Hallo,
ich wende mich an Euch, weil ich irgendwie ständig auf das Unverständnis meiner Umgebung stosse und wissen möchte, ob es anderen auch geht wie mir.
Ich bin in den letzten 6 Jahren 7 mal umgezogen, 5 mal davon freiwillig, 3 mal jobbedingt. Meine Mutter ist inzwischen der Meinung, das man mich einliefern muss. Sie sagt es nicht, aber ich spüre es aus jedem Gespräch.
Mich stört es nicht umzuziehen. Im Gegenteil, ich finde es immer wieder spannend. Natürlich muss ich alle meine geliebten Gegenstände um mich haben, aber woanders hingehen, das ist ok.
Ich habe das Gefühl, das ich den "Platz für mich" noch nicht gefunden habe. Den wo ich einfach nicht mehr weg will. Jetzt habe ich Kinder und mir ist klar, das ich sobald diese einen Freundeskreis aufbauen, sie sind noch klein, nicht mehr einfach umziehen kann. Für sie würde ich auch sesshaft werden. Aber ich denke, das reicht, wenn sie 3-4 Jahre alt sind. Ich denke jetzt daran, in die Schweiz zu gehen, das wäre dann für sie der erste Umzug, mit dem sich Betreuungspersonen ändern würden. Vorher habe ich dieses Umfeld immer stabil für sie gestaltet.
Geht es noch anderen so?
Meine Mutter ist nie umgezogen, ausser von ihrem Elternhaus in den Ort in dem sie mit meinem Vater lebt seit sie geheiratet hat. Mein Bruder ist auch seit Jahren nicht umgezogen, die liegen mir ständig damit in den Ohren, das man das doch nicht machen kann.
Aber wieso nicht? Ich habe meine Freunde sowieso überall verteilt und halte über Email und Internet meist Kontakt, besuche sie speziell an den Wochenenden.
Bin sehr gespannt über Eure Meinungen.![]()
Grüsse
kunstfrau
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 12
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12.07.2007, 20:47
Rastlos, ist das denn so schlimm?
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12.07.2007, 21:32
AW: Rastlos, ist das denn so schlimm?
Liebe Kunstfrau!
Für Dich ist das doch in Ordnung!
Warum ist das so wichtig wie deine Mutter darüber denkt?
Lebe dein Leben so wie Du es willst.
Solange Du damit klarkommst, ist das, meiner Meinung nach, total in Ordnung!
Im Übrigen:
Meine Mutter ist mit mir, bis zu meinem Auszug, 19 mal umgezogen.
Zwar öfter in der gleichen Stadt, aber auch in andere Städte.
Mir hat das nicht geschadet und ich habe auch kein Umzieh-Syndrom davon bekommen.
Ganz im Gegenteil, ich habe gelernt mich schnell neu zu orientieren, mich zurecht zu finden.
Und Freundschaften aufrecht zu halten die mir wichtig waren.
Des weiteren finde ich, ist es für Kinder immernoch am Wichtigsten dass die Eltern da sind!
Alles Gute in der Schweiz für Dich und deine Kinder!
Frau Doktor
Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
Johann Wolfgang von Goethe
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12.07.2007, 22:23
AW: Rastlos, ist das denn so schlimm?
Danke für Deine Antwort. Ich habe das ständige rechtfertigen satt. Ich erkläre es ihr heute und morgen macht sie wieder die gleiche Bemerkung: Du solltest mal zur Ruhe kommen!
Ich lebe mein Leben und sie meint, ich hätte jetzt schliesslich Verantwortung, das ginge so nicht mehr. Bin fast soweit den Kontakt abzubrechen oder einzuschränken, weil sie auch in anderen Dingen übergriffig ist. Ich bin 35 und ich denke, es ist an der Zeit, das sie mich mal leben lässt. Es ist aber nicht schön, immer wieder zu erklären, das man glücklich ist, wenn derjenige aus Mangel an Empathie, denkt, weil er so nicht leben kann, kann ich so auch nicht glücklich sein.
Das verunsichert mich manchmal, weil ich in manchen Dingen eben nicht in die Norm passe. Seit ich Kinder habe, habe ich auch manchmal Angst etwas falsch zu machen, weiss aber das ich mich nicht verbiegen möchte und auch gar nicht kann.
Deshalb, danke! Gerade Antworten wie Deine sind wichtig für mich.
Grüsse
Kunstfrau
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12.07.2007, 22:37
AW: Rastlos, ist das denn so schlimm?
Weisst Du was, liebe Kunstfrau?
Genau so solltest Du ihr das sagen.
Mit dem Verweis, das Du dich nicht nochmal wiederholen wirst und das sie das gefälligst zu fressen hat!
Basta!
Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
Johann Wolfgang von Goethe
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12.07.2007, 23:22
AW: Rastlos, ist das denn so schlimm?
Ich finde umziehen stressig, aber wenn es Dir gefällt.
Abgewinnen könnte ich dem schon was. So eine neue Umgebung ist doch reizvoll.
Na ja - Mütter. Besorgt und immer unter Hochspannung, was ihre Kinder angeht.
Nimm es etwas leichter und zieh Dein Leben so durch, wie es Dir gefällt.
In einem großen Bauch haben die Schmetterlinge mehr Platz zum fliegen. 
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13.07.2007, 09:51
AW: Rastlos, ist das denn so schlimm?
hallo kunstfrau,
ich ziehe zwar nicht ganz so oft um wie du, bin auch in der regel nicht so schnell entschlossen zu diesem großen aufwand, habe aber auch jeden umzug als eine wunderbare chance zum neubeginn und als schritt nach vorn empfunden. es ist unglaublich reinigend, altes hinter sich zu lassen und woanders neu zu beginnen. meinen kindern hat es auch nie geschadet, im gegenteil kinder sind in der regel flexibel und finden schnell wieder freunde.
ein großer vorteil ist sicher auch, dass sich in deinem leben sehr viel weniger gerümpel ansammelt als bei anderen, die ihren platz jahrzehntelang nicht verlassen, sowohl materieller, als auch seelischer..
ich finde deinen mut und elan ganz toll!
wenn du das gefühl hast, noch nicht angekommen zu sein und weiter suchen zu müssen, dann solltest du das auch tun können, ohne dich jemandem erklären zu müssen. ich würde an deiner stelle deinen eltern und bruder nichts mehr erklären, sondern sie mit nachdruck bitten, ihre anmerkungen ein für alle mal sein zu lassen. es kostet dich jedes mal unnötige energie, dich zu "rechtfertigen". ich bin auch gerade dabei, meinen eltern ihre blöden kommentare (sorry mama, papa
) zu meinem leben ein für alle mal abzugewöhnen. es braucht etwas mut, funktioniert aber. sie tun es aus angst, aus mangelndem vertrauen, aber damit müssen sie klar kommen, nicht ich - bzw. du!
marlaBewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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13.07.2007, 09:54
AW: Rastlos, ist das denn so schlimm?
Hallo kunstfrau,
fast mein gesamter Bekanntenkreis lebt so und wir kommen alle damit klar. Ich ziehe mittlerweile nicht mehr gern weiter, tue es aber meinem Beruf zuliebe. Ich denke, das ist heute fast Standard, zumindest für bestimmte Berufsgruppen.
Was Deine Eltern davon halten, kann Dir eigentlich egal sein. Wie Fr. Dr. schon gesagt hat: teile es Deiner Mutter einfach genau so mit, wie Du es hier geschrieben hast.
LG
Polarstern
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15.07.2007, 19:21
AW: Rastlos, ist das denn so schlimm?
Ich habe mich erst durch Familiengründung "gesetzt". Und auch da hatte ich immer wieder mal den einfachen Wunsch nach Veränderung.
Manchmal wünsche ich mir, ich würde im Hotel leben, mit nur einem Koffer. Jedes Mal, wenn ich zurück komme, ist das Zimmer aufgeräumt.
Einer möchte das Eigenheim, ein anderer braucht das nicht.
Lieben Gruß,
Bblumeflying is the art of falling to the ground without touching
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16.07.2007, 15:23
AW: Rastlos, ist das denn so schlimm?
Liebe Kunstfrau,
du bist nicht die einzige moderne Nomadin!
Mit meinen Eltern bin ich nie umgezogen, weil ich erst auf die Welt kam, als die Familie schon im eigenen Haus wohnte. Somit lebte ich 20 Jahre im selben Haus, wechselte nur 1x innerhalb des Hauses das Zimmer. Bis auf meine älteste Schwester, sind meine Geschwister auch eher bodenständig vor Ort geblieben.
Ich dagegen habe mich mit Begeisterung von einem Umzug in den nächsten gestürzt. Einige Umzüge waren situationsbedingt, andere freiwillig, weil ich Lust auf Veränderung hatte. Nun wohne ich schon seit 3,5 Jahren in meiner WG am gleichen Ort und da mein Arbeitsvertrag gerade in eine unbefristete Anstellung verwandelt wurde und man mir auch eine Weiterbildung in Aussicht gestellt hat, werde ich wohl noch eine Weile hier bleiben.
Das ist nach 10 Jahren munterem Hin und Her mein absoluter Wohnrekord und ehrlich gesagt, habe ich schon wieder Hummeln im Hintern und überlege herum, wo ich denn gerne mal beruflich hin möchte, um mich mal wieder zu verändern. Aber bei der heutigen Arbeitsmarktlage kündigt man natürlich ungern einen unbefristeten Vertrag.
Ich meckere zwar auch jedes Mal, wenn ich Kisten packen muss, aber es macht einfach Spaß, mich neu einzurichten und eine neue Stadt zu entdecken. Einen neuen Bekanntenkreis aufbauen ist nicht immer leicht und auch alte Bekannte lässt man zurück. Aber ich finde, da bekommt man mit der Zeit Geschick und Übung, so dass ich das heute einen eher spannenden Prozess finde als dass ich mich davor fürchten würde.
Im Bekanntenkreis habe ich auch eher erlebt, dass gerade Kinder sich manchmal viel unkomplizierte mit einer neuen Wohnsituation umgehen können als die Erwachsenen - so lange der häusliche Rahmen mit Bezugspersonen stabil bleibt. Kinder finden schnell Kontakt über den Kindergarten, Schule, Sportverein etc. Und es ist auch ein guter Lernprozess, sich auf neue Dinge einstellen zu müssen.
Dass andere einem vorwerfen, dass man ein unstetes Leben führt, kenne ich auch. Allerdings fand ich gerade in der Familie bei mir immer postive Unterstützung, dass waren eher Freunde oder Bekannte, die meine Umzieherei nicht verstehen konnten.
Ich denke auch, du musst einfach deiner Mutter klarmachen, dass du dein Leben lebst, wie du meinst, dass es zu dir passt und dass sie das doch bitte so akzeptieren möge.
Was einen Umzug mit deinen Kindern betrifft: Probiere es einfach aus! Bereite sie gut vor, lass sie teilhaben und mitbestimmen in der Planungsphase und sei ihnen eine Stütze, wenn sie im neuen Ort Freunde suchen müssen. Ich denke, es macht viel aus, wie Eltern in solch einer Situation reagieren: Sie jammern sie auch nur herum, dass alles schwierig ist, dann tun sich die Kinder auch schwerer. Macht man sich gemeinsam mit ihnen auf, eine neue Welt zu entdecken, dann stürmen sie voller Begeisterung mit
LG WhiteTara
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26.07.2007, 13:17Inaktiver User
AW: Rastlos, ist das denn so schlimm?
Liebe Kunstfrau,
bin ungefähr genauso oft umgezogen wie du und das immer, wenns einfach nicht mehr paßte oder nicht mehr gefiel...
Der Spruch, daß man doch mal seßhaft werden müsse, ist auch mir bekannt. Oft kommt er von Personen, die selber mit ihren Wohn- und Lebensumständen nicht zufrieden sind, denen aber der Mut oder der Elan fehlt, an ihrer Situation etwas zu ändern. Ich finde es toll, daß du dich dazu entschieden hast, auch noch ein anderes Land kennenzulernen.
Deine Kinder brauchen in erster Linie Dich. Ich denke, der Umzug ist für sie o.k., solange sie noch so klein sind.
Vor Bruder und Mutter brauchst Du Dich nicht zu rechtfertigen!
Liebe Grüße
Maja


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