Hallo Ihr Lieben!
Mein Problem, über das ich gerade mal wieder nachgedacht habe und zu dem ich ein paar Ratschläge brauch ist folgendes: Ich bin einfach zu still, ich sage zu wenig - bei den meisten Leuten zumindest...
Es ist so: Sind da einzelne neue Leute, die ins Boot geholt werden müssen, dann bin ich ganz gut darin.
Rede ich mit meinen wirklich allerbesten Freunden, geht das auch ohne Probleme über Stunden.
Aber alles dazwischen, Leute, die ich noch nicht so lange kenne, da wird es richtig schwer. Ich bin einfach absolut kein Entertainer, der sich in einer Gruppe hinstellt und andere unterhält. Hinterher fallen mir Sachen ein. Aber in dem Moment... *kopfschüttel*
Wie machen das andere? Die sich den ganzen Abend mit halbfremden Leuten unterhalten können... ich weiß nichts, mir fällt da einfach nichts ein. Da fühle ich mich auf einmal total langweilig... sage ich doch einiges, kommt mir das oft unbeholfen vor.
Die typischen Smalltalk-Tips kenne ich schon (ok, ich muss wieder mehr Zeitung lesen, das ist ein Punkt, der zu verbessern wäre). Aber sonst bin ich einfach nicht zum Smalltalken gemacht, da helfen auch die Standardratschläge nicht...
Ich bin absolut kein Mensch, der gerne alleine ist. Am liebsten habe ich einige Leute um mich herum und höre zu... da fühle ich mich am wohlsten. Aber das geht ja meistens nicht...![]()
Leider, und ich glaube auch, das spielt eine große Rolle, sind meine Eltern beide sehr ruhig, ebenfalls wenig Smalltalk-begabt und auch keine Meister im Pointen setzen und spannend erzählen. Ich habe das wohl auch dadurch einfach weniger mit auf den Weg gegeben bekommen.
Was kann man denn da noch machen? Hat jemand von Euch das stille Mäuschen hinter sich gelassen? Oder einfache Tricks, mit denen man sich überlistet und anfängt, draufloszuplappern? Wie bekommt man diese schlimme Sprachblockade weg?
Habt Ihr Ideen, aus mir Mäuschen eine sprachliche Rennmaus zu machen?![]()
Liebe Grüße
diekleinefee
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Ergebnis 1 bis 10 von 13
Thema: Bin zu still...
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29.04.2007, 01:35Inaktiver User
Bin zu still...
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29.04.2007, 04:44
AW: Bin zu still...
@ diekleinefee
Sooo still kannst Du ja nun nicht sein.Es ist so: Sind da einzelne neue Leute, die ins Boot geholt werden müssen, dann bin ich ganz gut darin.
Rede ich mit meinen wirklich allerbesten Freunden, geht das auch ohne Probleme über Stunden.
Wie machen das andere? Die sich den ganzen Abend mit halbfremden Leuten unterhalten können... ich weiß nichts, mir fällt da einfach nichts ein. Da fühle ich mich auf einmal total langweilig... sage ich doch einiges, kommt mir das oft unbeholfen vor.Ich denke, Du orientierst Dich an einem Ideal, das uns zwar als solches vorgehalten wird – die spritzige Unterhalterin zu sein, die Salonlöwin – das aber keineswegs das einzige Ideal für den zwischenmenschlichen Umgang unter Menschen sein muss, die sich gerade erst kennen lernen.
Leider, und ich glaube auch, das spielt eine große Rolle, sind meine Eltern beide sehr ruhig, ebenfalls wenig Smalltalk-begabt und auch keine Meister im Pointen setzen und spannend erzählen. Ich habe das wohl auch dadurch einfach weniger mit auf den Weg gegeben bekommen.
Was kann man denn da noch machen? Hat jemand von Euch das stille Mäuschen hinter sich gelassen? Oder einfache Tricks, mit denen man sich überlistet und anfängt, draufloszuplappern? Wie bekommt man diese schlimme Sprachblockade weg?
Habt Ihr Ideen, aus mir Mäuschen eine sprachliche Rennmaus zu machen?
Und damit setzt Du Dich unnötig unter Druck und überforderst Dich. Du musst überhaupt keine sprachliche Rennmaus sein, es reicht vollkommen, wenn Du ein sprechendes Mäuschen bist.
Natürlich kommst Du Dir beim Gespräch mit Halbfremden unbeholfen vor, denn Du hast ja immer Angst, die anderen könnten Dich langweilig finden.
Hast Du in solchen Situationen denn tatsächlich schon mal die Erfahrung gemacht, dass das Gespräch nicht in Gang gekommen ist, und sich Dein Gesprächspartner deshalb sehr rasch wieder von Dir verabschiedet hat? Nur das wäre ein Indiz dafür, dass er sich gelangweilt hat – er könnte jedoch auch jemand anderes erspäht haben, mit dem er unbedingt reden musste. Ich meine, so lange jemand mit Dir spricht, kann er Dich ja wohl kaum total langweilig finden, oder etwa nicht?
Zwei Tipps möchte ich Dir dennoch geben.
1. Versuche, Gemeinsamkeiten mit Deinem Gesprächspartner oder Deinen Gesprächspartnern zu finden – bei einem ist das natürlich leichter, denn da müssen nur 2 Personen unter einen Hut gebracht werden. Und ein intensives Gespräch mit einem bisher unbekannten Menschen bringt Dir persönlich oft viel mehr als das oberflächliche Geplänkel in einer Gruppe. Und selbst daran kannst Du teilhaben, durch
2. Zuhören, und zwar durch aktives und unterstützendes. Viele Menschen haben niemanden, der sich die Mühe macht, ihnen richtig zuzuhören. Das ist Deine Chance als stilles Mäuschen, um zu punkten! Für viele Menschen sind nämlich diejenigen Gesprächspartner die besten, die ihnen zuhören, und nicht die Selbstdarsteller, die immer nur mit ihrer eigenen Selbstinszenierung beschäftigt sind. Wenn Du über den Witz eines Pointenreißers lachst, dann trägst Du zu seinem Erfolg bei – denn was wäre der ohne Unterstützer?
Deine eigene Rolle als Witzemacherin/Alleinunterhalterin kannst Du ja bei Freunden einüben, und vielleicht gelingt es Dir dann ja auch, sie in einer Gruppe von Menschen zu übernehmen, die Du noch nicht gut kennst. Dabei schaust Du hauptsächlich die Person in der Gruppe an, die Dir am sympathischsten ist.Geändert von Latona (30.04.2007 um 13:36 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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29.04.2007, 07:52Inaktiver User
AW: Bin zu still...
Hallo!
Ich denke, du musst einfach akzeptieren, dass du so bist, wie du bist! Und es gibt nun mal ruhige Menschen - was ich persönlich sogar sehr angenehm finde.
Versucht nun ein ruhiger Mensch, den witzigen Unterhalter zu geben, so ist das meist geschauspielert und das merken die Mitmenschen ... und schon ist es nur halb so witzig. Also kann man es auch gleich lassen.
Ich bin auch ein ruhiger Mensch. Ich kann unter Freunden gut aus mir rausgehen, aber bei fremden, gerade neu kennengelernten bin ich eher zurückhaltend. Oberflächlichen Small Talk hasse ich in den meisten Fällen regelrecht - die Spucke kann man sich doch schenken.
Früher, so erinnere ich mich dunkel, habe ich auch oft Menschen bewundert, die durch ihre lustige Art im Mittelpunkt standen und offensichtlich wenig Probleme hatten, andere im großen Kreis zu unterhalten. Aber dann habe ich eingesehen, dass ich eben nicht so bin! Auch gut! Deshalb habe ich aber nicht weniger FREUNDE!
Deshalb mein Tipp: Bleib, wie du bist! Du bist völlig i.O.! Und wenn du diese Selbstsicherheit hast, dann kommt das auch bei den anderen an.
Ansonsten kann ich Latona nur zustimmen: Im Gespräch Gemeinsamkeiten zu finden und gut zuhören zu können sind die beste Basis für einen netten Kontakt.
Gruß - Marie
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29.04.2007, 09:52Inaktiver User
AW: Bin zu still...
Hallo kleine Fee,
ich stimme den anderen zu, nicht jeder muss eine "sprachliche Rennmaus" sein, aber man kann auch als eher stiller Mensch lernen besser mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen. Für mich liest es sich schon so, dass du darunter leidest und deshalb möchte ich dir empfehlen einen Rhetorikkurs zu besuchen.
In einem solchen Kurs wird Smalltalk nicht nur durchgekaut sondern auch geübt. Körpersprache, Gesprächsführung, vortragen, Sprache etc. das alles beeinflusst ja unser Handeln und mit zunehmender Sicherheit und Übung wird man eben auch offener.
Sicherlich wird dadurch keine sprachliche Rennmaus aus dir, aber du wirst selbstsicherer, es fällt dir leichter auf ein Gespräch einzusteigen oder auch mal eins zu beginnen. Dafür musst du doch nicht zum Entertainer mutieren
Alles Liebe
zoneja
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29.04.2007, 10:42
AW: Bin zu still...
In Ergänzung zu Latonas zwei sehr hilfreichen Hinweisen möchte ich als dritten Punkte anfügen:
3. Fragen stellen:
Eine Frage zeigt Interesse am anderen Menschen. Man wirkt nicht nur interessant, weil man eine angnehme, humorvolle, geistreiche Person ist sondern auch und gerade dann, wenn man sich für andere interessiert. Wenn zwei "halbfremde" Menschen aufeinandertreffen, bist du nicht die einzige, die sich erstmal unsicher fühlt. Dem anderen geht es ganz genauso. Es ist sehr angenehm, wenn dann einer den Anfang macht und eine Frage stellt. Das impliziert: ich finde dich interessant, erzähl mir mehr. Die meisten Menschen entspannen sich in einer solchen Situation, wenn sie von sich erzählen können. Das Gespräch läuft fast von selbst.
Und genau dann ist es von großem Vorteil, wenn du zuhören kannst! Gesprächspartner, die den anderen nur als "Stichwortgeber" nutzen, um dann selbst eine große Rede zu schwingen, ohne dem anderen die Gelegenheit dazu zu geben, sind viel unerfreulicher.
Du hast also potentiellen Gesprächspartnern viel zu geben: dein Interesse an ihnen und deine Fähigkeit zuhören zu können.
Versuch doch das nächste mal die Frage: woher kennen Sie denn den Gastgeber? Meist kommt dann eine persönliche Geschichte, das "Eis ist gebrochen" und du kannst an diese Geschichte anknüpfen und entweder weitere Fragen stellen oder selbst erzählen, woher du den Gastgeber kennst usw.
Übrigens: jedes gelungene Gespräch lebt von der gegenseitigen Anziehung. Du kannst auf Leute treffen, mit denen die Stunden im Gespräch wie im Flug vergehen und andere, mit denen selbst die besten Absichten einfach nur ins Leere führen. Das ist dann so und liegt eben nicht an dir, sondern auch daran, wenn du triffst.
Sympathie entwickelt sich durch Gemeinsamkeiten und Nähe, Interesse und Verständnis.
Nur Mut!
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29.04.2007, 13:33
AW: Bin zu still...
Warum willst du denn unbedingt eine sprachliche Rennmaus werden?
Davon gibt's doch schon genug. Ich freu mich sehr, wenn ich mal jemanden treffe, der ZUHÖREN kann - leider muß ich da noch an mir arbeiten.
Ist ja auch eine Frage des Temperaments, und daran kann man doch nicht viel ändern.
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29.04.2007, 21:05
AW: Bin zu still...
Hallo, kann den anderen nur zustimmen. Es muss nicht jeder ein Smalltalkprofi sein. Ehrlich gesagt finde ich so selbsternannte Entertainer, die in einer Runde ständig das Gespräch übernehmen, Pointen loslassen und "Stimmung" machen wollen, ziemlich nervig. Ich unterhalte mich lieber mit weniger Leuten intensiv, als mit 12 Personen oberflächlichen Smalltalk zu führen.
Auch bei mir gibt es Abende, an denen ich schweigsam zwischen den halbfremden Leuten sitze, weil ich keinen Draht zu ihnen finde. Habe das früher als Makel empfunden, aber inzwischen akzeptiert, dass man eben nicht mit jedem auf einer Wellenlänge schwimmt. Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht und es ergeben sich keine gemeinsamen Gesprächsthemen. So what - der Abend geht vorbei, und auf einen erzwungenen Dialog ohne Begeisterung dahinter verzichtet zu haben bedeutet für mich keinen Verlust mehr. Es kommen immer auch wieder Treffen, bei denen es schnell funkt und interessante Gespräche entstehen.
Was passiert, wenn du die Themen, die du mit deinen guten Freunden besprichst, mal in einer unbekannteren Runde auf den Tisch bringst? Oder sind das alles intime Sachen?Geändert von Megan_Rose (29.04.2007 um 21:09 Uhr)
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07.05.2007, 23:40Inaktiver User
AW: Bin zu still...
hallo,
ich hatte das problem auch, hat sich aber schon sehr gebessert. bei mir wars einfach viel "sich nicht trauen" und schlicht schüchternheit, ich bekam herzrasen wenn ich die aufmerksamkeit und augen vieler menschen auf mir hatte...
heute habe ich immer noch probleme bei personen, die besonders viel und besonders viel über sich reden, da fällt es mir oft schwer, nicht "unterzugehen". aber solche leute sind ja eh nicht die wünschenswertesten gesprächspartner, ich meine solche die auch die tapete volltexten könnten. da bewundere ich die menschen, die mit solchen können.
konkret, ich glaube, das talken kann man üben. gleichzeitig am selbstbewusstsein arbeiten. übe mit guten freunden in der kleinen runde, werf öfter mal was ein, fang auch mal ein neues thema an.
oder mach mal nen kurs, sprachen oder so, wo du weisst das da nur so 6-8 teilnehmer sind. super übungsfeld fürs talken.
ganz wichtiger faktor ist auch, die spontanität zu üben. sprich, einfach raushauen, was man denkt quasi. auch wenns mal daneben ist, weil nicht durchdacht, das macht nix, denn so funktioniert ja kommunikation unter anderem. nicht nur zuspruch, sondern auch mal widerspruch zu ernten hält das gespräch in gang! leute, bei denen man merkt, es rattert, aber sie sagen nichts gibt es viele. ich finde das sehr schade. denn wenn man mal überlegt wie viel blödsinn (und auch laaaangweiliges zeuch) allgemein so geredet wird, ist das auch echt nicht notwendig.
liebe grüße, rosaly
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18.05.2007, 09:54Inaktiver User
AW: Bin zu still...
Hallo kleine Fee,
Dein Text hätte auch von mir sein können
. Ich weiß ja nicht, wie alt Du bist (fragt mann ja bei einer Fee auch nicht) aber ich bin ja +-40 und habe das "Problem" schon seit ich ein kleiner Piepel war.
Erschwerend kam hinzu, dass einer meiner besten Kumpel sowas von das Gegenteil von mir war, dass ich mich noch zusätzlich über mich geärgert habe. Das ist ca. 25Jahre her...
Naja... und ich bin immer noch derselbe. Es ist jetzt aber so, dass ich gemerkt habe, dass es nicht immer ein Nachteil ist, ruhiger zu sein. Allgemein unterhalten sich die Leute gern mit mir und wenn mal kein Gespräch zustande kommt ist es nicht meine Schuld, wenn sich jemand offensichtlich nicht für mich/ein Gespräch mit mir interessiert, ist es wohl eh die Sache nicht wert!? Sch... drauf!
Ich habe so wie Du keine Probleme mit einzelnen fremden Leuten zu quatschen wenn DIE das ebenfalls möchten, also liegt das wohl nicht am mangelhaften Selbstvertrauen...
Wenn ich unter Bekannten bin, merken die irgendwann, dass ich lange nichts gesagt habe und fragen dann: Eh! Unterfeld... sagst ja gar nichts!? Dann komme ich auch auf diese Art ins Gespräch und wenn nicht, kann ich mir die Storys der Smalltalker anhören und das gefällt mir auch.
Manch einer hat eben (so wie ich) kein Schauspieltalent, ich steh auch nicht so gern im Vordergrund. Aber inzw. versuche ich nicht mehr verkrampft mich zu verbiegen. Ich bin gesellig so wie Du, viele mögen mich, ich mach auch gerne mal nen (kurzen) Spass, andere die mich nicht mögen sind mir egal... wenn mal kein Entertainer im Zimmer ist, fangen wir trotzdem und dann ohne Hektik ein Gespräch an... klappt doch alles! Zweifle nicht an Dir!
Bleib so wie Du bist, ich finde Dich sympatisch!
Viele liebe Grüße,
Unterfeld
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12.10.2007, 20:39Inaktiver User
AW: Bin zu still...
Hallo Ihr Lieben... ganz schön lange ist es her, dass ich hier geschrieben hatte. Ich habe im Trubel meines Lebens den Beitrag aus den Augen verloren und mich nie für Eure Antworten bedankt. Vielen lieben Danke also!
Ja, ich bin wohl wie ich bin... Manchmal wünsche ich mir noch, es wäre etwas anders. Aber Ihr habt ja Recht, was soll's
. Ich hätte wohl auch nicht die Freunde, die mir lieb sind, wenn ich nicht so wie ich bin (einigermaßen
) in Ordnung wäre. Ich glaube, mittlerweile stehe ich auch mehr drüber. Wurmen tut es mich dann, wenn ich jemanden sehr lieb gewinne und trotzdem aus irgendeinem Grund nichts zu reden weiß. Das ist mir vor nicht allzu langer Zeit passiert... Aber sonst - alles soweit gut
. Und wirklich, Eure Antworten haben mir dabei auch sehr gut getan!
Einen lieben Wochenendgruß von der kleinenfee
Ach, und Unterfeld, falls Du eines Tages nochmal hier hereinschaust - Mitte 20 übrigens. Und ich glaube, ich war auch schon immer so :)


, ich sage zu wenig - bei den meisten Leuten zumindest...
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