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Thema: Zerrissen...

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    AW: Zerrissen...

    Zitat Zitat von BoraBora
    Und diese Frage + Antwort sagen mir, dass ich noch genug boden unter den füssen habe....wenn auch etwas kraftlos zur zeit....
    genau das ist auch mein gefühl von dir die ganze zeit. lass dich von der diagnose "depression" nicht abschrecken. hat dir diese ärztin wirklich geholfen?? na ich weiß nicht...
    eine lebenskrise ist noch lange keine depression. nach meinem gefühl wird dieses wort viel zu schnell und zu häufig in den mund genommen. von leuten, die nicht vom fach sind. und viel zu schnell werden viel zu schwere mittel verschrieben (allerdings nicht nur bei seelischen erkrankungen). das erspart die ernsthafte beschäftigung mit diesem menschen, der mit einem problem vor einem sitzt. aber wie sie sagt - die krankenkasse braucht es, und die meisten menschen sind leider wirklich zufrieden, wenn sie eine handfeste diagnose und ein medikament mitbekommen haben. weiß nicht, ob eine "normale" hausärztin so eine diagnose überhaupt stellen darf!
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

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    AW: Zerrissen...

    Liebe Marla,

    ich habe lange, lange, lange die Diagnose "Depression" verweigert. Niemals Medikamente eingenommen, obwohl ich sie schon zu Hause hatte. Aber jetzt ist ein Punkt erreicht, wo ich wirklich auf Medikamente zurück greifen möchte. Ich selbst bin heute zur Ärztin und meinte: Ich glaube, ich hab Depressionen oder so was...und dann bin ich einfach nur zusammengebrochen und hab geweint und geweint. Ich selbst WILL im Moment diese Medikamente, obwohl ich JEDEN bisher veruteilt und nicht ernst genommen habe, der mir sowas vorgeschlagen hat (selbst meine besten Freunde). Was ich sagen will: Es ist schlimm. Und ich will erst mal raus aus diesem Tief. Und ich werde ganz bestimmt NICHT vergessen, an mir zu arbeiten. Ganz, ganz, ganz bestimmt nicht. Daran liegt mir sehr viel. Nur im Moment ist es einfach ohne Hilfe nicht mehr möglich. LG

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    AW: Zerrissen...

    Oh Marla, eigentlich sprichst Du mir aus der Seele. Ich bin erst mal froh, dass ich die nächsten zwei Wochen aus dem Verkehr gezogen bin. Die Medis hole ich erst morgen. Dann werde ich die Packungsbeilage lesen und denken: Fuck, meine Leber, mein Herz, ich will Auto fahren....vielleicht nehm ich dann doch nix. Kann passieren. Aber erst mal auf Verständnis stossen, weg sein vom Alltag...und ein neues Fünkchen Hoffnung sehen hat schon gut getan...

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    AW: Zerrissen...

    Ich schon wieder....

    In Wahrheit brauche ich eine Marla :-) Eine verständnisvolle Frau, die mir den Rücken stärkt. Eine Mutter, eine Familie. Aber genau das habe ich nicht. Und genau da liegt das Problem. Und genau da hakt es eben............ Und genau da komm ich auch nach Medikamenten wieder hin.

    Gibt es eine neue Idee???? Ehrlicher kann ich nicht sein. (Was nicht heißt, dass ich nun Marla "verpflichte" :-) ) Aber genau das ist das eigentliche Problem.

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    AW: Zerrissen...

    Liebe Bora,

    wenn man depris hat, dann hilft eine Mama auch nicht immer weiter, oder eine Familie.... Denn Du hattest anfangs ja gesagt, jetzt warte ich wie meine...obwohl ich das nie mochte...

    Also hegst Du diese negativen Gefühle ja schon länger. Und mir hat es gut getan, meine damalige Depression als Krankheit zu begreifen, denn damit war ich erstmal von dem Gedanken weg "alle kriegen das hin, nur ich nicht, ich bin eine schwache Persönlichkeit und sinnentleert und nutzlos...."

    Indem man so eine Krise vielleicht auch als Krankheit begreifen kann, findet man plötzlich neue Ansätze und wird wieder liebevoller mit sich selber - weil man nicht unfähig ist, sondern erkrankt.

    Ich kann mich in Deinem Schreiben gut wiederfinden, ich habe auch die Menschen vergrault, die mir wichtig waren, hatte enorme Stimmungsschwanken und sagte Dinge, die ich nie sagen wollte.... und die Ruhe nach der Erkenntnis hat mir einfach gut getan.

    Verlange erst mal nichts von Dir sondern sei liebevoll mit Dir, weil sich deine Seele in den letzten Jahren einen festsitzenden Schnupfen geholt hat.
    Und egal, was Deine Arbeitskollegen denken....jetzt bist Du dran!

    Und lass den Mann erstmal links liegen, das lenkt nur von Dir ab. Helfen kannst Du Dir und vielleicht ein verständnisvoller Therapeut. In solchen Krisen ist auch ein Familienmitglied viel zu sehr involviert, die könnten Dir also auch nicht helfen...da würdest Du Dich nur weiter aufreiben...

    Ich schick Dir Ruhe und drück Dich mal

    Grüße
    effi
    Wenn Sie mich suchen:
    Ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie!" (Bernd das Brot)

  6. Inaktiver User

    AW: Zerrissen...

    Zitat Zitat von BoraBora
    Erstmal bin ich froh. Wenn auch traurig. Wer hat schon gerne Depressionen. Und wem erzählt man sowas? Und wie "verkauf" ich das im Büro??
    Dazu gibt's schon mal ne Idee , weil ich dasselbe erlebt habe. Ich hatte "die Sache", die jährlich wiederkam, immer für depressive Verstimmungen gehalten, und war von der Diagnose Ende letzten Jahres auch sehr erschreckt.

    Am besten erzählt man es niemanden, nur den Leuten, die man wirklich, wirklich gut kennt (bei mir 4 - die anderen wissen, dass es mir grad "nicht so gut geht" - was von Darmverstimmung bis hin zu Grippe jede mögliche Deutung zulässt).
    Den engen Freunden gebe ich einen Guide an die Hand, wie sie sich verhalten sollen udn helfen können (bei mir bedeutet das z.B.: öfter mal fragen, wie's mir geht (wenn ich reden möchte, tue ich das dann auf Aufforderung), Dinge "abfragen", die ich selbst dann nciht mehr im Griff habe (geregeltes Essen, ausreichendes "Rausgehen"), mich mehr umsorgen, als ich das normal brauche, aber: keinen körperlichen Kontakt, es sei denn ich nehme ihn auf (sonst wird es noch schlimmer), keine emotionalen Steilvorlagen (auch kein "ich liebe dich"), keine Aufheiterungsversuche).

    In der Arbeit bist du krankgeschrieben - entweder Sommergrippe (Symptome Erschöpfung, Ausgelaugtheit, ... decken sich) oder Burn-out; je nachdem, was dir besser behagt.

    Von der Enthüllung abraten würde ich dir hauptsächlich auch einem Grund: eine Depression kommt und geht; die Leute wissen nie, wann. Du wirst also IMMER vorsichtig behandelt werden, man wird mit dir nicht mehr normal umgehen, sondern dihc zu schonen versuchen.

    Ansonsten musst du wohl selbst herausfinden, was dir guttut. Es kann sein, dass dir Medikamente dabei helfen (ich weiß es nicht; für mich selbst habe ich beschlossen, diesen Weg nie zu gehen, weil ich "ich selbst" bleiben will).
    Bewegung ist auf jeden Fall gut, Sonne auch. Regelmäßigkeit und ein fester Tagesablauf, gerade wenn du nichts zu tun hast. Wenn es dir erträglich ist, auch Gesellschaft (auch passiv - z.B. allein ins Kino, Café - einfach, damit du Menschen siehst). Mood food. Sinnesreize (Wärme, Wasser, Düfte) wecken mich oft auf und machen, dass es mir besser geht.

    Und nicht zuletzt... Hoffen. Vergeht schon wieder

  7. Inaktiver User

    AW: Zerrissen...

    ach ja, @Mama: wir haben ein denkbar gespanntes Verhältnis, gerade auch in Krisenzeiten ("wenn es dir nicht gutgeht, dann hab ich ja alles falsch gemacht und kann mich gleich umbringen" - O-Ton von der letzten Phase).
    Der Glaube, dass Familie alles besser machen würde, ist nciht immer richtig. Man muss sich irgendwo anlehnen können - aber das muss bei Gott nicht die Herkunftsfamilie sein.

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    AW: Zerrissen...

    Na ja...trotz der Diagnose lehne ich die Diagnose tatsächlich noch ab. Ich nehme es als Phase. Ich selbst habe mich aufgrund meines Studiums ernsthaft mit Depris auseinandergesetzt und kann auch da bei mir noch keine "Krankheit" in dem Sinne erkennen. Zu schnell bin ich abgelenkt. Zu schnell funktioniere ich wieder ganz top. Vielleicht hat Marla recht und es handelt sich um eine Lebenskrise. Ich werde es rausfinden.

  9. User Info Menu

    AW: Zerrissen...

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ach ja, @Mama: wir haben ein denkbar gespanntes Verhältnis, gerade auch in Krisenzeiten ("wenn es dir nicht gutgeht, dann hab ich ja alles falsch gemacht und kann mich gleich umbringen" - O-Ton von der letzten Phase).
    Der Glaube, dass Familie alles besser machen würde, ist nciht immer richtig. Man muss sich irgendwo anlehnen können - aber das muss bei Gott nicht die Herkunftsfamilie sein.
    Mein Kontakt zu Mama ist seit vielen Jahren komplett abgebrochen. Auch eine Baustelle bei mir...vielleicht sollte ich den Kontakt wieder aufnehmen??? Aber noch kann ich nicht.

  10. Inaktiver User

    AW: Zerrissen...

    Wenn du nicht kannst, dann lass es - noch mehr Aufregung würde dir zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht gut tun. Vielleicht hilft dir ja eine einseitige emotionale Annäherung (z.B. ihr einen Brief zu schreiben mit all deinen Gedanken, ohne ihn unbedingt abschicken zu müssen), um dir klarzuwerden, was du dir jetzt von der Familie erwarten würdest? Und was später?

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