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  1. User Info Menu

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gute Frage: ehrlich gesagt frage ich mich heute noch was meine Familie als labil und schwach verseht.
    Sich selber jedenfalls nicht. Das ist so Familien-Gerede.

    Wo die Abgrenzung ist? Die gibt es nicht. Kennst du das nicht?
    Das ist dir wichtig, das ist eine Grenze, die darf keiner übertreten?
    Egal was für Konsequenzen das hat?

    Oder es ist was woran man glaubt. Wofür man Opfer bringt.
    Und wo man dann hinter her statt Dank noch Hohn und Spott erntet?

    Weil man eben vorher weiß - mit gewissen Folgen kann und will man nicht leben.

    Ich will und kann hier nicht genauer werden.
    Das ist mir zu persönlich und würde auch nicht mehr Erhellen.
    ah, ok, ich hatte ja an sich gedacht, du würdest "schwache menschen" irgendwie definieren, weil ich es schon, naja, irgendwie krass finde, den begriff so einzubringen, und dann völlig in der luft hängen zu lassen.
    und völlig klar ist es nicht nötig, da noch mehr zu erhellen.
    bezogen auf deinen letzten satz, meine ich.

    grenzen die ich zum beispiel knallhart setze:
    wenn ich merke, dass menschen andere für blöd verkaufen und ausnutzen wollen.
    da sag ich sofort:
    vergiss es
    Die Gedanken sind frei....

  2. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Und dann passiert es auch - dass man mal diese eigenen Prinzipien missachtet.

    Wenn ich mich zum Beispiel unwürdig behandelt fühle.
    Dann geht es mir richtig, richtig schlecht.

    Und dann sind eben oftmals "die liebsten Menschen" die Feinde.

    Manchmal merke ich schon vorher wie ich in mein eigenes Inferno laufe.

    Aber, vielleicht ist das auch wieder gut, weil eben menschlich.
    Jeder Mensch hat da seine eigenen Präferenzen.

  3. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    probleme die sich von alleine lösen fördern mit sicherheit keine resilienz.

    wie sollten sie?
    Es löst sich ja nicht von allein, sondern man braucht die Maschine dazu und muss bereit sein, ein, zwei Lebensjahre herzuschenken. Ist Resilienz denn nicht „Lösungsstrategie“?

    Bei der Zeitmaschine wäre ich sofort dabei. Alternativ einfrieren, wie bei Futurama. Wo kann ich unterschreiben?

  4. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Diejenigen, die sich dem gegenwärtigen kapitalistischen System nicht entziehen, und nicht in die innere Emigration flüchten, sondern versuchen, dem System von innen eine bessere Färbung zu geben.
    In der Bri sehe ich hier viele und vielfältige Beispiele.

    Z.B. diejenigen UserInnen, die die Bri nicht nur konsumieren oder als Medium für Selbstausdruck nutzen, sondern unermüdlich Userfragen beantworten, Tipps, Infos, Hilfestellung, Rat, Trost geben.
    Z.B. diejenigen UserInnen, die sich der Erwerbsarbeit nicht entziehen, und neben ihrem Steuerbeitrag sogar noch andere Menschen unterstützen.
    Z.B. diejenigen UserInnen, die versuchen, in das Arbeitsleben eine menschlichere Note zu bringen. Ja, die sind in der Minderheit, v.a. in den höheren Positionen, aber es gibt sie, und ich habe von ihnen auch schon in der Bri gelesen.
    ...

    All das verändert m.E. das System mehr zum Positiven als ein Rückzug. (Ein Rückzug ist dem System schlichtweg egal.)
    Und stärkt zudem die eigene Resilienz (durch Gefühl von Selbstwirksamkeit, Beitragen zur Gemeinschaft, Fokus auf Optionen,...) Und erzeugt bei anderen Menschen gute Gefühle - bei mir zumindest beim Lesen der Beiträge vieler UserInnen. (Ich denke, viele wissen genau, an welche UserInnen ich hierbei denke!)
    das verändert das system nicht, sondern stabilisiert es.
    um etwas zu verändern, muss man politisch handeln.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...
    Hier sehe ich zudem einen 3. Weg, und diesen 3. Weg finde ich am interessantesten:
    Diejenigen, die sich dem gegenwärtigen kapitalistischen System nicht entziehen, und nicht in die innere Emigration flüchten, sondern versuchen, dem System von innen eine bessere Färbung zu geben. ...


    Niemand kann sich dem kapitalistischen System wirklich entziehen.
    Dazu müsste ein Mensch in autarker Selbstversorgung leben - vollkommen illusorisch.


    ... Z.B. diejenigen UserInnen, die die Bri nicht nur konsumieren oder als Medium für Selbstausdruck nutzen, sondern unermüdlich Userfragen beantworten, Tipps, Infos, Hilfestellung, Rat, Trost geben.
    Z.B. diejenigen UserInnen, die sich der Erwerbsarbeit nicht entziehen, und neben ihrem Steuerbeitrag sogar noch andere Menschen unterstützen.
    Z.B. diejenigen UserInnen, die versuchen, in das Arbeitsleben eine menschlichere Note zu bringen. Ja, die sind in der Minderheit, v.a. in den höheren Positionen, aber es gibt sie, und ich habe von ihnen auch schon in der Bri gelesen.
    ...

    Und stärkt zudem die eigene Resilienz (durch Gefühl von Selbstwirksamkeit, Beitragen zur Gemeinschaft, Fokus auf Optionen,...) Und erzeugt bei anderen Menschen gute Gefühle - bei mir zumindest beim Lesen der Beiträge vieler UserInnen....
    Das verstehe ich bereits als politisches Handeln und ja, gut für die eigene Resilienz wie die Anderer ist es zudem.

    Aber so leid es mir tut, manchmal kann ich eben nur entweder Fragen beantworten oder ein gutes Gefühl erzeugen.
    Da entscheide ich mich dann für die Beantwortung der Fragen.

    Ich kann jedoch gut damit leben, nicht zu den angenehmen Feelgood-Usern gerechnet zu werden.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    das verändert das system nicht, sondern stabilisiert es.
    um etwas zu verändern, muss man politisch handeln.

    Wie gesagt, ich sehe solidarisches Handeln immer als politisches Handeln.

    In Deutschland auch deshalb, weil für die 16 Mio. 1989/90 "Wiedervereinigten" der Begriff "Solidaritär" nach 40 Jahren DDR-Propaganda verbrannt war und teilweise noch ist.

    Zudem war und ist die persönliche Einflußsphäre eben immer die, wo Menschen direkten Einfluss nehmen bzw. erfahren können.
    Und wem das so Erfahrene gefällt, die/der mag vielleicht auch mal selbst geben, nicht nur nehmen, oder gebend weitere Kreise ziehen.
    Geändert von Nicolo (17.02.2021 um 23:06 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen

    In Deutschland auch deshalb, weil für die 16 Mio. 1989/90 "Wiedervereinigten" der Begriff "Solidaritär" nach 40 Jahren DDR-Propaganda verbrannt war und teilweise noch ist.
    Nicht nur für die 16 Mio, das dürften "post Corona" eher deutlich mehr sein. "Solidarität" steht auf meiner Hitliste zum Unwort der Jahre 2020 und 2021 relativ weit oben. Vielleicht gesellt sich 2022 auch noch dazu, mal schauen. Aber das ist off-topic.

  8. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Wie gesagt, ich sehe solidarisches Handeln immer als politisches Handeln.
    ja, kann man so sehen.
    Zudem war und ist die persönliche Einflußsphäre eben immer die, wo Menschen direkten Einfluss nehmen bzw. erfahren können.
    Und wem das so Erfahrene gefällt, die/der mag vielleicht auch mal selbst geben, nicht nur nehmen, oder gebend weitere Kreise ziehen.
    das ist völlig richtig, aber es ist nicht systemverändernd.

    man kann natürlich auch politisch handeln ohne ein system zu verändern, dann sorgt der persönliche einsatz dafür, dass die härten etwas abgemildert werden.

    eine veränderung der ursachen bewirkt man so aber nicht. - nur weil es oben eigentlich darum ging.

  9. Moderation

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Gerade an anderer Stelle gelesen: "Wenn unsere Bezahlung und unsere Arbeitsbedingungen Sch*** sind, dann hilft ein Meditationsraum auch nicht!"

    --

    Wenn ich so überlege, ist Resilienz bei Systemen und Konstrukten wesentlich weniger unklar als bei Individuen. Vielleicht, weil man es besser sehen kann: Was größer ist, scheppert lauter, wenn es auseinander- oder zusammenbricht. Man kann den Zeitverlauf unabhängig von biologischen Alterungsprozessen beobachten. Und man kann sich nicht darauf rausreden, daß das System "selber schuld" ist.

    Wenn der Rechner ständig abstürzt, wenn man ihn schief anguckt, und nach jedem Update wieder aufgepäppelt werden muß, merkt das auch jeder Benutzer.

    Kein Mensch, denke ich, hat Interesse an fragilen Sytemen, die jederzeit zusammenbrechen können, oder sich in positiven Rückkopplungen ins Absurde schaukeln, oder es unmöglich machen, für morgen zu planen.

    Und um den Kreis zu schließen, sind das zu einem großen Teil die Systeme, die wir uns im Namen der Effizienz geschaffen haben. Jetzt soll der Mensch in seiner Innenwelt richten, was er und seine Mitmenschen in der Außenwelt schlecht gebaut haben? Vielleicht ist das Wort deswegen so schwierig zu handhaben.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist gemäß Strangtitel aber eben ein Modewort. Ich glaube kaum, dass man sich „früher“ hätte anhören müssen: „jetzt sei doch einfach mal resilient, alles gar kein Problem“.
    Das ist ein rein lexikalischer Wandel.

    Ich brauch mir nicht mal Mühe zu geben, um mir haufenweise Varianten von "stell dich nicht so an" in den Kopf zu rufen.
    Obendrein: Die Philosophie, die Religion, und die Theologie suchen seit Jahrtausenden nach Methoden, mit dem Zustand, in der Welt Mensch zu sein, klarzukommen. Meditation wurde nicht gestern erfunden. Das einzige, was vielleicht neu(er) ist, ist die wissenschaftliche Methode.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. Moderation

    User Info Menu

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Ich beschreibe gesellschaftliche Realität und hinterfrage zuweilen Aussagen, mit denen sich Menschen von ihrer individuellen Verantwortung an dieser Realität freisprechen wollen.

    Wer sich davon gescholten fühlt, wird wissen, warum.

    Der Hinweis, dass Du auch Moderatorin bist, also "auch anders könntest", zeigt deutlich, was, wie und wer Du bist - auch so eine Realität.

    Da hast du den Hinweis von mir, dass ich den Hinweis als User schreibe und nicht als Moderatorin, missverstanden. Ich wollte möglichen Kritikern meines Hinweises, die sich hätten moderiert fühlen können, den Wind aus den Segeln nehmen. Hätte es nicht gebraucht, stimmt. Denn wer mich kennt, weiss, dass ich hier in diesem Forum gar nicht als Moderator eingetragen bin.


    Zu deinem langen Post #591 - da stimme ich dir in Vielem zu, Galah9 hat das, was mir heute früh beim ersten Lesen durch den Kopf ging, gut ausgedrückt. Da brauch ich das Gleiche nicht nochmal zu schreiben.

    Ich sehe da wie sie auch den dritten Weg.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    [...]
    Diejenigen, die sich dem gegenwärtigen kapitalistischen System nicht entziehen, und nicht in die innere Emigration flüchten, sondern versuchen, dem System von innen eine bessere Färbung zu geben.
    [...]
    All das verändert m.E. das System mehr zum Positiven als ein Rückzug. (Ein Rückzug ist dem System schlichtweg egal.)
    Und stärkt zudem die eigene Resilienz (durch Gefühl von Selbstwirksamkeit, Beitragen zur Gemeinschaft, Fokus auf Optionen,...) Und erzeugt bei anderen Menschen gute Gefühle - bei mir zumindest beim Lesen der Beiträge vieler UserInnen. (Ich denke, viele wissen genau, an welche UserInnen ich hierbei denke!)
    Eingefärbt von mir ...

    Eine persönliche Entwicklung, die hilft, in schwierigen Zeiten durchzukommen, hilft auch der Gesellschaft. Klar hat das dann auch Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft, und das ist immer auch politisch. Und ich seh da eine Wechselwirkung zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft.

    Vielleicht hat die Zeit des Neoliberalismus ausgedient und wir sind grad mitten im Umbruch.



    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Zeitmaschine ist ja leider noch nicht erfunden, aber das wäre die beste Option. Resilienz durch Technik.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das zugrunde liegende Problem wäre dann gelöst, und man müsste sich nicht weiter durch die Corona-Zeit buddeln. Ich sehe das in dem Gedankenexperiment schon als Bewältigungsstrategie - technologischer Art. Technologie löst Probleme oft besser als der Mensch.
    Das wäre für mich Weglaufen. In der nächsten Zeitzone stösst man dann auf neue Probleme und man ist immer noch nicht schlauer, wie man damit umgehen soll. Ausser wieder wegzulaufen oder Brainsurgery.



    Ich mach mich mal nackig. Ich hab mich bislang eigentlich für relativ resilient gehalten, bis mir die letzten 2 Jahre so richtig die lange Nase gezeigt haben. Beide Eltern in Europa innerhalb von 11 Monaten auf nicht so schöne Art gestorben (einer unter Corona), dann wieder zuhause: wochenlange Naturkatastrophen, Pandemie mit allen Begleiterscheinungen, Umsatzeinbrüche, bis hin zu diversen eigenen gesundheitlichen Themen, auf die ich grad gut verzichten kann. Das alles hat mir mehr in die Kniekehlen getreten, als ich erwartet hatte.
    Muss man durch, ist das Leben. Klar hab ich mir ein paar Werkzeuge über die letzten 58 Jahre angeeignet, aber die reichen nicht immer. Und das Zwischenfazit, das ich gerade ziehe: ohne Gemeinschaft, die anpackt, die vielleicht noch weitere Werkzeuge ausleihen kann, wäre alles noch viel schwerer. Und das denke ich, gilt es zu unterstützen, im Kleinen und im Grossen, dann bewegt sich auch was.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

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