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  1. Inaktiver User

    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    Dass ich den Menschen in meiner Umwelt so wurst bin, das ist es.

    Ja, das würde ich gerne - irgendwo stand hier "du kreist nur um dich" - ja, warum mache ich das? Um meine Freunde darf ich nicht kreisen, weil es sie gerade nicht interessiert, mit mir zu kreisen; meine Männer interessiert es auch nicht und das letzte Mal als ich in der Nachbarschaft Flüchtlingen geholfen habe konnte ich mir im Gegenzug anhören, was für "gute Männer" Saddam & Erdogan doch waren bzw. sind und was bei uns in Europa schief läuft, wo homosexuelle Partnerschaften offiziell erlaubt sind.
    Das schränkt dann meine Bereitschaft noch mehr zu geben doch erheblich ein.
    Du möchtest für andere wichtig sein, aber das ist nicht so einfach, denn die anderen bestimmen selbst, welche Wichtigkeit wir für sie haben (falls es sich nicht gerade um kleine Kinder handelt). Du empfindest dich im Moment als "bedeutungslos" und möchtest, dass dir andere die Bedeutung zukommen lassen, die du dir selbst nicht gibst. So etwas klappt selten, denn der Hunger nach Anerkennung ist meist so tief, dass andere Menschen ihn nicht wirklich erfüllen könnten. Wer sich selbst als defizitär empfindet, kann auch die Anerkennung durch andere schlecht annehmen.

    Du scheinst einen interessanten Beruf zu haben. Es ist doch auch sehr befriedigend, sich intensiv für eine Sache zu interessieren. Wer für seine Interessen und seine Tätigkeiten "brennt", kann auch daraus viel Zufriedenheit schöpfen.

  2. User Info Menu

    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Lyanna Beitrag anzeigen
    Woher willst du wissen oder weisst du, dass es nicht so ist?
    Weil niemand, der die Gegenwart nicht mit mir verbringen möchte, in der Zukunft an mich denken wird.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du möchtest für andere wichtig sein, aber das ist nicht so einfach, denn die anderen bestimmen selbst, welche Wichtigkeit wir für sie haben (falls es sich nicht gerade um kleine Kinder handelt). Du empfindest dich im Moment als "bedeutungslos" und möchtest, dass dir andere die Bedeutung zukommen lassen, die du dir selbst nicht gibst.
    Tue ich das? Schreibe ich hier, ich bin beruflich gut, wird es mir als unsympathisch ausgelegt. Würde ich als schüchterne, graue Maus, die bescheiden ist, mehr beachtet und gemocht werden? Ich befürchte: nein.

    Ob ich mir selbst keine Bedeutung gebe ... ich habe mich oft in Beziehungen mit Männern mit zu wenig abspeisen lassen, immer begleitet von: "Du willst einfach zu viel." Jetzt will ich wirklich "mehr" und nicht mehr wie der letzte Dreck behandelt werden bzw. mich so behandeln lassen, und es klappt auch nicht. Weil: gilt dann als zu arrogant, eingebildet, eitel.

    So etwas klappt selten, denn der Hunger nach Anerkennung ist meist so tief, dass andere Menschen ihn nicht wirklich erfüllen könnten. Wenn sich jemand selbst als defizitär empfindet, können das die anderen nur selten ändern.
    Ich empfinde mich eigentlich nicht als defizitär; ich finde mein Aussehen gut, ich bin erfolgreich, ich habe was gelernt. Das Defizitäre wird mir von außen vermittelt: nicht interessant/sexy/pflegeleicht genug. So auf die Art halt.

    Du scheinst einen interessanten Beruf zu haben. Es ist doch auch sehr befriedigend, sich intensiv für eine Sache zu interessieren. Wer für seine Interessen und seine Tätigkeiten "brennt", kann auch daraus viel Zufriedenheit schöpfen.
    Schon, andererseits ist es dann wirklich schlimm, wenn der Job aus irgendwelchen Gründen mal wegbricht (ist bei mir gottseidank nicht so - wir kommen wirklich gut durch diese Zeit!).

  3. Inaktiver User

    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Schöner Thread!!

    "Generativität" gilt als eines der menschlichen Grundbedürfnisse (z.B. nach Ericson) und als ein Baustein zum Glücklichsein.
    Kinder erfüllen dieses Bedürfnis i.d.R. per se.
    Bei kinderlosen Menschen kommt die Frage, inwieweit sie "weitergeben" (wollen/können) meist in der Lebensmitte auf, wenn die vordringlicheren Grundbedürfnisse weitgehend bearbeitet, also z.B. Grunderfahrungen mit Beruf und Partnerschaft gemacht sind.
    Ich halte es für eher ungewöhnlich, wenn sich diese Frage gar nicht stellt.

    Von daher, liebe TE, stehst Du mit Deinen Gedanken wahrlich nicht alleine da.

    Mich selbst treibt diese Frage auch etwa seit Deinem Alter stark um, und als (obwohl gewollt) Kinderlose sicher stärker als Mütter.

    Wenn Du da ein starkes Manko empfindest, schlage ich folgende Doppelstrategie vor:

    1. Mach' Dir bewusst, wo Du schon generativ tätig bist. Einige Beispiele aus dem Jobkontext hattest Du schon genannt. Ob diese "zählen", kann Dir nur Dein eigenes Bauchgefühl beantworten. Desweiteren schaue, was Du darüber hinaus schon machst.
    Hier definiere ich (für mich) Generativität etwas breiter: Nicht nur auf die Zeit nach meinem Tod bzw. kommende Generationen bezogen (- auf Letztere zielt der Begriff im engeren Sinne), sondern allgemeiner auf "Weitergeben/Beitragen". Dazu zählt dann z.B. auch, jemanden zum Lächeln gebracht zu haben. (Eine von mir sehr geschätzte Bri-Userin hat als Avatar den Spruch "Be the reason somebody smiles today." ) Oder auf Spaziergängen Müll aufsammeln, etcpp.
    Die Bri ist hier ideales Anschauungsobjekt: Neben Geblödel, Geplauder, Gezänk und Profilierungsambitionen gibt es hier auch sooo viel Hilfsbereitschaft, Rat und Trost, und aufgrund der Anonymität m.E. völlig uneigennützig.
    Summierst Du all diese kleinen Akte der Freundlichkeit, die Du anderen entgegenbringst, ergibt das die Menge an positiver Energie, die Du schon jetzt in die Welt trägst. Es ist an Dir, zu beurteilen, ob das "reicht" - wenn nicht, erhöhe das Level. Hier ist unendlich viel Luft nach oben.

    2.
    Such' Dir neue Felder, wo Du Dein Bedürfnis ganz zentral ausleben kannst.
    Es fiel schon das Thema Ehrenamt. In den 30ern bis 50ern, wo man im Berufsleben und oft auch privat maximal gefordert ist, kann es heraufordernd sein, das in seinem Alltag unterzubringen.
    Hier finde ich eine finanzielle Kompensation durchaus gleichwertig. Geldspenden sind zwar auf den 1. Blick unpersönlicher, aber die Wirkung ist die Gleiche. Mit dem Geld bezahlst Du jemand anderen dafür, dass er das Gute tun würde, was Du tun könntest, wenn Du nicht arbeiten müsstest. Oder: Mit dem Geld kaufst Du etwas, das der Empfänger (- auch abstrakt möglich, z.B. Umwelt oder Menschenrechte) dringend braucht, und hast dafür Deine Arbeitsleistung aus Deinem Brotjob gegeben.

    Wenn diese beiden Punkte Deine Bedürfnisse nicht treffen, dann geht es Dir neben der Generativität vermutlich noch um ein verwandtes Grundbedürfnis: Das der Zugehörigkeit.
    (Aus Deinem Eingangspost habe ich herausgelesen, dass es um beide Bedürfnisse geht.)
    Dazu eine Buchempfehlung: "Dare to connect" von Susan Jeffers.
    Wichtig erscheint mir hier, zu überprüfen, ob es einem primär um den nehmenden oder den gebenden Aspekt oder beide geht.
    M.E. sind die Schlüssel, um Verbundenheit zu finden: Ein grundsätzliches Wohlwollen allen Menschen gegenüber (solange kein guter Grund für das Gegenteil besteht), ein grundsätzliches Interesse an Anderen und eine Haltung des Gebens unabhängig von einer Gegenleistung. Letzteres gelingt, wenn es aus einem Gefühl der Fülle (z.B. von Liebe, Ressourcen,...) heraus getan wird.


    Ewas zu mir persönlich:
    Schon seit langem bin ich mit meinem Berufsleben nicht glücklich. Zeitweise habe ich sehr damit gehadert, dass ich am Ende des Arbeitstages keinen Sinn in meiner Anstrengung gesehen habe. Aktuell weiss ich am Abend zwar, was ich wofür getan habe (- phasenweise war auch das nicht der Fall), nämlich mitgewirkt, meinem Arbeitgeber und dem aktuellen Kunden viel Geld in die Kasse zu spülen, aber ein steigender Aktienkurs bei den Firmen X und Y ist mir sowas von sch...egal.
    Es kam mir wie eine schlimme Verschwendung von Lebenszeit vor.
    Mittleweile ist mir allerdings klargeworden, dass es so sinnfrei doch nicht ist, da ja Geld bei rumkommt, das ich vor dem Ruhestand nicht brauche, und im Ruhestand je nach Länge u.U. auch nicht komplett. Mit diesem Geld wird somit allerspätestens nach meinem Tod Gutes passieren. Das kann man ja entsprechend regeln.
    Sogesehen arbeite ich daher schon jetzt nur zu einem Teil für meinen eigenen Lebensunterhalt, zu einem Anderen Teil für Menschen oder eine gute Sache, die diese Unterstützung sehr gut brauchen können.
    Disclaimer: Mir ist sehr bewusst, dass Manche(r) nur so viel verdient, wie er selbst zum Leben braucht und daher gar nichts ansparen, spenden oder vererben kann. Dieses Beispiel verstehe ich als Anregung, den eigenen Alltag auf "Vermächtnis"-Möglichkeiten zu prüfen - in meinem (für die Bri-Klienteil sicher recht typischen) Fall fehlt es halt mehr an Zeit als an Geld.
    Auch wenn es an beidem fehlt:
    Was immer geht: Durch das eigene Alltags-Verhalten Mitmenschen/Kollegen gegenüber die Frequenz positiver Energie signifikant beeinflussen. Was auch das Gefühl von Verbundenheit befördet.


    Ich freue mich auf den weiteren Austausch hier!

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen







    Aber einfach das Gefühl: der Welt und einigen ihrer Menschen etwas gegeben und bedeutet zu haben.
    Unterschätze nicht die kleinen Dinge, mit denen Du Einfluss nimmst auf andere Menschen.
    Das Lächeln, welches Du der Wochenmarkt Verkäuferin schenkst; die Vorfahrt, die Du dem verkehrt eingeordneten Autofahrer gewährt.
    Oder das Zuhören bei der Arbeitskollegin, die unter Stress steht und sich bei Dir auskotzt.
    Das interessierte Nachfragen in einem Gespräch, das echte Interesse am Anderen.

    Ich bin sicher, das bewirkt etwas. Der Stein und die Kreise im Wasser, Du weißt...

    Damit hinterlässt Du im Gleichgewicht der Welt viel mehr, als dir bewusst ist.

    Wir müssen nicht alle Großes leisten oder uns fortpflanzen. Ziehe kleine Kreise, das ist es.
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von FlikFlak Beitrag anzeigen

    ...oder die Welt, zumindest in einem kleinen Bereich, als einen besseren Ort zu verlassen und etwas bewirkt zu haben.
    Du sagst es!
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass mich irgendjemand wiedersehen möchte, von daher: geschenkt.
    Du erwähnst mehrmals etwas in diesem Sinne (Du wärest eher der Typ, der verbrannte Erde hinterlässt usw.)

    Kannst Du ein, zwei Beispiele geben? Was ist passiert?
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    ...
    ob ich wirklich so bedeutungslos bin, wie ich mir im Moment vorkomme.
    Kein Mensch ist bedeutungslos, jeder hat eine Aufgabe in dieser Welt zu erfüllen, auch wenn das einem nicht immer klar wird.
    "Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen."
    Ralf Dahrendorf (1929-2009)

    "Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen!"
    Dalai Lama (geb. 1935)

    "Warum denn immer gleich so sachlich werden, wenn es doch auch persönlich geht!"

    André Heller (geb. 1947)

    in der BriCom als Hillie unterwegs seit 2003

  8. Inaktiver User

    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    Tue ich das? Schreibe ich hier, ich bin beruflich gut, wird es mir als unsympathisch ausgelegt.
    Wird es das? Sicher nicht von allen. Insofern: Warum achtest du auf die, die dir das falsch auslegen und nicht auf die, die das gut finden?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    Ob ich mir selbst keine Bedeutung gebe ... ich habe mich oft in Beziehungen mit Männern mit zu wenig abspeisen lassen, immer begleitet von: "Du willst einfach zu viel." Jetzt will ich wirklich "mehr" und nicht mehr wie der letzte Dreck behandelt werden bzw. mich so behandeln lassen, und es klappt auch nicht. Weil: gilt dann als zu arrogant, eingebildet, eitel.
    Beziehungen sind kein Tauschgeschäft. Zwischen fordern und sich wie der letzte Dreck behandeln lassen gibt es noch unzählige andere Möglichkeiten. Dafür gibt es keine fixen Regeln. Die Partner müssen das unter einander aushandeln, ganz individuell.

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    Ich empfinde mich eigentlich nicht als defizitär; ich finde mein Aussehen gut, ich bin erfolgreich, ich habe was gelernt. Das Defizitäre wird mir von außen vermittelt: nicht interessant/sexy/pflegeleicht genug. So auf die Art halt..
    Ich kann mir kaum vorstellen, dass dich alle so sehen. Kann es sein, dass dich die, die dich gut finden, nicht interessieren bzw. dir zu langweilig sind?

  9. Inaktiver User

    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

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    Geändert von Inaktiver User (09.05.2021 um 19:59 Uhr) Grund: .

  10. Inaktiver User

    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

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    Geändert von Inaktiver User (09.05.2021 um 19:59 Uhr)

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