching

  10. User Info Menu

    AW: Bin ich von vorgestern??

    Liebe Lara,

    Na da sind wir schon zwei, die von vorvorgestern sind.

    Für mich geht nichts über traditionelle (jedoch emanzipierte!) Partnerschaft, traditionelle Ehe und Treue. Da bin ich auch sehr konservativ.

    Viele Menschen werden in Affären, Abenteuern und Dreiecksbeziehungen nicht glücklich und diejenigen, die damit glücklich sind, auch okay. Leben und leben lassen. *Wo ist der Smilie, der die Schultern zuckt?*

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