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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    @Pomerantsche
    ich meine mich zu erinnern, dass ich mich in deinem Alter auch mit dieser Frage befasst habe. Auch ich bin nicht verpaart und habe keine Kinder und nur noch sehr wenig Verwandte. Nun bin Anfang 60.
    Ich habe mich damals damit "gerettet", dass ich annehmen kann beruflich bei einzelnen Menschen Gutes bewirkt zu haben. Mittlerweile sind da vermutlich noch Menschen dazu gekommen.

    Trotzdem beantworte ich mir diese Frage nun anders. Seit einigen Jahren stelle ich (zunehmend) bei mir fest, dass mir Menschen, die mir in meinem Leben begegnet sind, wieder in den Sinn kommen. Ganz überwiegend sind das schöne Begegnungen gewesen, vereinzelt welche bei denen ich in bestimmten Situationen für mein Leben lernen konnte. Alles in Allem lösen diese Erinnerungen Dankbarkeit in mir aus. Diese Menschen sind mir, auch wenn viel Zeit vergangen ist, nah und viel wert. Ich bin aber ziemlich sicher, dass die Menschen selbst das nicht wissen und auch nie darauf kämen würden sie gefragt.

    Von daher glaube ich mittlerweile. dass auch ich in einigen Menschen "weiterlebe". Das betrachte ich als mein Vermächtnis. Kannst du mit diesen Gedanken was anfangen?
    Sprache ist die Kleidung der Gedanken

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Sanne1973 Beitrag anzeigen
    Könntest du dir ein Ehrenamt vorstellen? Hättest du Zeit und Lust dich zu engagieren?
    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    an diesem punkt empfiehlt sich, wie schon erwähnt, das ehrenamt.
    Ja, ich habe es in Erwägung gezogen, wüsste auch in welchem Bereich. Allerdings ist es zeitlich noch ein Problem, weil ich beruflich sehr eingespannt bin (und auch vorerst bleiben möchte).
    Ein weiterer Punkt wäre ein weiteres Studium, das zwar in erster Linie nur für mich persönlich Erfüllung wäre - aber vielleicht gelänge mir dort ein bleibender Abdruck.

    Ich frage mich auch gerade, ob die aktuelle Stimmungslage eine Mischung aus PMS und nunmehriger Pandemie-Müdigkeit ist - bislang habe ich mich wacker geschlagen, weil mein Leben auch abseits der Pandemie nicht aus häufigen Reisen, wöchentlichen After-Work-Clubbings und häufigen Restaurantbesuchen besteht. Von daher dachte ich, ich komme gut durch. Aber was mir jetzt an die Substanz geht ist, wie sich Freundschaften zersplittern (aber ich habe immerhin eine neue dazugewonnen!).

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Keela Beitrag anzeigen
    Ich habe mich damals damit "gerettet", dass ich annehmen kann beruflich bei einzelnen Menschen Gutes bewirkt zu haben. Mittlerweile sind da vermutlich noch Menschen dazu gekommen.
    Ja, ich habe beruflich auch einiges Gute bewirkt, das sehe ich durchaus so.
    Auch habe ich viel Wissen weitergegeben, viel gelehrt und supervisioniert. Leider ist davon wenig geblieben, weil die Leute alle nicht dem Metier treu geblieben sind - aber mir hat es gefallen, etwas von meinem Wissens- und Erfahrungsschatz weiterzureichen. Das war immer sehr bereichernd!

    Trotzdem beantworte ich mir diese Frage nun anders. Seit einigen Jahren stelle ich (zunehmend) bei mir fest, dass mir Menschen, die mir in meinem Leben begegnet sind, wieder in den Sinn kommen. Ganz überwiegend sind das schöne Begegnungen gewesen, vereinzelt welche bei denen ich in bestimmten Situationen für mein Leben lernen konnte. Alles in Allem lösen diese Erinnerungen Dankbarkeit in mir aus. Diese Menschen sind mir, auch wenn viel Zeit vergangen ist, nah und viel wert. Ich bin aber ziemlich sicher, dass die Menschen selbst das nicht wissen und auch nie darauf kämen würden sie gefragt.

    Von daher glaube ich mittlerweile. dass auch ich in einigen Menschen "weiterlebe". Das betrachte ich als mein Vermächtnis. Kannst du mit diesen Gedanken was anfangen?
    Schon ja. Ich bin aber eher der Typ, der verbrannte Erde hinterlässt, als eine Blumenwiese im Herzen. Nicht, dass ich mich mit allen zerstreite, aber die meisten vormals intensiveren Kontakte die es nicht mehr gibt, gibt es deshalb nicht mehr, weil etwas Unangenehmes geschehen ist.

    Mir fiele ad hoc keine Person von "früher" ein, von der ich das Gefühl habe, die denkt bestimmt gerne an mich.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Fürs Ehrenamt könnte sprechen, dass du dir nicht schon wieder etwas Kopflastiges ans Bein bindest.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    Und das ist einfach nicht das, was ich der Nachwelt "geben" möchte.
    Die Nachwelt entscheidet selbst, was sie weiter trägt. Und wenn du tot bist, sind dir solche Gedanken sicher egal. Abgesehen davon werden fast alle Menschen über kurz oder lang vergessen. So what?

    Ich frage mich eher, was dir im HEUTE fehlt, dass das Thema dich so sehr belastet. Was würde es an deiner heutigen Situation ändern, wenn du wüsstest, dass du der Nachwelt was hinterlässt?

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von kunnst Beitrag anzeigen
    Die Nachwelt entscheidet selbst, was sie weiter trägt. Und wenn du tot bist, sind dir solche Gedanken sicher egal. Abgesehen davon werden fast alle Menschen über kurz oder lang vergessen. So what?
    Ja damit hast du natürlich recht - ich bin auch zuwenig esoterisch angehaucht, um mir Gedanken über ein "Leben danach" zu machen.

    Ich frage mich eher, was dir im HEUTE fehlt, dass das Thema dich so sehr belastet. Was würde es an deiner heutigen Situation ändern, wenn du wüsstest, dass du der Nachwelt was hinterlässt?
    Es gibt natürlich einen aktuellen Auslöser - nicht der erste dieser Art, aber der erste der mich mich selbst fragen lässt, ob ich wirklich so bedeutungslos bin, wie ich mir im Moment vorkomme.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von Pomerantsche Beitrag anzeigen
    Ich habe studiert, aber zur Forschung danach nichts mehr Großartiges beigetragen; ich weiß, dass ich in meinem Beruf exzellent und bundesweit die Beste bin - nachdem das aber nicht publiziert wird, weiß das nur ein kleiner Kreis.
    Dann publiziere du es doch. Schreib ein Buch, halte Vorträge

    Nicht nur pandemie-bedingt zerbröseln Freundschaften (auch schon davor), teilweise an der von mir empfundenen Gleichgültigkeit meiner Person gegenüber.
    Das mag ein abgedroschener Spruch sein, trotzdem: If you want a friend, be a friend.
    Für wen von den wegdiffundierten Freunden interessierst du dich wirklich? Wen magst du so richtig von Herzen, mit einem warmen Gefühl im Bauch?
    Zeigst du das diesen Leuten?
    Oder geht es eher darum, dass du empfindest, es wäre gerecht oder angemessen, wenn diese Freunde dir die Treue hielten (oder wie auch immer man es nennen mag)?

    Auch bei Männern habe ich das Gefühl, dass ich keinen glücklich machen kann, zumindest nicht über Minuten oder ein paar Stunden hinausgehend.
    Mach erst mal dich selbst glücklich (ja, ich weiß, auch das ein abgedroschener Spruch) und sorg dafür, dass du ein Leben hast, das du gerne teilen möchtest.

    Ich habe einfach das Gefühl, dass ich niemanden glücklich machen kann, nämlich so, dass er/sie es als bereichernd & besonders empfindet.
    So bleibt nichtmal etwas Abstraktes von mir zurück - es ist einfach so egal, ob ich da bin oder nicht und völlig bedeutungslos, ob ich komme oder gehe, oder gar nicht da bin. Was bin ich eigentlich für eine Loserin?
    Such dir ein Ehrenamt. Es gibt genug (z.B. junge) Leute, für die du einen Unterschied machen kannst. Die lernen und etwas erreichen wollen, aber keinen Rückhalt haben. Ob das junge Frauen sind, Langzeitarbeitslose, Flüchtlinge, Kinder aus sozial schwachen Familien - was auch immer dir mehr am Herzen liegt.
    Klar kannst du dich auch im Tierschutz oder so engagieren. Pass aber dann auf, dass du nicht in die Falle trittst zu sagen, dass Menschen dich nur enttäuscht haben etc. DAs führt in die Verbitterung.

    Wie geht es euch mit den Gedanken an ein Vermächtnis? Was bleibt von euch, weswegen wird man sich eurer Person erinnern? Oder ist es völlig irrelevant, weil wir ohnehin alle nur ein Wimpernschlag in der Geschichte sind?
    Ich habe beruflich und privat für einige Leute, denen ich wichtige Anstöße und Unterstützung geben konnte, sicherlich einen Unterschied gemacht bzw. mache ihn noch. Ich habe zwei Bücher geschrieben, die offenbar einigen Leuten weiterhelfen.

    Den Nachlass kann ich in eine Stiftung geben - Galah hier aus der Bri hat dazu einen Strang aufgemacht, sie werde ich fragen, wenn ich anfange, mich näher mit dem Gedanken zu befassen.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

  8. Moderation

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Wie wäre es mit einem Mentoring-Programm? (Das hatte ich mir vorgenommen, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt - eben weil ich auch das Gefühl hatte, Spuren hinterlassen zu wollen.)

    Ansonsten sage ich mir gerne mal: in 100.000 Jahren ist die Menschheit ausgestorben und keiner wird danach fragen, wer von uns das Penicillin erfunden hat.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Dann publiziere du es doch. Schreib ein Buch, halte Vorträge
    Es gibt bereits Skripten. Das Wissen ist allerdings nicht für eine breite Öffentlichkeit gedacht, daher kann ich wenig damit "hausieren" gehen. Ich schule intern bei uns.

    Das mag ein abgedroschener Spruch sein, trotzdem: If you want a friend, be a friend.
    Für wen von den wegdiffundierten Freunden interessierst du dich wirklich? Wen magst du so richtig von Herzen, mit einem warmen Gefühl im Bauch?
    Zeigst du das diesen Leuten?
    Ja, das habe ich regelmäßig - ich halte mit meiner Zuneigung nicht hinterm Berg und ich artikuliere auch, wenn mir etwas unangenehm ist, damit jeder justieren kann.
    Ich bin da, ich melde mich, ich zeige, dass ich an die Leute denke. Treffen ist zurzeit schwierig, klar - diese Leute treffen sich aber heiter mit anderen Leuten, auf mich vergisst man einfach oder hat keinen Bock, auch wenn ich nachfrage.
    So frage ich nach der fünften Abfuhr nicht mehr, bis ich dann "lustige" Fotos von Treffen mit anderen Personen bekomme, oder schönen Ausflügen in die Natur.

    Oder geht es eher darum, dass du empfindest, es wäre gerecht oder angemessen, wenn diese Freunde dir die Treue hielten (oder wie auch immer man es nennen mag)?
    Nein, das allein nicht. Ich bin selbst nicht "treu", wenn mir etwas nicht passt.

    Mach erst mal dich selbst glücklich (ja, ich weiß, auch das ein abgedroschener Spruch) und sorg dafür, dass du ein Leben hast, das du gerne teilen möchtest.
    Das Paradoxe ist: grundsätzlich bin ich glücklich - ich kann/sollte über wenig klagen. Ich habe kein Leben, das ich nicht teilen möchte, eher: es tut mir weh, dass es keiner mit mir teilen möchte.

    Such dir ein Ehrenamt. Es gibt genug (z.B. junge) Leute, für die du einen Unterschied machen kannst. Die lernen und etwas erreichen wollen, aber keinen Rückhalt haben. Ob das junge Frauen sind, Langzeitarbeitslose, Flüchtlinge, Kinder aus sozial schwachen Familien - was auch immer dir mehr am Herzen liegt.
    Klar kannst du dich auch im Tierschutz oder so engagieren. Pass aber dann auf, dass du nicht in die Falle trittst zu sagen, dass Menschen dich nur enttäuscht haben etc. DAs führt in die Verbitterung.
    Ja, in meinem Fall wäre es Tierschutz. Ich habe das Gefühl, privat schon genug für andere Menschen getan zu haben; nach meinem Empfinden bin ich jetzt einmal dran.

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    AW: Vermächtnisse - was bleibt von mir?

    In ein paar tausend, Millionen (oder wann auch immer) Jahren wird die Sonne explodieren, dann wird es mit dem Planeten Erde und jeglichen Vermächtnissen auch vorbei sein.
    Kein Grund, auf irgendetwas hinzuarbeiten, weil dann eh alles futsch sein wird. Höchstwahrscheinlich wird sich die Menschheit mitsamt ihrer Errungenschaften ja ohnehin in naher Zukunft selbst ausrotten.

    Lebe dein Leben - jetzt .

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