Hallo!
Ich weiß nicht, ob das wichtig ist, oder ob ich mir Gedanken um etwas mache, was Quatsch ist.
Gestern habe ich meinem Freund erzählt, dass als ich 5 war meine Mutter im Krankenhaus war. sie hatte dort eine heftige OP und stand zwischen Leben und Tod. Ich habe davon nur in so fern etwas mitbekommen, dass ich sie anrufen wollte und mein Vater das immer abgewimmelt hat ohne zu sagen warum. Damals hatte ich aber ein sehr ungutes Gefühl.
Laut meiner Eltern war ich ein richtiges sonniges Kleinkind.
In der Zeit bin ich aber unheimlich dick geworden und war danach in der Grundschule ein ziemlicher "Durchsetzer". Das heißt ich war aufmüpfig, Klassensprecherin, sehr beliebt und habe mich geprügelt, sobald mir jemand querkam. Auf dem Gymnasium war ich dann sehr still, habe abgenommen und hatte wenige Freundinnen. Also genau das Gegenteil.
Mit 18 war mein erster Freund plötzlich verschwunden und ich hatte eine richtige depression. Warum er plötzlich weg war spielt jetzt keine Rolle. Er hat sich Jahre später wieder gemeldet und alles erklärt. Das hatte nichts mit mir zu tun. Wir waren dann auch nochmal zusammen.
Ich merke nur heute, dass ich auch mit einer unheimlichen Wut auf alles reagiere, was ich als Gefahr empfinde.
Mein Freund meint jetzt, ich wäre damals traumatisiert worden. Wenn ich das jetzt hier so runterschreibe klingt mir das selber so. Habe ich aber früher nie so gesehen.
Wichtiger ist mir jetzt mich selbst irgendwie klar zu kriegen. Eine Therapie habe ich mal damals mit 18 gemacht aber das Thema von früher wurde dort nie angeschnitten.
Depressiv bin ich überhaupt nicht mehr, aber eben wie gesagt schnell wütend wenn ich mich angegriffen fühle. So ähnlich wie in der Grundschule.
Vielleicht ist das ja alles Quatsch und ich mache mir zu viele Gedanken. Aber ich wollte mal Eure Meinung hören.
KleinesPloetz
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Ergebnis 1 bis 10 von 16
Thema: Trauma mit 5?
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24.05.2007, 23:26Inaktiver User
Trauma mit 5?
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24.05.2007, 23:44Inaktiver User
AW: Trauma mit 5?
Hallo kleines Ploetz,
du beschäftigst dich momentan recht intensiv mit deiner Vergangenheit, und das ist ganz sicher kein Quatsch. Vielleicht suchst du einfach nach Antworten. Ich finde es gut, dass du hinterfragst, warum du so bist wie du bist.
Aus all deinen Erfahrungen heraus resultiert vielleicht eine gewisse "Verlustangst", die dich sehr verletzbar macht.
Kann es sein, dass du diese Gefühle damit überspielst, dass du eine besonders wütende Art an den Tag legst?
Wenn du wirklich herausfinden willst, ob du traumatisiert bist, dann beginne doch mal, deine bisherige Lebensgeschichte aufzuschreiben. Nicht für die Öffentlichkeit, sondern nur für dich. Das ist nicht nur sehr aufschlussreich, sondern hat auch therapeutische Wirkung.
Viele liebe Grüße
Winki
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25.05.2007, 00:03
AW: Trauma mit 5?
Tja, keine Ahnung, möglich ist es natürlich, dass es ein traumatisches Erlebnis war, mit der Angst um deine Mutter alleingelassen zu sein. Meiner Erfahrung entspricht es aber eher, dass dafür, wie du heute klarkommst, mehr Dinge eine Rolle spielen, als ein einzelnes Erlebnis.
Zitat von Inaktiver User
Also, wie in deiner Familie mit der Krankheit deiner Mutter und deiner verständlichen Angst umgegangen wurde, ist zum Beispiel sicher eine längere Geschichte. Und auch das Verhalten deiner Eltern dir gegenüber in anderen Situationen, ihr Umgehen miteinander, deine Beziehungen zu ihnen und anderen wichtigen Menschen...
Wenn es dir heute wichtig ist, dich selbst "irgendwie klar zu kriegen", dann wäre eine Psychotherapie doch genau das Richtige. Und wenn du meinst, dass die Gründe für dein Empfinden und dein Verhalten, mit dem du nicht glücklich bist, mindestens teilweise in deiner Kindheit liegen - naheliege Annahme, scheint mir übrigens - dann probier's doch am besten mit einer Therapie, die den "ollen Kamellen" Raum gibt, genau betrachtet zu werden. Das könnte z.B. eine tiefenpsychologisch orientierte Gesprächspsychotherapie sein.
Alles Gute!
Almira"Oh good! Nobody here but People."
Veta Louise Simmons in Harvey von Mary Chase
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25.05.2007, 07:57Inaktiver User
AW: Trauma mit 5?
Hallo KleinesPloetz,
finde es nicht abwägig das du mit 5 ein Trauma erlebt hast. Denke das ist ein alter in dem man geprägt wird. Vorallem wenn man angst um ein Elternteil hat.Ich habe mein "Trauma" mit knapp 5 erlebt, es zieht sich durch mein leben wie ein roter faden. Ich glaube es gibt Menschen die sich extrem zurückziehen nicht über dinge reden wollen, was vielleicht als Kind passiert sein kann, die halt keine Unangenehmen fragen stellen alles in sich reinfressen, regelrecht erstarren schon als Kind.
,Und dann vielleicht die Kämpfer die gegen das Erstarren die Maske ankämpfen, bei mir gibt es im Leben immer wieder Phasen in welchen ich am erstarren bin, mich zurückziehe und dann kommen wieder zeiten in welchen ich aufmüpfig bin, ich fast das Gefühl habe vor wut und entäuschung zu explodieren.
Hast du mal mit deinen Eltern darüber gesprochen was damals war, an was Du dich erinnern kannst?? Eltern neigen doch leider dazu es zu verdrängen das sich Kinder an ne ganze Menge erinnern können.
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25.05.2007, 11:03
AW: Trauma mit 5?
Hm, ob Deine damaligen Erlebnisse als "Trauma" zu bezeichnen sind, lässt sich so auf die Entfernung und auf die Schnelle sicher nicht klären. Sicher ist, dass wir auf Grund unterschiedlicher Erlebnisse so werden, wie wir sind (bzw. uns ja immer weiter entwickeln/ verändern). Das können ganz seichte und leichte Erlebnisse sein aber eben auch sehr einschneidende.
Wenn Du gerade tausend Fragen im Kopf hast, ist es sicher nicht verkehrt, sich mit ihnen zu beschäftigen
Und wenn Du das Gefühl hast, du möchtest eine Therapie machen, na dann los. Wenn Du aber etwas lockerer/ unverbindlicher einsteigen möchtest, gibts ja auch noch die Variante einer pädagogisch-psychologischen Beratung.
LG von der Lady
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25.05.2007, 11:47
AW: Trauma mit 5?
Haben Wutausbrüche, oder starke Wut mit einem Trauma zu tun? Immer, bzw. zwangsläufig?
Das frage ich jetzt aus persönlichen Gründen, Entschuldigng.da ich meinen Blog nicht mehr erwähnen darf, das sei Werbung, ich weiß zwar nicht, wieso das Werbung sein sollte, aber gut. Also, ich habe einen Strickblogcarpe diem
Alles wird gut
Lieber groß gemustert, als keinkarriert
BVB 
Cuba oder Kuba
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25.05.2007, 12:14Inaktiver User
AW: Trauma mit 5?
zwangsläufig nicht. Wäre ja schlimm, wenn jeder Mensch haargenau identisch reagieren würde ;-)
Aber oft ist die Kette Trauma-Angst-Wut als Schutzreaktion ziemlich eingeprägt.
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25.05.2007, 12:43
AW: Trauma mit 5?
Hm, das gibt mir zu denken, denn ich bin ein wahnsinnig wütender Mensch.
da ich meinen Blog nicht mehr erwähnen darf, das sei Werbung, ich weiß zwar nicht, wieso das Werbung sein sollte, aber gut. Also, ich habe einen Strickblogcarpe diem
Alles wird gut
Lieber groß gemustert, als keinkarriert
BVB 
Cuba oder Kuba
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27.05.2007, 16:58Inaktiver User
AW: Trauma mit 5?
Hallo KleinesPloetz,
ich habe zwei angenommene Kinder und kann ganz klar sagen, dass man auch als sehr kleines Kind ein Trauma erleiden kann. Meine Pflegetochter kam im Alter von 14 Monaten völlig traumatisiert in unsere Familie, leidet noch heute an den Folgen.
Unsere Adoptivtochter hat immer wieder mal Verlustängste, die auch aus frühester Kindheit stammen.
Was Du schreibst, ist kein Quatsch. Je nachdem wie Dich diese Vergangenheit im Leben einschränkt, kannst Du Dir ja überlegen, Dir evtl. therapeutisch unter die Arme greifen zu lassen.
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27.05.2007, 21:58Inaktiver User
AW: Trauma mit 5?
Hallo!
Danke für die vielen Antworten!
Also ich fühle mich in meinem Leben allgemein meistens ganz wohl, klar könnte ich weniger schnell "platzen". Aber der Fühlunterschied zu "Mir muss jetzt dringend jemand helfen" wie damals, als ich eine Therapie gemacht habe, ist sehr groß - kein Vergleich. Für eine Therapie, die ich dank Billigkrankenkasse auch noch selber zahlen müßte, reicht die Motivation nicht.
Wenn ich Zeit und Geld hätte, würde ich es allein aus Neugierde mal machen. Aber so "lohnt" sich das nicht nur aus Neugierde.
KleinesPloetz


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