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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Es geht Dir doch aber weniger um das, was Du in hoffentlich erst einigen Jahrzehnten mal hinterlassen wirst.

    Sondern darum, dass Du Dir hier und heute überflüssig vorkommst.

    Oder stört Dich wirklich die Vorstellung, dass Du keinen Eintrag in einem Geschichtsbuch erhalten wirst und wohl auch keine Straße nach Dir benannt werden wird?

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    Es gibt natürlich einen aktuellen Auslöser - nicht der erste dieser Art, aber der erste der mich mich selbst fragen lässt, ob ich wirklich so bedeutungslos bin, wie ich mir im Moment vorkomme.
    Das ist dein eigener Eindruck und muss nicht dem anderer entsprechen.
    Allerdings denke ich, dass wir alle mehr oder weniger "bedeutungslos" sind, wenn es um die Nachwelt geht. Auch Menschen, die Kinder und Enkel haben, bleiben bestenfalls diesen in Erinnerung, aber kaum den weiteren Nachkommen.

    Die Anzahl von Menschen, die tatsächlich in die Geschichte eingehen, dürfte nicht mal im Promillebereich liegen. Sind die anderen deswegen bedeutungslos? Das denke ich nicht.

    Die meisten Frauen fragen sich um die vierzig herum, ob das nun schon alles gewesen sein soll. Man ist nicht mehr ganz jung, man kennt die Welt besser und weiß besser, was man erwarten kann und was nicht. Der Horizont ist nicht mehr so offen, wie er mit zwanzig war.
    Wenn man noch älter wird, verengen sich die Möglichkeiten noch mehr.

    Warum ist dir dein Vermächtnis so wichtig? Banal gesagt, du wirst es nicht mehr erleben, es kann dir also ganz egal sein. Dir gefällt der Gedanke, bedeutend für andere zu sein. Das ist in Ordnung. Aber du hast nur etwas davon, wenn du das im Hier und Jetzt verwirklichst.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    [...] es ist einfach so egal, ob ich da bin oder nicht und völlig bedeutungslos, ob ich komme oder gehe, oder gar nicht da bin. Was bin ich eigentlich für eine Loserin?

    [...] Oder ist es völlig irrelevant, weil wir ohnehin alle nur ein Wimpernschlag in der Geschichte sind?
    Ich komme aus einer Familie mit eindrucksvollen Frauen, deren Erbe in der Familie auch spürbar war/ist (noch lebe ich ja). Ich fand es eine ganze Weile schade, dass diese Linie mit mir endet - zumindest hatte ich lange das Gefühl.
    Dann habe ich mir klar gemacht, dass es erstens auch noch andere Zweige dieser Familie gibt und zweitens andere Menschen, die genauso eindrucksvoll sind.
    Und dass ich mich vielleicht ein bisschen arg wichtig nehme mit meinem "Die Linie endet mit mir". Eine Linie, ein Zweig endet. Andere gehen weiter. Und genug andere "schöne Bäume mit schönen Zweigen" gibt's auch noch auf der Welt.
    Das, was mir wichtig ist, wird weiterbestehen. Das ist nichts Einzigartiges.
    Mittlerweile gebe ich einigen Menschen was, einige Menschen geben mir was - ob wir uns aneinander erinnern werden? Vielleicht. An einige Menschen, denen ich begegnet bin, erinnere ich mich. An andere nicht. Den anderen wird's genauso gehen, und wenn sich keiner an mich erinnert, so what?

    Ich bin jetzt hier. Und irgendwann bin ich nicht mehr hier. That's it.
    Und das ging allen Größen der Menschheit ganz genauso - sie waren/sind hier, und irgendwann waren/sind sie es nicht mehr.
    Ihre Vermächtnisse sind beeindruckend, aber die Welt hätte sich auch ohne sie weitergedreht.

    Ja, letzten Endes ist es egal, ob ich da bin oder nicht. Nein, ich habe nichts, was ich als Vermächtnis hinterlassen könnte. Ja, ich bin nur ein Wimpernschlag in der Geschichte, oder wahrscheinlicher nicht mal das.

    Aber bin ich deswegen eine Loserin? Nein. Ich lebe. Und zwar so, dass ich es erfüllend finde. Also: Alles gut.
    Ich denke, dass die Menschen, die "ein Vermächtnis hinterlassen", nicht an "ihr Vermächtnis" gedacht haben. Sondern einfach ihr Leben so gelebt haben, dass sie es erfüllend fanden.
    Dass daraus dann ein Vermächtnis entstanden ist, war, glaube ich, nicht deren primäre Zielsetzung. :)
    "Wer viel jammert, ist in seinem Kind-Ich von damals. Ich wende dann eine ganz alte Strategie an. Ich schaue: Wer kommt, um mir zu helfen, mitzuquengeln oder auch mit mir zu schimpfen?
    Genau wie ich es bei meinen Eltern versucht habe, um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen."
    - Dorothee Berentzen in Brigitte Woman 05/2021

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von red_gillian Beitrag anzeigen
    [...]
    Ich denke, dass die Menschen, die "ein Vermächtnis hinterlassen", nicht an "ihr Vermächtnis" gedacht haben. Sondern einfach ihr Leben so gelebt haben, dass sie es erfüllend fanden.
    Dass daraus dann ein Vermächtnis entstanden ist, war, glaube ich, nicht deren primäre Zielsetzung. :)
    Das nehme ich auch an. Viele haben für ein Thema gebrannt bzw. sich für eine Sache eingesetzt und wirken damit posthum nach - viele im Positiven, aber manche auch im Negativen.

    (Manche/r Forscher/in würde sich wohl im Grabe umdrehen in Anbetracht der Schäden, die die Nutzung ihrer Erfindung letztlich angerichtet hat.)
    Was es alles gibt, das ich nicht brauche!
    (Aristoteles)

  5. Inaktiver User

    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Hallo Pommerantschi,

    vielleicht wäre eine Patenschaft für ein Kind (oder mehrere) irgendwo auf der Welt, das nicht das Glück hatte, im reicehn Deutschland geboren zu sein, etwas für Dich?
    Ein Leben, das Du unterstützen und begleiten kannst, ein Wesen, das durch Deine Hilfe ein besseres Leben haben kann, Ausbildung, vielleicht Studium, das sich Träume erfüllen kann?

    Oder gar eine Adoption eines Kindes aus irgendwoher aus der Welt? (wobei ich nicht sicher bin, ob das überhaupt geht, da ich keine Ahnung der rechtlichen Facetten habe).

    So etwas würde ich allerdings erst in Angriff nehmen, wenn man wieder reisen kann, denn das Kind würde ich perönlich kennenlernen wollen, damit es nicht jemand Anonymes ist.

    Oder ein spzielles Krankenhaus oder was-auch-immer-Projekt unterstützen.
    Es gibt so viele Projekte, die dringend Hilfe brauchen, weltweit oder auch in Deutschland.

    Ich kann allerdings nicht wirklich einschätzen, wobei es Dir bei dem Vermöchtnis, das Du hinterlassen möchtest, genau geht.
    Ob es Dir um Unterstützung, Einbringung usw. geht oder Du Deinen Namen nicht in Vergessenheit geraten lassen willst.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Puls Beitrag anzeigen
    Ich habe ein Kind (jetzt im jungen Erwachsenenalter) und bin verheiratet, aber ich lebe nicht, um andere glücklich zu machen, sondern gestalte mir mein Leben nach meinen Vorstellungen, soweit es geht.
    Ja, so soll es auch sein - dazu gehören aber für mich auch gute Zeiten mit meinen Mitmenschen.

    Ein Kind wollte ich, weil ich ein Leben schenken wollte und dieses Kind auf den Weg in ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben begleiten wollte, nicht weil ich wollte, dass mir jemand dankbar ist und nach meinem Tod oft daran denkt, was ich ihm alles gegeben habe.
    Das sehe ich ebenso - hatte ich auch nicht anders formuliert. Eigentlich hatte ich es gar nicht formuliert, weil Kinder für mich kein Thema sind.
    Obwohl ich gerne gemocht werde ist mir die Vorstellung dringend gebraucht zu werden, ein Gräuel.

    Nachdem ich Deinem Eingangsbeitrag eher philosophische Teile abgewinnen konnte, wird der mir (!) unsympathische Teil (z. B. beruflich einem breiten Personenkreis bekannt sein wollen, sich beruflich bundesweit für die Beste zu halten), durch Deinen nachfolgenden Beitrag

    ... leider noch verstärkt.
    Ja, mir ist völlig klar, dass für Frauen beruflich immer noch gilt, sie sollten bescheiden sein. Allerdings hätte ich nichts davon, meine Leistung runterzuspielen.
    Dass ich einem breiten Personenkreis bekannt sein möchte, habe ich auch nicht behauptet - ich habe geschrieben, ich kann nichts für ein breites öffentliches Publikum veröffentlichen, weil das in meinem Beruf nicht vorgesehen ist. Das wäre, als ob ein Zauberer ein Buch über seine Tricks verfassen würde.

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Man sollte damit nie aufhören, etwas für andere Menschen zu tun. Und wenn du das bereits getan hast, dann hast du doch einen Unterschied auf dieser Erde gemacht - auch wenn sie das nicht erinnern oder dir weiterhin dauernd sagen.
    Ja, mir fällt leider nichts ein und in der letzten Zeit wurde mir nichts Derartiges zugetragen.

    Und du bist doch erst 42 - da kann doch noch vieles passieren und du kannst noch vieles anpacken.

    Wolltest du Kinder?
    Nein, ich wollte keine Kinder. Und das ist mein Glück, weil ich ja für meine Männer auch immer nichts Besonderes und austauschbar war.

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen

    Oder stört Dich wirklich die Vorstellung, dass Du keinen Eintrag in einem Geschichtsbuch erhalten wirst und wohl auch keine Straße nach Dir benannt werden wird?
    Das hab ich doch nirgends geschrieben? Blila hat nach dem Straßennamen gefragt und ich habe gesagt, den gibt es doch schon.
    Nein, dass es im Großen nichts gibt, das stört mich weniger. Dass ich den Menschen in meiner Umwelt so wurst bin, das ist es.

    Zitat Zitat von kunnst Beitrag anzeigen
    Die meisten Frauen fragen sich um die vierzig herum, ob das nun schon alles gewesen sein soll. Man ist nicht mehr ganz jung, man kennt die Welt besser und weiß besser, was man erwarten kann und was nicht. Der Horizont ist nicht mehr so offen, wie er mit zwanzig war.
    Wenn man noch älter wird, verengen sich die Möglichkeiten noch mehr.
    Ich dachte auch an eine Midlife Crisis; ob es das ist. Plus das ganze Drumherum, das wir derzeit haben.

    Warum ist dir dein Vermächtnis so wichtig? Banal gesagt, du wirst es nicht mehr erleben, es kann dir also ganz egal sein. Dir gefällt der Gedanke, bedeutend für andere zu sein. Das ist in Ordnung. Aber du hast nur etwas davon, wenn du das im Hier und Jetzt verwirklichst.
    Ja, das würde ich gerne - irgendwo stand hier "du kreist nur um dich" - ja, warum mache ich das? Um meine Freunde darf ich nicht kreisen, weil es sie gerade nicht interessiert, mit mir zu kreisen; meine Männer interessiert es auch nicht und das letzte Mal als ich in der Nachbarschaft Flüchtlingen geholfen habe konnte ich mir im Gegenzug anhören, was für "gute Männer" Saddam & Erdogan doch waren bzw. sind und was bei uns in Europa schief läuft, wo homosexuelle Partnerschaften offiziell erlaubt sind.
    Das schränkt dann meine Bereitschaft noch mehr zu geben doch erheblich ein.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    Nein, dass es im Großen nichts gibt, das stört mich weniger. Dass ich den Menschen in meiner Umwelt so wurst bin, das ist es.
    Das wurmt Dich doch zum Beispiel:

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    Ich habe studiert, aber zur Forschung danach nichts mehr Großartiges beigetragen; ich weiß, dass ich in meinem Beruf exzellent und bundesweit die Beste bin - nachdem das aber nicht publiziert wird, weiß das nur ein kleiner Kreis.
    Könnte ich auch verstehen.

    Kann man da wirklich nichts machen, dass Du da mehr Anerkennung bekommst?
    "Ten years ago I bought you some cuff links, You brought me something."
    (Joan Baez, Diamonds & Rust)

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen

    Sondern darum, dass Du Dir hier und heute überflüssig vorkommst.
    Das hatte ich vorhin unabsichtlich rausgelöscht - genau das ist aber die Essenz:

    ich komme mir überflüssig, lästig, egal vor.

    Zitat Zitat von red_gillian Beitrag anzeigen

    Ich denke, dass die Menschen, die "ein Vermächtnis hinterlassen", nicht an "ihr Vermächtnis" gedacht haben. Sondern einfach ihr Leben so gelebt haben, dass sie es erfüllend fanden.
    Dass daraus dann ein Vermächtnis entstanden ist, war, glaube ich, nicht deren primäre Zielsetzung. :)
    Nein, das denke ich nicht, sonst gäbe es keine Stiftungen, oder Verfügungen, die über den Tod einer Person hinauswirken.
    Sonst könnte jeder sagen: öhö, nach mir Sintflut, macht doch weiter wie ihr wollt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Pommerantschi,


    vielleicht wäre eine Patenschaft für ein Kind (oder mehrere) irgendwo auf der Welt, das nicht das Glück hatte, im reicehn Deutschland geboren zu sein, etwas für Dich?
    Ein Leben, das Du unterstützen und begleiten kannst, ein Wesen, das durch Deine Hilfe ein besseres Leben haben kann, Ausbildung, vielleicht Studium, das sich Träume erfüllen kann?

    Oder gar eine Adoption eines Kindes aus irgendwoher aus der Welt? (wobei ich nicht sicher bin, ob das überhaupt geht, da ich keine Ahnung der rechtlichen Facetten habe).
    Nein, ich möchte kein eigenes Kind!
    Aber eine Patenschaft ist eine gute Idee!

    Ich habe auch einen Verein unterstützt, letztes Jahr ausgesetzt, habe aber hier schon die Unterlagen, zur Verlängerung der Mitgliedschaft.

    So etwas würde ich allerdings erst in Angriff nehmen, wenn man wieder reisen kann, denn das Kind würde ich perönlich kennenlernen wollen, damit es nicht jemand Anonymes ist.

    Ich kann allerdings nicht wirklich einschätzen, wobei es Dir bei dem Vermöchtnis, das Du hinterlassen möchtest, genau geht.
    Ob es Dir um Unterstützung, Einbringung usw. geht oder Du Deinen Namen nicht in Vergessenheit geraten lassen willst.
    Es geht mir aktuell mehr um "Ach, mit der Pomerantsche habe ich immer so gelacht", oder "Das konnte Pomerantsche wirklich gut", oder "Mir fehlt heute Pomerantsche, die mochte dieses Lied so sehr, dass gerade im Radio gespielt wird", etc.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen

    Kann man da wirklich nichts machen, dass Du da mehr Anerkennung bekommst?
    Beruflich?
    Dass ich zu meinem Studienfach nicht viel beigetragen habe, stört mich nicht, ich habe da auch nichts forciert. Ich habe eine Publikation, die ein paarmal zitiert wurde von anderen, was mich sehr freut; aber mehr erwarte ich da nicht, mangels Einsatz von meiner Seite.

    Beruflich weiß ich wie gesagt, dass ich in der Top-Liga bin, aber ich habe auch ein Übereinkommen, dass mein Wissen bei uns im Betrieb bleibt und wie gesagt: es wäre als ob ein Zauberer oder Illusionist ein Buch über seine Tricks schreiben würde. Ich bin nicht im Rampenlicht, aber vollbringen "hinten" einiges. Das reicht mir so auch aus; ich bin keine Rampensau.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen



    Es geht mir aktuell mehr um "Ach, mit der Pomerantsche habe ich immer so gelacht", oder "Das konnte Pomerantsche wirklich gut", oder "Mir fehlt heute Pomerantsche, die mochte dieses Lied so sehr, dass gerade im Radio gespielt wird", etc.

    Woher willst du wissen oder weisst du, dass es nicht so ist?
    Es ist immer JETZT

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