Japs, aber auch das macht nicht gerne jeder freiwilig.Zitat von Inaktiver User
Die Figuren zu setzen bedeutet eine geringere Hemmschwelle zu überwinden.
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Thema: Familienaufstellung
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20.08.2007, 16:04
AW: Familienaufstellung
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25.08.2007, 07:51
AW: Familienaufstellung
Ich habe auch schon Aufstellungen gemacht - und es gab dabei Highlights und Lowlights, beides lag im Wesentlichen an mir und meiner Bereitschaft, eine Entscheidung zu treffen oder mich von einer alten Denke/Verhaltensweise zu verabschieden. Ich kann über meine Erfahrungen bei einen Psychologen sprechen, bei dem ich meine Aufstellungen mache. Es soll aber viele schwarze Schafe geben.
Ich finde die Methode faszinierend. Was dabei rauskommt empfand ich immer als authentisch - sowohl als Aufstellender wie auch als Stellvertreter. Als Stellvertreter stelle ich mir immer die Frage was ist dabei meines und was ist wirklich das Gefühl der Person für die ich da stehe. Die Rückmeldungen von den Aufstellenden waren für mich immer erstaunlich. Ich mache immer wieder Aufstellungen, wenn ich an einem Punkt angekommen bin, wo ich nicht weiter weiß. Es gibt Verwicklungen im Leben, die man durch eine Austellung auflösen kann. Das empfinde ich für mich als sehr hilfreich.
Die Haltung des Psychologen, der die Aufstellung leitet, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Ich habe das Glück, jemanden gefunden zu haben, der das schon viele Jahre macht und diese Methode mitnichten in einem Wochenendkurs gelernt hat. Seine Einstellung zum Menschen und zum Leben ist fundamental wichtig: "der Mensch ist frei und kann jederzeit die Entscheidung treffen, etwas in seinem Leben zu ändern, und der Mensch ist ein vom Schöpfer geliebtes Wesen". Deshalb kann ich auch Hellinger nicht befürworten, denn das mit der Freiheit geht ihm ab. Übrigens ist es falsch, dass Hellinger die Methode erfunden hat. Sie kommt ursprünglich aus Amerika. Hellinger hat sie bei uns nur bekannt gemacht durch seine Medienauftritte und Buecher.
Ich habe es übrigens auch noch nie erlebt, dass die machbaren Grenzen eines Menschen vom Aussteller überschritten wurden. Er bricht ab, wenn es nicht weitergeht oder der Aufstellende nicht weiter will. Mit der Betreuung danach kann man natürlich immer wieder dorthin und Gespräche führen. Die Distanz zu diesem Ort kann dabei hinderlich sein. Ich habe jedoch noch nie etwas erlebt, womit ich nicht selbst fertig geworden wäre und das liegt nicht daran, dass meine Themen evtl. EASY waren. Und das Wissen wo der Hase im Pfeffer liegt ist sehr befreiend.
Und für die perönliche Weiterentwicklung kann ich Familienaustellungen nur empfehlen.
Grüsse an alle
BuecherwuermleGeändert von buecherwuermle (25.08.2007 um 08:30 Uhr)
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25.08.2007, 08:19Inaktiver User
AW: Familienaufstellung
Auch ich war ein Mal bei beiner Familienaufstellung, die als Wochenendveranstaltung der VHS ausgeschrieben war und von einer Heilpraktikerin mit Hellinger-Ausbildung geleitet wurde. Der Saal war voller Menschen. Ich schätze mehr als 20 Personen, die Rat suchten.
Zitat von spoookie
Ich hatte mich zuvor gut informiert bzw das Buch von Hellinger gelesen und versprach mir die Entwirrung meiner Familienprobleme...
Am ersten Tag beobachtete ich und nahm als Statist teil. Das war schon sehr, sehr anstrengend.
Was ich sah war das, was Spoookie schon beschrieb.
Da wurden massive Probleme zutage gebracht, aber am Ende die Leute damit absolut alleine gelassen.
Die Gruppe war groß, die Gruppenleiterin damit beschäftigt, eine Aufstellung nach der anderen durchzuführen. Eine mir unbekannte Frau, die durch ihre eigene Familienaufstellung vollkommen aufgelöst war, saß mitten in der Gruppe und heulte Rotz und Wasser. Die anderen konnten oder wollten nicht trösten. Wie denn auch? Soll der Blinde dem Einäugigen Trost geben? Das wäre dann wie hier in manchen Strängen...
Nach dem ersten Tag ging ich nicht mehr hin. Ich war psychisch am Ende und fürchtete mich davor, meine Familie aufzustellen.
Diese Art Exhibitionismus muss einem liegen. Ohne spezielle therapeutische Unterstützung bzw Vor- und Nachbetreuung würde ich das niemandem raten.
Vielleicht war dieses Erlebnis ein Einzelfall, ich weiß es nicht.
Mir hat es trotzdem etwas gebracht. Als ich mich wieder gefangen hatte, machte ich zuhause meine eigene Familienaufstellung mit Papierschnipseln, die die verschob. Und ich erkannte ganz viele meiner Familienprobleme und wollte sie lösen. Langsam näherte ich mich wieder meiner Schwester an, mit der ich lange Jahre nicht sprechen konnte. Heute kann ich sogar entspannt mit ihr telefonieren und empfinde das als enormen Fortschritt.
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25.08.2007, 08:38Inaktiver User
AW: Familienaufstellung
Ich habe so etwas auch zweimal ausprobiert. Und die Aufstellerin war sicher keine Psychologin. Rückblickend würde ich sagen, dass beide Termine meine negativen Gefühle + Grübeln verstärkt haben, da natürlich auch immer die Angst, dass etwas zu Tage gefördert wird, mitschwingt und, ich trotz Nachgespräch keine, für mich ausreichenden, Lösungsansätze bekommen habe.
Wenn, denke ich auch, dass ein Psychologe dabei wichtig wäre. Aber vieles läßt sich doch auch in einer Gesprächstherapie klären, ohne das es sich so verunsichernd, bedrohlich oder aufwühlend anfühlen müßte...
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25.08.2007, 09:28
AW: Familienaufstellung
Hallo ihr,
es gibt inzwischen einige gut fundierte Kritik an Hellinger (ich weiss jetzt grad nicht, ob ich den Link hier hinschreiben darf, also falls nicht, dann bitte löschen: http://www.familienaufstellen.org/cr...ktiverKult.pdf )
Eine Fließband-Familienaufstellung (wie Hellinger sie immer wieder betreibt) ist auf jeden Fall unseriös, weil sie ja genau die beschriebene Wirkung hat: Sie reißt Wunden auf und lässt die Leute dann außerhalb des Scheinwerfers (ver)bluten. Da in vielen Familien eine ungesunde Psychodynamik existiert, ruft man mit Familienaufstellen schnell heftige Reaktionen her (die Methode "wirkt" also vom Augenschein her), aber dann muss man auch damit umgehen können als Leiter! Und dazu gehört eine therapeutische/psychologische Ausbildung.
Gruß"Fincke (1998) berichtet von einem Selbstmord, der sich 1997 im Anschluß an eine derartige Veranstaltung ereignete. Eine Frau und Mutter von 4 Kindern wurde von Hellinger mit der Bemerkung, sie habe ein kaltes Herz, aus der Familienaufstellung entfernt: Sie solle gehen und gehen könne auch sterben heißen. 24 Stunden später hatte sich die Frau das Leben genommen." (C. Bördlein)
BlauerHimmelGeändert von BlauerHimmel (25.08.2007 um 09:35 Uhr)
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25.08.2007, 12:48
AW: Familienaufstellung
Die Hellinger wohl hat, wenn auch eine etwas zweifelhafte.Und dazu gehört eine therapeutische/psychologische Ausbildung.
Will sagen: Das alleine ist auch keine Garantie.
Ich habe mit Familienaufstellung gute Erfahrung gemacht, sowohl als Aktiver (also als jemand, der seine eigene Familiensituation gestellt hat) als auch als Stellvertreter.
Ich finde, man muss eine ganze Reihe von Dingen beachten.
1. Es sollte einem bewusst sein, auf was man sich einlässt
2. Es muss ein Vorgespräch geben
3. Für den Krisenfall sollte eine "Nachsorge" garantiert sein, und zwar übergangslos.
4. Der "Steller" muss qualifiziert sein - das lernt man nicht an einem Wochenende, seriöse Ausbildungen dauern Monate
5. Die Aufstellung muss in einem möglichst geschützten Raum stattfinden
Merke: Eine VHS-Veranstaltung Fmilienaufstellung kann viele Dinge, die ich für wichtig halte, gar nicht bieten.
Es kann nicht schaden, dem Steller vor seiner eigenen Aufstellung eigene Bedenken und Ängste mitzuteilen. Und zu sagen, was man ablehnt, wo Grenzen sind, die einzuhalten sind.
Mir hat die eigene Familienaufstellung dabei geholfen, ein wichtiges (bis dahin aber nicht als wichtig angesehenes) Kindheitsthema zu erkennen - aufgearbeitet war es damit nicht, aber immerhin erkannt.
Ich habe auch als "Stellvertreter" viele Dinge "für mich" mitgenommen.
Prijon
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27.08.2007, 15:11
AW: Familienaufstellung
Meine Erfahrung ähneln denen Prijons sehr.Ich habe an drei Tagen bei einer recht großen Zahl Aufstellungen als Stellvertreter mitgewirkt und hier bereits viele Erfahrungen gemacht, die für mich wichtig waren. Dann habe ich selber aufgestellt - und es war wunderbar. Sehr klares Ergebnis, das mir sehr geholfen hat. Anschließend habe ich eine Schwägerin zur Aufstellung amimiert und begleitet. Das war für sie sehr, sehr wichtig und hat diverse Weichen neu gestellt.
Gewiss kommt viel (fast alles) auf die Qualität des Leiters an. In meinem Falle ist es ein Heilpraktiker, der selber in einer Heilpraktikerschule u.a. Familienaufsteller ausbildet. Ein Mann, der unscheinbar daher kommt, wenig Wesen um sich macht, aber von hoher Intuition. Habe nie eine Szene erlebt, die er nicht händeln konnte.
Das kommt natürlich in therapeutischen Prozessen aller Art vor. Und ist absolut nichts Negatives. Und es geht in der Regel nicht darum, zu trösten so in guter alter landläufiger Sitte: "Ach, komm, so schlimm ist es doch nicht. Alles wird gut."
Zitat von Inaktiver User
So tröstet man Kinder. Erwachsene werden so nicht getröstet, sondern gehen durch ihren Schmerz, fühlen ihn bewusst, fragen sich, was er ihnen sagen sill.
Deswegen geht es zwar häufig um Mit-Fühlen, aber nicht um Trösten.Toro
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27.08.2007, 15:19Inaktiver User
AW: Familienaufstellung
Danke für diesen Satz.So tröstet man Kinder. Erwachsene werden so nicht getröstet, sondern gehen durch ihren Schmerz, fühlen ihn bewusst, fragen sich, was er ihnen sagen sill.
Grüße
nathaliethor
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27.08.2007, 17:24
AW: Familienaufstellung
Ein schönes Thema, und ich möchte hier auch meine Erfahrungen mitteilen. Ich habe auch eine Aufstellung hinter mir und gehöre zu denen, die das als absolute Bereicherung erlebt haben.
Doch erst noch kurz zur Vorgeschichte: Grund für meine Aufstellung waren enorme Verlustängste bezüglich meinen Kindern die Ausmaße annahmen, die sowohl für die Kinder als auch für mich unerträglich wurden. Hinzu kam, dass ich immer wieder krank wurde und ständig irgendwelche Schmerzen hatte. Jedesmal bin ich dann zum Arzt, um nach Abheilen der einen Krankheit wieder was anderes zu haben. Ich bin dann auf Anraten meiner Heilpraktikerin zu zwei Therapeutinnen gefahren, die die Aufstellung sehr behutsam vorgenommen haben. Es fand vorher ein ausführliches Gespräch statt in dem ich soviel Zeit zum Reden bekam, wie ich es brauchte.
Die Aufstellung selbst brachte Erstaunliches zu Tage. Auslöser für meine Verlustängste war der Tod meines Lieblingsbruders, der an meinem 7ten Geburtstag tödlich verunglückt ist. Es zeigte sich, dass ich in Wirklichkeit nicht nur Angst hatte, dass meinen Kids was passieren könnte. Ich hatte wohl auch Sorge, dass ich sie "verlassen" könnte, denn eigentlich wollte ich nur noch zu meinem verstorbenen Bruder. Deshalb auch die vielen Krankheiten. Der Moment, den Stellvertreter meines Bruders im Arm zu halten war das Bewegenste, was ich jemals erlebt habe. Es war, als wäre ich ihm wiederbegegnet und konnte endlich Abschied nehmen, was mir als Kind auf Grund schwieriger Umstände nicht möglich war. Endlich konnte ich, nach fast 30 Jahren, um meinen geliebten Bruder trauern. Und ihn, soweit man das überhaupt kann, loslassen. Ein Prozess der mich in meiner Entwicklung und Reifung ungemein nach vorne gebracht hat. Ich kann sowas wirklich jedem empfehlen, natürlich unter der Prämisse, sich einen wirklich guten und einfühlsamen Therapeuten hierfür auszusuchen. Ich bin dafür damals viele hundert Kilometer weit gefahren, und jeder Kilometer war es wert
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27.08.2007, 20:28Inaktiver User
AW: Familienaufstellung
ich halte das Konzept für gut - aber es sind viele Scharlatane unterwegs, die es missbrauchen.
Bei uns (= meiner geschiedenen Herkunftsfamilie) wurde eine Aufstellung gemacht mit dem Ergebnis, dass meine damaligen Problem daher kämen, dass es in meiner Familie väterlicherseits ein "dunkles Geheimnis" gäbe - Inzest zwischen dem Großonkel und meiner Großmutter, aus dem die zwei Geschwister meines Vaters stammten. Klang logisch, insbesondere, da tatsächlich was verschwiegen wurde von der Großmutter (die man zu dem Zeitpunkt aufgrund Demenz aber auch nicht mehr befragen konnte). Der Bluttest sagte was anderes, die Familie war/ist seitdem zerstritten.
Für meine Probleme hat's nix genutzt.


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