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    Frage Mein Schwarm hat Asperger Syndrom

    Hallo liebe Community.

    Erst paar Eckdaten: ich w 38, er m 40.

    Wir haben uns am 11.3.21 im Chat kennengelernt. Anfangs alles prima und wir passen gut zusammen (finde ich).
    Er war von Anfang an ehrlich das er geschieden ist und er hat eine Tochter (16Jshre) die er alle zwei Wochen sieht und sie hat Asperger. Ich habe damit gar kein Problem. Darauf hin habe ich mich mit Asperger auseinander gesetzt. Nachhinein wohl zu wenig.
    Wir haben uns öfters gesehen (nur einmal mit Tochter), habe bei ihm übernachtet und er bei mir.
    Doch nun verschließt er sich und es wurde erst jetzt das gleiche Diagnostiziert wie bei seiner Tochter.
    Er hat es schon früher geahnt jedoch erst jetzt von Ärzten überprüfen lassen. Er meinte das er jetzt versteht warum es zu Brüchen kommt egal wie viel Frauen er kennenlernt, das seine Ehe wegen ihm gescheitert ist und ist es überhaupt das was ich haben will. Ich gebe ihm zu verstehen mit klaren Worten und Texte das ich für ihn da bin, das mir seine Diagnose nicht abschreckt.
    Nur manchmal zweifle ich an mir ob ich ihn nicht einenge oder ihn zwinge mich zu lieben? Vielleicht kann er mir nicht sagen das ich ihn in Ruhe lassen soll?Habe ihm drei mal die Möglichkeit gegeben das wir uns trennen, das war noch vor seiner Diagnose. Darauf ging er nicht ein.
    Nach allem was war wird mir jetzt auch klar das ich Fehler gemacht habe, ich als typischer Mensch zu einem außergewöhnlichen Menschen.

    Könnt ihr mir Tipps geben?
    (Für mich wie ich mich verhalten soll, was ich tun kann und wie ich seiner Tochter beim nächsten mal begegnen soll)

    Könnt ihr mir Mut machen?

    Vielen lieben Dank für das durchlesen und ich freue mich über den Austausch mit euren Erfahrungen.

    Liebe Grüße
    AnikaDream

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    AW: Mein Schwarm hat Asperger Syndrom

    Zitat Zitat von AnikaDream Beitrag anzeigen
    Ich gebe ihm zu verstehen mit klaren Worten und Texte das ich für ihn da bin, das mir seine Diagnose nicht abschreckt.
    Bist du dir sicher? Du kennst den Mann doch kaum! Und schon sagst du, du bist für ihn da …

    Bist du schwer verliebt?

    Zitat Zitat von AnikaDream Beitrag anzeigen
    Habe ihm drei mal die Möglichkeit gegeben das wir uns trennen, das war noch vor seiner Diagnose. Darauf ging er nicht ein.
    Klingt nicht gut.

    Warum wolltest du gleich 3 x, dass er sich von dir trennt? Wieso nicht du dich von ihm? Was lief denn da verkehrt? Und dann so früh in der Anfangsphase …
    Und hiermit küre auch ich die Verlogenheit des Jahrzehnts:

    "Hallo, schön dass Sie da sind!..."

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    AW: Mein Schwarm hat Asperger Syndrom

    Hallo TE,

    wenn ich Deine Fragestellungen so anschaue, habe ich Mühe, mir vorzustellen, dass Du Dich mit dem Thema Asperger/Autismusspektrum beschäftigt hast.

    Deine Fragen, ob "Du ihn zwingst, Dich zu lieben?" Bzw. die Tatsache, dass Du im "die Möglichkeit gegeben hast, sich zu trennen" kapiere ich überhaupt nicht.

    Ich denke, ich würde so vorgehen:
    werde Dir darüber klar, was Du in einer Beziehung möchtest.

    Beschäftige Dich mit dem Thema Autismus und mit den typischen Schwierigkeiten der Betroffenen und was das für einen Partner zur Folge haben kann. Ok, allzuviel findet man vor Allem zu den Partnern nicht, aber doch ein wenig. (z.B. Tony Attwood, Galoxee TV bei youtube) Hilfreich fand ich aber auch: Aspies.de Selbsthilfeforum.

    Schau, wie Dein Partner mit seiner Diagnose umgeht. Wenn er sie weiss und annimmt, kann es ja sein, dass er bereit ist, an bestimmten Punkten zu arbeiten, und das ist auch möglich, wenn es auch meines Wissens noch wenig Spezialisten für Therapie von Autisten gibt.
    Das würde aber vermutlich Eure Kommunikation verbessern helfen und somit dafür sorgen können, dass Du Dich in Eurer Beziehung wohl fühlen kannst.

    Meine persönliche Meinung, und ich war in Ansätzen betroffen:

    neverever. Nie habe ich ein derartiges Ausmass an permanenten Vorwürfen und Kritik erhalten, sobald es auch nur andeutungsweise emotional komplex wurde.
    Nie habe ich eine solche Kälte und Empathielosigkeit erlebt.
    Nie habe ein solches Ausmass an nicht-gesehen-fühlen und nicht-verstanden-werden erlebt, obwohl ich es immer wieder mit meinen gesamten sprachlichen Möglichkeiten versucht habe, mich zu erklären.
    Nie sonst habe ich erlebt, dass immer wieder das "gewachsene" Fundament der Beziehung "wegbricht", weil sich derjenige z.B. nach ca. zwei Wochen an viele Gesprächsinhalte nicht mehr erinnern konnte, geschweige denn an Vieles, das schon länger zurücklag. (Das tritt in der Form aber wohl nicht immer auf?)

    Mein "Freund" konnte einige Punkte formulieren, z.B. seine Unfähigkeit, zu lieben, und das hat ihn auch belastet. Er wusste andererseits natürlich nicht, wie er sich dieses Gefühl überhaupt vorstellen muss.

    Für mich ging es am Schluss nicht mehr, unter Anderem dass er bei den geringsten Irritationen ein Regelwerk aufstellte, an das ich mich zu halten hatte, denn es war nicht möglich, Lösungen zu finden, die für uns beide gestimmt hätten. Und vieles Andere...
    Er war in zuvieler Hinsicht zu bestimmend. Wobei ich denke, dass das nicht aus Machtbedürfnis entstand (obwohl es sich oft so angefühlt hat...), sondern aus eigener grosser Verunsicherung und natürlich aus dem Nicht-Verstehen der Tatsache, dass der Partner vielleicht auch etwas möchte und das auch durchaus darf!

    Ich habe total lange gebraucht, um zu kapieren, was los ist. Zuerst dachte ich natürlich, dass ich Schuld bin etcpp.
    Wenn Ihr die Diagnose schon kennt, dann ist Euch dieser Prozess möglicherweise erspart.
    Aber ich sage Dir eines: es kostet Nerven.

    Den autistischen Partner wird es aufgrund seiner neurologischen Gestricktheit emotional nicht wirklich tangieren.
    (Um diese emotionale Indifferenz habe ich ihn oft beneidet)

    Er wird ein unbestimmtes Gefühl von Anspannung vielleicht empfinden, von Unruhe. Er wird vielleicht auch wütend werden, aus Reizüberflutung heraus.

    Du wirst vielleicht versuchen, ihn mit Samthandschuhen anzufassen, weil Du es einerseits schlecht erträgst, dass er ausrastet, andererseits ist er ja in bestimmter Hinsicht behindert und kann nix dafür.

    Du selbst gehst mit doch gewisser Wahrscheinlichkeit emotional am Stock.

    Für mich ist klar: es gibt einige no-gos bei Voraussetzungen, die ein Mann mitbringen muss. Z.B. ein trockener Alkoholiker, würde nicht gehen. Ein noch süchtiger natürlich erst recht nicht.

    Einen Autisten, der schon lange von seinem so-sein weiss und schon Übung hat in Bezug auf die Unterschiede mit Neurotypischen, würde ich mir anschauen.
    Denn es gibt einige reizvolle und schöne Eigenschaften bei Aspies, z.B. Treue, Beständigkeit, absolute Verlässlichkeit, und letztlich hat dieses anders-sein und die-Dinge-anders-sehen auf mich sehr grossen Reiz ausgeübt, denke ich, weil ich das einfach total interessant fand.
    Auch hat mich das nicht-macho-hafte sehr angezogen und seine inerte, irgendwie kindlich unschuldige, direkte, unverstellte Ausstrahlung angezogen (was mindestens ebensoviel über mich aussagt...)

    Niemalsnienicht würde ich wieder zulassen, dass ich mich in einer Beziehung, welcher Art auch immer, in einem solche hohen Ausmass nicht gesehen und nicht verstanden fühle.

    Das ist aber letzlich nicht vom neurologischen Gestrickt-sein abhängig, denn "so" kann man sich mit Neurotypischen auch fühlen...
    Geändert von free_spirit (06.08.2021 um 15:31 Uhr)

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    AW: Mein Schwarm hat Asperger Syndrom

    Ich denke auch, dass es sinnvoll ist, sich mit dem Thema Asperger zu beschäftigen; ich möchte da, auch in Bezug auf den vorherigen Post, allerdings auch anmerken, dass es unterschiedliche Ausprägungen von Autismus im Allgemeinen und Asperger-Autismus im Speziellen gibt.
    Ich kenne zwei Betroffene; der eine hatte noch nie eine Beziehung und man merkt auch schnell, dass er mit dem Thema Kommunikation und auch einigen anderen Dingen Schwierigkeiten hat bzw. anders damit umgeht als andere. Die andere ist eine Freundin von mir und wenn man sie nicht sehr gut kennt, fällt es einem gar nicht auf, dass sie diese Behinderung hat; sie ist auch schon sehr lange in einer guten und funktionierenden Beziehung mit jemandem ohne Asperger. Bei ihr macht sich die Behinderung u.a. durch sehr große Stressanfälligkeit und Reizüberflutung und deren körperliche Erscheinungsformen bemerkbar.

    Ich denke, letzten Endes geht es darum, wie er mit seiner Diagnose umgeht und ob du mit ihm so als Person gut leben kannst, ihn so magst, wie er ist. Für ihn scheint die Diagnose ja noch recht neu zu sein, und auch wenn er so etwas schon halb erwartet hat, so muss man so etwas erst einmal verarbeiten und sich orientieren, welche Hilfsmöglichkeiten es gibt und wie man mit dieser Behinderung - oder eher: Einschränkung - nun am besten umgeht. Manche Dinge oder Verhaltensweisen, die er sich jetzt selber vorwirft, müssen gar nicht mit Asperger zu tun haben bzw. können durch passende therapeutische oder andere Unterstützung auch besser werden.

    Letzten Endes zählt allerdings, dass er einfach ein Mensch ist, der dir sehr am Herzen liegt und mit dem du gerne Zeit verbringst, nicht mehr und nicht weniger; er mag sich in bestimmten Situationen so oder so verhalten - andere verhalten sich auch irgendwie "so oder so", nur halt anders.
    Geändert von skinhype27 (06.08.2021 um 16:11 Uhr)

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    AW: Mein Schwarm hat Asperger Syndrom

    Zitat Zitat von AnikaDream Beitrag anzeigen
    [...] Habe ihm drei mal die Möglichkeit gegeben das wir uns trennen, das war noch vor seiner Diagnose. Darauf ging er nicht ein.
    [...]
    Das klingt eigenartig.
    Entweder ich trenne mich, wenn eine Beziehung aus meiner Sicht nicht erhaltenswert ist oder der andere trennt sich - und zwar dann, wenn er es möchte.
    Es gibt doch keine Zeitslots, in denen man sich trennen darf, unterbrochen von "Trennung-nicht-möglich-Zeiten".

    Was es alles gibt, das ich nicht brauche!
    (Aristoteles)

  6. Moderation

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    AW: Mein Schwarm hat Asperger Syndrom

    Sprich mit ihm!

    Traditionell war die eine Abgrenzung von Asperger zu Autismus die normale bis überdurchschnittliche Sprachentwicklung. Sag ihm, was du fühlst und was du willst, denn wer auf dem Spektrum ist, kann noch viel weniger Gedanken lesen als jeder andere. Und hör auf das, was er sagt, nicht auf das, was dir der Wichtel in deinem Kopf sagt was er vielleicht würde sagen wollen, wenn er könnte. Er kann, genau so wie jeder andere. Betüddel ihn nicht, er ist nicht weich in der Birne, er ist ein erwachsener intelligenter Mensch und kein "Fall", er ist nicht seine Diagnose.

    Sei klar und ehrlich und wohlwollend, und überinterpretiere nicht, denn mit Überinterpretation haust du genau in die Kerbe der Asperger-Schwäche ("Ich weiß nicht, was soll es bedeuten.") Du hast ihm dreimal vorgeschlagen, er soll sich von dir trennen? Was glaubst du, hätte ein Neurotypischer daraufhin getan? Erwartest du, daß er den Hinweis mitkriegt und geht? Daß er den Hinweis mitkriegt und dir deine Unsicherheit nimmt? Denkst du, diese Erwartung ist realistisch?

    Du kannst niemanden zwingen, dich zu lieben. Das macht es extrem unwahrscheinlich, daß du es tust.
    Geändert von wildwusel (08.08.2021 um 20:58 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Mein Schwarm hat Asperger Syndrom

    Es hört sich ja so an, als ob seine Diagnose noch ganz frisch ist.
    Welche Probleme mit sich und seinem Umfeld hat/hatte er denn, dass er das überhaupt jetzt erst, also ziemlich spät, hat untersuchen lassen?
    Durch seine Tochter ist er doch schon länger im Thema drin - da hinterfragt man das doch vielleicht schon mal etwas eher.

    Ich habe keine Ahnung vom Umgang mit Asperger-Autisten. Spontan würde ich natürlich sagen, dass sie sich ja auch Liebe wünschen ... aber ich weiß nicht, wie sich das äußert. Wenn es ein dauerhafter Stress ist, dann muss man als Partner schon sehr lieben, um das längerfristig auszuhalten. Oder man muss irgendwie eine Lösung finden, einen Kompromiss, einen Weg.

    Bei dir hört sich das allerdings schon im Anfang stressig an. Ich bin immer skeptisch - egal bei wem - wenn der Start eine Beziehung so holprig und kompliziert ist. Ich denke dann, wenn der Anfang nicht schön ist - wie wird dann der weitere Verlauf der Beziehung!?

    Vielleicht lässt du ihm noch etwas Zeit? Und Ruhe?
    Aber vielleicht nutzt du diese Zeit auch für dich, um dich emotional von ihm zu lösen und auf Distanz zu gehen.
    Distanz und Ruhe ist, glaube ich, etwas, was Asperger-Autisten durchaus schätzen - du musst natürlich wissen, inwieweit du damit klar kommen könntest.
    Liebe Grüße ... von der Nase ...

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    AW: Mein Schwarm hat Asperger Syndrom

    Zitat Zitat von AnikaDream Beitrag anzeigen
    Habe ihm drei mal die Möglichkeit gegeben das wir uns trennen
    Warum gibst Du Ihm die Möglichkeit sich zu trennen?
    Hört sich sehr kompliziert an.

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    AW: Mein Schwarm hat Asperger Syndrom

    Ich hatte schon am 6.8. dein Thema gelesen und war ratlos. Wollte erst einmal sehen, was die anderen denken.
    Weil ich denke: Warum? Warum sollte man mit offenen Augen in so etwas hineinlaufen? Um zu beweisen, dass man ihn versteht und ändern kann? das er imstand ist zu lieben?
    Gefühlsarme Menschen, die nicht interagieren können und die das wissen und alles darauf schieben können?
    Sieht so das Leben aus, was man sich wünscht?

    Was macht diesen Menschen so liebenswert, dass Du es auf Teufel komm raus probieren willst?
    Ich war mehr als 30 Jahre mit einem introvertierten gefühlskalten Menschen verheiratet.
    Man bettelt förmlich um Liebe und Anerkennung.
    Und Asperger ist ja wohl noch ne Schippe mehr.

    Also ich kann dir keinen Mut machen.
    Wenn Du eine Aufgabe brauchst, dann vielleicht. So zum verständnisvollen Abarbeiten. Vielleicht bist du die eine von vielen, die es mit ihm schaffen kann.

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    AW: Mein Schwarm hat Asperger Syndrom

    //Also ich kann dir keinen Mut machen.//

    Muss man auch nicht.

    *erhobener Zeigefinger on*

    Man sollte allerdings auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen - Introvertiertheit und Gefühlskälte auf der einen Seite und Asperger auf der anderen - und seine aus schmerzhaften Erfahrungen resultierenden Vorurteile ungefiltert in den Ring werfen und damit jemanden diskriminieren.
    Damit wird man wahrscheinlich weder der TE noch dem Mann, um den es ihr geht, gerecht.

    *erhobener Zeigefinger off*
    Geändert von skinhype27 (08.08.2021 um 21:58 Uhr)

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