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  1. Inaktiver User

    AW: Hochsensibilität?!

    Zitat von Linwen2
    Und nochwas : Was Hochsensibität gaanz bestimmt nicht ist : Dünnhäutige Zickigkeit und hinter jeder Bemerkung Angriff zu erwarten etc..

    DAS ist eine völlig seltsam ausgelegte Vorstellung von Sensibiltät..


    Zitat von lady_julia

    da will ein mann in seiner wohnung etwas reparieren o.ä. und er sucht einen hammer, aber keiner ist da. also überlegt er, ob er zu seinem nachbarn geht. doch der könnte ja.....und nun überlegt er sich alle bittvarianten, mögliche hintergedanken und reaktionen seines nachbars, die ihm in den sinn kommen. schliesslich geht er doch hinüber. doch als der nachbar ihm öffnet, sagt er zu dem: "ach behalten sie doch ihren verdammten hammer selber!"

    an welchem punkt befindet er sich? ist er ein hochsensibler und ausgegrenzter aussenseiter, dessen abwehrmechanissmen nichtmehr greifen?

    oder ist er ein paranoider hirnkranker, inzwischen krank gewordener hochsensibler?

    dass er ein unsensibler mensch ist, kann ich mir nicht vorstellen.
    Der Nachbar - dem dies widerfährt - befindet sich in einer verzwickten Situation. Denn er weiß ja nicht, welcher "Teufel" den Hammermann geritten hat. Er saß gerade bei sich und hat sich mit irgendetwas beschäftigt und dann ist er mit so einer Bemerkung konfrontiert, die das Ende eines Gedankenprozesses eines anderen Menschen ist.

    Und nun könnte es sein, dass auch der Nachbarn mit einer gewissen Sensibilität ausgestattet wäre.

    Wie reagiert er auf so eine Bemerkung, die doch den Anschein eines persönlichen Angriffes erweckt?

    Der Hammermann unterscheidet nicht zwischen seinen eigenen Vorstellungen und der Realität und damit gibt er seinem Nachbarn keine Chance ganz unbefangen auf das, was der Hammermann möchte, zu reagieren.

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    AW: Hochsensibilität?!

    Diese Diskussion ist der Hammer!

    Liebe Grüße von
    Bblume
    flying is the art of falling to the ground without touching

  3. Inaktiver User

    AW: Hochsensibilität?!

    Hochsensibilität ist angeboren und keine Krankheit!
    Allerdings ist sie der ideale Nährboden für psychische Krankheiten.

    Kann es sein, dass hier Ursache und Wirkung verwechselt werden?

    Und die angesprochenen Internettests führen unter Umständen zu falschpositiven Ergebnissen, doch die sind zu vernachlässigen.
    Und die mit wirklichen psychischen Erkrankungen können nebenbei trotzdem hochsensibel sein. Das schließt sich auch nicht aus.

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    AW: Hochsensibilität?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hochsensibilität ist angeboren und keine Krankheit!
    Allerdings ist sie der ideale Nährboden für psychische Krankheiten.

    Kann es sein, dass hier Ursache und Wirkung verwechselt werden?

    Und die angesprochenen Internettests führen unter Umständen zu falschpositiven Ergebnissen, doch die sind zu vernachlässigen.
    Und die mit wirklichen psychischen Erkrankungen können nebenbei trotzdem hochsensibel sein. Das schließt sich auch nicht aus.
    Das stimmt schon, wobei eine psychische Erkrankung geheilt werden sollte und Hochsensibilität keine Ausrede sein darf, dass man sich einer Behandlung verschließt.....
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

  5. Inaktiver User

    AW: Hochsensibilität?!

    Zitat Zitat von bienie
    Das stimmt schon, wobei eine psychische Erkrankung geheilt werden sollte und Hochsensibilität keine Ausrede sein darf, dass man sich einer Behandlung verschließt.....
    Ich bezweifle, dass man bei einer psychischen Erkrankung auf Dauer mit einer Ausrede wie "ich bin aber hochsensibel" weiterkommt.

    Doch für die Betroffenen ist das vielleicht die Nische, die sie brauchen, um ihre Lage neu zu überdenken und und ihre Empfindsamkeit nicht mehr als störend, sondern als positiv
    anzunehmen.

  6. Inaktiver User

    AW: Hochsensibilität?!

    Zitat Zitat von bienie
    Das stimmt schon, wobei eine psychische Erkrankung geheilt werden sollte und Hochsensibilität keine Ausrede sein darf, dass man sich einer Behandlung verschließt.....

    Naja, aber wenn ich mir überlege, wie nah manchmal Genie und Wahnsinn beieinander liegen und wie durch Psychopharmaka auch das Genie abflacht, da kann ich durchaus verstehen, wenn Menschen eine solche Behandlung verweigern, den persönlichen Weg zu gehen und herauszufinden suchen, allein durch diesen Dschungel zu gelangen.

    Letztendlich ist es eine persönliche Entscheidung, wie jemand sein Leben gestaltet. Aber es erfordert natürlich auch eine immense Intelligenz und Bewußtheit, um z. B. psychotische Wahrnehmungen bei sich selbst auch als solche zu identifizieren und andere nicht damit zu behelligen.

    nathaliethor

  7. Inaktiver User

    AW: Hochsensibilität?!

    Zitat von Butterblume
    Ich kenne auch keine - dafür bin ich zu sensibel
    (sorry, ich musste so lachen, als ich das Ausgangsposting las...)

    Würde mir jemand erklären, er sei so sensiiibel, hielte ich ihn schlicht für äh, na ja. Ich hätte das Gefühl, derjenige ertwartet, dass ich dann bei allem aufpasse. Das geht eh nie lange gut bei mir
    Wenn ich es aber selber herausfinde, kann ich es sehr mögen.
    Ich nenne das dann aber eher gute Wahrnehmung oder Wachheit oder Aufmerksamkeit.

    @Butterblume: Der Aspekt Sensibilität mit guter Wahrnehmung, Wachheit, Aufmerksamkeit zu umschreiben, gefällt mir gut.

    Die Filter, die wir haben, mögen unterschiedlich sein, allerdings bezeichnet Sensibilität ja nicht das - was ausgefiltert wird - sondern das - was durchkommt.

    Wie wir die Reize - die bei uns ankommen - einschätzen und damit umgehen, ist sicherlich individuell und hängt auch damit zusammen, wie wir im Leben stehen, was wir anstreben und wie gut wir Misserfolge bewältigen können.
    Geändert von Inaktiver User (10.06.2007 um 09:38 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Hochsensibilität?!

    Zitat von Lavendelmond
    Das ist genaugenommen ein alter Hut !

    Früher (so "richtig" früher) hieß das schlicht und einfach:


    er/sie ist zartbesaitet

    oder auch "neurasthenisch"


    Der Gegenpol dazu sind die "stiernackigen Dickhäuter", die nix umhaut.


    Aber es ist schon so, dass nur ein ebenfalls hochsensibler Mensch einem anderen Dünnhäuter wirklich nachempfinden kann, was er durchmacht, wenn "alles zu viel wird".

    ...hochsensible Menschen ... werden u. U. leichter krank durch die Reizüberflutung und Überanstrengung. ...
    Darum brauchen sie essentiell die Zeiten der Ruhe und des Rückzuges.
    @Lavendelmond: Es klingt durchaus sinnvoll auf Reizüberflutung und Überanstrengung mit Zeiten der Ruhe und des Rückzuges zu reagieren.

    Wie Ebbe und Flut eben...

    Ob allerdings der Umkehrschluss zulässig ist, bin ich mir nicht schlüssig.

    Kann man einfach so davon ausgehen, dass man es gezwungenermaßen mit einem stiernackigen Dickhäuter zu tun hat, wenn ein Mensch dieses Bedürfnis eines anderen Menschens nicht automatisch und selbstverständlich nachvollziehen und verstehen und mit Wohlwollen respektieren kann?

    Die Reaktion Zeiten der Ruhe und des Rückzuges auf Zeiten der Reizüberflutung und Überanstrengung folgen zu lassen ist sicherlich nötig und auch richtig.

    Wenn dieses Verhalten allerdings von der Umwelt nicht mit Verstehen und Verständnis und Akzeptanz zur Kenntnis genommen und dieses Verlangen nach Distanz und Abstand nicht respektiert wird...

    Wenn augenscheinlich der "liebevolle Blick auf den Mitmenschen" fehlt und die Empathie nicht spürbar wird, was dann?

    Ist dann die Umwelt automatisch als stiernackig und dickfellig einzuschätzen?


    Der Abstand ist die Seele des Schönen.
    Simone Weill
    Geändert von Inaktiver User (10.06.2007 um 17:35 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Hochsensibilität?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User

    Ist dann die Umwelt automatisch als stiernackig und dickfellig einzuschätzen?
    Nein, ich weiss aber auch nicht, wie du darauf kommst, dass das die Hochsensiblen das so sehen würden.

  10. Inaktiver User

    AW: Hochsensibilität?!

    Ich möchte den Blick noch einmal auf den "hochsensiblen" Künstler lenken, der ja auch hier im Strang kurz die Emotionen zum Kochen brachte

    An diesem Beispiel kann man doch gut sehen, daß ein Mensch mit einer besonderen Fähigkeit sehr auf die Reaktionen von anderen angewiesen ist.
    Ja er stellt seine Werke in Ausstellungen seinen Mitmenschen vor und erhofft dadurch Anerkennung und Verständnis für seine besondere Leistung.

    Menschen, die diese Anerkennung nicht geben können, die sich nicht die Mühe machen wollen werden dann von ihm oder in Stellvertretung durch die "Verstehenden" zu Kunstbanausen erklärt.

    Bei diesem Kunstbanausen hat sich ja aber vielleicht nur der sehr oft zitierte Gefühlszustand (der Verwirrung? ) eingestellt:
    Und was will der Künstler uns jetzt damit sagen?

    Und damit wertet ein Künstler, die Menschen, die ihn und seine Kunst nicht verstehen auch massiv ab. Oder er nimmt die Anerkennung dankbar zur Kenntnis und interessiert sich für die Ablehnung nicht.

    Und ist jetzt der Künstler besonders zu bedauern. Also ich meine, nein. Er hat doch eine sehr wirksame Methode für sich gefunden, das zu bekommen, was er braucht.

    Und auch auf diese Weise könnte man hier dieses "Reizthema" verstehen.

    Helen

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