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    Selbstzweifel und Erwartungen

    Hallo zusammen,

    seit einiger Zeit Frage ich mich, ob ich einfach zu viel von Freunden erwarte oder ob ich so richtig bin, wie ich bin....
    Ich mache gerade eine schwere Zeit durch. Mein Vater ist seit fast 6 Wochen im Krankenhaus mit einer langen Liste an Erkrankungen. Wenn das eine besser zu werden scheint, kommt das Nächste, wie massive Magenblutungen, Wasser in der Lunge mit und vielen sehr kritischen, lebensbedrohlichen Situationen.
    Ich habe keine Geschwister und meine Mutter ist auch krank und überfordert. Ich bin mittlerweile auch sehr angespannt, da sich seine Lage stündlich verschlechtern kann und ich in Alarmbereitschaft bin.
    Hinzu kommt, dass es eine Freundin gibt, die an Krebs erkrankt ist. Ich war dabei, als sie die Diagnose bekam, als sie die Haare wegen Chemo abrasiert hat und telefonieren viel mit ihr.
    Insgesamt ist es eine Gruppe von 4 Mädels. 2 davon waren für längere Zeit im Urlaub und ich blieb mit der Belastung der Eltern und dem Kümmern der Freundin alleine. Das war auch ok für mich. Jetzt sind beide wieder da. Die eine davon kümmert sich seitdem sehr um die krebskranke Freundin.
    Allerdings ist es jetzt so, dass man mir vorwirft keine oder nicht genügend Zeit zu haben.
    Aber ich habe das Gefühl, dass keiner so richtig versteht, wie es mir gerade geht. Ich meine damit die beiden anderen. Die krebskranke Freundin meine ich damit nicht, da sie genug mit sich zu kämpfen hat.
    Ich fühle mich mit allem allein gelassen.
    Aber vielleicht ist es einfach nur, dass Ich zu viel erwarte...
    In solchen Momenten Frage ich mich auch immer, was falsch mit mir ist oder warum ich das Gefühl habe alleine dazustehen..
    Eigentlich weiß ich nicht so genau wie ich es erklären soll...
    Momentan fühle ich mich enttäuscht und Frage Bach dem Wert und der Tiefe der Freundschaft.

    Wolkenfeld

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    AW: Selbstzweifel und Erwartungen

    Wolkenfeld, ich glaube, dass manche Themen, die Du bereits eröffnet hast miteinander eines gemein haben.
    Das kümmern um Dich. Das abgrenzen.

    Was genau ist das kümmern um Deine Freundin? Was machst Du?
    Offenbar kümmerst Du Dich zuviel um andere und gar nicht um Dich?
    Das kommt Dir sicher bekannt vor?
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

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    AW: Selbstzweifel und Erwartungen

    Es ist wahrscheinlich auch schwer, wenn man keine Geschwister hat und alleine für die älter und kränker werdenden Eltern zuständig ist. Das habe ich in meinem Freundeskreis auch erlebt, 3 Freundinnen haben zwar selbst Familie, aber auch mehrere Geschwister, einschließlich mir selbst.
    Eine Freundin hat keine Familie gegründet, hat keine Geschwister und ihr geht es ähnlich wie dir.

    Sie war alleine dafür zuständig, als ihre Mutter krank wurde und starb, gleichzeitig kümmerte sie sich auch noch um die Angelegenheiten einer alleinstehenden Tante. Beide wohnten nicht gerade um die Ecke, sondern mehrere hundert Kilometer entfernt.

    An der Grundtatsache kann man nunmal aber nichts ändern. Hast du irgendwie die Möglichkeit, Hilfe zu bekommen, vielleicht hast du ja auch noch andere Freunde/Bekannte/Kollegen mit denen du dich mal austauschen könntest.

    Meist ist es ja so, dass jeder mit seinem Leben beschäftigt ist, Berufstätigkeit, Familie, Ehrenamt usw.
    Da bleibt nicht immer soviel Zeit, sich auch noch mit den Belangen der anderen zu beschäftigen, das ist nicht immer Absicht.

    Versuche, es nicht so persönlich zu nehmen, gebe was du kannst, achte auf dich und grenze dich halt ab, wenn es dir zuviel wird, dein kranker Vater steht jetzt im Mittelpunkt und natürlich die Sorge um die erkrankte Freundin.

    Da sollten die anderen Freundinnen einfach mal Verständnis aufbringen, auch dein Tag hat nur 24 Stunden!
    Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)

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    AW: Selbstzweifel und Erwartungen

    Du solltest mit einen Freundinnen offen sprechen. So geht es mir, das kann ich noch beitragen und da brauche ich Hilfe.

    Andere können nun mal nicht in dich hineinsehen und verstehen daher nicht, was genau in dir vorgeht.

    Du leistest sehr viel und brauchst auch Unterstützung. Wenigstens mental. Was du gar nicht gebrauchen kannst ist noch zusätzlicher Druck von außen. Genau so würde ich das auch kommunizieren.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne


    Willst du Gott zum Lachen bringen, erzähle ihm von deinen Plänen.

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    AW: Selbstzweifel und Erwartungen

    Hast du deinen Freundinnen schon mal klar gesagt wie schlecht es dir geht und das du am Ende deiner Kräfte bist?

    Wenn jemand immer hilft und unterstützt, denkt man das es ihm gut geht.

    Ehrlichkeit wäre daher der Schlüssel.

    Wenn sie dann kein Verständnis aufbringen oder dich unterstützen, sind sie leider keine Freundinnen.

    Das hätte aber den Vorteil, daß du dir Freunde suchen kannst/ Zeit für echt Freunde hättest, die den Namen Freunde verdient hätten.
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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    AW: Selbstzweifel und Erwartungen

    Wissen Deine vermeintlichen Freunde um die Thematik mit Deinen Eltern? Sind sie in einem ähnlichen Alter? Falls nicht, sprich Deine Situation offen an. Wer als Einzelkind (noch) nicht in einer solchen Situation ist, kann sich eventuell nicht einfühlen. Ich selbst habe diverse ältere Freunde und Bekannte, so dass ich mir in schwachen Stunden bereits häutig Sorgen mache, dann jedoch Regelungen und Absprachen starte.

    Ich finde nicht, dass Du zu viel erwartest. Unabhängig von der Reaktion Deiner Freunde, schau Dich nach professioneller Entlastung um.
    Geändert von schneegans (14.09.2021 um 17:04 Uhr)

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    AW: Selbstzweifel und Erwartungen

    Zitat Zitat von Unendlichkeit Beitrag anzeigen
    Du solltest mit einen Freundinnen offen sprechen. So geht es mir, das kann ich noch beitragen und da brauche ich Hilfe.

    Andere können nun mal nicht in dich hineinsehen und verstehen daher nicht, was genau in dir vorgeht.

    Du leistest sehr viel und brauchst auch Unterstützung. Wenigstens mental. Was du gar nicht gebrauchen kannst ist noch zusätzlicher Druck von außen. Genau so würde ich das auch kommunizieren.

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    AW: Selbstzweifel und Erwartungen

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Rückmeldungen.
    Ich komme jetzt erst dazu zu antworten, da ich durch Beruf und meinen Vater sehr eingespannt war, bin. Nach fast 10 Wochen Krankenhaus ist er jetzt zu Hause, da austherapiert.
    Ich bin sehr dankbar, dass meine Kinder sehr für mich und ihre Großeltern da sind.
    Was ich vermisse sind die engsten Freunde. Ihr habt mich gefragt, ob sie um meine Situation wissen. Das tun sie . Aber ich vermisse Empathie und Anteilnahme. Zumindest etwas. Ich weiß jeder hat sein eigenes Leben und seine Probleme. Und es gibt ja in diesem Freundeskreis die krebskranke Freundin, die Zuspruch braucht. Ich rufe Sie seit der Diagnose fast täglich an, auch schreibe ich ihr, ob sie etwas braucht usw.... Aber andersrum nie.
    Es fällt mir momentan zeitlich sehr schwer mich zu verabreden oder spontan Cafe zu trinken und die häusliche Pflege meines Vaters hat das noch verstärkt. Das wird mir augenscheinlich übel genommen und mit Desinteresse ihrerseits gewertet.
    Ich habe gerade das Gefühl niemandem gerecht zu werden.
    Ich Frage mich, was ich anders machen kann, wo mein Fehler liegt.
    Auf der anderen Seite weiß ich, dass ich auch auf mich selbst achten muss und habe einfach gerade ein Bedürfnis nach Ruhe.
    Es ist gerade nicht so einfach.
    LG Wolkenfeld

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