Wie denn das? Selber zahlen?Zitat von Inaktiver User
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Thema: Trauma mit 5?
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27.05.2007, 23:43Inaktiver User
AW: Trauma mit 5?
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28.05.2007, 20:16Inaktiver User
AW: Trauma mit 5?
Hi Graupapagei!
Die Kasse nimmt Psychotherapie und noch ein paar teure Sachen definitiv raus. Das habe ich damals gemacht, weil ich - ganz richtig denke ich - davon ausgegangen bin, dass die wenigsten Menschen wohl zweimal eine Therapie brauchen und ich hatte ja schon eine. Bei der alten Krankenkasse, wurde voll bezahlt. :-)) Dafür habe ich bei der neuen KK lieber meine Zähne ziemlich heftig versichert. Was nicht falsch war, kann ich Euch sagen..
Hmmm, ich wollte hier eigentlich nicht meine Krankenkasse diskutieren. Ich war nur mal neugierig, ob ihr meint, da könnte was dran sein an der Traumasache. War vielleicht ne blöde Idee.
KleinesPloetz
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03.06.2007, 18:21
AW: Trauma mit 5?
Ich finde das gar keine blöde Idee, es kommt ja auch immer auf die Sorte Trauma an. Ich habe definitiv eines und erst vor ein paar wenigen Jahren durch absoluten Zufall bin ich darauf gestoßen. Vom Alter her ist fünf auf jeden Fall "alt genug" (falls du dich das auch gefragt haben solltest
), meines habe ich mir mit zwei Jahren geholt.
Ich kriege bis heute einen halben Anfall, wenn mich jemand "vergisst", z.B. wenn ein Abholen vom Flughafen nach meinem Urlaub ausgemacht war und ich stehe und stehe und warte und warte... nach außen ist nichts bei mir zu sehen, aber innerlich spielt sich die ganze Palette des verlassenen Kindes in mir ab, Angst, Panik, Wut, Zorn, Hilflosigkeit, nicht denken können, danach blinde Wut usw. Ich fragte mich schon immer, wieso ich in solchen Situationen so "blind" reagiere, Gründe gab es meiner Meinung nach keine dafür, ich bin ja ein großes Mädchen, habe immer Geld oder EC-Karte dabei, es gibt, bzw. gab logisch gesehen also keinen Grund für solche Panikgefühle, wenn ich mal vergessen werde oder sich jemand verspätet (gibt ja auch Züge, um heimzukommen o.ä.).
Durch Zufall bekam ich heraus, dass ich mit unter zwei Jahren in der Wohnung meines Vaters von ihm vergessen wurde und im Alter von ca. 20 Monaten zum Selbstversorger wurde. Meine Großeltern fanden mich nach mindestens zwei Tagen, die ich alleine dort war, es können aber auch 3, maximal 4 Tage gewesen sein, mein Vater (er war/ist krank) konnte sich leider nicht daran erinnern.
Lt. meines Opas hatte ich wohl im Wohnzimmer mein Klo-Eck aufgemacht und die Windel nebendran gelegt (da knallvoll, die scheine ich mir irgendwann ausgezogen zu haben, ich war wohl schon immer pragmatisch veranlagt
).
Aus dem Kühlschrank hatte ich mir Marmelade geholt, vom Küchentisch Zwiebeln, die ich mit Schale aß und getrunken habe ich den Spuren nach, wohl aus der Toilette (würg).
Die Großeltern hatten es nie erzählt (sie hatten Angst, mich im schwelenden Sorgerechtsstreit sonst nie wieder zu sehen, verständlich), mein Vater konnte sich nicht erinnern und ich schien nach einem Vollbad und kulinarischer Erstversorgung durch die Oma wie immer - scheinbar.
Mir half es sehr, den Grund zu finden, zu sehen und anzuerkennen, seitdem ist die Angst weg, bzw. ich kann sie ansehen, wenn ich in so einer Situation bin und dann ist sie auch schon weg.
LG
Mittwoch
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03.06.2007, 19:26Inaktiver User
AW: Trauma mit 5?
Hallo Mittwoch!
Ach du Schande. Klar, dass Du ein Trauma davon hast. Finde ich gut, dass Deine Großeltern damit rausgerückt sind. Dickes Kompliment!
Und jetzt? Ich denke, das macht doch auch stark, das Wissen meine ich, guck mal schon als so kleiner Dötz konnte ich mir selber helfen. Du hast ja schließlich clever überlebt.
Aber das Vertrauen in die Welt ist weg. Das verstehe ich gut! Geht mir irgendwie auch so. Meine Mutter war halt meine Sicherheit und die war plötzlich weg.
KleinesPloetz
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03.06.2007, 19:47
AW: Trauma mit 5?
Hola,
ja, die haben sich ihr Herz erleichtert damals und mir gleichzeitig ganz viel erklärt. Wie gesagt, das Wissen, bzw. Anerkennenkönnen des Gefühls, hat für mich alles gedreht.
Vor dieser absolut einleuchtenden Erklärung stand ich in solchen Situationen (die ja zudem auch selten auftauchen, ich stehe ja nicht jeden Tag am Flughafen oder Bahnhof rum und warte darauf abgeholt zu werden
) da und kam mir total psychotisch vor, seit ich weiß, dass das eine Ursache hat, ist es weg, bzw. ich kann hinsehen und die Angst geht.
Ich bin aber auch ein sehr kopflastiger Mensch, der seine Gefühle gerne sortiert, ein Gefühl zu haben, das ich nicht analysieren kann, machte mich noch hilfloser, als ich es ohnehin in solch einer Situation war.
Kannst du die Wut (=Hilflosigkeit?) angehen oder bist du dann ganz verstrickt für den Moment oder für die Situation?
Als ich das erfuhr, hatte ich erst einmal eine Wahnsinnswut auf den Verursacher (da gehörte sie ja eigentlich hin, auch wenn ich das zuvor nicht wusste), dann nahm ich sie und benötigte sie nicht mehr, weil es mir half anzuerkennen, dass es a) einfach so war, wie es war, "hätte, wäre und könnte" bringen mir im hier und jetzt ja auch nichts und b) habe ich ihm verziehen, bzw. einfach realistisch angenommen, dass er einfach so war wie er war und nun halt so ist wie er ist (wenn du verstehst, was ich meine).
LG
Mittwoch
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03.06.2007, 20:10Inaktiver User
AW: Trauma mit 5?
Hola! :-)
Das mit dem kopflastig kenne ich. Und dass man versucht, alles zu erklären, um damit fertig zu werden auch. Es gibt für mich auch nichts Schlimmeres als Situationen, die ich nicht durchschaue. Die ich nicht erklären kann. Das macht hilflos, finde ich. Kommt aber immer seltener vor, je älter man wird - Gott sei Dank!
Finde ich super, dass Du Deinem Vater verzeihen konntest. Wie hast Du das geschafft? Konntest Du mit ihm reden? Wenn man die Leute nicht versteht, kann man doch auch nicht verzeihen, oder? Ich würde mich immer fragen, warum er ein so kleines Kind allein gelassen hat. wenns dann keine antwort gibt? Oder eine, die man nicht akzeptieren kann?
KleinesPloetz


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