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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Zitat Zitat von czepoks Beitrag anzeigen
    Hallo ihr alle,

    Vielleicht könnt ihr mir helfen.
    Oft hänge ich alten Zeiten hinterher und mache mir selbst Vorwürfe, damals falsche Entscheidungen getroffen zu haben. Wie kann man damit abschließen?
    LG anuschka
    Konsequenzen von Entscheidungen lassen sich nicht immer abschätzen. Wenn ich realisiere, mich vermeintlich "falsch" entschieden zu haben, ist es für mich wichtig zu wissen, wie meine Entscheidung zustande kam. Erkenne ich den Fehler, kann ich zumindest versuchen, so etwas in Zukunft zu vermeiden. Rückwirkend zu hadern, ohne zu handeln, das ist nicht mein Ding.

    Allgemein (das Posting ist ja sehr allgemein gehalten, so dass wir nicht wissen, über welche Art von Entscheidung du schreibst) kam mir in den Sinn, dass viele Menschen eine Entscheidung erst dann als "schlecht" bewerten, wenn sie anfangen, sich mit anderen zu vergleichen.

    Eigentlich hat man es ganz gut im Job, auf den die Wahl fiel. Doch dann ergattert die Schwester, die schon immer bevorzugt wurde, oder die beste Freundin einen vermeintlich besseren. Oder der neue Gebrauchtwagen. Schnuckelig, der Kleine. Schäbig erscheint er erst im Vergleich zur Angeber-Karre der Nachbarn.

    Das waren lediglich zwei Beispiele, zeigen sollen, dass eine ursprünglich gut getroffene Entscheidung im Nachhinein als schlecht beurteilt werden kann, ohne dass sie wirklich schlecht ist. Man beachte das halbvolle oder halbleere Glas.

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Ich glaube, jeder Mensch hat eine oder mehrere Phasen, in denen man mit vergangenen Entscheidungen hadert. Und jeder weiß, dass einen dieses Hadern nicht nach vorne bringt und dennoch passiert es.

    Mir hilft der Gedanke, dass mein damaliges Ich die Entscheidungen für richtig hielt. Denn damals wusste ich noch nicht all das, was ich heute weiß. Ich habe aus Überlegungen und Zwängen heraus meine Entscheidungen getroffen, die damals in meinem Leben vorherrschend waren. Und durch diese Entscheidungen von damals und dem anschließenden Rückblick bin ich heute die, die ich bin. Im besten Falle ein Stückchen reifer und klüger als damals. Insofern haben diese Entscheidungen - auch wenn manche falsch waren- mich mit zu dem Menschen werden lassen, der ich heute bin.
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Zitat Zitat von beklamo Beitrag anzeigen
    Ich glaube, jeder Mensch hat eine oder mehrere Phasen, in denen man mit vergangenen Entscheidungen hadert. Und jeder weiß, dass einen dieses Hadern nicht nach vorne bringt und dennoch passiert es.

    Mir hilft der Gedanke, dass mein damaliges Ich die Entscheidungen für richtig hielt. Denn damals wusste ich noch nicht all das, was ich heute weiß. Ich habe aus Überlegungen und Zwängen heraus meine Entscheidungen getroffen, die damals in meinem Leben vorherrschend waren. Und durch diese Entscheidungen von damals und dem anschließenden Rückblick bin ich heute die, die ich bin. Im besten Falle ein Stückchen reifer und klüger als damals. Insofern haben diese Entscheidungen - auch wenn manche falsch waren- mich mit zu dem Menschen werden lassen, der ich heute bin.
    Ich kann diese Gedanken sehr gut nachvollziehen, habe selber auch die eine oder andere Situation gehabt, wo ich gedacht habe, meine früheren Entscheidungen wären falsch gewesen und wo ich damit gehadert habe. Aber ich glaube, das hadernde Ich ist keineswegs reifer oder klüger als das damals entscheidende.

    Als ich mich von meinem Ex-Mann getrennt habe, habe ich eine ganze Weile damit gehadert, überhaupt so früh und dann auch noch „diesen Mann“ geheiratet zu haben, bei dem sich Freunde teilweise gewundert haben, was wir aneinander finden würden. Ich dachte, das wäre kein Wunder, dass das in die Brüche ging, war ja absehbar, hättest es besser wissen müssen etc. Ich war in einer Umbruchphase, musste das Alte loslassen und wusste nicht recht, in welche Richtung ich gehen sollte. Mein Hadern entsprang vor allem der Angst vor Veränderung und Ungewissheit (die mir in dieser Situation eben deutlich bewusst wurde). Ich dachte, hätte ich ihn nicht geheiratet, wäre ich nicht den ganzen Schwierigkeiten ausgesetzt gewesen (hahaha… ich dachte gar nicht daran, dass ich womöglich mit Schwierigkeiten zu kämpfen hätte, von denen ich gar nicht ahnen könnte, wie herausfordernd die wären).

    Wieder einige Jahre später sehe ich meine damalige frühe Ehe mit diesem Mann keineswegs als Fehler. Ich sehe all die Erfahrungen, die ich gerade mit diesem Mann und in dieser Beziehung gemacht habe und sehe auch genau diese Kinder, die ich mit keinem anderen bekommen hätte und bin zufrieden, wie es ist. Ich werde keine goldene Hochzeit feiern. Aber das ist auch nicht MEIN Ziel. Mir ist es wichtiger, ein zufriedenes Leben zu führen, das sich in möglichst vielen Momenten stimmig anfühlt. Und ich merke, wenn ich anfange, mit der Vergangenheit zu hadern, dann ist meistens im Heute etwas nicht in Ordnung und Zeit, da nachzujustieren. Aber das passiert immer wieder, egal, welche Entscheidungen ich in der Vergangenheit getroffen hätte oder heute treffe. Ich muss sie immer wieder anpassen.

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