Ich versteh das konstante Hängenbleiben an dem Brotbacken nicht, ausser es steht stellvertretend für alles, was ein bisschen den Kopf frei macht, wenn man in einem Loch steckt.
Ich rede auch nicht von sich tausendmal neu erfinden, sondern sich einer Situation anpassen, wenn es für den Moment keine andere Möglichkeit gibt. Keine Energie in konstantes Wehklagen, sich gegen etwas stemmen und in Frust stecken, wenn das momentan nirgendwo hinführt. Das ruckelt ja auch an keinen persönlichen Grundpfeilern. Wenn ich in ein Rip komme, im Ozean, dann schwimme ich ja auch nicht dagegen an, weil ich dann mit Sicherheit ertrinke.
Ich glaube übrigens schon, dass die Welt nach Covid19 besser werden wird, vielleicht nicht sofort, aber auf längere Sicht. Die Zeit vor 2020 war zum Schluss nicht mehr nachhaltig.
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09.03.2021, 00:12
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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09.03.2021, 06:20Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Das hast Du wunderbar beschrieben. Genau so ist es. Klagen ist für den Moment, in dem es Erleichterung verschafft, gut. Aber ab einem bestimmten Punkt - und ich finde, der ist deutlich spürbar, ist es kontraproduktiv, ebenso wie "Winterschlaf" oder "Vogel Strauß". Dann geht es um exakt das, was Du beschreibst - manchmal muss man sich mit der Strömung treiben lassen, um sie NUTZEN zu können. Dagegen anzuschwimmen wäre tatsächlich tödlich und brächte einen nicht ans vermeintlich nahe Ufer. Der gerade Weg ist versperrt - es geht darum, die Diagonale, die niemals gerade ist, wahr nehmen und sich mit ihr bewegen, ihre Kraft nutzen zu können.
Zum Thema lernen: Mich interessieren bewegliche Gehirne. Das sind nicht die, die rein zum Selbstzweck und auf Ziele hin lernen, sondern diejenigen, die neugierig sind, interessiert, die einen Forscherdrang haben. Bei Extremsportlern horche ich auf und interessiere mich dafür, wie der Mensch mit sich umgeht, denn das hat wiederum damit zu tun, wie er sich in Gruppen positionieren wird und auch damit, ob er MIT den Wellen surfen kann, oder von ihnen gebrochen wird.
Das hoffe und wünsche ich mir sehr.Ich glaube übrigens schon, dass die Welt nach Covid19 besser werden wird, vielleicht nicht sofort, aber auf längere Sicht. Die Zeit vor 2020 war zum Schluss nicht mehr nachhaltig.
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09.03.2021, 06:25Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Eine „Beschäftigung“ eben. Kann man machen, löst das zugrunde liegende Problem aber nicht.
Das glaube ich wiederum überhaupt nicht, speziell nicht den Punkt mit der Nachhaltigkeit - die Leute werden reisen, was das Zeug hält, viele haben jetzt wieder Autos gekauft, die sie vorher nicht hatten, und bzgl Take Away-Müll sind wir in Europa mittlerweile da angekommen, wo die USA schon lange waren. Selbst die wiederverwendbaren Pfand-Kaffeebecher sind aus hygienischen Gründen verschwunden, und werden vermutlich auch nicht wiederkommen.
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09.03.2021, 06:48
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Darum geht es in dem Moment vielleicht auch gar nicht. Wenn ich grad mit 3 Kindern unter 8 im Lockdown in einer kleinen Wohnug hocke, brauche ich eine temporäre Lösung, um da durchzukommen und kann mich nicht lediglich drauf fokussieren, dass 'von oben' das Problem gelöst wird, damit es mir in dem Moment besser geht.
Bezweifle ich als allgemein gültige, weltweite Aussage. Und man könnte ja da auch Energie reinstecken, damit es nicht erst soweit kommt.
Ein Beispiel, ich hoffe, es setzt sich durch.
In a year without tourism, Bali went back to '''the old ways of living''' - ABC News"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
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09.03.2021, 07:07Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Aber was hat man dann davon? Am nächsten Tag ist das Problem doch wieder da. Und täglich grüßt das Murmeltier. Eine Lösung wäre, die Schulen aufzumachen. Das erreicht man unter anderem durch (öffentliches) Wehklagen, denn irgendwann können sich die Versntwortlichen dem nicht mehr entziehen. Durch Brotbacken erreichst du überhaupt nichts. Damit verstetigst du den Zustand.
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09.03.2021, 07:08
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Es geht um 'sowohl als auch', um nicht um 'lediglich' .
Aber ich geb's auf, ich kann mich wohl nicht deutlicher ausdrücken."I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
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09.03.2021, 07:11Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Ich hab noch nie ein Brot gebacken aber so langsam krieg ich richtig Lust darauf
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09.03.2021, 07:11Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Brotbacken ist eine elementare "Urtätigkeit" des Menschen, selbst wenn mit modernem Herd und das Mehl gekauft und nicht selbst zwischen zwei Steinen zerrieben usw. usf. und ich habe auch keine handgezogene Ziege dafür eingetauscht.
Meins wird nie wie beim Bäcker, aber ab und zu mache ich es gerne. Ich komme mir dann so archaisch vor.
Dafür gibt es ja auch Bäcker, die früh um 3 aufstehen. Was ein Bäcker tut, kann fast nur ein Bäcker. Es ist wie mit den Friseuren.
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09.03.2021, 08:48Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Sehe ich nicht so.
Ich habe das auch nur geschrieben - um nicht so zu tun als ob man alles so selfemademässig nach holen kann.
Und - nicht so zu tun - als ob es mir nichts ausmachen würde.
So in Ruhe sich einen Stoff zusammen mit der Klasse erarbeiten, ist was Anderes als sich das allein einzuverleiben. Es ist ja nun auch nicht so als ob ich das gar nicht kennen würde...
Und was die Freude am Lernen betrifft: da habe ich bei meinen Kindern wirklich drauf gebaut.
Wir kommen alle mehr oder wenig neugierig auf die Welt.
Das ist sogar schon in der Wissenschaft angekommen. Kannst du mal bei Gerad Hüther nachlesen.
Was du mit Freude lernst - geht nicht nur leichter - sondern, du behälst es auch.
Aber, mal zurück zum Thema:
was mein Zauberwort für Resilienz ist : alle Menschen sind gleich.
Kann man nachlesen - in den zehn Geboten, in der Charta für Menschenrechte.
Ist natürlich kein Freifahrtschein zu Glück und Wohlstand.
Und ich weiß heute, es gehört ne Menge an menschlicher Kraft und Stärke dazu anzuerkennen wie elendig viele Menschen leben müssen. Also wenn da zum Beispiel Beonce ein todkrankes Kind auf dem Arm hält und fragt, was hat es und die Antwort ist: es wird sterben. Könnte ich das zum Beispiel momentan freiwillig wohl kaum aushalten.
Nicht helfen können und trotzdem da zu sein - wer das kann: Hut ab.
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09.03.2021, 09:43Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Das kann man sich aber nun mal nicht aussuchen, ob man Freude daran hat. Bei manchen ist das so und bei anderen eben nicht. Und dass „alle“ neugierig auf die Welt kommen, bezweifle ich ebenfalls. Neuroplastizität ist kein Selbstzweck, sondern dient erst mal dem Überleben. „Freude“ war bei den Urmenschen sicherlich nicht der Grund, warum sie gelernt haben, Werkzeuge zu machen.


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