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  1. Moderation

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Hat der Katastrophenmodus wirklich was mit Resilienz zu tun?
    luftistraus, d'accord zu allen Deinen Gedanken, nur meinte ich das nicht, als ich von meiner Tendenz schrieb "in den Katastrophenmodus zu schalten". Ich meine damit, dass ich leider dazu neige, Dinge zur Katastrophe bzw. zur zukünftigen Katastrophe aufzublasen, die gar keine sind. Und selbst wenn, wären es keine vom Kaliber Krieg, Gewaltverbrechen, Naturkatastrophe usw.
    In dem Bereich bin ich jetzt besser, aber zur Veranschaulichung: Klappt etwas in einem Projekt nicht, z.B. eine Aufgabe kann nicht wie geplant bearbeitet werden, brach mir früher der Schweiß aus und die Gedanken galoppierten davon: 'Oh Schrecken und Horror, jetzt kann ich keinen vernünftigen Bericht abgeben, ich bin ein völliger Versager, niemand wird mir je wieder einen Auftrag erteilen.... '
    Heute atme ich tief durch, und suche Alternativen oder hole mir Hilfe.

    Da, würde ich sagen, bin ich resilienter geworden. Wenn man das Wort nicht mag, kann man natürlich auch sagen: Ich schätze meine Optionen besser ein; oder: ich habe meine Arbeitsweise verbessert. Das wäre jetzt ein Fall, in dem ich sehr viel beeinflussen konnte. Das wird meiner Ansicht nach auch nicht weniger wert dadurch, dass es natürlich Situationen oder echte Katastrophen gibt, wo ich wenig bis nichts beeinflussen kann.

    @Prilblume (und andere): Hinter dem Wettbewerbsgedanken in diesem speziellen Zusammenhang vermute ich das, was ich das "hierarchische Nullsummenspiel-Weltbild" nenne. Wenn jemand in einer Situation resilient ist oder agiert, dann heißt das automatisch, dass jemand anderes weniger resilient ist. Und weil man unbedingt eine Hierarchie aufmachen muss, ergeben sich daraus dann "Gewinner und Verlierer". Und wenn man ganz hardchore ist, verbindet man damit dann gerne noch Sanktionen.
    Insbesondere in der Arbeitswelt fügt sich das ja auch wunderbar an den Leistungsgedanken an.
    Ich weigere mich nur, Resilienz auf diese Anwendung einzuschränken.


    Ich fand mich auch am ehesten bei frangipani, Charlotte, kenzia und Prilblume wieder. Besonders freue ich mich über die Literaturtipps hier im Strang, denn irgendwie wird mein Wissen immer weniger.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Prilblume Beitrag anzeigen
    Wat denn gezz?
    Findze Resilienz doof, weil es ein Wettbewerb ist?
    Oder Findzes doof, weil es keiner ist?
    Nun, mein Punkt ist: an so was wie „Resilienz aufbauen“ oder gar „trainieren“ glaube ich einfach nicht. Menschen reagieren unterschiedlich auf unterschiedliche Situationen, und wer in Situation A ein „Musterbeispiel“ der Resilienz ist, muss es in Situation B nicht sein.

    Und ich würde gern noch mal auf das Thema „eigene Werte und Art der Krise“ zurückkommen. Weil das aus meiner Sicht nämlich sehr wichtig ist. Was direkt in meinen eigenen Wertekanon (von manchen auch liebevoll „Glaubenssatz“ genannt) eingreift, damit wird man schlechter klarkommen, als wenn sich die Katastrophe eher in der Peripherie ereignet. Ist jemand mit Peripherie-Katastrophe dann“ resilienter“? Nein, würde ich nicht sagen. Der hatte eher gar keinen Grund, resilient zu sein, weil das Problem für ihn ja gar nicht so schlimm war.
    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

    Life is better at the finish line. (unbekannter Sportler)

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Ist jemand mit Peripherie-Katastrophe dann“ resilienter“? Nein, würde ich nicht sagen. Der hatte eher gar keinen Grund, resilient zu sein, weil das Problem für ihn ja gar nicht so schlimm war.
    Das kommt doch auf den Menschen an, wie er es empfunden hat!
    Wie "Zuschauer" eines Verkehrsunfalls mehr geschockt sein können, als die Betroffenen.

    Wir können von außen keinen Massstab anlegen, wann etwas "resilientwürdig" ist und wann nicht.
    Das mag bei offensichtlichen Katastrophen funktionieren, aber selbst das Versterben von Elternteilen ist für den einen unerträglich- für den anderen eine Erleichterung- und wer will bei sowas werten?

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    .

    Wir können von außen keinen Massstab anlegen, wann etwas "resilientwürdig" ist und wann nicht.
    Das mag bei offensichtlichen Katastrophen funktionieren, aber selbst das Versterben von Elternteilen ist für den einen unerträglich- für den anderen eine Erleichterung- und wer will bei sowas werten?
    Ganz genau. Und deshalb sind Aussagen wie „ihr müsst nur an eurer Resilienz „arbeiten“, dann werdet ihr bessere Menschen“ eben unsinnig. Am besten noch gepaart mit „stellt euch nicht so an, anderen geht‘s viel schlechter“. Das schwingt da auch immer mit. Gehört für mich in die gleiche Kiste wie „wer weiß, wofür das gut war“ .
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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Ganz genau. Und deshalb sind Aussagen wie „ihr müsst nur an eurer Resilienz „arbeiten“, dann werdet ihr bessere Menschen“ eben unsinnig. Am besten noch gepaart mit „stellt euch nicht so an, anderen geht‘s viel schlechter“.
    Diese Aussagen habe ich jetzt hier im Strang nicht gelesen- ich könnte aber so einer Argumentation auch nicht folgen.

    Natürlich leben wir in einer Leistungsgesellschaft, natürlich soll man leistungsfähig und belastbar sein- an dem Bild schrauben ja auch fleißig genug Menschen mit

    "besser" gibt es nur im Vergleich und da wird es schwierig beim Thema Resilienz- wiegesagt, WAS als negative Belastung empfunden wird, ist sehr subjektiv. Wer wollte das nun bewerten? Das geht doch gar nicht.

  6. Moderation

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Prilblume Beitrag anzeigen
    Das mag alles sein, und wenn man Resilienz als aktiv betriebene (Selbst-)
    Optimierung begreift, kann ich deinen Unmut bez. des Wettbewerbsgedankens ja verstehen. Aber du hast dich ja ausdrücklich darauf bezogen, dass man entweder resilient ist oder nicht und selbst nichts dran ändern kann. Und DAS dann beklagt und mit Wettbewerb und Kampf konnotiert ....
    Drüber hinaus: Gibt's nicht einen Unterschied zwischen persönlicher Resilienz, wo Gene eine große Rolle spielen können, und der von Unternehmen, die strategisch für alle Lagen geplant ist? Der ökonomische Begriff hat natürlich mit Wettbewerb zu tun. Widerstandsfähige und clevere Firmen stehen natürlich in Krisen immer besser da und können ihre Vorteile nutzen.

    Ein nervenschwacher Mensch kann doch nur bedingt dran arbeiten, resilienter zu werden.
    Der Adler fängt keine Mücken.

    Schauen wir nach vorn, solange wir noch sehen können. [< München Mord]

    Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Der ökonomische Begriff hat natürlich mit Wettbewerb zu tun. Widerstandsfähige und clevere Firmen stehen natürlich in Krisen immer besser da und können ihre Vorteile nutzen..
    Oder sie waren nicht resilient, sondern hatten einfach Glück. Timing is everything.
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  8. VIP

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Resilienz ist durchaus beeinflussbar. Z. B. Wenn man lernt mit Stress umzugehen, wie mit Mindfulness, Yoga, Autogenem Training, Sport, Zeitmanagement, Meditieren, Kreativ sein, uvm.
    Eine realistische Einschätzung von Zielen und wie sie erreichbar sind. Die eigenen Fähigkeiten kennen und einschätzen können. Eigene Erfolge würdigen und wissen, mit welchen Strategien man diese Erfolge erreicht hat.
    Gefühle wahrnehmen und erkennen, wann man Hilfe braucht.
    Kontakte und Freundschaften knüpfen, Konflikte lösen, sich selbst behaupten können.

    Das sind alles Fähigkeiten, die zu Resilienz gehören.

    Diese Fähigkeiten sind nützlich, um Krisen zu bewältigen.

    Bei Erwachsenen, die trotz immenser Risikofaktoren (Armut, Gewalt, etc) nicht die Verhaltensweisen ihrer Familie wiederholen, vergleichsweise erfolgreich sind, spricht man von Resilienz. Sie haben trotz der Risikofaktoren viele Schutzfaktoren erfahren, die dies ermöglicht haben.

    Die Kauai-Studie hat ergeben, dass erstgeborene Mädchen resilienter sind als andere in der Geschwisterfolge. Doch das alleine reicht nicht für Resilienz. Ebenso ist eine ausgeglichene Persönlichkeit günstig für die Ausbildung von Resilienz. Auch das ist alleine nicht ausreichend.
    Wichtig sind die Schutzfaktoren während des Aufwachsens. Dazu gehören personale Faktoren, wie z. B. Kognitive Fähigkeiten, Selbstwirksamkeit, Kreativität. Familiäre Faktoren wie z.B. stabile Bindung zu mindestens einer Bezugsperson, positive Geschwisterbeziehung. Soziale Faktoren wie, z. B. Bildungsmöglichkeiten, soziale Unterstützung.

    Vieles ist nicht beeinflussbar. Manches schon.
    Manchmal kann man nichts machen, außer weiter.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Resilienz ist durchaus beeinflussbar. Z. B. Wenn man lernt mit Stress umzugehen,
    wollte ich gerade schreiben- dazu gehört doch das Dauerthema "Stress", was seit Jahren gefeiert wird.

    Überall geht´s um Stress-Reduktion und tatsächlich kann dazu wirklich JEDER was für sich tun.
    Wir werden damit nicht zu einem neuen Menschen, aber unser Handlungsspielraum wird größer und wir damit beweglicher in unseren Reaktionsmöglichkeiten.

  10. Moderation

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Oder sie waren nicht resilient, sondern hatten einfach Glück. Timing is everything.
    Okay, gibt's natürlich, ist aber nicht die Regel. Oder wie Omma sagte: Glück hat auf die Dauer nur die Tüchtige."


    xanidae, natürlich gibt es Möglichkeiten. Trotzdem wird eine erlernte/erarbeitete Resilienz kaum an die Ruhe und Nervenstärke von Menschen mit guten Bedingungen in den wichtigen Jahren rankommen. Wettbewerb sehe ich da allerdings keinen, höchstens Neid.^^
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