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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen

    xanidae, natürlich gibt es Möglichkeiten. Trotzdem wird eine erlernte/erarbeitete Resilienz kaum an die Ruhe und Nervenstärke von Menschen mit guten Bedingungen in den wichtigen Jahren rankommen. Wettbewerb sehe ich da allerdings keinen, höchstens Neid.^^

    Da wäre ich nicht so sicher.

    Ich erinnere mich da an einen Fall von vor vielen Jahren, da ist ein erfahrener Formel-1-Pilot (David Coulthard) abgestürzt - ich glaube mit dem Hubschrauber oder Sportflugzeug. Er war Passagier, es ist nicht viel passiert, aber so ein Absturz ist natürlich ziemlich heftig.


    Jedenfalls war er gerade auch psychisch sehr sehr schnell wieder auf den Beinen, und damals wurde theoretisiert, dass er unter anderem deswegen so gut mit diesem Erlebnis umgehen konnte, weil er seit Jahren Rennwagen fuhr und also innerlich auf die Situation "Schwerer Crash" vorbereitet war.


    Nun ist auch David Coulthard in den ersten 3 Lebensjahren sicher nicht Formel 1 gefahren, diese Resilienz hat er also vermutlich später noch erworben.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Resilienz ist durchaus beeinflussbar. Z. B. Wenn man lernt mit Stress umzugehen, wie mit Mindfulness, Yoga, Autogenem Training, Sport, Zeitmanagement, Meditieren, Kreativ sein, uvm.
    .
    Mentale Kniebeugen und Sonnengrüsse, sag ich doch Wobei ich „Sport“ als solches da nur bedingt sehen würde, das kommt sehr auf den Kontext an. Würde ich nicht so viel Sport machen, hätte ich vermutlich ein paar Resilienz-Probleme weniger.
    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

    Life is better at the finish line. (unbekannter Sportler)

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Trotzdem wird eine erlernte/erarbeitete Resilienz kaum an die Ruhe und Nervenstärke von Menschen mit guten Bedingungen in den wichtigen Jahren rankommen.
    Das glaube ich auch.
    Man kann schon einiges machen, aber wer "von Haus aus" so eine bestimmte Stabilität mitbekommen hat- hat da schon ein tolles Geschenk in sich.
    Man kann sich nähern aber ein wirkliches Einholen ist nicht möglich.

    Und geht es nicht auch immer wieder darum, dass man eben nicht alles verändern oder verbessern muss- sondern auch so manches gut ist, wie es ist? Manches IST Mist und das darf dann auch so genannt werden- und man darf auch mal im Selbstmitleid baden!

  4. Moderation

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Und geht es nicht auch immer wieder darum, dass man eben nicht alles verändern oder verbessern muss- sondern auch so manches gut ist, wie es ist? Manches IST Mist und das darf dann auch so genannt werden- und man darf auch mal im Selbstmitleid baden!
    Halte ich für einen wichtigen Teil von Resilienz. Oder sogar Achtsamkeit? Nicht permanent funktionieren zu wollen, sondern sich auch Raum zum Jammern / Ärgern / Trauern nehmen. Jemand hat das schonmal geschrieben (entschuldigt, dass ich es gerade nicht finde): Ohne dieses (auch mal einfach alles kxcke / zuviel finden) unterdrückt man nur Gefühle.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Trotzdem wird eine erlernte/erarbeitete Resilienz kaum an die Ruhe und Nervenstärke von Menschen mit guten Bedingungen in den wichtigen Jahren rankommen. Wettbewerb sehe ich da allerdings keinen, höchstens Neid.^^
    Allerdings ticken auch die Kinder der gleichen Eltern mitunter vollkommen unterschiedlich.

  6. Moderation

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Überall geht´s um Stress-Reduktion und tatsächlich kann dazu wirklich JEDER was für sich tun.
    Ein wesentliches Mittel zur Streßreduktion: Sich nicht für etwas verantwortlich zu fühlen oder zu machen, über das man keine Macht hat...

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Wir können von außen keinen Massstab anlegen, wann etwas "resilientwürdig" ist und wann nicht.[...]wer will bei sowas werten?
    Das ist eine von den Sachen, die man nur in der Retrospektive sehen kann, denke ich.
    So wie, "hat der Fallschirm sich geöffnet?"

    ***

    Wobei, wie schon gesagt wurde, Resilienz ja ein Begriff ist, der nicht nur auf Leute angewendet wird, sondern auf alle dynamischen Systeme. Das zeigt schon, daß es einen Effekt beschreibt und keine Aktion. Natürlich gibt's systemtheoretisches Wissen und Ingenieurswissen, wie man verhindet, daß ein System fragil konstruiert wird. Das läßt sich aber auf Menschen eher metaphorisch anwenden.

    Wenn die Maschine jedesmal stehen bleibt, wenn draußen ein Laster vorbeifährt oder wenn der Luftdruck fällt, wenn die komplette Orga zusammenkracht, wenn eine Person vergessen hat, ihr Handy zu laden, dann sagt man nicht "wer weiß, wozu es gut ist" oder "hätte das Handy mal Yoga gemacht", sondern, "wer hat denn den Mist gebaut."

    Trifft bei Menschen nicht zu, außer man hat Lust, mit Gott oder Mutter Natur zu zanken. Man kann nicht die Baupläne prüfen, den Entwicklungsprozeß zertifizieren, den TÜV holen. Statt dessen nimmt jeder mit, was er mitbekommen hat, tut, was er oder sie für richtig und angemessen hält, und manchmal kommt ein (metaphorischer!) Flummi dabei raus und manchmal eine Porzellanvase.

    Und solange man nicht auf den Boden kracht, kann es durchaus sein, daß man als Vase besser lebt als als Flummi....

    (Ich geh jetzt die freilaufenden Metaphern wieder einfangen.)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Borghild Beitrag anzeigen
    Allerdings ticken auch die Kinder der gleichen Eltern mitunter vollkommen unterschiedlich.
    Klar- weil "die gleichen Eltern" bedeutet doch auch nur, dasselbe Gesicht und derselbe Name
    Ansonsten ist schon der Blick eines jeden auf den anderen unterschiedlich- jeder geht mit jedem anders um und jeder hat sein eigenes Erleben.

  8. Moderation

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von MrsBingley Beitrag anzeigen
    Nun ist auch David Coulthard in den ersten 3 Lebensjahren sicher nicht Formel 1 gefahren, diese Resilienz hat er also vermutlich später noch erworben.
    Oder er ist jemand, der die richtige Kombi von Realismus, Optimismus, und Beharlichkeit und das grundlegende körperliche Potential (Belastbarkeit, Koordination) hatte, um Rennfahrer zu werden und dabei erfolgreich zu sein und zu lernen, daß diese Kombi funktioniert. Bei einem Unfall hat sie dann eben auch funktioniert.

    Die Kausalität kann auch B->A sein.

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Manches IST Mist und das darf dann auch so genannt werden
    Ich würde sagen, Anerkennung der Realität als Realität ist eine wichtige Komponente darin, mit der Realität umzugehen.
    Sich selber zu belügen bindet Ressourcen. Seine Gefühle die ganze Zeit vor allen, einschließlich sich selber zu verbergen, frißt Energie.

    Aber daß man etwas als das sehen darf, was es (für einen) ist, ist auch nicht in jeder Familie selbstverständlich. Oft ist die Deutungshoheit sehr ungleich verteilt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    [...]Trifft bei Menschen nicht zu, außer man hat Lust, mit Gott oder Mutter Natur zu zanken. Man kann nicht die Baupläne prüfen, den Entwicklungsprozeß zertifizieren, den TÜV holen. Statt dessen nimmt jeder mit, was er mitbekommen hat, tut, was er oder sie für richtig und angemessen hält, und manchmal kommt ein (metaphorischer!) Flummi dabei raus und manchmal eine Porzellanvase.

    Und solange man nicht auf den Boden kracht, kann es durchaus sein, daß man als Vase besser lebt als als Flummi....

    (Ich geh jetzt die freilaufenden Metaphern wieder einfangen.)
    Lass sie laufen, mir gefallen diese Metaphern.

  10. Moderation

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Ich würde gerne mal ein anderes Buzzword einwerfen, nämlich Talebs Wortkreation "Antifragilität" - also das Konzept, dass manche Dinge, Menschen, Systeme stabiler werden, nachdem sie belastet wurden.
    In Wirtschaftskrisen kann man das gut beobachten: Manche Unternehmen stehen nach Krisen besser da als vorher. Zum einen, weil der Markt bereinigt wurde. Zum anderen, weil die Krise Antrieb gegeben hat, schnellere Entscheidungen zu treffen, effizienter zu werden und unrentable Projekte zu stoppen.

    Manchmal im Leben habe ich das auch so empfunden: Nach einer Krise hat man seinen Laden aufgeräumt, Energiefresser eliminiert, neues Handwerkszeug gelernt. Man ist stärker geworden. Es gibt so etwas wie "posttraumatisches Wachstum".
    Es kann aber auch anders laufen. Man wird mürbe, bitter und argwöhnisch. Eine gewisse Grunderschöpfung bleibt und geht auch nicht wieder weg.

    Irgendwo da liegt der Unterschied zwischen Zerbrechlichkeit, Robustheit/Resilienz und "Antifragilität", also der Fähigkeit, nach einer Belastung noch stabiler zu sein als vorher.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

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