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  1. User Info Menu

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Tja. Es ist wohl die Frage, soll man für sich selbst resilient sein oder für "die Gesellschaft"?

    Ich persönlich habe schon vor langer Zeit entschieden, dass ich "mein Ding am Rand der Gesellschaft" mache, will sagen, ich bin selbstständig, kann ganz gut davon leben, - und lebe einfach mein Leben.

    Dieses "wir alle zusammen, - wofür?" finde ich persönlich bedenklich. Vor allem, da das Ziel doch meistens "Gewinnmaximierung" heißt ... und sollte ich deswegen schlussendlich resilienter werden, um in dem Quatsch (sorry) mit zu machen?

    Ich finde es wichtig, dass ich klar bei mir selbst bin. Wer Reihenhaus und Kinder und Resilienz (um das alles zu finanzieren) für erstrebenswert hält: Bittesehr, gerne. :)

    Mein Weg ist das nicht und ich gucke genau, was ich in diesem Leben für sinnvoll halte und was ich persönlich einzubringen gedenke. Wenn das auf positiven aka fruchbaren Boden fällt: Gerne. Wenn nicht, dann ziehe ich halt weiter. Warum sollte ich Situationen resilient aushalten, die mir im Endeffekt schaden, weil sie gegen meine persönlichen Werte gerichtet sind?
    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Susisa Beitrag anzeigen
    Tja. Es ist wohl die Frage, soll man für sich selbst resilient sein oder für "die Gesellschaft"?

    (...)
    Für sich selber. Was für eine Frage

  3. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Für sich selber. Was für eine Frage
    So absurd finde ich die Frage nicht. Gerade im Kontext „Resilienz in Pandemie-Zeiten“. Wenn alle „für die Gesellschaft“ schön brav resilient sind, gibt’s weniger Arbeitslose (weil jeder das Ruder noch mal irgendwie herum reißt) und weniger psychisch Kranke. Trotzdem fange ich deshalb nicht mit Meditieren oder Achtsamkeit an . Da kann mich die Gesellschaft mal am Allerwertesten.

  4. Moderation

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Kara_Thrace, zwingt dich denn irgendwer, mit Achtsamkeit und Meditieren anzufangen? Wenn es nichts für dich ist, dann ist das doch okay, warum triggert dich das so, dass du es andauernd mit einem leicht abfälligen Unterton erwähnst?


    Ich bin der Meinung, dass solange jeder auf sich achtet (egal wie, da gibt es ja nun genug individuelle Möglichkeiten), es der Gesellschaft zugute kommt. Denn ... ummmmm ... wer ist denn die Gesellschaft? Eine Summe aus allen Mitgliedern.


    Und ich sehe den Begriff 'Resilienz' schon lange nicht mehr in Kombination mit Gewinnmaximierung, spätestens nicht mehr seit Januar 2020. Sondern mit einer gesunden sozialen Gesellschaft. Solange die nicht resilient ist, was sich bis auf den Grossteil der Mitglieder runterzieht, sehe ich in Zukunft schwarz für ein gutes Zusammenleben.
    'Grossteil' deshalb, weil es immer Menschen geben wird, die mal straucheln, die nicht klarkommen und die von Rest aufgefangen werden müssen. In Sinne einer gesunden Gesellschaft.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  5. Moderation

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Susisa Beitrag anzeigen
    Dieses "wir alle zusammen, - wofür?" finde ich persönlich bedenklich.
    Ich nicht. Ohne Gemeinschaft ist Alles nichts.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Susisa Beitrag anzeigen
    Tja. Es ist wohl die Frage, soll man für sich selbst resilient sein oder für "die Gesellschaft"?

    .........

    Ich finde es wichtig, dass ich klar bei mir selbst bin. Wer Reihenhaus und Kinder und Resilienz
    (um das alles zu finanzieren)
    für erstrebenswert hält: Bittesehr, gerne. :)

    .......
    ist doch prima, wenn man sich förderliche lebensumstände
    schafft
    Die Gedanken sind frei....

  7. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    So absurd finde ich die Frage nicht. Gerade im Kontext „Resilienz in Pandemie-Zeiten“. Wenn alle „für die Gesellschaft“ schön brav resilient sind, gibt’s weniger Arbeitslose (weil jeder das Ruder noch mal irgendwie herum reißt) und weniger psychisch Kranke. Trotzdem fange ich deshalb nicht mit Meditieren oder Achtsamkeit an . Da kann mich die Gesellschaft mal am Allerwertesten.
    Denkfehler.

    Du drückst damit aus, dass Du Dich selbst am Allerwertesten kannst. Wenn man so querliest, drängt sich einem bisweilen auf, dass Du eigentlich nicht sonderlich gut, freundlich, wertschätzend mit Dir umgehst. Und da macht es natürlich Sinn, lieber nicht so genau hinzuschauen und achtsamkeitsbasierte Verfahren verächtlich beiseite zu wischen.

    Niemand will, dass Du achtsam mit Dir umgehst und meditierst. Niemand hat daran ein Interesse.

    Du tust es oder Du lässt es.

    Ebenso wie Du darüber entscheidest, ob Du weiterhin mit einer Brille auf der Nase durch Dein Leben walzen willst, die so ziemlich alles und jeden abwertet und verachtet, belächelt oder zynisch kommentiert. Gnade vor Deinen Augen findest offenbar nicht einmal Du selbst und das, was Du als "oh, I´m such a tough cookie" transportierst, ist eigentlich eher traurig, insbesondere derzeit, weil Du zwar siehst, dass Deine bisherigen Kompensationsmechanismen nicht greifen und auch nicht greifen können, aber daraus nur ableitest, dass sich DIE WELT verändern muss und Du Winterschlaf hältst, bis das passiert.

    Es steht Dir frei, Dein "ich spür mich nicht" Programm weiter durch zu ziehen und nach Anerkennung im Aussen zu streben, die Du dann abhaken und hinter Dir lassen kannst, ohne Dich davon genährt fühlen zu können. Es steht Dir frei, über andere Menschen zu lachen oder die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die es inzwischen zum Thema Meditation und Achtsamkeit gibt, z.B. in Hinblick auf die Zunahme der substantia grisea im ZNS und da vor allem im "Performance" Teil Großhirnrinde, da also, wo die kognitive Luzie abgeht, zu ignorieren.

    Es ist Dein Leben.

    Und wenn Du Dir selbst am Allerwertesten vorbei gehst, wie Du schreibst - ja, auch das kannst Du tun, auch wenn ich Dir wünschen möchte, dass Du das noch einmal überdenkst.
    Geändert von Inaktiver User (17.02.2021 um 08:33 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Das halte ich für eine grobe Vereinfachung.
    Stark macht es, Probleme erfolgreich zu lösen, die Erfahrung zu machen, daß man es kann.
    Je nach Lösungsart macht das nicht unbedingt sozialkompatibel: Actionfilme sind voll von Leuten, die ihre Probleme erfolgreich lösen. Möchte man mit denen im Elternbeirat sitzen? Eher nicht.

    Augeliefert zu sein und festzustellen, daß man keine Macht über das hat, was mit einem geschieht, macht eher mutlos und ineffizient, jeden Moment fürchten zu müssen, daß der Blitz einschlägt, macht neurotisch, und sich ständig von Hunden gehetzt zu fühlen, macht dick (Dauerstreß -> schrottet die Stoffwechselregulierung).

    Resilienz, so gesehen, scheint mir in den Bereich der Fähigkeiten zu fallen, diese Folgen *nicht* zu haben. Weder zu Rambo noch zu einem Schatten seiner Selbst zu werden. Entweder, indem man seine Wahrnehmung der Situation ändert (alles nicht so dramatisch, was jetzt schiefgeht, ist nicht so kritisch, das hole ich auch wieder auf) oder indem man die Situation ändert (immer noch alles irgendwie suboptimal, aber ich mache es durch x und y besser, und das wirkt).
    Natürlich ist es grob vereinfacht, und es sind ja auch nur meine Erfahrungen - und meine Meinung dazu.

    Eine Eigenschaft hast du für meinen Geschmack nicht genannt: was aushalten könnnen.
    Dazu bedarf es vorher der Einschätzung: wie wichtig ist mir das. Nicht, was bringt es mir oder was habe ich davon.

    Von meiner Familie her kenne ich den Begriff: der ist labil für "schwache Menschen".
    Was immer das ein soll. Aber, gerade an meiner Oma habe ich eine gewisse Lebensklugheit beobachtet.

    Erkenne dich selbst. Dann mutest du dir weder zu wenig noch zu viel zu.
    Sie hatte für ihr Alter entschieden mit ihrer jüngsten Tochter und deren Familie zusammen zu leben.
    Das fand ich nun nicht gerade stark, zumal sie da fast devot wurde.

    Sie wusste aber, dass das eben für sie doch die geeignete Lebensform ist.
    Und da liegt wohl der Hase im Pfeffer was Resilienz betrifft.

    Sei ehrlich zu dir selbst, verfolge kein falsches Heldentum oder nur den Zeitgeist.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Natürlich ist es grob vereinfacht, und es sind ja auch nur meine Erfahrungen - und meine Meinung dazu.

    Eine Eigenschaft hast du für meinen Geschmack nicht genannt: was aushalten könnnen.
    Dazu bedarf es vorher der Einschätzung: wie wichtig ist mir das. Nicht, was bringt es mir oder was habe ich davon.

    Von meiner Familie her kenne ich den Begriff: der ist labil für "schwache Menschen".
    ........


    da wüßte ich gerne, was genau mit "schwache" menschen gemeint ist.

    und wo die abgrenzung zwischen wichtig sein vs. was bringt es einem ist.
    Die Gedanken sind frei....

  10. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Niemand will, dass Du achtsam mit Dir umgehst und meditierst. Niemand hat daran ein Interesse.
    Na, so einfach ist das nicht. Meine Krankenkasse schickt mir ständig Angebote für Online-Kurse, und „Achtsamkeit für Führungskräfte“ wird einem auch permanent präsentiert auf allen möglichen Kanälen. Also scheint da schon der Wille „von außen“ zu sein, sich dieses Trends anzunehmen. Kommt ungefähr in der gleichen Frequenz wie „New Work“, was ich mittlerweile auch nicht mehr hören kann.

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