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  1. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen

    [.....]

    Ich hatte also die Fähigkeit und mit Mitte 30 ging sie flöten. Woran das liegt? Keine Ahnung.

    Das ist deine Interpretation.
    Es steht mir nicht zu, dich von etwas anderem überzeugen zu wollen.

    Ich will nur meine Interpretation erwähnen: Du wendest auf irgendwelche schwierige Umstände in deinem Leben bzw. auf die Bewältigung dieser Umstände das Konzept Resilienz und meinst, bis Mitte 30 warst du resilient, danach weniger oder kaum ("......ging sie flöten").
    Ähnlich könnte man sagen, "Warum konnte sie die 100 m in Bestzeit laufen und musste aber beim Marathon erst nach 3,5 Stunden ans Ziel kommen?!"

    Es ist eben nicht vergleichbar.


    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Kann man es verlernen? Ich denke nicht. Sie kann aber schwächer werden.

    Es spielen so viele Faktoren rein, die davon abhängig sind.

    "Es".. Was ist es? Ich glaube, man schüttet oft viel zu viel hinein.
    Das Wort wird oft zu Unrecht benutzt. Ist zu einer Art Sammelbegriff geworden, in das jeder nach eigenen Vorstellungen beliebig viel hineinwirft.
    Aus dem Diffusen, Unklaren leitet man dann irgendwelche Schlüsse ab.
    Ich glaube, das ist nicht hilfreich.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Sehr interessantes Thema und brachte mich gleich auf Folgendes.
    Ich war bis zu meinem 7. Lebensjahr ein Einzelkind und wenn ich etwas angestellt hatte ,dann musste ich in meinem Zimmer ins Bett gehen und musste dort bleiben ohne Bücher anschauen zu dürfen sondern einfach nur so.
    Lange manchmal bis zum Einschlafen.

    Das hatte ich übrigens wirklich verdrängt , fiel mir aber ganz spontan gerade wieder ein beim Punkt , ist Resilienz erlernbar ?

    Wenn ich das heute übersetzen würde, bin ich Meisterin im Ausharren und das bin ich tatsächlich. Denn in dieser nachmittaglichen Langeweile begann ich mir meine innere Welt schön zu denken, um nicht an meiner Langeweile zu sterben.

    Diese Erfahrung kommt mir jetzt in Coronazeiten wirklich zu Gute (obwohl ich nicht apelliere, das Kindern anzutun!!!), ich kann mich aus dieser Situation gerade erheben und herausdenken und ganz viel finden,was mir gefällt und gut tut.
    Ich glaube schon , dass Resilienz erlernbar ist, nur sind die Methoden nicht mit unserer Sicht der Kindererziehung zu vereinbaren.
    Geändert von going_to (15.01.2021 um 09:52 Uhr)

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Ich hab Resilientäz bisher immer als etwas verstanden, was man mitbringt beziehungsweise, was sich aus dem Zusammenklang von Mitgebrachtem und frühzeitig Erlebtem im ersten Lebensjahr schmiedet.

    Meiner bescheidenen Beobachtung nach im Familien- und Freundeskreis (ja nur paar Einzelfälle) und bei mir selbst kann man zwar trainieren, mit Dingen besser klarzukommen.

    Aber das sind schon nur an sich Auswirkungen (Teppichfransen außen am Teppich), die beeinflussbar sind, Kosmetik, ok auch Muskeln.
    Also der Umgang mit sich selbst.

    (Vielleicht auch ein besseres Ausschöpfen der Kapazität. Aber nicht das Maß der Kapazität an sich.)

    Lasse mich aber liebend gerne eines besseren belehren, schon mal aus egoistischen Gründen: ich hätte gern mehr davon ;-)
    Das Leben ist schön.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ähnlich könnte man sagen, "Warum konnte sie die 100 m in Bestzeit laufen und musste aber beim Marathon erst nach 3,5 Stunden ans Ziel kommen?!"

    Es ist eben nicht vergleichbar.
    Ich finde deinen Vergleich gerade sehr interessant, weil mir gesagt wurde, daß ich mein "pulver" im Sprint verbraucht habe obwohl es für den Marathon ausgelegt war ;)
    When a man tells you A and does B, believe B because A is what hes trying to get you to believe, B is who he is

  5. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Ich finde deinen Vergleich gerade sehr interessant, weil mir gesagt wurde, daß ich mein "pulver" im Sprint verbraucht habe obwohl es für den Marathon ausgelegt war ;)

    Zufall..

    Ich würde sagen, gewisse Umstände im Inneren, die man nicht kennt, führen dazu, dass man eine Situation x bewältigt, während für eine andere Situation das Passende fehlt.

    Menschen können auch "brechen". Wie ein Schlag, aus dem man sich (zunächst, eine ganze Weile oder manchmal auch nie bzw. nicht mehr) nicht erholt.
    Manchmal braucht es sogar nicht viel dazu und man weiß es nicht immer, an welchen Stellen man ganz besonders verwundbar ist.

    Ein Mensch, der geliebt wird, der Menschen um sich hat, die einen lieben (nicht nur gern haben), kann oft mehr verkraften als jemand, der niemanden um sich hat, dem er wichtig ist und von dem er geliebt wird.

    Geliebt zu werden ist eine große Kraftquelle.
    Kennt man auch aus der Onkologie.
    Manche Krebstherapien bringen Menschen an die Grenzen des Ertragbaren. Für jemanden, der niemanden hat, kaum zu ertragen.
    Hat man jedoch im tiefstem körperlichen und seelischen Leiden eine Hand, die die eigene Hand hält, eine geliebte, vertraute Stimme, ist das die Verbindung zum Leben auf der "anderen Seite", während man selbst im Dunkel des Leids versunken ist und alles nur dunkel ist und das Leben nur eine Tortur.
    Ohne die Hand, ohne die Stimme würde man sich vielleicht aufgeben..

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Resilienz hat man oder eben auch nicht. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Deswegen kann ich auch mit dem Wort Achtsamkeit persönlich absolut nichts anfangen. Völlig überflüssig, brauche ich nicht, denn ich sorge schon dafür, dass es mir gut geht. Das ist quasi mein angeborener Selbsterhaltungstrieb.

    Wahrscheinlich kann man den Umgang mit bestimmten Situationen trainieren, aber ich halte das für wesentlich schwieriger als wenn man von Natur aus „widerstandsfähig“ ist.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Ich habe viel von Mira Czutka über Resilienz gelernt - durch meinen Arbeitgeber konnte ich an Seminaren teilnehmen (und ich denke schon, dass da die Interpretation "wie kriegen wir ihn leistungsfähiger" durchaus ihre Berechtigung hat).

    Sie nennt Resilienz auch "Glücklich wie ein Bambus", und ich finde, das trifft es gut.

    Ein "Fels in der Brandung" wird irgendwann auch mürbe und porös. Ein Bambus ist flexibel im Wind, sehr biegsam, aber dennoch unglaublich stabil. Er kann in seine Ausgangsposition zurück und er ist auch extrem überlebensfähig (das weiß jeder, der mal einen Bambus ohne Rhizomsperre gepflanzt hat ;-)). Dieses Bild finde ich total gut.

    Für mich bedeutet Resilienz nicht nur Widerstandsfähgikeit und "dickes Fell". Sondern auch Neugier auf Neues, Flexiblität und eine positive Grundhaltung.

    Ein für mich total wichtiger Aspekt darin sind die Glaubenssätze und Erfahrungen, mit denen man sich so herumschlägt.

    Was mir vor mittlerweile sechs Jahren total geholfen hat ist ein Seminar, das sie "Sweet Spot" nennt. Da haben wir zwei Tage lang geübt, wie wir unsere Stärken herausfinden (die Schwächen kennt man meist eh), wie wir herausfinden, was unser Umfeld von uns erwartet (Familie, Job etc.) und wo sich bei beidem eine Schnittmenge finden kann.

    Wenn Du erst einmal eine sagen wir mal "Comfortzone" für Dich etabliert hast und weißt, das sind meine Talente, das kann ich total gut (ich hab zum Beispiel herausgefunden, ich kann mich total gut durch Sachen durchbeißen, selbst wenn sie schwierig sind, ich sie lästig und anstrengend finde oder andere sie für völlig unmöglich halten) - dann hast Du ganz schnell ein Selbstbewusstsein, bei dem Du weißt: selbst wenn die Dinge saublöd laufen und alles den Bach heruntergeht, dann habe ich Mittel und Wege (und sei es eine tolle Familie oder ein Sondertalent in einem Bereich), um mich aus der Misere zu holen.

    Das war MIR gar nicht so bewusst, dass ich da eine innere Resilienz habe, die ich nur nutzen muss. Ich habe seither drei Unternehmens-Umstrukturierungen überlebt, weil ich irgendwie wusste, wenn die mich entlassen, ich kann bestimmte Dinge, ich geh nicht unter. Ich habe seither - eben mit dem Wissen, ich hab ein Talent dafür mich durch Dinge durchzubeißen, die nervig, blöd und unmöglich sind und die keiner machen will - immer wieder neue Betätigungsfelder gefunden, sodass man mich dann doch brauchte.

    Und ich glaube im Gegensatz zu anderen, dass das jeder Mensch irgendwie kann, dass vielen aber nicht bewusst sind, worin sie stark sind und was ihnen hilft, sich zu wehren, zu bestehen und idealerweise glücklich und zufrieden zu sein.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ....Ein Mensch, der geliebt wird, der Menschen um sich hat, die einen lieben (nicht nur gern haben), kann oft mehr verkraften als jemand, der niemanden um sich hat, dem er wichtig ist und von dem er geliebt wird.....
    Klar, weiss glaube ich nahezu jede/r aus eigenem Erleben.

    Nur gilt das auch umgekehrt: die Liebe kann stärken/beflügeln, aber sie kann einen aber auch reinreissen. Nicht nur bei einer Trennung. Wofür dann wieder Resilienz erforderlich ist.....

    Wie sagte schon Khalil Kibran in seinen Ausführungen "Von der Liebe" u.a.: ..... Denn ebenso wie die Liebe euch krönt, so wird sie euch kreuzigen. Sie fördert euer Wachstum, aber sie stutzt euch auch zurecht......".

    Und abgesehen davon ist es nicht jedem vergönnt, zur richtigen Zeit den richtigen(?) Partner um sich zu haben.

    Will sagen: Resilienz muss meiner Meinung nach in einem selbst liegen. Wunderbar, wenn es einen geliebten Menschen gibt, aber auch sonst sollte man/frau "überlebensfähig" sein (was immer das heisst)

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Interessant in dem Kontext finde ich auch diesen Artikel über die "Höhlenkompetenz", die wohl in der Pandemie besonders helfen soll: Erbe: „Hohlenkompetenz“ hilft in der Pandemie - science.ORF.at

  10. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Ich wusste schon immer, dass ich ein Höhlenmensch bin. :-)

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