Was aber eindeutig an mir liegt. Ich bin komisch, seltsam, distanziert, lasse niemanden an mich heran.
Ich mag keine anderen Menschen. Entweder sie labern mich zu über ihre Krankheiten, über Rezepte, über ihre Kinder/Enkel usw. ohne daß ich selbst mal zu Wort komme. Will ich etwas erwidern oder antworten drehen sie sich um und das wars.
Oder sie leben so wie ich es mir nie vorstellen könnte. Heuchlerisch, bieder, konservativ.
Ich habe das Gefühlt ich bin der einzige Mensch auf der Welt der anders ist. Beispiel: Ich bin vor 4 Jahren in diesen Ort hier gezogen, weil mein Mann hier ein Haus hat, vorher haben wir sehr zurückgezogen woanders gewohnt. Ich komme hierhin, meine beiden Jungs gehen hier zur Schule und direkt am ersten Elternabend habe ich das Gefühl nicht dazu zu gehören. Alle kennen sich, alle reden miteinander, lachen, scherzen. Ich bin fremd, mit wem soll ich reden?
Bin auch kein Small Talker, das liegt mir einfach nicht. Mit mir kann man sich prima über Musik, Natur, Tiere, Reisen, gute Filme usw. unterhalten, aber anscheinend sind das alles Themen die niemand interessiert.
Anderes Beispiel. Meine Kollegin. Ich bin seit 14 Jahren in der Firma und seit 14 Jahren labert die mich jeden Dienstag u. Mittwoch mit ihrem Blutzuckerspiegel voll. Laber, laber. Ich höre mir das an, bedauere sie und tröste sie wenn es ein muß. Nicht ein einziges Mal in den 14 Jahren hat sie mich gefragt wie es mir geht oder meinem Sohn, der sehr herzkrank ist und schon 2 große Herz OP` s hatte.
Warum sind die Menschen so?
Oder mein Mann. Ein ganz lieber, wir haben wirklich eine harmonische Beziehung. Aber kaum erzähle ich mal was von der Arbeit, was echt nicht oft vorkommt, schon erzählt er wie es bei ihm auf der Arbeit ist und ruck zuck sind wir in ein Gespräch verwickelt was ich so gar nicht begonnen habe. Er geht nicht auf das ein was ich gesagt habe.
Meine Nachbar. Dick wie eine Tonne, ein unsympatischer Typ, dessen Frau täglich mit verheulten Augen rumläuft. Seit 4 Jahren habe ich einen platonischen Freund mit dem ich mich ab und zu treffe und der mich schon mal zum Motorrad fahren abholt. Seitdem redet mein Nachbar kein Wort mehr mit mir. Weil er es für unmoralisch hält.
Ich suche einfach jemand der zu mir paßt. Unkompliziert, der mich leben läßt wie es für richtig halte und in dessen Angelegenheit ich mich auch nicht einmische, es sei denn er fragt mich um Rat. Ich höre gut und gerne zu, aber das ist einfach nicht gefragt.
Bin ich autistisch? Ein Außerirdischer?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 51
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30.04.2007, 10:42
Ich komme mit meinen Mitmenschen nicht klar
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30.04.2007, 11:09Inaktiver User
AW: Ich komme mit meinen Mitmenschen nicht klar
Ich höre mir das an, bedauere sie und tröste sie wenn es ein muß.Hallo MaryB,Heuchlerisch, bieder, konservativ.
Ich denke, dass Du die Möglichkeit hast, Dein eigenes Verhalten zu hinterfragen.
Was kannst Du tun?
nathaliethor
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30.04.2007, 11:11Inaktiver User
AW: Ich komme mit meinen Mitmenschen nicht klar
Dieser Mensch bist und kannst nur Du selber sein.der mich leben läßt wie es für richtig halte
Niemand sonst, muß Dir das erlauben. Wenn Du es Dir selbst verbietest.
(Vielleicht weil es sich so gehört.)
nathaliethor
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30.04.2007, 11:14
AW: Ich komme mit meinen Mitmenschen nicht klar
Hally MaryB,
dieselben Fragen stelle ich mir auch manchmal.Bin ich autistisch? Ein Außerirdischer?
Mir geht es oft so, wie Du es beschreibst. Vielleicht fehlt mir - und Dir - so eine Art soziale Kompetenz, dieses Smalltalken zB. Kann ich auch überhaupt nicht. Ich fühle mich manchmal wie auf einem anderen Stern ausgesetzt und hätte gern Besuch. Aber Kontakte sind schwierig! Die Gesprächsthemen anderer Leute sind mir oft ein Rätsel. Das ist wie eine Fremdsprache, die ich nicht beherrsche. Bei vielen Frauen fällt mir das auf. Die reden ohne Punkt und Komma von Dingen, die mir nix sagen (Gesundheit, Haushalt, Familie) und da komme ich nicht mit. Die Dinge, über die ich gern sprechen würde, scheinen niemanden zu interessieren - oder sag ich sie bloß falsch? Keine Ahnung.
Jedenfalls gelte ich manchmal als arrogant, obwohl ich es nicht bin.
Interessantes Thema, und interessant für mich, zu hören, daß sich auch andere Menschen bisweilen so unzugehörig fühlen. Dafür danke, MaryB!
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30.04.2007, 12:14
AW: Ich komme mit meinen Mitmenschen nicht klar
Hallo,
vielleicht liegt es daran, weil du nicht auf die Leute zugehst. Auf arbeit z.B. hast du deiner Kollegin mal erzählt, dass dein Sohn Herzkrank ist, wann seine OP´s waren, welche schwierigkeiten es jetzt gibt oder bei der Elternversammlung deine Nachbarin angesprochen und über die Kinder gesprochen oder deinem Mann einfach mal unterbrochen, damit du deinen Satz beenden kannst.
Für mich hört es sich eher so an als fehle dir etwas Selbstvertrauen um auf die Leute zuzugehen und einfach mal aus dir rausgehen. Hinzukommt noch, du siehst die Leute als konservativ oder heuchlerisch; im Grunde schon in eine Schublade gesteckt. Warum? Lebe dein Leben und werde einfach etwas offener gegenüber deinen Mitmenschen.
O_I
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30.04.2007, 12:24Inaktiver User
AW: Ich komme mit meinen Mitmenschen nicht klar
Hallo MaryB,
Du hast doch schon selbst die Antwort gegeben, indem Du schreibst: "ich mag keine anderen Menschen, entweder sie labern mich zu oder..." etc. Mir geht es auch so, ich mag die meisten Menschen auch nicht. Wie soll man auch Leute mögen, die ständig belangloses Zeug vor sich hin labern, egozentrisch sind, nicht zuhören können, schlichtweg keine Sozialkompetenz besitzen? Die Minimalanforderungen für gute, interessante Gespräche liegen im gegenseitigen Zuhören und einer zwingend vorhandenen Intelligenz beider Gesprächspartner, um sich tiefer mit wesentlichen Themen des Lebens auseinanderzusetzen. Rationale Intelligenz sowie emotionale Klugheit in Kombination sucht man bei vielen Menschen vergeblich. Jedenfalls decken sich Deine Beobachtungen mit meinen Lebenserfahrungen, und man sollte nicht (nur) sich selbst in Frage stellen, sondern eben auch die Mitmenschen. Um gute gehaltvolle Kontake herzustellen,benötigt man vor allen Dingen eines: sehr viel Geduld, um die Streu vom Weizen zu trennen. Es gibt sie, die interessanten Menschen, aber nicht an jeder Ecke....
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30.04.2007, 12:26
AW: Ich komme mit meinen Mitmenschen nicht klar
Ich kenne das in abgewandelter Form. Mir fehlt das Plauder-Gen, das die meisten Frauen haben und sie über irgendwelche Nebensächlichkeiten schnell ins Gespräch bringt.
Ich denke, ich werde auch eher als unterkühlt und arrogant einsortiert. Selbst wenn ich jemand wirklich mag, gibt es bei mir keine Umarmungen oder ähnliches. Dazu kommt noch, dass ich im Allgemeinen ziemlich zufrieden bin mit meinem Leben und auch keinen Grund habe in irgendwelchen angesagten Jammereien einzustimmen. Das Geld reicht, unsere betagten Eltern sind noch einigermaßen auf dem Damm und das Kind macht keine Schwierigkeiten, die aus dem üblichen Rahmen fallen würden. Das ist ausreichend Grund zum Glücklichsein finde ich.
Leider habe ich schon festgestellt, dass man nicht mitreden kann und außen vor bleibt, wenn man nichts zum Jammern hat oder keine Geschichten über irgendwelche Leute aus der Schule oder Nachbarschaft zu erzählen hat.
Ich würde sogar manchmal gerne irgendwelchen Geschichten ohne besonderen Tiefgang lauschen, aber wenn man nichts beizutragen hat, kommt man nicht in diese Kreise herein. Für eine Frau, die immer zuhause ist (Büro im Haus), habe ich erstaunlich wenig Außenkontakte und das, obwohl ich in einer mittelgroßen Gemeinde lebe."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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30.04.2007, 12:52Inaktiver User
AW: Ich komme mit meinen Mitmenschen nicht klar
Hallo MaryB,
nee, du bist kein Ausserirdischer, sondern in bester Gesellschaft.
Ich kann nur dann andern, fremden, komischen Menschen Aufmerksamkeit und Freundlichkeit und Mitgefühl ab-geben, wenn ich davon genug für mich habe.
Woran mangelt es dir im Grunde deiner Seele?
An Aufmerksamkeit, an Reden können und verstanden werden, Interesse und Toleranz für das, was du bist und was du lebst.
Warum willst du das ausgerechnet von Leuten oder in Situationen haben, die dir das nicht geben können oder wollen? Zwangs-Nachbarn, Zwangs-Kollegen? Zwangs-Elternabende?
(Dein Mann ist ein anderes Thema, aber hoffentlich noch nicht soo alt, dass er sein Kommunikationsverhalten ändern könnte?
)
Also: wo kriegst du, was du brauchst?
Wenn du vom dicken Nachbarn keine Toleranz erwartest, von deiner Kollegin keine Empathie, dann hast du den Kopf und das Herz frei, dir die Menschen zu suchen, die dir gut tun.
Denk ich mal.
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30.04.2007, 13:51Inaktiver User
AW: Ich komme mit meinen Mitmenschen nicht klar
@Evemie, wie recht ich dir gebe
Hallo MaryB, hast du schon mal zurückgeschaut wie es früher war, als du noch ein Kind warst und später als Teenie?
Es könnte sein, dass du "gelernt" hast und es vorgelebt bekommen hast, dass man anderen immer zuerst zuhört und ihnen Trost spendet. An zweiter Stelle kommst dann erst du und wenn du dem anderen fleissig seine leeren Tanks aufgefüllt hast, beginnnst du leicht ausgepowert etwas von dir zu erzählen (wofür sich der andere kaum noch bis gar nicht) interessiert. Ziemlich bitter.
Ich kenne das. Menschen, die sich in deinem Umfeld so vorhalten, nenne ich übrigens "Energiediebe". Eigentlich gibt es da nur eine Möglichkeit - sich von denen fernzuhalten - geht das nicht, tja, da bin ich z.Zt. auch noch oft überfragt...., da muß man für sich selber den richtigen Weg finden.
Vielleicht versuchst du es mal deiner Intuition bedingungslos zu trauen, sie gibt dir den richtigen Weg vor.
Das versuche ich gerade und es klappt richtig gut! Allerdings stößt man damit auch auf Widerstände, aber besser das, als sich für andere "herzugeben".
Viel Glück
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30.04.2007, 15:42
AW: Ich komme mit meinen Mitmenschen nicht klar
@ MaryB
Solche Leute gibt’s. Am besten nach den ersten zwei, drei solchen Erfahrungen einen weiträumigen Bogen um diese Menschen machen und sich anderen zuwenden, die Dich nicht als Mülleimer für ihre Texte benutzen. Es sind aber nicht alle Menschen so, und es liegt an Dir, die zu finden, die mit Dir Dialoge statt Monologe führen.Ich mag keine anderen Menschen. Entweder sie labern mich zu über ihre Krankheiten, über Rezepte, über ihre Kinder/Enkel usw. ohne daß ich selbst mal zu Wort komme. Will ich etwas erwidern oder antworten drehen sie sich um und das wars.Schneide Deiner Dich zulabernden Kollegin einfach in Zukunft das Wort ab und sag ihr, dass Du jetzt dies oder jenes dringend fertig machen musst. Hör ihr demonstrativ nicht zu, sondern wende Dich von ihr ab und Deiner Arbeit zu. Mach das ein paarmal, dann wird sie es schon schnallen. Solche Leute kann man nur auflaufen lassen, damit sie was merken.Anderes Beispiel. Meine Kollegin. Ich bin seit 14 Jahren in der Firma und seit 14 Jahren labert die mich jeden Dienstag u. Mittwoch mit ihrem Blutzuckerspiegel voll. Laber, laber. Ich höre mir das an, bedauere sie und tröste sie wenn es ein muß. Nicht ein einziges Mal in den 14 Jahren hat sie mich gefragt wie es mir geht oder meinem Sohn, der sehr herzkrank ist und schon 2 große Herz OP` s hatte.Wenn sowas passiert, liegt es auch an Dir, zum ursprünglichen Thema zurückzuführen. Reagiert er partout nicht darauf, sondern redet weiter von seinen eigenen Sachen, frag ihn ruhig, ob es ihn eigentlich interessiert, was bei Dir auf der Arbeit war.Ein ganz lieber, wir haben wirklich eine harmonische Beziehung. Aber kaum erzähle ich mal was von der Arbeit, was echt nicht oft vorkommt, schon erzählt er wie es bei ihm auf der Arbeit ist und ruck zuck sind wir in ein Gespräch verwickelt was ich so gar nicht begonnen habe. Er geht nicht auf das ein was ich gesagt habe.
Ich habe den Eindruck, Du nimmst Dich zu sehr zurück. Zeig anderen Menschen offensiver, dass Du auch was zu sagen hast, und lass Dich nicht mehr einseitig zutexten oder mit Deinen eigenen Themen abbügeln.
Auch da gibt es andere, die eher so leben (wollen), wie Du lebst bzw. leben willst. Auf dem Dorf geht es oft um einiges konservativer und konventioneller zu als in einer Großstadt. Vielleicht solltest Du Dir mehr Kontakte in der nächstgrößeren Stadt suchen.Oder sie leben so wie ich es mir nie vorstellen könnte. Heuchlerisch, bieder, konservativ.Ja, die Nachbarn kann man sich leider genauso wenig aussuchen wie die Verwandtschaft.Meine Nachbar. Dick wie eine Tonne, ein unsympatischer Typ, dessen Frau täglich mit verheulten Augen rumläuft. Seit 4 Jahren habe ich einen platonischen Freund mit dem ich mich ab und zu treffe und der mich schon mal zum Motorrad fahren abholt. Seitdem redet mein Nachbar kein Wort mehr mit mir. Weil er es für unmoralisch hält.
Am besten den Kontakt auf ein Minimum reduzieren. Da Du kein Vertrauensverhältnis zu der Nachbarin hast, kannst Du ihr auch nicht helfen. Sie muss schon selbst entscheiden, wen sie um Hilfe bittet.
Ich denke, Du bist weder autistisch noch außerirdisch. Du paßt vermutlich nur nicht so richtig in diesen kleinen Ort.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!


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