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    sich treiben lassen ...

    ... hat ja im allgemeinen sehr positive anklänge. sich treiben zu lassen wird mit entspannung, loslassen von realen oder vermeintlichen zwängen etc. verbunden.

    "sich treiben lassen" ist in seiner reinen bedeutung fast das gleiche wie:

    "mit dem strom schwimmen"

    ha! letzteres ist aber gar nicht positiv bewertet. mit-dem-strom-schwimmer sind mitläufer, angepasste langweiler etc.


    was fällt euch denn so dazu ein?

    ich wünsche fröhliches philosophieren


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    AW: sich treiben lassen ...

    Interessantes Thema!

    Sich treiben lassen hat für mich überhaupt nichts damit zu tun, sich im Strom mit anderen zu bewegen. Sondern im eigenen "Fluß", auf den ich viel besser achten kann, wenn ich entspannt den Tag auf mich zukommen lassen kann.

    Ich kann in Ruhe, ohne jeden Zeitdruck, nachspüren "was würde mir jetzt guttun", und muss nicht, da es vor Wochen verabredet wurde, um 20 Uhr automatisch Lust haben auf ein Treffen mit irgendwem - beispielsweise. Das ist Luxus pur für voll (was auch immer) arbeitende Menschen.

    Auch an einem Tag, den man "laufen läßt", kann man Aufgaben erledigen. Aber eben im Takt mit meinem Biorhythmus und meiner Gefühlswelt. Dann, wann ich mag. Das kann ich nur bedingt planen. Gut, ich weiß in etwa, dass ich nachmittags ein Tief habe, das kann ich einplanen.

    Mein Mann und ich gönnen uns manchmal (zu selten, aber er arbeitet oft samstags) ein ganzes Wochenende, wo wir uns von früh bis spät exakt das gönnen, wonach uns ist. Keine Termine, keine festen Verabredungen, keine festen Pläne. Ich kaufe dann auch nicht viel ein zum Kochen, vielleicht gehen wir mal essen, oder es gibt etwas Kleines...mal sehen. Schlafen, wenn wir müde sind. Essen, wenn wir Hunger haben. Ggfs. auch nicht gemeinsam - eben jeder so, wie er mag.

    Ein schönes Buch zum Schmökern in diesem Zusammenhang ist "Normal ist ungesund".

    Bin gespannt, was noch für Postings kommen!

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: sich treiben lassen ...

    "Sich treiben lassen" bedeutet für mich, einfach, dass zu machen wonach ich gerade Lust haben. Gerade sich mal vom Strom seiner Umwelt lösen um vom Druck und den äußeren Zwängen sich zu befreien.

    Den Tag einfach so nehmen wie er kommt, ohne das groß geplant wird. Ich kenne eine ganze menge Leute, die sich den Tag so zu planen, das wirklich keine Zeit ist, sich einfach mal auf die Couch zu lümmeln und vor sich hin zu dösen. Bei denen ist ständig immer was los und dann wird sich gewundert warum, wichtige Aufgaben nicht rechtzeitig bewältig werden, Erkältungen nicht richtig auskuriert werden oder wenn was dazwischen kommt, deren Zeitplan gesprengt wird.

    Es ist ein bewußtes Auszeitnehmen um sich sich zu finden, neue Ernergie zu tanken und die beste Gelegenheit seine Pläne und Ziele neu zu überdenken.

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    AW: sich treiben lassen ...

    Zitat Zitat von Lizzie64
    "sich treiben lassen" ist in seiner reinen bedeutung fast das gleiche wie:

    "mit dem strom schwimmen"
    Das steht fuer mich nicht im Gegensatz. Es hat zwei voellig verschiedene Ausgangspunkte.
    "Sich treiben lassen" ist ein Zustand, der aus der eigenen Innenwelt provoziert wird, dementsprechend in einem zurueckgezogenen Rahmen stattfindet. Es geht um "sich" ohne irgendeine Aussenwirkung miteinzuplanen, ja, sie fast bewusst auszuklammern.

    Um "gegen den Strom" zu schwimmen, muss ein Strom vorhanden sein, dieser muss bewusst wahrgenommen und aktiv angegangen werden.

    Dementsprechend sehe ich fast keinen Zusammenhang zwischen beiden Redewendungen!

    Aber sehr interessantes Thema!

    These: Muessen die Menschen, die oft gegen den Strom schwimmen, sich auch oft treiben lassen, um einen Ausgleich zu erzielen??? (Die erfolgreichsten Menschen nennen sich auffallend oft "faul" im Privatleben)

    Lieben Gruss,
    indiac, die sich heute treiben laesst...
    Geändert von Indiac (17.08.2007 um 07:57 Uhr)

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    AW: sich treiben lassen ...

    Zitat Zitat von On_Ice
    Ich kenne eine ganze menge Leute, die sich den Tag so zu planen, das wirklich keine Zeit ist, sich einfach mal auf die Couch zu lümmeln und vor sich hin zu dösen. Bei denen ist ständig immer was los und dann wird sich gewundert warum, wichtige Aufgaben nicht rechtzeitig bewältig werden, Erkältungen nicht richtig auskuriert werden oder wenn was dazwischen kommt, deren Zeitplan gesprengt wird.
    Stimmt, On_Ice, das stelle ich auch fest. "Freizeitstreß" ist auch so eine Geschichte. Die Menschen, die jammern "Die nächsten sechs Wochenenden sind schon verplant und morgen müssen wir zu einem 40. Geburtstag". Das wird hier in der Kleinstadt auch noch als eine Art Statussymbol gehandelt. "Ich bin so toll, ich habe so viele Freunde, ich bin total ausgebucht!". ;-)) Das hat fast den gleichen Wert wie viele Überstunden ;-)

    Ich könnte mir vorstellen, dass die "ständig-was-los"-Leute sich mit Action zuknallen, um über irgendwas nicht nachdenken zu müssen, um sich irgendwie zu "betäuben".

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  6. Inaktiver User

    AW: sich treiben lassen ...

    Es ist schon ein Unterschied, ob ich mit dem Strom der anderen schwimme, mich bemühe, dabei zu sein und zu bleiben, wo die anderen sind, um nicht ausgegrenzt zu sein, um normal und in der Gruppe zu bleiben...

    oder

    ob ich mich entspanne, zurücklehne, nichts aktiv tue, sondern mich treiben lasse, auch mal anstosse, mich im Kreis in einem Strudel drehe, untertauche, auftauche, pruste, nach Luft schnappe...



    Schöne Frage...

    nathaliethor

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    AW: sich treiben lassen ...

    Zitat Zitat von Karla48
    Ich könnte mir vorstellen, dass die "ständig-was-los"-Leute sich mit Action zuknallen, um über irgendwas nicht nachdenken zu müssen, um sich irgendwie zu "betäuben".

    LG Karla

    Den Eindruck habe ich auch, dass vor irgendwas weggerannt wird, nur keine freie Minute haben. Nur keine Zeit zum Nachdenken haben oder einfach nur Luft holen.

    Viele nehmen sich selber sehr stark in die Pflicht, sind getrieben vom extremen Ehrgeiz oder wollen einfach nur was vergessen oder sich mit dem eigentlichen Problem nicht auseinandersetzen.

    Eine Zeitlang dachte ich, ich wäre die Langweilerin und müsste die anderen um ihr extrem aktives Leben beneiden. Ich habe endlich eingesehen, dass diese Art des Lebens nicht mein Leben ist und die langsamere Gangart mir besser gefällt, ich somit auch besser mit dem Streß klarkomme, wenn es eine Zeitlang hoch hergeht (auch mal die Nächte durcharbeiten etc.) und das haben auch meine Leistungen bestätigt.

    Kleinstadt auch noch als eine Art Statussymbol gehandelt. "Ich bin so toll, ich habe so viele Freunde, ich bin total ausgebucht!". ;-)) Das hat fast den gleichen Wert wie viele Überstunden ;-)
    Nicht nur in der Kleinstadt. Auch in einer Großstadt, wo doch so viel los ist, MUSS man ständig unterwegs sein. Man kennt ja viele und muss auf allen Hochzeiten tanzen. ja, es ist wie Überstunden schieben. Am nächsten morgen gerädert, einen klaren Gedanken zu fassen nicht möglich, hauptsache die Maschine arbeitet.

    Ich habe mir den Luxus rausgenommen, dass ich mir dreimal überlege ob ich hier oder dort hingehen möchte. Wenn nicht, für mich kein Problem, das Leben ist auch so bunt. Aber diese Einstellung kommt auch von daher, dass ich eine Zeitlang auch nach einem Terminkalender gelebt habe. Tja und dabei bin ICH auf der Strecke geblieben.

    Ich denke auch, dass es an der Priorätätenverteilung liegt. Wenn es in einem Bereich hochhergeht, sollte man einen ausgleich schaffen. Und es gibt einige die wollen alles aufeinmal, wenn möglich jetzt und gleich.

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