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  1. Moderation

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Ich habe im Kern ja durchaus das gleiche geschrieben, deshalb wunderte mich deine Antwort auf mich.


    Aber ja es gab in meinem Leben und in dem von anderen falsche Entscheidungen.

    Ich hatte zB die Möglichkeit eine Stelle an einem Lehrstuhl zu bekommen, die mir der Prof selbst angeboten hatte, mein damaliger Freund war darauf eifersüchtig und hat mir eingeredet, dass ich zu dumm sei, um am Lehrstuhl zu arbeiten. Auf ihn zu hören und die Stelle nicht anzunehmen war ein Fehler - unabhängig davon glaube ich nicht, dass mein ganze Leben besser gewesen wäre, wen ich diese Stelle angenommen hätte, aber es wäre besser für mich und mein Leben gewesen, wenn ich mir meine Qualifikation nicht von dem hätte klein reden lassen.


    Ein Bekannter von mir hat sich vor vielen Jahren betrunken ins Auto gesetzt, er hatte einen Unfall bei dem jemand zu Schaden gekommen ist und hat dann auch noch Unfallflucht begangen. Ja das waren zwei falsche Entscheidungen, sowohl die betrunken zu fahren als auch einen Verletzten liegen zu lassen und zu flüchten. Für keinen von beiden wurde das Leben dadurch besser. Natürlich hätte es sein können, dass der Verletzte statt von einem VW Golf erfasst zu werden und verletzt zu werden auch an der nächsten Straßenecke von einem LKW hätte erfasst und tot gefahren werden können - ich glaube aber das wäre kein richtig guter Trost gewesen.


    Aber ja, auch mein Bekannter hat mit dieser Entscheidung und seiner anschließenden Verurteilung leben gelernt und damit abgeschlossen und versinkt nicht in täglicher Selbst- und Fremdmitleid, sondern schaut nach vorne.
    Lassen Sie mich niemals in den gewöhnlichen Fehler verfallen, zu meinen, dass ich verfolgt werde, wann immer mir widersprochen wird. Ralph Waldo Emerson

    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  2. Moderation

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Etwas anderes der Gedanke, dass Entscheidungen "falsch" sein können.
    Ich denke, es sollte auch jedem unbenommen sein, seine vergangenen Entscheidungen als falsch, ernsthaft suboptimal, von Irrtum oder Fehlannahme getrieben, in Unkenntnis der Situation (vermeidbar oder nicht) getroffen, oder sonst was zu betrachten.

    Man kommt immer irgendwo hin, und Glück spielt immer mit. Aber ganz sprichworthaft, Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige. Wenn man das Ergebnis von der Methode getrennt betrachtet -- zwischen einer guten Entscheidung (Klugheit) und einem guten Ergebnis (Klugheit und/oder Glück), zwischen einer schlechten Entscheidung (Narrheit) und einem schlechten Ergebnis (Narrheit und/oder Pech) unterscheiden kann -- kann man auch lernen, was früher schlecht gelaufen ist, und das verwenden, um die Methode besser zu machen.

    Wenn man dann möglichst konsistent gute (kluge) Entscheidungen trifft, sind die Chancen gut, daß auf Dauer die Ergebnisse auch gut sind, und irgendwann merkt man, daß die Vergangenheit Schnee von gestern ist.

    Aber dazu muß man anfangen, es besser zu machen. Am besten heute.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Wie kannst Du abschließen, sprich Frieden finden mit Deinen Entscheidungen? Indem Du verstehst, warum Du sie getroffen hast. Vielleicht hattest Du einfach nicht die innere Möglichkeit, andere Entscheidungen zu treffen. Du wirst Deine Gründe gehabt haben.

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Danke für dieses Thema und die ehrlichen Aussagen ,
    auch ich bleibe immer wieder einmal an diesem Fragen der Vergangenheit hängen.

    Das Alter hebt den Druck auf , da sorgen schon div. Krankheitsbeschwerden den Blick auf heute und jetzt. In den 40igern war mein Rückblick auf verpasste Gelegenheiten schon sehr hoch.
    Heute überdenke ich mein Leben und weiß dass meine Entscheidung am Ende doch aus Gründen
    fehlender Möglichkeiten , zu dieser Zeit ok waren. In der Vergangenheit angekommen hatte ,objektiv betrachtet , alles so seinen Sinn. In aller Bescheidenheit freue ich mich über die Erfolge meiner Familie und weiß es ist auch meine Lebensleistung , das Schiff gesteuert zu haben.

    Obwohl ich weiß dass ich persönlich zurück gesteckt habe , doch die Zeiten von heute ,die div. Möglichkeiten der Frauen wählen zu können sind groß.

    Mein Traumwunsch wäre alle die Freunde,Kollegen und liebe Bekannte noch einmal wieder zu sehen
    und dann könnte ich mit ihren Erzählungen über Wunsch und Wirklichkeit abschliesen.

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn man dann möglichst konsistent gute (kluge) Entscheidungen trifft, sind die Chancen gut, daß auf Dauer die Ergebnisse auch gut sind, und irgendwann merkt man, daß die Vergangenheit Schnee von gestern ist.
    Die Kernfrage liegt doch in der Wertung von "gut" oder "schlecht".
    Wieso wäre es zB besser gewesen, wenn Promethea den Lehrstuhl angenommen hätte?
    Noch dazu, wo man wieder null wissen kann, wie das Leben dann verlaufen wäre.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Aber dazu muß man anfangen, es besser zu machen. Am besten heute.
    Das setzt voraus, dass es nicht gut genug ist.
    Es würde dabei um einen ununterbrochenen Selbstoptimierungsprozess gehen, zu dem es auch niemals Ruhe oder Frieden gibt, denn "fertig" ist man nie.

    Wie unendlich anstrengend
    Als ob man nicht schon von Kindheit an gehört hätte, dass man "besser" sein müsste und sich schon die ersten Jahrzehnte ständig verrenkt hat, um dieses unlösbare Ziel zu erreichen.
    Was die Eltern als Samen legten, lassen wir dann in uns wachsen und groß werden.....wundervolle Blüten tragen und werden wunderbare Sklaven der irrwitzigen gedanklichen Möglichkeiten, denen wir ein "es könnte ja alles besser sein" erlegen sind.

    Ich finde, es gibt nur ein gutes Mittel- und das ist die Bewusstheit im Alltag.
    Wenn ich meine Entscheidungen BEWUSST fälle- und am besten noch gut reflektiert- dann weiß ich, warum ich mich dazu entschieden habe (und muss nicht später mit der 9 äugigen Peitsche Buße tun).

    Das alles hat doch mit dem "Anerkennen, was IST" zu tun.

    kennt ihr die Geschichte?
    Glück und Unglück (Christian Morgenstern) - Medienwerkstatt-Wissen © 2006-2021 Medienwerkstatt

  6. Moderation

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Die Kernfrage liegt doch in der Wertung von "gut" oder "schlecht".
    Wieso wäre es zB besser gewesen, wenn Promethea den Lehrstuhl angenommen hätte?
    Meiner Meinung nach -- und möglicherweise auch Prometheas, wie ich sie lese -- war die Entscheidung schlecht, weil sie aus den falschen Gründen getroffen wurde: Weil ein Freund, der es nicht gut mit ihr meinte, ihr gesagt hat, sie soll es nicht tun. Die Lektion aus dieser schlechten Entscheidung wäre, die Aussagen und Motivationen von Ratgebern kritischer zu bewerten.

    Vom Ergebnis her, wie Promethea auch sagt, war's neutral. Es ist auch ohne Lehrstuhljob gut gelaufen. Es hätte auch mit Lehrstuhljob schlecht laufen können. Das ist Glück, oder der Mangel daran.

    Aber man kann sich nicht immer darauf verlassen, daß das Glück es schon richten wird, wenn man eine Gewohnheit daraus macht, Ratgebern folgt, die ihre eigenen Interessen im Sinn haben (oder die von dem Thema nichts verstehen, das gibt es ja auch.) Irgendwann geht einem das Glück aus.

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Wie unendlich anstrengend
    Ein Leben oder eine Geisteshaltung, mit der man unzufrieden ist, zu ändern, eine Vergangenheit gehen zu lassen, anstatt dauerhaft an sie gekettet zu sein oder sie immer zu wiederholen, *ist* anstrengend. Nicht "unendlich", sonst hätte man ja keinerlei Selbstwirksamkeit, aber eben auch kein Selbstgänger (und ich würde Leuten mißtrauen, die sagen "das ist doch ganz einfach".)

    Aber dafür ist auch absolut niemand praktisch oder moralisch verpflichtet, es zu tun. Man kann sich sagen, "es ist gut genug" oder "anderen geht es noch schlechter" oder "es ist unmöglich" oder "keine Lust" oder "kein Bedarf"; und niemand kann einem das vorwerfen.

    Nur: Fragt man in einem Forum, wie man etwas ändert, wenn man hinreichend zufrieden damit ist, wie es ist?
    Keine Ahnung.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Man kann Entscheidungen bereuen, ja. Aber das Leben hängt nicht nur von den eigenen Entscheidungen ab, sondern von hunderttausend anderen Sachen, auf die man wenig oder keinen Einfluss hat. Selbst wenn man immerzu die richtigen Entscheidungen treffen würde, könnte einen das Schicksal hart treffen. So überheblich sollte man nicht sein, dass man immer weiß, was richtig ist oder gewesen wäre. Und man kann ja auch nicht wissen, was gekommen wäre, wenn man sich anders entschieden hätte. Selbst wenn das "richtig" gewesen wäre.

    Ich würde auch gern weniger an Vergangenes denken. Es ist manchmal schwer, das aus dem Kopf zu kriegen. Vieles ist so traurig. Abschiede. Streit. Tod, Krankheit. Solche Sachen. Und manchmal sitze ich da und denke nur: Wie bin ich hier hingekommen? Und ist das jetzt gut oder schlecht? Selbst das schwankt von Tag zu Tag.

    Ich führe ein Tagebuch, seit ich ganz jung bin. Das hat mir schon sehr oft geholfen, zu erkennen, warum ich so und nicht anders gehandelt habe. Es war nicht immer meine Verantwortung - ich konnte oft einfach nicht anders. Und mit einigen Konsequenzen lebe ich auch heute noch.

    Ich versuche, freundlich zu mir zu sein. Verständnis für mich zu haben. Aber ich habe auch gelernt, dass man die Dinge anschauen muss, die man loswerden will. Das Buch "Kurswechsel im Kopf" liegt hier immer noch auf dem Nachttisch, es gab mir diesbezüglich gute Denkanstöße. Und ich merke: Wenn ich mich dann doch noch mal mit den unangenehmen Dingen beschäftige, fällt es mir leichter, die loszulassen.

    Aber das ist auch so ein Menschheitsding. Dieses eine wertvolle Leben haben und so viel Fehlversuche ... das ist halt das ganze Drama.

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Zitat Zitat von Zimmerbrunnen Beitrag anzeigen
    Man kann Entscheidungen bereuen, ja. Aber das Leben hängt nicht nur von den eigenen Entscheidungen ab, sondern von hunderttausend anderen Sachen, auf die man wenig oder keinen Einfluss hat.

    ....Dieses eine wertvolle Leben haben und so viel Fehlversuche ... das ist halt das ganze Drama.
    Ja. Und auch die eigenen Entscheidungen können stark von Aspekten beeinflusst sein, die man nicht unter Kontrolle hat. Ich bin unter emotional sehr schwierigen Umständen herangewachsen und meine ersten (beruflichen) Entscheidungen, die ich als junge Erwachsene traf, waren davon geprägt, dass ich wusste, dass ich auf keine Hilfe durch meine Eltern hoffen konnte. Ich fühlte mich sehr überfordert und Angst hatte großen Einfluss auf diese Entscheidungen. Und Angst ist kein guter Ratgeber, aber ich hatte eben keine guten Ratgeber. - Im Nachhinein kann ich mir meine Entscheidungen von damals nicht vorwerfen, auch wenn das aus meiner jetzigen Sicht langfristig keine vernünftigen Entscheidungen waren. Ich habe gemäß meinen Möglichkeiten mein Bestes gegeben.

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Also ich glaube Jeder kennt falsche Entscheidungen.

    Das waren dann meist auch keine richtigen Entscheidungen, eher Überredungen.
    Und selbst da glaube ich noch: wirkt eine höhere Macht mit.

    Ich hatte nach meinem Abschluss eine super Stelle angetreten. Soo interessant, so viel Entscheidungsfreiheit.
    Wir hatten einmal im Jahr einen Ball organisiert, da wurden dann mehr als regional bekannte Politiker geladen.

    Und dann wurde da bei einem Freund in dem Institut die Stelle einer Sekretärin frei.
    Aufnahmetest bestanden, aber: soo eine langweilige Arbeit.

    Ich weiß noch heute wie sehr es alle beeindruckte wenn ich meinen Job nannte.
    Gut bezahlt war der auch, besser als der Andere.

    Nach der Probezeit oder viel mehr in der Probezeit kündigte ich.
    Die Freunde waren sauer - und meine Karriere ruiniert.

    Was dann auch gut war - im Nachhinein.

    Irgendwann hatte ich mir angewöhnt ganz bewusst Entscheidungen zu treffen, keine Kurzschlusshandlungen.
    Und die hatte ich dann nie bereut.

    Ich hatte mich ja entschieden.

    Das ist so eine tolle Ruhe die man dadurch bekommt.
    Du hast das so entschieden, aus basta.
    Mode kann man kaufen.
    Stil muss man haben.

    Edna Woolmanchase
    Chefredakteurin, Vogue, 1914 - 1952

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    AW: Mit der Vergangenheit abschließen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach -- und möglicherweise auch Prometheas, wie ich sie lese -- war die Entscheidung schlecht, weil sie aus den falschen Gründen getroffen wurde: Weil ein Freund, der es nicht gut mit ihr meinte, ihr gesagt hat, sie soll es nicht tun. Die Lektion aus dieser schlechten Entscheidung wäre, die Aussagen und Motivationen von Ratgebern kritischer zu bewerten.
    Ja- so kann man es natürlich sehen.
    Ich selbst- würde es dennoch nicht als Fehler verstehen- sondern nur als Verhalten- ganz wertfrei.
    Dennoch kann man daraus neue Wege ableiten- so wie du es beschreibst.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Aber man kann sich nicht immer darauf verlassen, daß das Glück es schon richten wird, wenn man eine Gewohnheit daraus macht, Ratgebern folgt, die ihre eigenen Interessen im Sinn haben (oder die von dem Thema nichts verstehen, das gibt es ja auch.) Irgendwann geht einem das Glück aus.
    Man hat immer seine eigenen Interessen im Sinn- und sei es der, dass es einem gut tut, wenn man dem anderen einen Weg vorschlägt, der einem selbst denjenigen zB entziehen wird.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand bei jeder Entscheidung, die er von anderen Meinungen abhängig macht- immer denkt "ich werd wohl Glück haben".


    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ein Leben oder eine Geisteshaltung, mit der man unzufrieden ist, zu ändern, eine Vergangenheit gehen zu lassen, anstatt dauerhaft an sie gekettet zu sein oder sie immer zu wiederholen, *ist* anstrengend.
    Ja klar- wenn ich mit meinem Leben unzufrieden bin, dann kann ich verändern und dazu gehört auch Spurensuche oder neue Zielsetzungen.

    Dazu muss aber nicht gehören, dass ich mich - wie es offenbar öfter vorkommt- zerfleische, weil ich meine damaligen Entscheidungen nicht annehmen und anerkennen will.
    Und ich kann ganz genauso reflektieren- wem ich zugehört habe und welchen Gedanken ich letztlich gefolgt bin- auch ganz ohne das Wort "falsch" dabei zu haben.


    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Aber dafür ist auch absolut niemand praktisch oder moralisch verpflichtet, es zu tun. Man kann sich sagen, "es ist gut genug" oder "anderen geht es noch schlechter" oder "es ist unmöglich" oder "keine Lust" oder "kein Bedarf"; und niemand kann einem das vorwerfen.
    Jepp- so ist es.
    Es hat eh keiner mitzureden, da man der einzige Mensch ist, der die ganzen Entscheidungen tragen/leben muss.
    Furchtbar, die Klugsch****, die Sprüche abliefern wie "wenn du doch damals nur anders entschieden hättest.......was hätte alles werden können?? wie konntest du dich nur so falsch entscheiden??"

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