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    AW: Stärkung der Persönlichkeit, Selbstwertgefühl

    Zitat Zitat von bienie
    Wie bei mir liegt es oft daran, es immer allen richtig machen zu wollen.
    Was mich interessiert ist: Wie seid Ihr aus solchen Phasen gekommen, wie habt ihr Euer Selbstwertgefühl gestärkt? Es gibt doch sehr viele Menschen, die wirklich dafür kämpfen....
    Zum Thema Freundschaften kann ich nicht so viel sagen außer dass ich da noch "am Arbeiten" bin. Aber zur Ausgangsfrage erzähl ich Euch gern, was mir geholfen hat.

    Natürlich habe ich auch viel gelesen, viel mit Leuten geredet (u.a. auch eine Therapie gemacht), Pläne geschmiedet, neue Verhaltensweisen erprobt usw.usf. Was bei mir letztlich "den Schalter umgelegt" hat, war dann aber eine eher kleine Begebenheit. Jedenfalls wenn man bedenkt, was ich vorher schon so alles versucht hatte.

    Es war ein Gespräch mit einer guten Bekannten über Drogenabhängige. Sie erzählte mir, dass sie mit einem ehemals Drogenabhängigen befreundet ist. Als sie davon erfuhr, hat sie versucht zu helfen, aber nix fruchtete. Sie ließ sich daraufhin beraten und bekam als Rat: "Sie müssen diese Menschen in Liebe fallen lassen.".

    Dieser Rat arbeitete ein paar Tage in mir und dann war mir plötzlich sonnenklar, dass jeder Mensch lebt so gut er es vermag. Selbst jemand, der drogenabhängig ist. Es ist überhaupt nicht notwendig, dass ich mir ständig Sorgen um das Leben anderer mache. Es ist ebenso wenig notwendig, dass ich meine Art zu leben irgendwem erkläre. Und schon gar nicht muss ich versuchen, mein Leben oder das von irgendwem sonst umzukrempeln, nur weil ich meine, das wäre irgendwie besser.

    Nein, das heißt jetzt nicht, dass ich mit niemandem mehr rede oder alles ständig beim Alten lasse. Aber ich kann jetzt viel besser als vorher andere ihr Ding machen lassen und mich auf das konzentrieren, was ich in meinem Leben haben möchte. Das einzige, worauf ich überhaupt Einfluss habe, ist mein eigenes Leben.

    Natürlich, wenn jemand ein Problem hat, biete ich meine Hilfe an. Aber eben "nur" noch die, die ich auch wirklich leisten kann und will. Ich grübel nicht mehr ewig über sowas nach, mache mir Gedanken und erwäge Möglichkeiten, während der andere die Angelegenheit inzwischen längst vergessen hat.

    Ich fühle mich seither sehr gelassen und friedlich. Und wenn mich mal was nervt, auf die Palme bringt, unzufrieden macht - was natürlich immer wieder passiert -, dann denke ich nicht mehr automatisch "Der (oder die) muss mal dringend das und das ändern.", sondern "Was ist MEIN Problem damit? Und was kann ICH tun, um dieses Problem los zu werden?".

    Wenn ich das jetzt so durchlese, kommt es mir ziemlich platt vor. Aber für mich war es tatsächlich eine ganz wichtige Erkenntnis, dass ich eben nicht für das Leben anderer in irgendeiner Form verantwortlich bin. Zumindest nicht, solange es sich um erwachsene Menschen handelt. Infolgedessen kann ich mich nun endlich vor allem um mein eigenes Leben kümmern.

    In der vagen Hoffnung, dass das irgendwie verständlich war,
    Rumba
    Was jetzt ist, das zählt.
    Stoppok

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    AW: Stärkung der Persönlichkeit, Selbstwertgefühl

    Hallo Rumba,
    das ist ein schöner Beitrag, ich finde ihn überhaupt nicht platt. Und ich finde, daran kann ich mich orientieren. Da ich früher auch immer dazu neigte, alle Menschen nach meiner Meinung - zur Not auch mit sanfter Gewalt - glücklich machen zu wollen, ist das ein Denkanstoß, der mich sehr nachdenklich macht. Außerdem habe ich mich viel zu sehr nach der Meinung Anderer gerichtet, oft genug gefragt, wie Andere das wohl finden und ob ich mich "liebenswert" verhalte. Vielleicht sollte ich viel mehr Energie darauf verwenden mich selber glücklich zu machen, so dass ich mich gut finde! Im Laufe der Jahre bin ich wohl schon einsichtiger und toleranter geworden, aber ich glaube, es ist noch ausbaufähig. Ich danke dir für diesen Denkanstoß!
    Ganz liebe Grüße
    Cloud

    @ adrienne
    klar, die meisten Menschen gehen nur ein kurzes Stück des Weges mit uns gemeinsam. Allerdings glaube ich, auch eine kurze Begleitung kann eine wunderbare und tiefe Freundschaft beinhalten. Denn oft genug werden wir durch die Umstände auseinandergerissen und dann war es doch trotzdem eine Freundschaft!! Unterschreiben kann ich voll und ganz, dass das Gefühl stimmen muss und das es diese Freunde nur ganz selten gibt!!!!!
    Ich grüße auch dich ganz lieb
    Cloud
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Stärkung der Persönlichkeit, Selbstwertgefühl

    Liebste Mitstreiterinnen!
    Erstmal ein ganz großes Lob an Euch und die Strangeröffnerin. Genau so einen Strang habe ich gebraucht!

    Ich finde es toll, wie ihr Euch mit diesem Thema Selbstwertgefühl auseinandersetzt. Jetzt möchte ich auch ein paar Gedanken dazu geben....

    Ich habe von meiner Mutter den Schlag weg. Sie hat mir immer vermittelt, daß ich nicht gut genug bin. Nicht schlank genug, nicht konsequent genug, nicht.... was weiß ich. Dieses Erbe trage ich mit mir herum.

    Für mich stellt sich immer wieder die Frage, wie ich mit Situationen umgehen soll, die einen Übergriff auf meine Persönlichkeit bedeuten. SEHR SEHR schwierig ist es besonders dann, wenn jemand EIGENTLICH lieb zu mir ist, mir also auch ganz klar etwas GIBT, mich aber in zweiter Eigenschaft verletzt.

    Akut wäre das ein Freund von mir, der unheimlich warmherzig und lieb ist, mit dem ich eine sehr innige Beziehung habe. Er hat mich früher schön öfter für ganze Wochenenden versetzt. Das heißt, wir waren für Freitags fürs Wochenende verabredet (er wohnt 100 km weg), er wollte zu mir kommen und ER KAM NICHT und HAT NICHT ANGERUFEN. Das ist mehrfach passiert, ich habe mir die Ausreden angehört (auf der Party versackt, musste Arbeiten, Handy kaputt...).

    Dann kam eine längere Phase, in der wir keinen Kontakt hatten, unter anderem auch deswegen. Als er wieder auftauchte in meinem Leben, habe ich ihm gesagt, daß mich das damals sehr verletzt hat und daß ich das nicht mehr so mitmachen würde. Er war auch (wie jedesmal) furchtbar betroffen, (Ach Süsse...tut mir sooo leid) und hat sich wirklich gebessert. Er rief sogar an, wenn er 10 Min. später kommen musste....

    Jetzt ist es wieder passiert. Wir waren für Wochenende verabredet, ich habe in der Woche zweimal (einmal Mail einmal SMS) gefragt, ob es denn jetzt klappt und keine Antwort erhalten. Er kam dann natürlich auch nicht. Montags hat er mich bei wer-kennt-wen gefunden und mir eine fröhliche "Hallo Süße"-Mail geschrieben. Ich habe bös geantwortet, er rief an und hat mir erzählt, er wäre ja krank geworden und ob ich seine SMS nicht bekommen hätte?

    Lange Rede, kurzer Sinn...ich habe eingelenkt... aber im nachhinein nochmal drüber gedacht und gemerkt, daß ich das Ganze noch gar nicht vergessen habe und daß ich es mittlerweile immerhin schaffe, SAUER zu sein. Man muss dazu sagen, er hat früher DEPRESSIONEN gehabt und schon ab und an noch solche TAGE....
    Schon gehe ich in Verteidigung für ihn...

    Ich habe ihm jetzt am Telefon (nach Wochen der Funkstille) gesagt, daß ich immer noch verstimmt bin und daß es letztlich EGAL ist, warum so etwas immer wieder passiert, weil es NICHT EGAL ist, wie ich mich dabei fühle (nämlich wertlos). Und daß er nur noch eine Chance hat...danach ist zappenduster.

    DIESE ANSAGE hat mich unglaublich Überwindung gekostet und im Hinterkopf schrie schon wieder diese Stimme: "Denk doch dran...er hat halt ab und zu Depris..." ... "Der ist sooo lieb und gefühlvoll, er würde so etwas NIE absichtlich tun..."
    Und der Schlimmste Teil ist die Angst, daß ich jetzt, wo ich die Drohung ausgesprochen habe, sie auch in die Tat umsetzen muss, wenn er ein weiteres Mal "Mist baut" .... DAS ist mein eigentliches Problem. Ich will nicht auf ihn verzichten, auf die Male wenn es klappt mit unseren Verabredungen...ein Teil von mir will weiterhin das "mitnehmen", was er mir an Wärme und auch Selbstwert geben kann. Er macht nämlich tolle Komplimente, die echt aufbauen können....

    Trotzdem weiß ich, daß ich es einfach nicht ERLAUBEN darf, daß jemand so mit mir umspringt, weil es nicht gut für mich ist. Ganz unabhängig davon, ob er das nicht absichtlich sondern aus psychischen oder gesundheitlichen Gründen tut...ODER?

    Ich muss also FÜR MICH auf etwas verzichten, das mir fehlen wird. Andererseits...müsste ich für jemand anderen auf etwas verzichten, würde ich es ohne Zögern tun....oh Schwierig!

    Wie also geht ihr mir solchen Dingen um, die nicht OFFENSICHTLICH ein bösartiger Angriff auf Euch sind, die Euch aber nicht guttun.....

    Und sorry, daß ich hier meinen Huddel ausbreite....es brennt halt ein bischen auf der Seele....


    Verwirrte Grüße
    outing
    .................................................. .
    And so I sent some men to fight
    And one came back at dead of night
    Said he'd seen my enemy
    Said he looked just like me

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    AW: Stärkung der Persönlichkeit, Selbstwertgefühl

    Oh...ich seh erst jetzt, wie lang der ganze Kram geworden ist!

    Sorry..... <----------------- da seht ihr's wieder ;-)
    .................................................. .
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    AW: Stärkung der Persönlichkeit, Selbstwertgefühl

    Zitat Zitat von outing
    Ich habe von meiner Mutter den Schlag weg. Sie hat mir immer vermittelt, daß ich nicht gut genug bin. Nicht schlank genug, nicht konsequent genug, nicht.... was weiß ich. Dieses Erbe trage ich mit mir herum.
    Dito! Meine Mutter hat sich meinetwegen geschämt! Sie hat mir immer vermittelt, ohne mich wäre ihr Leben schöner.

    Mittlerweile bin ich fast 40 und bin selber Mutter.

    Ich habe meinen Blickwinkel auf meine Kindheit geändert. Ich bin nicht schuld am verkorksten Leben meiner Mutter. Keine Ahnung, ob da überhaupt wer Schuld hat, ich jedenfalls nicht. Ich bin genauso "Opfer" der damaligen Umstände wie sie.
    Aber ICH mache das Beste draus! Im Gegensatz zu ihr...
    Zitat Zitat von outing
    Ich habe ihm jetzt am Telefon (nach Wochen der Funkstille) gesagt, daß ich immer noch verstimmt bin und daß es letztlich EGAL ist, warum so etwas immer wieder passiert, weil es NICHT EGAL ist, wie ich mich dabei fühle (nämlich wertlos). Und daß er nur noch eine Chance hat...danach ist zappenduster.

    DIESE ANSAGE hat mich unglaublich Überwindung gekostet und im Hinterkopf schrie schon wieder diese Stimme: "Denk doch dran...er hat halt ab und zu Depris..." ... "Der ist sooo lieb und gefühlvoll, er würde so etwas NIE absichtlich tun..."
    Und der Schlimmste Teil ist die Angst, daß ich jetzt, wo ich die Drohung ausgesprochen habe, sie auch in die Tat umsetzen muss, wenn er ein weiteres Mal "Mist baut" .... DAS ist mein eigentliches Problem. Ich will nicht auf ihn verzichten, auf die Male wenn es klappt mit unseren Verabredungen...ein Teil von mir will weiterhin das "mitnehmen", was er mir an Wärme und auch Selbstwert geben kann. Er macht nämlich tolle Komplimente, die echt aufbauen können....
    Könntest Du Dir vorstellen, diese Sache auch aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten?

    Was mir spontan einfällt:
    1. Du wirst ihn wahrscheinlich nicht ändern.
    2. Er sieht Dich nicht als wertlos, DU fühlst Dich so.
    3. Er hat Seiten an sich, die Du vergötterst und er hat Seiten an sich, dafür könntest Du ihn mit wachsender Begeisterung an die Wand klatschen. Die meisten Seiten an ihm magst Du (so als Bilanz betrachtet).

    Könnte es eventuell und ganz vielleicht eine klitzekleine Möglichkeit geben, dass Du seine Unzuverlässigkeit als unabänderlichen Teil von ihm hinnimmst, ihn dafür nicht besonders magst, aber Dich damit abfindest und
    (jetzt kommts:) es nicht persönlich nimmst?

    Ich meine das so: Nicht denken: "Wenn ich ihm wichtig bin, wird er kommen, oder zumindest absagen." Und dann messerscharf Deine Wertlosigkeit unterstellen, wenn er Dich mal wieder versetzt.
    Sondern: "Na, mal sehen, ob er es schafft. Ich rechne mal lieber nicht zu dolle mit ihm, ich kenne ja meinen Pappenheimer. Ich überlege mir mal besser ein Alternativprogramm."

    Seine Unfähigkeit, Verabredungen einzuhalten, ist SEIN Problem! Es hat nichts, absolut gar nichts mit Deiner Werthaltigkeit zu tun.

    Wenn Du es schaffst, Deinen Wert nicht von seinem Verhalten abhängig zu machen, kannst Du noch die nächsten Jahre eine schöne Freundschaft zu diesem lieben Chaoten haben.

    ... nur so ein Gedankengang. Mir hats geholfen, meiner Mutter zu verzeihen. Na ja, noch nicht so ganz *zugeb*, aber ich bin nicht mehr ganz so dolle verletzt wie früher. Ich habe das Gefühl, ich lasse los, denn IHR Problem hatte NICHTS mit mir und meiner Behinderung zu tun, auch wenn sie das sagte. Mein Wert bemisst sich nicht nach der Liebe meiner Mutter! Ich existiere aus mir selbst heraus!

    Und Du auch!

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    AW: Stärkung der Persönlichkeit, Selbstwertgefühl

    Heureka!!! Im wahrsten Sinne des Wortes ;-)
    Erstmal vielen Dank, daß Du Dir ein paar Gedanken zu meinem Problem gemacht hast. Ich gebe zu, daß ich genau diesen Gedankengang auch schon hatte....daß ich ihn so akzeptieren lernen könnte.... ist auf jeden Fall eine schönere Variante....

    Trotzdem war ich schon stolz auf mich, weil ich es geschafft habe, ihm zu sagen, daß mir das nicht passt. Und wir sollten auf jeden Fall weiter daran arbeiten.... aber der Gedanke, zu lernen mit ihm umzugehen fühlt sich so viel besser an...

    Denn ich spüre ja, daß er mich wirklich gern hat und er mich keineswegs wertlos findet....und das tut ja auch gut!

    DANKE Heureka!

    Ich bin gerade akut in Arbeit mit dieser meiner "Schwäche", daß ich mich schlecht durchsetzen kann, sofort zurückstecke, wenn jemand etwas anderes will als ich, oft gar nicht wissend, was ICH überhaupt will, mich aber dann trotzdem überrollt fühlend....

    Das ist mir gerade aktuell wieder so bewusst und auch, daß ich etwas daran ändern will und muss, daß ich vielleicht auch ein bischen zu sehr auf Krawall gebürstet bin und da vielleicht übers Ziel hinausgeschossen bin!

    @heureka Wie kommst Du denn heute mit diesen "Altlasten" klar. Ich mache meiner Mutter auch keine Vorwürfe mehr, denn ich weiß heute, daß sie nur mein Bestes wollte (so doof das klingt), aber eben auf die falsche Art. Und ich habe sie in einem kleinen Ritual ganz bewusst ihrer Verantwortung für mein Leben entbunden und habe gesagt, ICH habe jetzt das, was ich habe (wie ein Haus, das man gekauft hat mit allem drum und dran und Gerümpel im Keller) und DAMIT kann und muss ich arbeiten. Ich warte nicht, bis DU kommst, um meinen Keller zu entrümpeln, sondern diese Verantwortung übernehme ICH. Auch wenn DU vieles von dem Zeugs erst dort hineingeräumt hast!

    Würdest Du sagen, daß Du immer noch mit den Nachwirkungen kämpfst? Wie hat sich bei Dir das Verhalten Deiner Mutter auf Dein Selbstwertgefühl ausgewirkt? Wo hast Du Probleme, Deinen Wert zu sehen? Obwohl...wenn ich das so lese, hört es sich fast so an, als wärest Du da schon ein gutes Stück weiter als ich ;-)

    Ich danke nochmal und werde jetzt mein Wochenende bei guten Freunden verbringen und mich bekochen und verwöhnen lassen!

    Euch allen und Dir Heureka ein tolles Wochenende!
    Gruß outing

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    AW: Stärkung der Persönlichkeit, Selbstwertgefühl

    Hallo outing,
    ich bin ja sooo froh, dass Du mich nicht als klugscheißerische Meckertante empfunden hast, davor hatte ich ein bisschen Schiss. Ich freue mich, dass Du mein Posting so empfunden hast, wie ich es meinte: als Gedankenanstoß.

    Zitat Zitat von outing
    Trotzdem war ich schon stolz auf mich, weil ich es geschafft habe, ihm zu sagen, daß mir das nicht passt.
    Zitat Zitat von outing
    Ich bin gerade akut in Arbeit mit dieser meiner "Schwäche", daß ich mich schlecht durchsetzen kann, sofort zurückstecke, wenn jemand etwas anderes will als ich, oft gar nicht wissend, was ICH überhaupt will, mich aber dann trotzdem überrollt fühlend....
    Das finde ich auch ganz wichtig. Mein Gegenüber soll wissen, wie ich sein Verhalten empfinde. In einem anderen Strang hier habe ich einer Userin mit großem Liebeskummer empfohlen, dem betreffenden Herrn eine gepfefferte E-Mail zu schreiben und sie dann auch abzuschicken. Die meisten, nee alle, anderen User rieten ihr vom Abschicken ab. Ok, sie haben recht, seine Liebe wird sie durch so eine wutgetränkte E-Mail sicher nicht erwecken, aber sie hat sich selber Luft gemacht. Ich muss sagen, ich praktiziere das mittlerweile (fast) immer so. Wenn ich mich ärgere, sage ich es der Person, über die ich mich ärgere. Und ich muss sagen, ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Meine Freundin hatte zwar erst mal schwer geschluckt, aber dann gab sie zu, dass ich recht hätte, ihr Verhalten in der einen speziellen Situation war verletzend gewesen. Sie war nur erstaunt, weil sie nie jemand darauf hingewiesen hatte.

    Zitat Zitat von outing
    Das ist mir gerade aktuell wieder so bewusst und auch, daß ich etwas daran ändern will und muss, daß ich vielleicht auch ein bischen zu sehr auf Krawall gebürstet bin und da vielleicht übers Ziel hinausgeschossen bin!
    Hihi, das kenne ich auch gut. Seit ich bewusst "Abgrenzung" übe und vor allem von dem Tripp runter will, es allen recht machen zu wollen, was ja sowieso nicht geht, übertreibe ich auch manchmal unabsichtlich. Ich bin dann manchmal ziemlich barsch und sage zu schnell "nein". Seit dem übe ich "wieder einlenken" und "Fehler zugeben"

    Zitat Zitat von outing
    @heureka Wie kommst Du denn heute mit diesen "Altlasten" klar.
    Ich befasse mich seit geraumer Zeit mit meinem Inneren Kind, kennst Du das? Ist ne spannende Angelegenheit und ich merke, dass es mir von Tag zu Tag besser geht.
    Zitat Zitat von outing
    Ich mache meiner Mutter auch keine Vorwürfe mehr, denn ich weiß heute, daß sie nur mein Bestes wollte (so doof das klingt), aber eben auf die falsche Art.
    Meine Mutter meinte es nicht gut mit mir. Ich war ihr lästig. Sie war 19, als sie vor ca 40 Jahren unehelich ein behindertes Kind bekam. Meine Oma wollte, dass sie mich austrug. Das hat sie ihrer Mutter übrigens nie verziehen. Und mir auch nicht. Es war sehr schlimm für mich, von meiner Mutter abgelehnt zu werden, es hat sich ganz tief in meine Seele eingebrannt, dass ich auf dieser Welt unerwünscht bin. Daran habe ich zu knabbern und das tut sehr weh.
    Meiner Mutter mache ich allerdings auch keine Vorwürfe mehr, denn ich verstehe jetzt, dass sie nicht anders konnte. Sie war quasi liebesunfähig. Sie hätte auch innerhalb einer Ehe einem gesunden Kind keine Liebe geben können, da sie in ihrer Persönlichkeit eine lieblose Frau war. Und das war wiederum in IHRER Kindheit begründet.
    Ich arbeite nun daran, mir einzugestehen, dass meine Existenz hier auf der Erde genauso gerechtfertigt ist, wie bei jedem anderen Menschen auch. Es gibt viele Leute, die mich mögen. Bei denen ich einen wichtigen Platz im Leben habe und die mich vermissen würden, wenn ich verschwinden würde. Das habe ich nämlich sehr lange nicht glauben können.

    Zitat Zitat von outing
    Würdest Du sagen, daß Du immer noch mit den Nachwirkungen kämpfst?
    Ich fürchte, das hört nie auf. Ist quasi meine Lebensaufgabe. Aber ich spüre, dass ich den richtigen Weg gehe, indem ich loslasse.
    Zitat Zitat von outing
    Wie hat sich bei Dir das Verhalten Deiner Mutter auf Dein Selbstwertgefühl ausgewirkt? Wo hast Du Probleme, Deinen Wert zu sehen?
    Ich habe über 30 Jahre lang versucht, meine Behinderung vor anderen zu verstecken. Aber das geht nicht. Weißt Du, meine linke Hand ist eine Klumphand. Sieht so ähnlich aus wie bei einem Contergangeschädigten. Das KANN man nicht verstecken. Ich bin jahrelang nur langärmelig oder gar mit Jacke rumgelaufen, auch im allerheißesten Sommer. Und ich glaubte echt, das klappt. Ich habe dann eine Therapie gemacht und bin versuchsweise im T-Shirt in die Stadt gegangen. Das war ganz schlimm für mich. Ich dachte, alle starren mich an. Ich fühlte mich, als würde ich nackig rumlaufen. Das ist jetzt erst 3 Jahre her. Dieses Jahr ist der erste Sommer, an dem ich Spaghettiträger anziehe (wie gesagt, ich bin fast 40!), auch wenn es mir nicht steht, da ich sehr dick bin. Aber ich bin halt eben nicht perfekt (und versuche das auch nicht mehr).
    Zitat Zitat von outing
    Obwohl...wenn ich das so lese, hört es sich fast so an, als wärest Du da schon ein gutes Stück weiter als ich ;-)
    Phasenweise bin ich echt mit mir im reinen. Aber es gibt Momente (es sind keine Tage mehr), in denen ich wieder völlig unsicher bin. Ganz schlimm ist es, wenn mir ein Mann gefällt. Dann bin das wandelnde Komplex in Person. Daran muss ich noch arbeiten.

    Zitat Zitat von outing
    Ich danke nochmal und werde jetzt mein Wochenende bei guten Freunden verbringen und mich bekochen und verwöhnen lassen!
    Das klingt wunderbar! Ich wünsche Dir und allen, die das hier lesen auch ein schönes Wochenende.


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    AW: Stärkung der Persönlichkeit, Selbstwertgefühl

    Ich habe länger benötigt, um alles durchzulesen und werde es sicher auch noch mindestens einmal tun.

    @rumba:
    Deine Zeilen sind alles andere als platt, Du sprichst etwas sehr wichtiges an: Immer wieder das Gefühl zu haben, sich um andere zu sorgen - und wo bleibt die eigene Person? Damit richtet man sein eigenes Selbstwertgefühl stark nach anderen aus. Mögen sie mich, so bin ich gut...

    @Outing:
    Beginne mit einer Kleinigkeit: Entschuldige Dich nicht, wenn Du länger schreibst. Wenn diese Worte und Sätze nach draußen müssen, dann ist das doch nur richtig. Man spürt den inneren Kampf aus Deinen Worten.
    Heureka hat ja auch schon eine wunderbare Antwort gegeben in ihrer spontanen 3-Punkte-Zusammenfassung beispielsweise.

    @Heureka:
    Seufz - schön geantwortet: Der Wert eines Menschen bemisst sich aus ihm selbst und nicht aus anderen...
    Übrigens: Das mit dem "Luft" verschaffen - das schaffe ich mittlerweile auch. Ich ersticke sonst, wenn ich nicht meinen Standpunkt klar machen kann. Mit dem inneren Kind habe ich mich übrigens auch schon beschäftigt, dazu gibt es auch sehr interessante Literatur. Für mich als Leser erscheinst Du als eine sehr starke Persönlichkeit, die auch schwer an sich arbeitet und bereits viel geschafft hat, Respekt!

    Unlängst hatte ich ein Gespräch, da ging es um das Selbstwertgefühl, bzw. auch um das eigene Bild, das ein jeder von sich hat. Sie meinte, dass vor allem Frauen oft ein sehr negatives Bild von sich selbst haben, meinen, perfekter sein zu müssen, äußerlich aber auch routinierter im Alltag usw. Ganz extrem finde ich auch die körperlichen Normen, die uns tagtäglich vorgelebt und vorgezeigt werden - also, in sehr schlechten Tagen sinkt mein schwer erworbenes Selbstwertgefühl in eine Ecke des Kellers. Oder die Frage: "Sind Sie schwanger", nur weil ich eine weite Tunika trage...Ein Blick in den Spiegel - warum kann ich mich nicht so akzeptieren wie ich bin? Warum auch immer wieder die Versuche, es allen recht zu machen - das geht doch gar nicht (wurde ja bereits super auch von Rumba erläutert).

    Im Augenblick mache ich mir Gedanken über "Erwartungen" - an mich, Erwartungen von anderen....Wo setze ich mit den Messungen an....es gibt noch so viele offene Fragen...

    Gruß an Euch und gute Nacht...Bienie
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

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    AW: Stärkung der Persönlichkeit, Selbstwertgefühl

    Zitat Zitat von bienie
    Für mich als Leser erscheinst Du als eine sehr starke Persönlichkeit, die auch schwer an sich arbeitet
    Hallo bienie
    ich denke, ich bin wirklich stark. Ich habe schon oft schwere Entscheidungen getroffen und die dann auch durchgezogen. Die erste mit 12, als ich beschlossen habe, meine Mutter zu verlassen und in ein Heim zu gehen. Ich arbeite viel mit dem Kopf, versuche immer, alles mit Logik und Vernunft anzugehen. Dabei habe ich meine Emotionen (also mein Inneres Kind) fast von mir abgetrennt. Erst jetzt merke ich, wie schlimm das ist. Aber Einsicht ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung

    Zitat Zitat von bienie
    Ganz extrem finde ich auch die körperlichen Normen, die uns tagtäglich vorgelebt und vorgezeigt werden - also, in sehr schlechten Tagen sinkt mein schwer erworbenes Selbstwertgefühl in eine Ecke des Kellers. Oder die Frage: "Sind Sie schwanger", nur weil ich eine weite Tunika trage...
    Ich weiche durch meine Körperbehinderung bereits von Geburt an von der Norm ab. Und blöderweise hat meine Mutter es nicht geschafft, mir ein selbstverständliches Körpergefühl zu bewahren. Denn als Baby habe ich mir natürlich überhaupt keine Gedanken gemacht. Als Kind durfte ich nie Röcke ohne Strumpfhose tragen, damit ja niemand meinen Gehapparat sehen kann. Ich wurde von klein auf gedrillt, meine körperlichen "Nachteile" zu verstecken. Und das machen ganz viele Leute. Meine Freundin übrigens mit Camouflage-Make-Up. Die Arme meinte einmal lachend zu mir, ungeschminkt könne man sie nicht ansehen, ohne Schäden abzubekommen. Sie tat mir da unendlich Leid. Sie eine hübsche Frau und hat so ein mieses Selbstwertgefühl...

    Zitat Zitat von bienie
    warum kann ich mich nicht so akzeptieren wie ich bin?
    bienie, ich denke, genau DAS ist der Schlüssel zu Glück! Meine Therapeutin meinte damals auch zu mir, meine Behinderung sei nun mal da. Die wird auch nicht wieder weggehen, da kann ich machen was ich will. Und wirklich verstecken kann ich sie auch nicht. Irgendwann merkt es jeder, der mich kennen lernt.

    Wer es schafft, zu sich selbst zu sagen: "Na und? Es ist nun mal so!", der ruht in sich selber und lebt wesentlich entspannter als wir, die wir immer an uns rummeckern.

    Meine Therapeutin gab mir mal die Übung auf, das Körperteil, das ich am allerwenigsten mag, mal genau zu betrachten, wenn nötig im Spiegel. Und dann soll ich so überzeugt wie möglich sagen: "Du bist mein Arm. Du bist ein Teil von mir. Ich liebe Dich!"
    Das sollte ich mal ein paar Tage hintereinander machen. Ich muss zugeben, ich habe es nicht geschafft. Ich glaube, das gehe ich doch gleich mal wieder an.

    Ich wünsche allseits einen genussreichen Samstag!

  10. Inaktiver User

    AW: Stärkung der Persönlichkeit, Selbstwertgefühl

    Hallöchen meine Lieben!Ich bins wieder mal...

    Zuerst möchte ich Euch einen wunderschönen Samstag wünschen!

    Also...ich hab mich jetzt da ein wenig durchgelesen.
    Ich denke,das Problem ist,daß wir uns immer wieder an Äußerlichkeiten festmachen.Dabei sind Äußerlichkeiten Punkt eins vergänglich(und wer damit nicht fertig wird,der kann sich im Prinzip nur umbringen )und Punkt zwei:kommt es immer auf den Kulturkreis an,was schön gilt.
    Hier bei uns wird uns vorgegaukelt,nur der ist glücklich,schön und erfolgreich,wer schlank ist und gewissen Idealen und Normen entspricht.
    Ich hab einmal eine Dokumentation gesehen über eine Insel - sorry,ich weiß den Namen nicht mehr - da gilt eine Frau als schön wenn sie dick ist.Da hätten schlanke Frauen keine Chance!Ok...da leben wir nicht.
    Aber richtige Schönheiten unter den Frauen machen nur 2% aus...und 98% versuchen,dieses Ideal zu erreichen und hecheln diesem Ideal hinterher ohne auch nur die geringste Chance zu haben,es zu erreichen.
    Und ich nehme mich nicht aus...ich hab gestern wieder die Krise bekommen weil ich in meine Sachen nicht mehr reinpasse und ich aber wegfahre.Wenn es heiß ist:was zieh ich an und seh trotzdem schick und flott aus und wie sieht man meine paar Kilos zuviel nicht
    Aber wir bestehen nicht nur aus Hülle!DAS vergessen wir alle.
    Wenn wir so ganz ehrlich sind:wollen wir als DER MENSCH,DER WIR SIND geliebt und gemocht werden.Oder WEGEN UNSERES ÄUSSEREN?
    Gestern habe ich bewußt alle Frauen betrachtet,die mir in der Arbeit begegnet sind.Und berufsbedingt sind das viele!Ich habe versucht,sie genauso kritisch zu sehen wie ich mich vor dem Spiegel sehe.Und ich sag Euch was:da war keine dabei,die wirklich ausnehmend schön gewesen wäre...alle ganz normale Durchschnittsfrauen.So wie wir auch.Manche davon aber extrem unvorteilhaft gekleidet wo ich mir dachte:DAS würd ich nicht anziehen...aber das ist ein anderes Thema.
    Aber eins ist mir stark aufgefallen:was Frauen wirklich "häßlich" gemacht hat war ihr Gesichtsausdruck.Gestern waren viele mit einem verbissenen Gesichtsausdruck unterwegs mit nach unten gezogenen Mundwinkeln.Kein Lächeln erhellte ihr Gesicht.DAS hat mich gestört...nicht,ob eine mollig war oder zu dünn,ob sie vielleicht dicke Beine hatte oder die Arme nicht schön waren...es war dieser negative Gesichtsausdruck,der den Gesamteindruck sinken ließ.Und DAS ist schade.Ein Lächeln kostet nichts...ein freundliches Gesicht kostet nichts und tut nicht weh...aber es verändert die Art und Weise,wie uns andere WAHRNEHMEN,sehr!

    Warum können wir nicht sehen,daß wir alle eine wunderbare Persönlichkeit haben?Wir sind doch alle in einem Alter,wo wir schon so manche Krise erlebt und überstanden haben.Krisen,an der andere vielleicht zerbrochen wären.Aber nein - wir haben sie gemeistert!Darauf sollten wir stolz sein!Und es auch anerkennen!Und nicht beschwichtigend sagen:na sooooooo toll war das auch wieder nicht,wie ich das geschupft hab...und sooooooo schwer war das gar nicht....obwohl wir es ganz genau WISSEN,daß es eine Leistung unsererseits war!
    Wir haben schon viel erreicht und geleistet in unserem Leben!
    Stärken wir unsere Selbstwertgefühl,indem wir unsere Leistung und auch unsere Fähigkeiten nicht selbst schmälern sondern uns sagen,daß wir dieses und jenes gut hingekriegt haben.Daß wir starke Persönlichkeiten sind,die wissen,was sie wollen...die bei Schwierigkeiten die Zähne zusammenbeißen und sie meistern!

    Oder wieviele Frauen gibt es,die wir aufgrund ihrer Ausstrahlung einfach bewundern?Seid Ihr schon jemals zu einer Frau hingegangen und habt Ihr gesagt:wow...sie haben so eine liebenswürdige Ausstrahlung...oder wow...ihre Ausstrahlung ist einfach fabelhaft...sie haben sowas Schönes an sich...oder...sie strahlen so von innen heraus...?????Habt Ihr das schon mal gemacht?Ich wette mit Euch:nie!
    Leider können wir unsere Ausstrahlung nicht sehen.Aber woher wollen wir wissen,ob wir nicht auch eine Ausstrahlung haben,die andere Menschen zu uns hinzieht,obwohl wir nicht den Titelbildschönheiten ähneln?
    Diese ganzen psychologischen Tests,die gemacht wurden,um herauszufinden,welches Gesicht usw.Menschen attraktiv finden und welche nicht haben einen Haken:sie wurden an toten,unbelebten Bildern gemacht.Aber nicht am lebenden Menschen.Aber warme Augen,ein Lächeln,die Gestik...DAS ist es,was einen Menschen ausmacht und wodurch manche "Mängel" gar nicht mehr auffallen.Weil unsere Mitmenschen ganz woanders hinschauen als auf unseren Schwimmreifen oder auf unsere dickeren Hüften usw...die sind gefesselt von unserer Art zu reden...oder von unserem Lächeln oder unseren Augen oder unserer Lebensfreude.
    Während wir zu Hause vorm Spiegel stehen und unseren Wert daran festmachen,daß wir dort einen "Mangel" an unserm Körper haben.Aber unsere Mitmenschen sehen nicht NUR den Arm,sie sehen nicht NUR den Po...nicht NUR ...man könnte weiter alle komplexbehafteten Stellen eines Frauenkörpers aufzählen....unsere Mitmenschen sehen das GANZE Paket.Und sehen unsere "Problemzone" doch gar nicht.
    Und nun kommen wir gleich weiter zum nächsten Punkt:wer bestimmt,was eine Problemzone ist?
    Männer wüßten gar nicht,was Cellulite ist,wenn wir es ihnen nicht ständig sagen würden.98% der Frauen haben sie.Warum macht man jetzt immer so ein Drama draus?Damit man Mittelchen kauft,die schweineteuer sind,die man täglich anwenden soll und die im Endeffekt nicht viel bewirken außer dem Gefühl,daß man was für seinen Körper getan hat?
    Männer sehen uns beileibe nicht so kritisch wie wir selber uns sehen.
    Spruch eines jungen Mannes:ich weiß nicht,was ihr Frauen immer habt...ihr schaut halt so aus.Ich weiß nicht,was ihr da immer herummäkeln müßt.
    SOWEIT müßten wir mal kommen,nicht???

    Was aber andere an uns nervt oder stört ist wahrscheinlich eher die Tatsache,daß wir permanent an uns herummäkeln oder uns schlechter machen als wir sind.Ein anderer junger Mann in meinem Freundeskreis sagte mal so nebenbei als ich mal eine negative Bemerkung über mein Äußeres machte:bitte nicht schon wieder...ihr Frauen seid schrecklich!Du bist gut so wie du bist.Das bist DU.Basta.
    Also warum machen wir uns selber immer so einen Kopf und ziehen unser Selbstwertgefühl wieder runter?
    Weil wir nie gut genug waren?Weil wir immer vermittelt bekommen haben(z.B.von unseren Müttern...)wir wären unzulänglich...unzureichend...nicht gut genug...nicht perfekt genug...nicht liebenswert genug???

    An unserer Persönlichkeit können wir arbeiten...bessere und freundlichere und liebenswertere Menschen werden.Aber an unseren körperlichen Gegebenheiten können wir nicht viel ändern.Warum sich also 365 Tage im Jahr grämen wegen etwas,das wir NIE ändern können?
    Ok...ich arbeite da auch noch dran
    Betrachten wir uns doch wohlwollend und liebevoll im Spiegel und suchen wir das,was SCHÖN an uns ist...
    Mir hat mal ein Mann aus einem anderen Kulturkreis gesagt,ich hätte Augen wie das Meer.
    ICH war bis dato immer der Meinung,ich hätte eine Allerweltsfarbe.Mal blaugrau...mal blaugrün...mal grün.Wie ein Chamäleon.Je nach Stimmung und auch Lichteinfall.Ich fand da nix Besonderes an meinen Augen.Aber die SICHTWEISE machts!Ich hab mir dann seine Worte durch den Kopf gehen lassen...und im Prinzip stimmt es.Das Meer ist mal grau...mal blau...mal grün...und mal eine Mischung aus allem...
    Warum hab ich das nie so gesehen?Warum hab ich mir immer gesagt,ich hab eine fade Allerweltsaugenfarbe?Dabei hab ich Augen wie das Meer,klingt doch super,oder?
    Das soll jetzt nur ein Beispiel sein,wie andere uns sehen mögen...wie die Betrachtungsweise etwas als schön gelten läßt...oder wie ich mich sah:fade und durchschnittlich.

    Und so nebenbei...Frauen ist es doch meist egal,wie ihre Freundin aussieht...sie macht ihre Freundschaft sicher nicht an Äußerlichkeiten fest wie das auch niemand macht,der Zuneigung zu uns empfindet.Zuneigung entsteht aber nie durch Äußerlichkeiten...sondern durch ein anziehendes Wesen.
    Und Männer...also ich hab schon öfter gesagt,wenn eine schöne Frau im Fernsehen zu sehen war:DIE ist hübsch...wirklich ausnehmend schöne Frauen.Kommentar:also ICH find die nicht hübsch...ich weiß nicht,was die alle für einen Zirkus machen mit der...

    Merke:zum Vorzeigen mag eine hübsche,schlanke Frau vielleicht Vorteile haben...aber nicht fürs Leben.Im Leben mögen viele Männer sogar lieber Frauen,die keine Klappergestelle sind,die Lust am Leben haben...die ein leckeres Abendessen in einem Lokal genießen können usw...und wie ich schon sagte:Männer empfinden unsere Problemzonen gar nicht als solche.Manchmal mögen sie sie sogarNur wir selber machen uns kaputt und deprimieren uns weil wir nicht dem Zeitungs-und Fernsehideal entsprechen.

    Also achten wir auf uns...pflegen wir uns...mal ein Lippenstift...oder Lipgloss...das macht oft viel aus...und lernen wir,uns zu lieben,so wie wir sind.Behandeln wir uns selber mit WERTschätzung...wie etwas ganz Besonderes,das nur die allerbeste Behandlung verdient!!!Gehen wir mit uns selber liebevoll um!
    Gegenstrategie,wenn uns mal wieder Blues überkommt:sofort aufzählen,was eigentlich schön an uns ist

    So...irgendwie hab ich jetzt den Faden verloren*ggg*Aber ich glaube,es ist wieder mal lang genug geworden....

    Achja...noch etwas:mit 20...da war ich schlank...gertenschlank mit einer tollen Figur und hab mich immer als häßlich und dick gefunden...ich WUSSTE damals einfach nicht,daß ich eigentlich ein hübsches Mädchen war,so komlexbeladen wie ich war...okokok...und auch noch bin.Wetten in 20 Jahren sag ich wieder:eigentlich warst du mit 38 echt ok...

    Ganz lieben Gruß
    Euer Marienkäferchen
    Geändert von Inaktiver User (21.07.2007 um 10:10 Uhr)

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