Ich möchte noch hinzufügen: dass man keinen Sinn mehr hat im Leben und nur noch im Strudel kämpft, dieser Kampf dann zum (einzigen) Lebenssinn wird.
Das kann einen auch umhauen, wenn es einem an äußerlichen Umständen gemessen gut geht.
..... Wichtig ist nicht, was für einen Impuls man spürt, sondern welchem man folgt.![]()
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29.01.2021, 21:41Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
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29.01.2021, 22:06Inaktiver User
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29.01.2021, 22:23
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Das siehst Du so. In diesem Strang habe ich das sonst von niemandem gelesen. (Ich mag etwas ueberlesen haben, aber die ueberwaeltigende Mehrheit sieht das nachweislich anders.) Du hast anfangs geschrieben, in einem anderen Strang (?) kaeme es Dir (!) so vor, als wuerde ein diesbezueglicher Wettbewerb ausgetragen. Du selbst findest das offenbar doof. Hier finden die allermeisten auch, dass es doof ist und keine adaequate Definition von Resilienz. Warum willst Du es denn unbedingt so verstehen? Kapier ich nicht.
Kommt mir vor wie jemand, der unbedingt nicht Zug fahren will, weil man vor 200 Jahren glaubte, der menschliche Organismus wuerde Geschwindigkeiten von mehr als 30km/h nicht ueberleben und weil irgendwelche Sonderlinge das wieder ausgegraben haben. Ja, eigentlich waere Zugfahren praktisch, und ja, es gibt jede Menge Leute, die versichern, dass es ungefaehrlich ist, aber nein, die boesen, boesen Laberer haben einem das Zugfahren vermiest.
Warum orientierst Du Dich an Leuten, denen Du gar nicht zustimmst?Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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29.01.2021, 23:00
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29.01.2021, 23:10
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Ihr habt ja auch alle wieder so irre viel interessantes geschrieben.

Entlastungsgedanke... Das Wort/Konzept kannte ich noch nicht, danke dafuer. Hm. Klar, insgesamt gesehen war ich natuerlich noch resilient (genug). Ich hatte diese spezielle Situation noch nie als Entlastungsmechanismus betrachtet, sondern als "catastrophising" (wovon ich vor einiger Zeit schonmal geschrieben hatte), und leider neige ich dazu, unter Stress, aber auch in Streitgespraechen. Und damals war das fuer mich eben ein Warnsignal, dass etwas nicht in Ordnung ist. (Es war eine jahreszeitliche Verstimmung, oder wie das korrekt heisst, und ich konnte mein Wohlbefinden durch ein paar Verhaltensweisen/Hausmittel auch erheblich steigern.) Aber ja, vielleicht ist es auch unbewusste Strategie von mir, zu uebertreiben um mich selbst zu der Schlussfolgerung zu zwingen, dass es natuerlich nicht so schlimm ist. (Im Gespraech ist das nicht immer eine hilfreiche Strategie.
)
Offenbar hat Resilienz viel mit Verhaeltnismaessigkeit zu tun:
Ja, genau.
Und eben wieder die Verhaeltnismaessigkeit: Wenn jemand sehr traumatische Erlebnisse ueberwindet, ist das schon besonders beeindruckende Resilienz.
Wenn jemand an Petitessen verzweifelt (wie meinem weggefahrenen Bus), dann kann man das wahrscheinlich wirklich als fehlende Resilienz bezeichnen - nicht im Sinne einer Schuldzuweisung. In den meisten Faellen wird es von aussen relativ schwer zu beurteilen sein, wie schwer eine spezifische Last einen spezifischen Menschen wirklich drueckt.
Ja, sehe ich bei beiden Beitraegen durchaus auch so - also im Grunde wieder Frage der Verhaeltnismaessigkeit.
Ja, vor allem zu den letzten beiden Absaetzen. Doch, ich merke fuer mich, dass ich jetzt gerade auf dem "Verhaelnismaessigkeitstrip" bin.
In Deinem ersten Beispiel wuerde ich auch sagen: Da ist zu wenig Resilienz. Ein Blickwinkel, der sich mit Unterstuetzung vielleicht korrigieren liesse. Daraus will ich jetzt keine "Schuld" ableiten, eher sowas wie Kontrolle.
Bei der Bekannten (Unterstreichung von mir), die soviel hat aushalten muessen - da ist wohl auch keine ausreichende Resilienz - mehr? - vorhanden, aber ich da bin ich unsicherer, inwieweit sie noch Kontrolle uebernehmen kann. Wenn sie so viel "auf die Omme" gekriegt hat, waere womoeglich auch die dollste Resilienz irgendwann aufgebraucht gewesen (?).
Das betrifft jetzt wieder nicht den Aspekt, was Resilienz ist, sondern inwieweit man Kontrolle ueber die eigenen "Reserven" hat.Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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29.01.2021, 23:57Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Weil ich die anderen Begründungen, die nicht auf dem Wertbewerbsgedanken beruhen, reichlich schwammig finde. Wir waren ja schon bei dem Punkt, dass ein Sprung vor den Bus auch als „Lösung“ ausgelegt werden kann, und das Nicht-Springen als Form der Resilienz - da wird‘s mir dann irgendwie zu esoterisch. Deshalb bin ich dafür, „Resilienz“ zum Unwort des Jahres 2020 und 2021 zu erklären. Dann bräuchten wir es jedenfalls nicht mehr zu definieren, und der Tatsache, dass es gern zur Unterscheidung zwischen den „Guten“ (= Resilienten) und den „nicht Guten“ (= nicht Resilienten) gebraucht wird, wäre Rechnung getragen.
Und um noch mal zum Strangtitel zurückzukommen - gerade die Pandemie zeigt doch, dass die Ausgangssituationen so eklatant unterschiedlich sind, dass nicht derjenige gewinnt, der resilienter ist, sondern derjenige mit den besseren Voraussetzungen. Wir sitzen nämlich nicht alle im gleichen Boot, sondern die Boote sind sehr unterschiedlich. Will heißen: Die Leute in den Gewinner-Booten brauchen gar nicht resilient zu sein.Geändert von Inaktiver User (30.01.2021 um 00:06 Uhr)
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30.01.2021, 00:04
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Alles, was sich nicht einfachstens in schwarz-weiss, gut-boese, oben-unten einordnen laesst als "esoterisch" und "Unwort" (oder Un-Ding?) ablegen, damit man sich nicht mit komplexeren Definitionen beschaeftigen muss?
Klar, kann man machen. Dann mach doch.
Fuer mich ist es nichts. Und Du wirst nicht verhindern koennen, dass andere Leute eben ueber diese Nullsummen-Einfachdefinitionen hinausdenken. Hilft nur, sich selbst abzugrenzen, wenn man das nicht mag (was selbstverstaendlich eines jeden Recht ist).Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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30.01.2021, 00:39
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Kara, da stimme ich dir nicht zu.
Es ist kein Wettbewerb. Wenn es so bei dir ankommt, dann liegt das an deiner Grundeinstellung. Ich lese dich oft so, dass es nur um entweder Siegen oder Verlieren geht. Und zweite Sieger sind schon Loser.
Fuer mich gibt es in dem Thema Resilienz viele Zwischenstufen. Kleine Schritte, die dem Einzelnen schon weiterhelfen koennen. Step by step, auch wenn die Loesung noch nicht klar vor einem liegt.
Und auch in Bezug auf die Pandemie sehr ich keine Gewinner und Verlierer bedingt durch die Ausgangssituation (stabiler Job, schuldenfreies Haus, Wohnort). So schwarz-weiss ist das nicht.
Ich finde eher, dass die Pandemie den Finger auf die Stelle legt, wo es nicht rund laeuft. Ich hab Menschen gesehen, die finanziell mit dem Ruecken an der Wand standen und sich durch Umdenken und Losmarschieren neue Wege gesucht haben. Und auf der anderen Seite Menschen, die die besten wirtschaftlichen Voraussetzungen haben, in eine Depression rutschen und wie gelaehmt vor der Schlange sitzen."I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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30.01.2021, 08:41Inaktiver User
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30.01.2021, 08:58Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Vielleicht wird Resilienz deswegen mitunter als Modewort oder irgendwie unangenehm empfunden, auch in Beiträgen hier, weil der Begriff zu sehr als Machbarkeitsfaktor verstanden wird.
Als Leistungsmerkmal, eingekreist auf Erfolg und Versagen.
Für mich "funktioniert" das eher indirekt, man kann R. nicht 1:1 herstellen oder wie eine Sportart fokussiert trainieren. Wenn A, dann B - ich glaub, so läuft das nicht.
Weil, wie bereits an verschiedenen Stellen beschrieben, mehrere Faktoren eine Rolle spielen.
Man kann nur an einigen dieser Schrauben drehen, und auch nur dann, wenn man es überhaupt will.
Das "Nichtwollen" ist eine Verweigerungshaltung oder Schutzhalltung. Das finde ich objektiv gesehen weder gut, noch schlecht - es kann Gründe dafür geben, die wichtiger sind als R. zu fördern oder sich überhaupt nur ernsthaft damit auseinander zu setzen.
Wenn z.B. das Selbstbild zusammenbrechen würde, wenn man mal die Perspektive ändern müsste dafür. Oder gar Wertmaßstäbe in Frage stellen.
Es ist auch ein Gut der Freiheit, dass es einem schlecht gehen darf.
Ganz unabhängig davon, ob man es nicht besser kann, die Umstände zu desaströs sind, oder weil man es eben nicht anders will.
Für mich ist der Begriff R. eher als beschreibender Begriff interessant, oder zum Austausch darüber, welche Schraubendrehstrategien für andere nützlich sind. Ich kann immer noch was lernen.



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