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    Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Guten Sonntagmorgen,

    ein Thema, das mir mehr als alle anderen die sich gerade in meinem Leben auftun, auf meinem Herzen liegt, bzw. mit den anderen Themen verknüpft ist:

    Was bleibt einmal von mir?

    Kurz vor meinem 42 Geburtstag stelle ich mir diese Frage und komme auf keinen grünen Zweig und es belastet mich.

    Ich bin alleinstehend, habe keine Kinder, keine Bäume gepflanzt, keine Stiftung gegründet, kein Haus gebaut, nichts erfunden, keine Großleistung geschafft.

    Ich habe studiert, aber zur Forschung danach nichts mehr Großartiges beigetragen; ich weiß, dass ich in meinem Beruf exzellent und bundesweit die Beste bin - nachdem das aber nicht publiziert wird, weiß das nur ein kleiner Kreis.
    Ich bin gesund, bis auf ein paar Schläge und verbale Demütigungen in meiner Kindheit & Jugend und später auch von Männern, ist mir nichts Schlimmes widerfahren. Ich habe keine geliebte Person durch den Tod verloren.

    Was mich konkret derzeit am meisten belastet:

    Nicht nur pandemie-bedingt zerbröseln Freundschaften (auch schon davor), teilweise an der von mir empfundenen Gleichgültigkeit meiner Person gegenüber.
    Auch bei Männern habe ich das Gefühl, dass ich keinen glücklich machen kann, zumindest nicht über Minuten oder ein paar Stunden hinausgehend.

    Ich habe einfach das Gefühl, dass ich niemanden glücklich machen kann, nämlich so, dass er/sie es als bereichernd & besonders empfindet.
    So bleibt nichtmal etwas Abstraktes von mir zurück - es ist einfach so egal, ob ich da bin oder nicht und völlig bedeutungslos, ob ich komme oder gehe, oder gar nicht da bin. Was bin ich eigentlich für eine Loserin?

    Und das ist einfach nicht das, was ich der Nachwelt "geben" möchte.

    Dabei knüpfe ich gerne Kontakte und habe beruflich viel mit Menschen zu tun, bei denen ich bemerke, dass sie mich auch sympathisch und unterhaltsam finden. Ich habe auch kein Problem damit, grundsätzlich alleinstehend zu sein - aber die Gleichgültigkeit und das Gefühl "ich bin für niemanden besonders & wichtig", die kränkt mich gerade so.

    Abgesehen eben davon, dass es anscheinend nichts geben wird, was von mir bleibt; was mir das Gefühl gibt, eigentlich völlig umsonst auf der Welt zu sein. Und ich lebe gerne!

    Wie geht es euch mit den Gedanken an ein Vermächtnis? Was bleibt von euch, weswegen wird man sich eurer Person erinnern? Oder ist es völlig irrelevant, weil wir ohnehin alle nur ein Wimpernschlag in der Geschichte sind?

    Pomerantsche

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Liebe Pomerantsche,

    ich habe eigentlich kein Bedürfnis etwas zu hinterlassen. Muss aber hinzufügen, dass ich eine Tochter habe.

    Wonach ich mich aber sehr sehne ist Liebe (zu einem Partner). Diese Augenblicke zu erleben, danach dürste ich förmlich. Und wenn das geschieht, möchte ich das richtig auskosten und im Auge behalten, wie wertvoll das ist.

    Das hat jetzt vielleicht gar nicht viel mit deinem Thema zu tun, waren meine spontanen Gedanken zu deinem Text.
    Never be afraid, never.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    auch wenn ich nach deinen standards etwas hinterlasse (ehemänner und kinder, enkelkinder)- weiss ich nicht ob ich wirklich etwas hinterlasse.

    das weiss man/frau nie.


    ob andere an einen denken werden wenn man/frau nicht mehr ist.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Ich war nie verheiratet, habe keine Kinder, keine Verwandten außer einer Schwester, zu der ich keinen Kontakt habe. Ich werde außer dem Zeug in meiner Wohnung nichts hinterlassen. Die Wohnung wird von Entrümplern ausgeräumt und alles wird vernichtet. Das Geld, was angelegt ist, ist gemäß eines Testamentes verteilt. Von mir wird nichts übrigbleiben. Mit dem Gedanken habe ich mich im Alter von ca. 35 Jahren beschäftigt und ist heute Realität. Ich will auch gar nichts hinterlassen, mir ist das egal, ob ich etwas hinterlasse.
    Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.

    Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)

    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Die Sinn-Frage? Wenn ich dich nicht falsch verstehe, dann denkst du, du würdest dich besser fühlen, wenn du eine neue Marie Curie wärst/Leute (oder wenigstens die Fachkollegen) spontan WOW - DIE denken, wenn dein Name fällt/wenn du endlos dankbare Kinder hättest/ein Haus, eine Straße nach dir benannt wäre tbc

    Unterm Strich: Anerkennung=Liebe=lebenswertes Leben. Leerstelle weg

    Trifft es das?

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Ich lebe jetzt - damit bin ich ausgelastet. Wenn es vorbei ist, nehme ich nichts mit und hinterlasse auch nichts. Wozu auch?

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Ich war nie verheiratet, habe keine Kinder, keine Verwandten außer einer Schwester, zu der ich keinen Kontakt habe. Ich werde außer dem Zeug in meiner Wohnung nichts hinterlassen. Die Wohnung wird von Entrümplern ausgeräumt und alles wird vernichtet. Das Geld, was angelegt ist, ist gemäß eines Testamentes verteilt. Von mir wird nichts übrigbleiben. Mit dem Gedanken habe ich mich im Alter von ca. 35 Jahren beschäftigt und ist heute Realität. Ich will auch gar nichts hinterlassen, mir ist das egal, ob ich etwas hinterlasse.
    Ich habe meinen Nachlass und meine Bestattung auch seit ca. zehn Jahren geregelt bzw. festgelegt.

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    Die Sinn-Frage? Wenn ich dich nicht falsch verstehe, dann denkst du, du würdest dich besser fühlen, wenn du eine neue Marie Curie wärst/Leute (oder wenigstens die Fachkollegen) spontan WOW - DIE denken, wenn dein Name fällt/wenn du endlos dankbare Kinder hättest/ein Haus, eine Straße nach dir benannt wäre tbc

    Unterm Strich: Anerkennung=Liebe=lebenswertes Leben. Leerstelle weg

    Trifft es das?
    Also eine Straße nach mir benannt ... naja, gibt es eigentlich schon, weil es hier eine Straße gibt, die so heißt wie ich

    Es geht mir jetzt auch nicht um große Anerkennung wie den Academy Award oder den Nobelpreis - diese Leistungen erbringe ich ja auch nicht.
    Aber einfach das Gefühl: der Welt und einigen ihrer Menschen etwas gegeben und bedeutet zu haben.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Könntest du dir ein Ehrenamt vorstellen? Hättest du Zeit und Lust dich zu engagieren?

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Ich denke, es gibt zwei Möglichkeiten, ein Vermächtniss zu hinterlassen:
    Sich selbst ein Denkmal zu setzen oder die Welt, zumindest in einem kleinen Bereich, als einen besseren Ort zu verlassen und etwas bewirkt zu haben.

    Welche Variante das ist, musst Du für Dich selbst entscheiden.
    Wenn Du mit der ersten, dem Denkmal, keine Erfüllung findest, versuch es mit der zweiten.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen

    Aber einfach das Gefühl: der Welt und einigen ihrer Menschen etwas gegeben und bedeutet zu haben.
    an diesem punkt empfiehlt sich, wie schon erwähnt, das ehrenamt.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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